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Dienstag, 12. April 2022

Manne Walser: Redebeitrag "Wald,Wind und Kies"

Das ist der Redebeitrag  von Manne Walser von der Demo am 2.4.22  in Ankenreute.
Er ist Autor der Gutachten der Scientists zum Regionalplan und Raumplanungsexperte beim BUND.

Hallo zusammen, ich heiße Manfred Walser, bin aktiv im BUND Ravensburg-Weingarten und bei den Scientists for Future.
Ich stelle meinen Beitrag unter den Titel Wald, Wind und Kies 


Ich fange mir dem Kies an.
Da könnte ich allein eine Stunde darüber reden, aber ich will mich auf drei Punkte beschränken: 

Punkt 1) Der Export Der Export zeigt sich im Preis für Kies. In Deutschland liegt der Preis pro Tonne Kies durchschnittlich bei 10 Euro, in Österreich bei 17 Euro und in der Schweiz bei 20 Euro. Die kürzlich veröffentlichte Rohstoffstudie der Bodenseeregion zeigt, dass die Standorte in der Nähe der Grenze zu Vorarlberg und der Schweiz durchschnittlich 6 Euro mehr für die Tonne Kies verlangen können als die grenzfernen Standorte. Das ist nur möglich, weil sie die Möglichkeit zum Export in die Nachbarländer haben. Da könnte man natürlich politisch gegensteuern.
Vorarlberg erhebt z.B. im eigenen Land ein Naturschutzabgabe auf den geförderten Kies. Baden-Württemberg verweigert eine solche Abgabe. Das verstehe ich nicht. 

Punkt 2) Recycling- Beton- Kies ist ein nicht erneuerbarer Rohstoff. Das bedeutet, er sollte so sparsam wie möglich verwendet und nach Möglichkeit wiederverwertet werden. Das geht zum einen dadurch, dass man Gebäude saniert, anstatt sie abzureißen und neu zu bauen. Außerdem durch durch die Verwendung alternativer Baustoffe wie Holz und Lehm Und natürlich durch Betonrecycling.
Die Recyclingquote für Bauschutt in BaWü klingt zuerst einmal ganz ordentlich: 94%. Aber das meiste wird nicht recycelt sondern downgecycelt und als Schüttmaterial im Straßenbau verwendet.

Obwohl das Recycling und die Wiederverwendung des Materials als Betonrohstoff technisch ausgereift sind. Recyclingbeton kostet nur ungefähr 10% mehr als der Beton aus frisch gefördertem Kies. Er ist aber in der Architektenszene wenig bekannt und wird von Verwaltungen mangels Erfahrungen kaum ausgeschrieben. Und es fehlen Standorte für die Aufbereitung des Bauschutts. Mehr Nachfrage würde die Wertschöpfungskette ankurbeln und das System wirtschaftlicher machen. Da müsste die öffentliche Hand Vorreiter sein. 

Also wenn es schon Beton sein muss: Wie wäre es z.B. mit dem Recycling von alten, stillgelegten Baustoffdeponien? Oder wie wäre es, nicht nur den Abbau von Kies mit Abgaben zu belegen, sondern auch die Deponierung von Betonresten zu verteuern und damit einen zusätzlichen Anreiz für die Verwendung von Recyclingbeton zu schaffen? Da kommt sofort der Schrei nach den hohen Baukosten die das Wohnen verteuern; so argumentiert u.a. auch die Landesregierung. 

Aber das ist Humbug: Die Mehrkosten für Recyclingbeton Betragen für eine 100 m² Wohnung etwa 250.- €, das würde bei der Wohnungsmiete dann gerade mal 1 Euro im Monat ausmachen. 

(Berechnung: Man hat ungefähr 120 kg Kies für einen Kubikmeter Mehrfamilienhaus vom Baujahr 1962 gebraucht, denn in der damaligen Bauweise waren 44% der Baumasse Beton, und davon sind wiederum 4/5 Kies und Sand. Das ergibt ca. 700 kg Kies pro m² pro Nutzfläche (Das Verhältnis zwischen Nutzfläche und umbauten Raum beträgt im Geschosswohnungsbau ungefähr 1:6 oder 1:7). Dies Kosten für Beton betragen mit Stand heute in dieser Region durchschnittlich 12-18 Euro, d.h. allein die Betonkosten liegen bei 8,50 – 12,50 €/ m² Wohnfläche. 10 - 20 Prozent Mehrkosten für Recyclingbeton ergeben dann 1,70 – 2,50 €/ m² Wohnfläche. 

Die Mehrkosten liegen also für eine 100 m²- Wohnung bei 250.- €. Und wenn man bedenkt, dass die Investition für so ein Haus über mindestens 20 Jahre abgeschrieben wird, dann ergibt sich daraus eine Mietpreiserhöhung von 1 Cent pro m².) 

Punkt 3) Ich habe Zweifel an der Datenqualität: In der Unternehmensbefragung haben im Landkreis Ravensburg, in dem der Altdorfer Wald liegt, nur knapp ¼ der befragten Standorte geantwortet. Das reicht in meinen Augen nicht für eine Fakten-basierte Analyse.
Zumal die Studie nichts darüber aussagt, wie viel Prozent der Abbaumenge durch dieses Viertel erfasst sind. Hätte ich ein bisschen mehr Zeit zur Verfügung, dann würde ich mich intensiv in die Studie und die Quellen hineinarbeiten. Aber dafür langt es gerade leider nicht. 


Aber verlassen wir den Kies und kommen zum Wind
Da muss ich etwas ausholen und zuerst auf unseren Energiehunger eingehen: In einer Pressemitteilung haben wir vor zwei Wochen geschrieben: 

Leider kommen wir beim Energiesparen überhaupt nicht voran.
Seit 30 Jahren ist der Endenergieverbrauch pro Bundesbürger konstant hoch
und liegt bei etwa 85 kwh/Tag.
Jede*r Deutsche hat damit — bildlich gesprochen — 100 Radfahrer im Einsatz,
die täglich 10 Stunden für den persönlichen Energiehunger strampeln
.“ 

Und der Bedarf nimmt zu: Heizungen werden auf Strom umgestellt, die Mobilität wird auf Strom umgestellt und die Digitalisierung hat einen hohen Strombedarf. Das bedeutet:
Bei den Verhaltensänderungen sind wir realistisch betrachtet viel zu langsam. 

Aber das Klima interessiert sich nicht dafür, wie viel Zeit wir zur Änderung unseres Verhaltens benötigen. Es erwärmt sich einfach Grad um Grad.
Die Wissenschaft sagt (in einer für wissenschaftliche Aussagen seltenen Klarheit und Eindeutigkeit), dass wir noch einen Zeitkorridor bis etwa 2035 haben, in dem wir substantielle Verbesserungen erreichen müssen, um dann 2050 die Klimaneutralität zu schaffen.
Das geht nicht ohne den massiven Ausbau erneuerbarer Energien. Ohne Photovoltaik und Windkraftwerke können wir die fossile und atomare Energie nicht schnell genug ersetzen. Selbst wenn wir alle theoretisch in Frage kommenden Dächer nutzen, und dazu Parkplätze und hoffentlich bald Obstplantagen usw. - selbst dann können wir nur etwa ein Viertel unseres Endenergieverbrauchs aus Photovoltaik produzieren. 

Wenn wir die Zahl der Windräder in Deutschland verdoppeln und die vorhandenen 30.000 Windräder „repowern“, können wir damit ungefähr die Hälfte unseres Energiebedarfs decken.
Die wesentlich geringeren Potentiale der Bioenergie, Geothermie und Wasserkraft müssen zusammen mit dem Energiesparen dann das restliche Viertel besorgen. 

(Berechnung: Alle Dächer in D haben 1.500 km². Wenn wir sie alle mit Fotovoltaik belegen - und 3.500 km² Freiflächen dazu (Parkplätze, Kiesgruben, Wasserflächen, Straßen aber auch Äcker und Wiesen und hoffentlich bald Obstplantagen ) deckt die Sonne gerade ein Viertel unseres Endenergieverbrauchs – nämlich 28 kwh/Tag. Wenn wir die Zahl der Windräder in D verdoppeln und die vorhandenen 30.000 Windräder „repowern“ könnten wir ca. 40 kwh/Tag erneuerbar machen. Den Rest machen wir mit Bioenergie (12 kwh - Achtung: flächenintensiv) und Geothermie (8 kwh) und Wasser (1 kwh). ) 

Wir können es uns nicht mehr leisten zu sagen, man solle doch zuerst diese oder jene Energieform nutzen: Angesichts der Dringlichkeit müssen wir alle regenerativen Energien zugleich und mit großer Kraft vorantreiben. (Auf die Träume vom sauberen Atomstrom und technischer CO2- Speicherung gehe ich nicht näher ein, denn das sind in meinen Augen unseriöse Diskussionen, die nur vom Thema ablenken sollen.) 

Und damit komme ich zu meinem dritten Thema,
dem Altdorfer Wald

 Ja, auch hier im Wald brauchen wir Windräder. Denn die Stellen, die überhaupt für Windräder in Frage kommen, weil hier genug Wind weht und weil wir ausreichend Abstand zu Wohngebieten haben sind sehr begrenzt. Die müssen wir alle nutzen. 

(„Leider wird es nicht möglich sein, die Zahl der erforderlichen Windkraftanlagen nur im Offenland bzw. in ausgeräumten Agrarlandschaften zu bauen. Wir brauchen dazu auch Flächen im Wald. Wenn man nämlich die Windpotentialflächen in Ba-Wü mit Windleistungsdichte von mindestens 215 W/m² in 160 m Höhe über Grund mit den Restriktionen (Lärm, Naturschutzgebiete, Militär…) überschneidet, fällt das Offenland wegen der dichten Siedlungsstruktur ziemlich heraus“, so in einer Antwort-Mail der BUND-Regionalgeschäftsstelle Bodensee-Oberschwaben.) 

Aber natürlich darf das nicht auf Kosten der Natur gehen. Das zeigt der neueste IPCC-Sachstandsbericht, der viel stärker als frühere Berichte den Zusammenhang zwischen Klimawandel, Landnutzung und Ökologie thematisiert. 

Und der Verlust an Biodiversität ist ja neben dem Klimawandel die zweite existentielle Krise, die immer etwas im Schatten des Klimawandels steht. Wir müssen enorm aufpassen, dass wir die zwei Themen nicht gegeneinander ausspielen. Deswegen müssen wir gut planen. 

Aus unserer Sicht sind im Wald vor allem die Flächen interessant, die bereits von Schädlingsbefall oder Windwurf  betroffen sind oder eine geringe Arten- und Strukturvielfalt haben, wie z.B. eintönige Fichtenmonokulturen. Auf keinen Fall kommen Flächen in Frage, die der Naturschutz braucht: Biotope, FFH-Gebiete, Wildtierkorridore usw. Und wir benötigen die Flächen in der Nähe von Straßen, um den Flächenverbrauch für die Infrastruktur – für den Bau und den Betrieb – möglichst gering zu halten. Solche Standorte gibt es im Altdorfer Wald. 

Und wir benötigen gebündelte Naturschutzmaßnahmen, z.B.: • Artenhilfsprogramme für windkraftsensible Arten; die Ausweisung von weiteren Bann- und Schonwaldbereichen im Altdorfer Wald kann einen gewissen Ausgleich bieten. •
Außerdem bieten zeitlich begrenzte Abschaltungen von Windkraftanlagen Schutz für bestimmte Tierarten. • Auch die Gestaltung von Flächen (unattraktiv für bestimmte Arten im näheren Umfeld, attraktiv zur Nahrungssuche im weiteren Umfeld etc.) ist eine mögliche Maßnahme.

Fazit : Die Naturschutzverbände in der Region arbeiten gerade gemeinsam an solchen Kriterien.
Und wenn man vernünftig plant und nicht nur darauf schaut, welche Fläche am einfachsten zu bekommen sind, dann kriegen wir das auch einigermaßen verträglich hin.

Aber da müssen wir zusammenhalten. Es geht darum, Klimaschutz und Naturschutz zusammen zu bringen und nicht darum, dass jeder nur sieht, was vor seiner Haustüre passiert. 

Sonntag, 3. April 2022

Barbara Herzig: Rede in Ankenreute für einen zukunftsfähigen Regionalplan, anschließend kommen die Aktivisti Manne und Ulla zu Wort

Kurze Rede zur Demo in Ankenreute am 2.4.2022

Barbara Herzig ist eine der Organisator*innen der Initiative Zukunftsfähiger Regionalplan
darin haben sich rund 40 Gruppen und Gruppierungen aus dem Bereichen Umweltschutz, Landwirtschaft, Verkehr, Fridays- Parents-,Scientists4Future, Wandel-Gruppierungen und einzelne Initiativen wie auch Natur- und Kulturlandschaft Altdorfer Wald oder das Klimacamp Ravensburg zusammengeschlossen.

Wir fordern mit einer Petition an den Landtag BW, dass die Regionalplanung Bodensee-Oberschwaben Klima- und Nachhaltigkeitsziele einhalten muss.

Das tut der im letzten Jahr verabschiedete Regionalplan nämlich leider nach wie vor nicht!!!

Den Regionalplan für die 3 Kreise betreffend denken die Planer bisher in keinster Weise an die nachhaltige Nutzung von Ressourcen beim Kies- und Rohstoffabbau. Es sind zu den bereits genehmigten Flächen 630 ha als Vorranggebiet und insgesamt 730 ha als Reservefläche geplant, das ist überdimensioniert und deutlich zu viel!

Er verplant mehr als doppelt so viel Fläche für Wohn- Gewerbe und Straßenbau, als nachhaltig wäre, das ist ein Skandal und so darf er vom Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen nicht genehmigt werden!!!

Dafür spricht klar auch die Rechtslage.
Der BUND hat ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben, dessen Ergebnisse im Januar an die Landesregierung geschickt wurden. 

Demnach widerspricht der Regionalplan den Vorschriften des Landesplanungsgesetzes und des Klimagesetzes Baden-Württemberg, er widerspricht auch den Richtlinien der EU zur strategischen Umweltprüfung!

Entgegen den Aussagen der Mehrheits-Politiker im RegionalVerband BO sind Klima- und Nachhaltigkeitsziele vor dem Gesetz verbindlich!!!

Auf privater Ebene können inzwischen viele Menschen die notwendigen Veränderungen in den Bereichen CO2-Ausstoß, Autofahren oder Fleischkonsum verstehen und auf ihren Lebensstil halbwegs umsetzen. Auch dass wir weniger billige Produkte verbrauchen sollten.

Aber dass hier im ländlichen Bereich die grüne Wiese am Ortsrand und der Kies in den Wäldern eine wertvolle Ressource darstellt, die wir schützen und wenn dann mit Bedacht, nachhaltig und auch sozial gerecht verbrauchen sollten, das ist leider noch nicht so richtig in den Köpfen der Menschen angekommen.

Wir wollen, dass unsere natürlichen Ressourcen wo es möglich ist unter Schutz gestellt werden!

Wenn es nötig ist, müssen sie nachhaltig und sozial gerecht genutzt werden!

Vor Allem wollen wir:  einen zukunftsfähigen Regionalplan!!!


weiter geht`s im Anschluss mit den Reden von Manfred Scheurenbrand und Ulla Köberle-Lang 

Wolfram Frommlet: Rede zu den Baumbesetzern

Vielen Dank für diese wunderbare Rede!


Rede anläßlich der Demonstration in Unterankenreute   am 2. April 2022 

Gegen den Kiesabbau im Altdorfer Wald


Liebe Freunde,

 

ich möchte heute über einen Begriff reden, der ein Verhalten beschreibt, das untrennbar mit modernen Demokratien verbunden ist: Ziviler Ungehorsam

 

Dieser ist Teil politischer Partizipation, die unser gesellschaftliches System von autokratischen und diktatorischen unterscheidet. Eine Moderne Demokratie braucht Formen der Einmischung und des Aufbegehrens, die nicht mit der Obrigkeit abgesprochen, geschweige denn von ihr genehmigt sind, weil sie sich gegen Beschlüsse und potentiell auch gegen Gesetze richten, die Behörden, Kommunen, Länder- oder Bundesparlamente beschlossen haben.

 

Der Staat soll in der Demokratie Schaden vom Volk abwenden, doch dies tut er gelegentlich aus politischen Abhängigkeiten heraus, wegen des Einflusses von Lobbyisten nicht.
In einer Demokratie ist der Staat nicht unfehlbar wie der Papst oder Putin, und Bürgerinnen und Bürger nicht ohne Verstand.

 

Eine Binsenweisheit, möchte man meinen, die in jedem Jurastudium vorkommen dürfte. Dem scheint nicht so zu sein, wenn man die massiven Einsätze von SEK Hundertschaften  - eine gegen Schwerstkriminelle ausgerichtete Einrichtung des Staates - gegen die Baumbesetzer erlebte, wenn man die geschmacklosen Abkanzelungen junger BaumbesetzerInnen vor Gerichten in Ravensburg und Wangen und die drakonischen Geldstrafen gegen Erwachsene kennt, die lediglich mit den Baumbesetzern sympathisieren; sie haben niemanden Schaden zugefügt, keine Straftaten begangen - es handelt sich um juristische Bagatellen. Diese Entwicklung der Justiz könnte man als Skandal bezeichnen - ich tue es besser nicht, weil diese Art von Juristen vermutlich nicht ungestraft kritisiert werden darf.

 

Das war nicht immer so und deshalb möchte ich eine Geschichte über Zivilen Widerstand erzählen, die man in diesen Justizkreisen offensichtlich nicht kennt. Sie ist fast vierzig Jahre alt und ereignete sich am 1. September 1983 in Mutlangen: 

Es gab den NATO-Doppelbeschluss, der die Stationierung von amerikanischen Pershing II Raketen in der Bundesrepublik Deutschland erlaubte. 

Wir, die wir damals dagegen protestierten, hatten alle das tödliche Napalm, Agent Orange, Agent Blue gegen die Befreiungsbewegung in Vietnam, Laos und Kambodscha erlebt. War das nicht Irrsinn genug? Nein. So wenig wie Hiroshima und Nagasaki.

 

Da bildete sich ein Ökumenisches Friedenscamp in Mutlangen, da war die Christliche Arbeitsgemeinschaft Frieden, und viele andere Friedensgruppen. Gewaltlosigkeit gegen die tödliche Gewalt der Pershings. Sitzblockaden. 

„Das weiche Wasser bricht den Stein“, war unser Motto. 

 

Und da saß, das gab es in der jungen Republik noch nie, die westdeutsche Kultur- & Politprominenz auf der Erde und blockierte die amerikanischen Kasernen: Petra Kelly und Ex-General Gerd Bastian, Günter Grass, Oscar Lafontaine, Klaus Staeck, Walter Jens, Annemarie und Heinrich Böll, Rolf Hochhuth, der Zukunftsforscher Robert Jungk, Pastor Heinrich Albertz. 

Die Schauspielerin Barbara Rütting trug die Bitte von Heinrich Böll vor, „um die Wohltat einer unterschiedslosen Behandlung.“

 

Diese Sitzblockaden veränderten unser Land, sie sind Teil einer anderen Republik, einer besseren Welt. Ob dieser Zivile Ungehorsam im Denken, im Kulturbegriff bestimmter Juristen und Polizeichefs vorkommt, die mit Maßnahmen die Blockaden im Dannenröder Forst, in Garzweiler und ein paar Bäume im Altdorfer Wald und auf dem Grüngürtel an der Schussenstraße, räumen ließen, die man eher aus anderen politischen Systemen kennt - ob in deren Kulturbegriff die erwähnten Namen der Mutlangener Sitzblockaden überhaupt vorkommen  - lassen wir das hier unbeantwortet.

 

Damals gab es noch so viel Würde und Respekt, so viel  zivilisiertes Verhalten, dass niemand weggetragen wurde die Staatskasse bedauerlicherweise leer ausging.

Bei diesen Prominenten hätten sich mit korrekter Auslegung von Gesetzen  ganz andere Summen eintreiben lassen als von einem Professor der Weingartener Hochschule. Aber wir stehen ja vielleicht erst am Anfang.   

Alle, insbesondere die Jungen, die den Altdorfer Wald vor der Zerstörung schützen, stehen in der mutigen Nachfolge der Blockierer in Mutlangen. Seid stolz darauf.

 

Eine kleine Schlussbemerkung: 

Alles ist relativ, auch Gerichtsurteile und Gesetze, weshalb ja Albert Einstein ja die Relativitätstheorie erfand:

 

Andrea Tandler, Tochter des ehemaligen CSU-Generalsekretärs Gerold Tandler, kassierte mit ihrem Partner für einen Corona-Maskendeal über 700 Millionen eine Provision von 48,3 Millionen Euro. Eingefädelt über die CSU-Europa-Abgeordnete Monika Hohlmeier, Tochter von Franz-Josef Strauß.

 

Ein Öko-Landwirt mit einem Jahreseinkommen von maximal 45.000 Euro müsste dafür über 900 Jahre arbeiten.

 

Für Frau Tandler gilt die Unschuldsvermutung.

 

Wenn man einen Baum am Grüngürtel in Ravensburg erklettert, ohne den Baum oder gar Menschen zu schädigen, liegt man am Amtsgericht Ravensburg in der Preiskategorie von 4.000 Euro.

 

Vielen Dank.

Pressemitteilung vom 02.04.2022

 170 Bürger*innen trotzen dem Schneegestöber um sich gegen den Kiesabbau zu stellen

 Am 02.04.2022 fand in Unterankenreute und Oberankenreute, eine der ersten Demonstrationen die das Dorf bisher gesehen hat, statt. 

Um 16 Uhr begann die Demonstration auf dem Parkplatz des Dorfgemeinschaftshauses, dort hatten sich rund 170 Personen versammelt, um sich gegen den Kiesabbau im angrenzenden Altdorfer Wald auszusprechen. Die Veranstalter*innen hatten 300 Personen angemeldet, auf Grund des Wetters und eine weitere Veranstaltung in der Gemeinde kamen nur 170 Personen. 

Es gab mehrere Redebeiträgen unter anderem von Anwohner*innen, dem Autor Wolfram Frommlet und Manfred Walser vom BUND.

"Trotz des schlechten Wetters sind so viele Bürger*innen gekommen, um sich gegen den Kiesabbau zu stellen. Es sind nicht nur ein paar junge Leute die dort oben im Wald gegen den Kiesabbau kämpfen, sondern auch wir Anwohner*innen sind klar gegen eine Fortführung dieser Umweltzerstörung. Seit Jahrzehnten regt sich der Widerstand, jetzt gehen wir endlich geschlossen auf die Straße, denn es geht um unseren Wald und vielmehr noch um die Zukunft unserer Kinder." so Ulla Köberle-Lang (53) aus Oberankenreute.

 Zu Beginn gab es am Gemeinschaftshaus Redebeiträgen zum Regionalplan von Barbara Herzig und ein Gedicht von Rechtsanwalt Klaus Schulz, danach setzte sich der Demonstrationszug durch das Wohngebiet Richtung Oberankenreute in Bewegung. Am Wirtsbühl, der am nächsten an der Kiesgrube gelegenen Straße in Oberankenreute, gab es dann eine Zwischenkundgebung wo die Anwohnerin Ulla Köberle-Lang und Manfred Walser vom BUND von ihrer Perspektive auf den Kiesabbau und den Altdorfer Wald berichteten. Der Weg zum Ort der Abschlusskundgebung führte über die Hauptstraße von Ankenreute und am Dorfgemeinschaftshaus hielt Wolfram Frommlet zum Abschluss eine Rede.

Die Demonstration war bereits seit mehreren Wochen vielseitig beworben und von einem Zusammenschluss aus Aktivist*innen und Bürger*innen organisiert worden. Thema der Demonstration war der Kiesabbau im Altdorfer Wald, wo bereits seit Jahrzehnten Kiesgruben bestehen, welche jetzt wiederum bei Oberankenreute um 32 ha erweitert werden sollen und dort erneut Wald weichen muss. Zusätzlich zu der seit über einem Jahr bestehenden Waldbesetzung bei Grund regt sich auch seit vielen Jahren der Widerstand in der Bevölkerung, welche zuletzt über 13.000 Unterschriften zum Schutz des Altdorfer Waldes gesammelt hatten.

"Das Thema Kies beschäftigt fast alle Menschen in der Region, da die Kiesgruben ihre Naherholungsgebiete, Rückzugsorte und nicht zuletzt ihren Trinkwasserfilter zerstören. Allen ist klar, dass wir es uns nicht länger leisten können die Natur immer wieder Profiten unter zu ordnen. Wir werden der ungebremsten Zerstörung nicht länger zuschauen, sondern uns geschlossen dagegen stellen." so Samuel Bosch (19).

"Es ist immer wieder bestärkend zu sehen wie viele Menschen unser Anliegen teilen.  In Zeiten der Klimakatastrophe müssen wir aufhören die alten, zerstörerischen Vorgehensweisen fortzuführen, sondern müssen endlich neue Wege gehen. Das geht nur gemeinsam, deshalb stehen wir heute zusammen auf der Straße." ergänzt Charlie Kiehne (19).



ein Bericht in der Bildschirmzeitung ist hier zu finden

Dienstag, 29. März 2022

Jetzt lehnen sich auch Bürger*innen gegen den Kiesabbau im Altdorfer Wald auf

Am 02.04.2022 laden Bürger*innen zu einer Demonstration  durch Ankenreute ein
Thema ist, wie so oft, der Kiesabbau im angrenzenden Altdorfer Wald.
Um 16 Uhr startet die Versammlung mit Redebeiträgen am Dorfladen in Unterankenreute.
Im Anschluss gibt es einen Demonstrationszug, erst durch das angrenzende Wohngebiet und nach einer Zwischenkundgebung in Oberankenreute, unweit der Kiesgruben, geht es über die Hauptstraße des Dorfes in der Gemeinde Schlier zurück zum Dorfladen. 

"Wir sagen laut: "Stopp - es ist genug!"  Genug Umweltzerstörung vor unserer Haustür, da haben wir schon viel zu lang nur zugesehen. Deshalb gehen wir jetzt als Bürgerinnen und Bürger auf die Straße und machen deutlich, dass wir gerade jetzt in der Klimakrise diese unnötige Zerstörung des Altdorfer Waldes nicht dulden." erklärt Ulla Köberle-Lang (53) aus Oberankenreute die Beweggründe der Demonstrierenden. 

Ankenreute liegt direkt am Rand des Altdorfer Waldes, wo bereits zwei Kiesgruben existieren. Zuletzt gab es eine kurzzeitige Besetzung eines an der Kiesgrube gelegenen Waldstückes, um es gegen die bevorstehende Rodung zu schützen. Diese wurde von der Polizei mit Großeinsatz geräumt und direkt gerodet. Zusätzlich zu den bereits bestehenden Flächen wurden am gleichen Standpunkt im neuen Regionalplan rund 30 weitere Hektar Wald für den Kiesabbau beantragt, das entspricht einer Fläche so groß wie 42 Fußballfelder. 

 Seit Jahrzehnten gibt es massiven Widerstand gegen den Kiesabbau in der Region, welcher jedoch bisher scheiterte.

"Uns wird ein gigantisches Loch in den Vorgarten gegraben, welches dann für Jahrzehnte dort bleibt und immer weiter vergrößert wird. Stückchenweise wird uns unser Wald weggenommen und damit auch unser Naherholungsgebiet und unser Trinkwasserfilter. Aber die größte Schweinerei dabei ist, dass der Kies gar nicht bei uns landet, sondern zu einem nicht unbedeutenden Anteil ins Ausland exportiert wird, um viel Geld damit zu machen." so Johanna Kugler, Mutter von zwei Kindern, aus Hintermoos. 

Bereits in den vergangenen Wochen hatten Anwohner*innen zusammen mit Aktivist*innen aus der Besetzung im Altdorfer Wald an verschiedenen Ort für die Demonstration geworben. So wurden Flyer verteilt, Plakate in Läden gehängt und sympathisierende Anwohner*innen hängten sogar Banner an Gartenzäune und Balkone.



Freitag, 18. März 2022

Pressemitteilung vom 18.03.2022 - Demo am 2.4.22anken

 

Aktivist*inen beginnen Mobilisationskampagne zur Kies-Demo in Oberankenreute mit Banner

 Am morgen des 18.03.2022 hängten Anwohner*innen und Aktivist*innen ein Banner mit der Aufschrift "Für Naherholungsgebiet, Trinkwasser und Waldschutz! Gegen Kiesexporte aus Oberankenreute! Kommt zur Demonstration am 02.04. um 16 Uhr am Dorfladen" an die Laterne in der Mitte des Kreisverkehrs in Unterankenreute auf. 

Mit der Aktion beginnen sie ihre Mobilisationskampagne für die Demonstration am 02.04.2022, welche sich gegen den "Kiesexport aus Oberankenreute" richtet.

 "Nach der Rodung bei Oberankenreute wollen wir nicht Trübsal blasen, sondern den Verantwortlichen zeigen, dass wir viele sind" so Anwohner und Waldbesetzer Martin Lang (55) aus Oberankenreute. "Es darf nicht sein, dass unser schöner Wald, unser Naherholungsgebiet, regelrecht an Unternehmen verscherbelt wird. 30 ha Wald allein bei Ankenreute, das ist zu viel!" so Lang weiter.

Am 22.02.2022 wurde die Notbesetzung im Waldstück bei Ankenreute begonnen und kaum 24 Stunden später wieder geräumt, alle Bäume wurden gerodet. Sie richtete sich vor allem gegen das, aus Sicht der Aktivist*innen, immer stärker wachsende Verlangen nach Waldflächen zur Kiesgewinnung. Aus dem selben Grund organisiert eine ähnliche Gruppe nun die angemeldete Demonstration durch Ankenreute. 

"Die Verantwortlichen geben vor die Region mit Kies versorgen zu wollen. Aber in Wahrheit verscherbeln sie ihn nach Österreich. Nur darum muss immer mehr Wald dem Kiesabbau weichen."so Samuel Bosch (19) aus Schlier.

"Es geht um unsere Zukunft! Wenn nicht jetzt zukunftsgewandt gehandelt wird, fliegt uns das Klima bald um die Ohren." fügt Charlie Kiehne (19) hinzu.

 


Donnerstag, 17. März 2022

Demo in Ankenreute am 2.4.22


 Für unser Naherholungsgebiet, unser Trinkwasser und den Waldschutz🌳💧🍄

Demonstriert deshalb mit uns am Samstag den 02.04. 2022 in Ankenreute✊🌳🌲

Um 16 Uhr treffen wir uns am Dorfladen in Unterankenreute und laufen dann nach Oberankenreute.

Wir wollen, dass nicht noch mehr Kieslaster durch unser Dorf fahren, um den Kies für viel Geld ins Ausland zu verkaufen 🚫🚛

Gemeinsam machen wir als bunte, offene Demonstration deutlich, dass hier niemand eine unendlich wachsende Kiesgrube haben möchte❗️

Wir machen deutlich, dass wir die Umweltzerstörung für Profite vor unserer Haustüre nicht länger zulassen🌳🏡

Auf der Demo muss eine Maske getragen und die Abstände eingehalten werden.