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Sonntag, 5. Mai 2024

Neubau löst das Problem nicht: Tauschen, teilen, aufstocken: So könnte die Wohnungsnot bekämpft werden

RND hier  Sebastian Hoff,  04.05.2024

Deutschlandweit fehlt Wohnraum - das ist nichts Neues. Verschiedene Ideen und Initiativen können dazu beitragen, die große Nachfrage nach Wohnraum zu befriedigen. Neubau ist dabei allerdings nur selten das Mittel der Wahl.

Um der Wohnungsnot zu begegnen, wird meist auf Neubau gesetzt. Doch einige Expertinnen und Experten sind skeptisch: „Damit allein werden wir die Probleme kaum lösen können“, sagt Matthias Günther vom Pestel-Institut. Seiner Einschätzung nach könnten bis zu 2,7 Millionen Wohnungen geschaffen werden, indem vor allem vorhandene Mehrfamilienhäuser um einige Etagen aufgestockt werden. Das biete sich oftmals auch auf Supermärkten sowie Büro- und Verwaltungsgebäuden an, so Günther. Davon stehen zudem viele leer und könnten fürs Wohnen umgenutzt werden.

Die Initiative Architects for Future beruft sich auf verschiedene Studien, die sogar ein Potenzial von 4,3 Millionen neue Wohnungen im Bestand erkennen. Allerdings scheiterten Vorhaben, dort Wohnraum zu schaffen, in der Praxis häufig an bauordnungsrechtlichen Vorgaben wie Schall- und Brandschutz und fehlenden Stellplätzen für Autos, sagt Architektin Ulla Basquè. „Es bedarf hier des Willens und der gesetzgeberischen Umsetzung, dies auch tun zu können“, fordert sie deshalb.

Donnerstag, 5. Oktober 2023

Architects4future: 10 Forderungen für eine Bauwende

10 Forderungen der Architects4future  hier

Eingangsstatement:  Warum wir die Forderungen formuliert haben...

Die Klima- und Umweltschäden des Bausektors werden von der Gesellschaft unterschätzt und von Politik und Wirtschaft vernachlässigt. Doch der Bausektor und der Betrieb von Gebäuden in Deutschland und anderen Ländern des globalen Nordens verursachen ca. 40% der Treibhausgasemissionen und 55% des Müllaufkommens. 

50% der produzierten Rohstoffe entfallen auf diesen Bereich. Allein in Deutschland frisst die Versiegelung für neue Siedlungen und Infrastruktur täglich eine Fläche von ca. 80 Fußballfeldern. Dadurch werden Ökosysteme zerstört sowie Hitzeeffekte und  Hochwasserrisiken verstärkt. Bauen verursacht weltweit  Ressourcenausbeutung, Umweltzerstörung und soziale Ungerechtigkeit in einem unvorstellbaren Ausmaß.


Freitag, 7. April 2023

Überlingen: Architekten drängen auf Klimaschutz

 30.03.2023  hier im Südkurier

Das Kramer-Areal soll von einem Industriestandort zu einem Wohngebiet transformiert werden. Nahe am Bodensee entsteht so ein neuer Stadtteil für rund 700 Bewohner. 

Die Organisation Architects for Future (A4F) drängt auf eine klimaneutrale Bebauung. Der Umgang mit dem Bestand spiele dabei eine entscheidende Rolle. Ebenso die Frage nach der Bebauungsdichte, nach der Nutzung und der Verwendung bestimmter Baumaterialien. Nach Angaben der Stadtverwaltung werden im städtebaulichen Realisierungswettbewerb entsprechende Forderungen an die teilnehmenden Büros gestellt.

Freitag, 9. September 2022

Warum eine Bauwende nötig ist

Deutschlandfunk  hier geht`s zum Podcast
07. September 2022  Reimer, Jule

Rund 40 Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes in Deutschland wird beim Bauen verursacht. Nach Ansicht von Experten ist deshalb eine Bauwende nötig, um die Klimaschutzziele der Politik einhalten zu können. Sie beinhaltet mehrere Maßnahmen.


Sonntag, 1. Mai 2022

Was ist denn eigentlich aus der Petition geworden?

Petition: hier

17.03.2021: Architects for Future: Petition „Bauwende JETZT!“ im Bundestag  hier

50.000 Menschen haben die Petition des Netzwerks architects for future unterzeichnet. Damit ging es nun in den Bundestag. Unser Kolumnist war dabei. Nun stehen die nächsten Schritte in Richtung Bauwende an.


Im Dezember 2020 hatte ich über die Petition von architects4future geschrieben. Darin fordert das Netzwerk aus rund 700 Aktivist*innen – berufstätige Architekt*innen, Ingenieure*innen und Studierende – eine umfassende Bauwende. Hintergrund ist, dass die Baubranche einen großen Anteil am CO2-Verbrauch und am Müllaufkommen in Deutschland hat.

Die Petition überschritt Anfang des Jahres die Marke von 50.000 Unterzeichner*innen und wird deshalb im Petitionsausschuss des Bundestages behandelt. Am vergangenen Montag um 13 Uhr war es dann soweit: Michael Wicke und Elisabeth Broermann stellten als Vertreter*innen des Netzwerks die Petition in einem fünfminütigen Statement vor. Anschließend konnten die Bundestagsfraktionen in zwei Runden Fragen an die Repräsentant*innen von architects4future stellen, außerdem an den Staatssekretär Volkmar Vogel (CDU), der für die Bundesregierung sprach.

Samstag, 29. Januar 2022

Auf Nachhaltigkeit bauen

 Architects for Future im Deutschlandfunk hier



Der Bau und die Nutzung von Gebäuden machen rund 40 Prozent aller CO2-Emissionen aus. Deshalb sieht der Ingenieur Michael Wicke hier einen großen Hebel, um die Klimaziele zu erreichen. 

Er fordert die Bauwende. Und zwar jetzt. 

Mittwoch, 3. März 2021

Petition der Architects4future

Die Forderungen nach einem umfassenden Maßnahmenpaket für ein klima- und sozialverträgliches Bauen und für eine bessere Pflege hat der Petitionsausschuss am Montag, 1. März 2021, in öffentlicher Sitzung unter Leitung von Marian Wendt (CDU/CSU) diskutiert.

Erste Petition für klima- und sozialverträgliches Bauen

Grundlage für die erste Forderung war eine öffentliche Petition des Architekten Michael Wicke, Mitglied der Initiative Architects for Future, die 57.476 Online-Mitzeichnungen auf dem Petitionsportal des Bundestages verbucht hat. 
Mit der Petition fordert Wicke einen klima- und sozialverträglichen Bausektor. Durch ein umfassendes Maßnahmenpaket solle vollständig auf nachhaltiges Bauen und Betreiben von Gebäuden umgestellt werden, um die Pariser Klimaschutzziele zu erreichen und die Lebensqualität der gesamten Umwelt zukunftssicher zu gestalten. Als vordringlich benennt der Petent elementare Änderungen bezüglich Baustoffen, Kreislauffähigkeit, Ökobilanzierung, Bestandsschutz, Biodiversität, Bildung und Lehre sowie der Bedarfsplanung.

„Schon jetzt werden Kies und Sand knapp“

„40 Prozent des CO2-Ausstoßes in Deutschland werden durch den Bau und Betrieb von Gebäuden verursacht“, sagte der Petent vor den Abgeordneten. „Das ist doppelt so viel wie der gesamte Verkehr“, fügte er hinzu. Auch mit Blick auf den Ressourcenverbrauch schneide der Bausektor „erschreckend schlecht ab“.
90 Prozent der mineralischen, nicht nachwachsenden Rohstoffe würden in der Baustoffproduktion verbraucht. „Schon jetzt werden Kies und Sand knapp“, sagte Wicke. Die aktuellen baupolitischen Rahmenbedingungen müssten geändert werden – „und zwar jetzt“. Es brauche eine Bauwende.
Zwei der sieben Forderungen aus der Petition stellte der Petent vor dem Ausschuss in den Vordergrund. So müsse dem Prinzip „Umbau statt Neubau“ gefolgt werden. Ressourcen und Emissionen seien am schnellsten einzusparen, „wenn wir erst gar nicht bauen“. Das Vorhandene reiche aus, müsse aber optimal genutzt und erhalten werden. Bauen im Bestand sowie die nachhaltige energetische Sanierung müssten daher besser gefördert werden, verlangte Wicke. Gleichzeitig müssten bürokratische Hindernisse beseitigt werden, die heute das Bauen im Bestand verteuerten. Abriss hingegen dürfe nur noch erlaubt werden, „wenn er sozial und ökologisch begründet wird“.

„Bauprodukte kreislaufgerecht rückbauen“

Als zweiten wichtigen Punkt wurde eine funktionierende Kreislaufwirtschaft angeführt. Die „grauen Energiekosten“ sowie die Umweltfolgekosten müssten Beachtung finden, sagte die den Petenten begleitende Architektin Elisabeth Broermann. Gefordert wird daher unter anderem, dass der Marktpreis von Baumaterialien „alle Umweltfolgekosten“ umfasst. Auch müssten Bauprodukte kreislaufgerecht rückgebaut und verbaut werden, „um sie nach Dekonstruktion wieder verwenden zu können“.
Ressourcenaufwand und CO2-Ausstoß eines Gebäudes müssten über den ganzen Lebenszyklus transparent dargestellt werden. Ziel der Petition ist es auch, die Flächenversiegelung zu minimieren. Sie soll nur noch genehmigt werden, „wenn sie am Gebäude oder in direkter Umgebung ökologisch ausgeglichen wird“.

„Bundesregierung ist sich der Problematik bewusst“

Die Bundesregierung sei sich der Problematik bewusst, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI), Volkmar Vogel (CDU), während der Sitzung. Er verwies darauf, dass das Bundesprogramm Energieeffizientes Gebäude einen Nachhaltigkeitsfaktor umfasse, der die in der Petition adressierten Themen beinhalte.
Zudem werde im Baulandmobilisierungsgesetz, das sich gegenwärtig im parlamentarischen Verfahren befinde, die Frage der Umnutzung von nicht mehr benötigten Gebäuden thematisiert, um Ressourcen zu schonen und sich trotzdem Innovationen nicht zu versperren. Um tatsächlich voranzukommen, brauche es aber die Zusammenarbeit aller staatlicher Ebenen – Bund, Länder und Kommunen, sagte Vogel.

Dienstag, 12. Januar 2021

Es kommt auch darauf an wie man baut !

 Seit Jahren wird in Deutschland so viel gebaut wie selten zuvor - die Baubranche boomt. Der Wohnungsmarkt scheint unersättlich, vor allem in den Ballungszentren. Der beliebteste Baustoff ist nach wie vor Beton. Doch der Rohstoff gilt als unterschätzter Klimakiller, denn er weist eine katastrophale CO2-Bilanz auf.

Bild links: Suzan Hahnemann /neues Baugebiet in Salem


Umweltschäden durch Betonherstellung

Laut einer Analyse der Umweltschutzorganisation WWF ist die Herstellung von Zement, die ein wichtiger Bestandteil von Beton ist, für zwei Prozent aller CO2-Emissionen in Deutschland verantwortlich. Weltweit sollen es sogar acht Prozent sein. Hinzu kommen weiter Umweltschäden durch den hohen Verbrauch von Sand und Kies, die oft in sensiblen Naturgebieten abgebaut werden ( da kommen wir wieder ganz direkt zum Aktionsbündnis) ...........


Der grüne Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer macht erst kürzlich auf sich aufmerksam, als er forderte, Holzbauweise in der Universitätsstadt zur Pflicht zu machen. Damit stieß er auch in der baden-württembergischen Landesregierung auf Gehör, die Holz als nachwachsenden Baustoff für Gebäude verstärkt fördern will.

https://weather.com/de-DE/wissen/umwelt/news/2019-09-19-klimakiller-beton-soll-holzbauweise-pflicht-werden


siehe dazu auch: 

Die Architects for Future haben gerade am 8.1.2021 die Hürde für ihre Petition genommen: Maßnahmenpaket für ein Klima- und Sozialverträgliches Bauen https://baubiologie-magazin.de/architects-for-future




Mittwoch, 23. Dezember 2020

Architects for Future setzt sich für die Bauwende ein - Petition im Bundestag

Petition 118228: Umfassendes Maßnahmenpaket für ein klima- und sozialverträgliches Bauen vom 23.11.2020

Mit der Petition wird ein klima- und sozialverträglicher Bausektor gefordert. 
 
 

Durch ein umfassendes Maßnahmenpaket wird vollständig auf nachhaltiges Bauen und Betreiben von Gebäuden umgestellt, um die Pariser Klimaschutzziele zu erreichen und die Lebensqualität unserer gesamten Umwelt zukunftssicher zu gestalten.
Vordringlich werden elementare Änderungen vollzogen bezüglich Baustoffen, Kreislauffähigkeit, Ökobilanzierung, Bestandsschutz, Biodiversität, Bildung/Lehre und Bedarfsplanung.

Begründung

Der ökologische Fußabdruck von Gebäuden ist höher als viele denken: Bau und Betrieb von Gebäuden verursachen in Deutschland ca. 40% des CO2-Ausstoßes, 52% unseres Müllaufkommens und verbrauchen 90% der mineralischen, nicht nachwachsenden Rohstoffe in der Baustoffproduktion (Quellennachweis architects4future.de). 

Um dies zu ändern, muss Deutschland eine umfassende Bauwende einleiten. Effektive Veränderungen werden vor allem mit Gesetzen erreicht. Das Verantwortlichmachen des Einzelnen und punktuelle Förderung genügen nicht. Die aktuellen baupolitischen Rahmenbedingungen sind unzureichend und so nicht konform mit den Zielen der Pariser Klimakonferenz.

 https://baubiologie-magazin.de/architects-for-future

 

 Möglichkeit zum Unterschreiben bis zum 8.1.20, also nicht mehr lange!

https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2020/_11/_23/Petition_118228.$$$.a.u.html