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Freitag, 3. November 2023

Newsletter KEA-BW

KEA  hier

Klimaschutz-Infos für Gemeinde- und Kreisratsmitglieder | Oktober 2023


Das Land Baden-Württemberg will bis 2040 klimaneutral werden. Aber wie kann Ihre Kommune in den verbleibenden 17 Jahren beispielsweise dafür sorgen, den Verbrauch fossiler Energieträger für die kommunalen Liegenschaften auf null zu reduzieren?

Auch wenn die Energiekrise nicht mehr so präsent ist wie vor einem Jahr, möchten wir Sie gerade deshalb an unser Info-Portal "Energiekrisen-Lotse" erinnern. Dort haben wir unser Expertenwissen gebündelt und geben Ihnen über 150 Tipps, Arbeitshilfen und wichtige Werkzeuge an die Hand.

Vieles ist Ihnen sicher bekannt. Aber bestimmt finden auch Sie Anregungen, um beim Energiesparen noch besser zu werden. Jetzt ist auch der Zeitpunkt im Haushalt Mittel einzustellen, um die größten Energieschleudern zu sanieren – wenn nicht jetzt, wann dann?

Ihr Dr.-Ing. Volker Kienzlen und Ihre Prof. Dr.-Ing. Martina Hofmann

Geschäftsführung KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH

Dienstag, 24. Oktober 2023

Stillstand statt Fortschritt

Schwäbische Zeitung hier Von Kara Ballarin  24.10.2023

Ist die Energiewende im Südwesten abgesagt, Frau Umweltministerin?

Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) sieht großes Potenzial in der Geothermie – vor allem in Oberschwaben.Windräder, Geothermie, Photovoltaik - von allem zu wenig. Die Energiewende in Baden-Württemberg kommt nicht voran. So reagiert Thekla Walker (Grüne) auf die unbequemen Fakten.

Vorletzter Platz unter den deutschen Flächenländern bei der Windkraft, kaum Geothermie, Ziel beim Ausbau der Photovoltaik 2022 verfehlt: Baden-Württemberg tut sich schwer bei der Energiewende.

Warum ist das so und wie geht es weiter? Ein Gespräch mit Umweltministerin Thekla Walker (Grüne).

Statt zu sinken sind 2022 die Treibhausgasemissionen im Energiebereich im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent gestiegen. Der Klimasachverständigenrat des Landes hat dies jüngst mit dem Ukraine-Krieg und fehlendem Gas aus Russland erklärt, das durch Kohle ersetzt werden musste. Ist die Energiewende abgesagt?

Bloß nicht. Die Energiewende macht uns unabhängig von Autokraten und Preisexplosionen bei fossilen Brennstoffen. 2022 mussten wir mehr Kohle einsetzen, das war ein Rückschlag.

Sonntag, 2. Juli 2023

WOHLSTAND: Abgehängt im tiefen Süden

19.05.2023  hier im Südkurier

Fast nirgends in der Republik schlägt das industrielle Herz stärker als im Südwesten. Und zwar nicht nur in den Speckgürteln der großen Städte, sondern auch auf dem flachen Land und in den Tälern des Schwarzwalds. Ob das in Zukunft auch noch so sein wird, ist nicht ausgemacht. Deutschland, aber besonders Baden-Württemberg, steht bei seiner Industriestruktur, die für Wohlstand und Beschäftigung steht, vor einem Kipp-Punkt.

Dabei geht es nicht nur um die Automobilhersteller oder den Maschinenbau, denen die Konkurrenz aus China, Korea und den USA zusehends den Schneid abkauft.

Dem Bundesland und seiner Wirtschaft droht ganz generell, der Saft auszugehen und sich im Rennen um wichtige Zukunftsrohstoffe ganz hinten einreihen zu müssen. Das ist fatal. Denn heute werden Investitionsentscheidungen auch gemäß der Verfügbarkeit von sauberen Energieträgern getroffen. Und da hat der Südwesten wenig zu bieten.

Donnerstag, 1. Juni 2023

Das Land muss bei den Erneuerbaren Gas geben

 30.05.2023  hier im Südkurier

.. Bruno Burger,Professor vom Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg ..

Burger beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit der Energiewende in Deutschland und plädiert für den schnellen Ausbau der erneuerbaren Energie durch Wind und Sonne. Die neuesten Zahlen und Daten zum Stand der regenerativen Energiequellen in Baden-Württemberg, die das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung (ZSW) im Auftrag des Umweltministeriums errechnet hat, sind für Burger daher nicht überraschend. „Wir müssen beim Ausbau der Photovoltaik weiter Gas geben, ohne aber die Windkraft zu vernachlässigen“, sagt Burger.

In seiner aktuellen Broschüre, die dem SÜDKURIER vorliegt, schreibt das ZSW, dass im Südwesten im vergangenen Jahr 800 Megawatt (MW) Leistung durch Sonnenenergie hinzugebaut werden konnten. Das ist ein Plus von 180 MW gegenüber 2021 und entspricht einem Anteil von 14,4 Prozent an der Bruttostromerzeugung in Baden-Württemberg. Insgesamt sind im Land nun 7,9 Gigawatt Leistung (GW) installiert. Zum Vergleich: ganz Deutschland kommt auf knapp 67 GW, nachdem 2022 6,1 GW neu hingekommen sind – das war der höchste Photovoltaik-Zubau seit 2013. „Da sind wir auf einem guten Weg“, sagt Burger. Aber wenn er auf die Windkraft zu sprechen kommt, atmet er schwer durchs Telefon. „Da muss im Land viel mehr passieren, da gehört Baden-Württemberg deutschlandweit zu den Schlusslichtern.“

Bodenseekreis: Hier werden Strom und Äpfel geerntet

Bilder links und unten stammen aus Tagung Photovoltaik gemeinsam mit der Landwirtschaft umsetzen - Markdorf 20.04.2023 

30.05.2023  hier im Südkurier


Wie toll wäre das? Eine Technologie, mit der hunderttausende Menschen am Bodensee mit Energie versorgt werden könnten. Klimaneutral und ohne jeglichen Flächenfraß. Tatsächlich wird an so einem Konzept seit über einem Jahr geforscht – und schon Strom produziert: Gemeint ist die sogenannte Agri-Photovoltaik (Agri-PV).

Montag, 29. Mai 2023

Endlich: Ein Abschnitt der Stromtrasse wird gebaut

 26.05.2023  hier im Südkurier

Baustart für die Energiewende im Südwesten

 Seit Jahren ziehen sich Planung und Bau der wichtigen Stromtrassen vom Norden in den Süden in die Länge. Nun hat der Netzbetreiber TransnetBW erstmals grünes Licht bekommen für den Baustart eines Suedlink-Abschnitts. Die nun genehmigte 17 Kilometer lange Trasse erstreckt sich von Bad Friedrichshall bis nach Leingarten bei Heilbronn. Die Bundesnetzagentur hat nach eigenen Angaben ein entsprechendes Planfeststellungsverfahren abgeschlossen.

Die insgesamt rund 700 Kilometer lange Trasse, die vom schleswig-holsteinischen Brunsbüttel nach Leingarten-Großgartach bei Heilbronn führt, sollte eigentlich schon im vergangenen Jahr fertiggestellt sein. Dann wurde zunächst auf 2026 verzögert, zuletzt war 2028 im Gespräch. Suedlink ist eine von mehreren geplanten Stromautobahnen, die das Rückgrat der Energiewende in Deutschland werden sollen. Sie sollen im windreichen Norden Deutschlands produzierten grünen Strom in den Süden transportieren.

Donnerstag, 19. Mai 2022

BODENSEEKREIS: Photovoltaik statt Hagelschutznetze

 Als einen „Pioniertag“ bezeichnete Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Einweihung einer sogenannten Agri-Photovoltaikanlage in Kressbronn. In den Obstplantagen eines Landwirts ersetzen auf einer Fläche von 0,4 Hektar nun Solarpanele die bislang verwendeten Hagelschutznetze. Das Forschungsvorhaben des Fraunhofer-Instituts und des Landes soll in den kommenden Jahren flächendeckend in der Region umgesetzt werden. 


15.05.2022  |  VON BENJAMIN SCHMIDT BENJAMIN.SCHMIDT@SUEDKURIER.DE  hier

Solar-Panels statt Hagelschutznetze

...Klar ist schon jetzt: Seit Kurzem ersetzen Solarpanels auf 0,4 Hektar Fläche die sonst üblichen Hagelschutznetze auf Bauer Bernhards Hof. Der Fachbegriff hierfür lautet Agri-Fotovoltaik. Energieerzeugung und Landwirtschaft sollen also Hand in Hand gehen. Über Apfelbäumen wurden die Zellen angebracht – und sie liefern bereits Strom für 65 Haushalte. Das Ganze ist Teil eines Forschungsprojekts, das Land Baden-Württemberg mit 2,5 Millionen Euro fördert. An fünf Standorten, darunter Kressbronn und Ravensburg, werden in den kommenden Jahren solche Anlagen erprobt.

Dienstag, 17. Mai 2022

Kretschmann: „Jeder muss jetzt einfach aufwachen“ - dann können wir als Gesellschaft gewinnen

 16.05.2022  hier im Südkurier, Auszüge

.....Kommen wir zur Landespolitik. Sie haben dieser Tage gesagt, dass Sie als Ministerpräsident mit Ihrer Bilanz nicht zufrieden sind, was die aktuelle Legislatur betrifft. Warum eigentlich nicht?

Das habe ich nur in Bezug auf die Beschleunigung der Genehmigungsverfahren bei der Windkraft gesagt – das ist ein dickes Brett. Ansonsten bin ich zufrieden.
Wir haben
das ehrgeizigste Klimaschutzgesetz der Republik beschlossen.
Im Land kommt auf jeden Neubau eine Solaranlage .
(Anmerkung:l eider mit zu vielen Ausnahmen wird allgemein bemängelt, z.B. beim Neubau Hymer in Bad Waldsee)
Wir treiben systematisch Schlüsseltechnologien wie Künstliche Intelligenz, Wasserstoff- und Batterietechnologien voran, um unseren Wohlstand und Arbeitsplätze zu sichern. Und nie zuvor wurde im Land so viel in die Förderung von bezahlbarem Wohnraum investiert.

Welche Ziele haben Sie sich für den Rest Ihrer Amtszeit denn vorgenommen?

Das Wichtigste ist, dass wir die Energiewende und den ökologischen Umbau der Wirtschaft hinbekommen. Das ist das prioritäre Ziel – aus Gründen des Klimaschutzes, aber auch, um unsere Abhängigkeiten zu verringern. Darum kümmere ich mich zur Zeit hauptsächlich, nachdem Corona gerade zum Glück in den Hintergrund gerät. Wir machen das mit unglaublich viel Dampf und Energie, um schneller voranzukommen.

Sonntag, 24. April 2022

Großer Solarpark bei Aulendorf geplant

 Schwäbische Zeitung hier  Karin Kiesel

Auf 40 Hektar soll Sonnenstrom erzeugt werden

Der Landkreis Ravensburg will „Solarlandkreis Nummer eins“ in Baden-Württemberg werden. Was hat sich seit der öffentlichen Verkündung dieses Ziel vor einem Jahr bisher getan? Die „Schwäbische Zeitung“ hat bei der Energieagentur Ravensburg nachgefragt.
Deren Fazit: Es hat sich bereits einiges bewegt, doch es ist noch viel Luft nach oben. Derweil könnte ein neu geplanter 40 Hektar großer Solarpark bei Aulendorf für einen Sprung sorgen.

Solarpflicht in Baden-Württemberg bietet große Potenziale

t-online hier    23.04.2022 | dpa

Die Photovoltaik-Pflicht für alle neuen Wohngebäude ab dem 1. Mai hat große Potenziale für die Erzeugung von grünem Strom und für den Klimaschutz. Das geht aus Berechnungen des Energieversorgers Eon und des Thinktanks Energy Brainpool hervor.

Bei konstanter Bautätigkeit könnten diese Solaranlagen demnach in den kommenden 15 Jahren mehr als 8,7 Terrawattstunden grünen Strom erzeugen und so insgesamt 4,9 Millionen Tonnen CO2 sparen. Die in den 15 Jahren errichteten Solaranlagen würden laut der Berechnung im Jahr 2036 schließlich rund 1,2 Terrawattstunden Strom erzeugen, womit sich im Durchschnitt der Jahresstrombedarf von 480.000 Privathaushalten decken ließe.

Wer im Südwesten ein neues Haus bauen will, muss ab dem 1. Mai eine Solaranlage auf seinem Dach installieren lassen. Die Neuerung ist Teil des Klimaschutzgesetzes, das der Landtag im Herbst des vergangenen Jahres beschlossen hatte.

Montag, 20. Dezember 2021

BW: Erste Ergebnisse zur Beschleunigung des Ausbaus erneuerbarer Energien

 hier von der offiziellen Seite Baden-Württemberg.de

  1. Durch einen gestrafften Genehmigungsprozess soll eine Zeitersparnis um bis zu 50 Prozent erreicht werden – vom Einreichen der Unterlagen bis zur vollständigen Genehmigung.
  2. Eine Zeitersparnis soll auch das Abschaffen des Widerspruchsverfahrens bringen, das in den weitaus meisten Fällen funktionslos ist.
  3. Als ein erstes Ergebnis hat ForstBW fünf Flächen identifiziert, auf denen künftig bis zu 90 neue Windräder gebaut werden sollen
  4. Neben der Vergabeoffensive im Staatswald sollen auch die Landschaftsschutzgebiete für den Bau von Anlagen geöffnet werden. Dafür bedarf es einer Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes 
  5. Das im novellierten Klimaschutzgesetz festgehaltene Zwei-Prozent-Flächenziel soll so schnell wie möglich umgesetzt werden.

Samstag, 18. Dezember 2021

Kreis Ravensburg: Klimaprojekt soll Hagelnetze durch Solaranlagen ersetzen

Schwäbische Zeitung hier  von Philipp Richter

In der Region Bodensee-Oberschwaben wird es zwei Modellprojekte im Klimaschutz geben. Im Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee (KOB) in Bavendorf und dem Obsthof Bernhard in Kressbronn werden zwei sogenannte Agriphotovolataikanlagen aufgebaut, die die Hagelnetze über Obstplantagen ersetzen und gleichzeitig Strom produzieren sollen.

Erweist sich der Versuch als erfolgreich, möchte der Regionalverband Bodensee-Oberschwaben damit im neuen Teilregionalplan Erneuerbare Energien fest planen. Der Regionalverband hat aber noch mehr vor in Sachen Klimaschutz. Und es gibt noch einige offene Fragen.

Die Sitzung der Regionalversammlung im Kultur- und Kongresszentrum in Weingarten am Freitag war die letzte in diesem Jahr, sollte aber in Sachen Klimaschutz Aufbruchstimmung erzeugen. Das machte der neue Regionalverbandsdirektor Wolfgang Heine klar, der im November die Nachfolge von Wilfried Franke angetreten hat. Als die vier Hauptthemen im kommenden Jahr sieht Heine die Energiewende, den Klimaschutz, die Biodiversität und die Verkehrswende.

Anmerkung: Wie schön, dass jetzt an diese Themen gedacht wird, nachdem die Baugebiete sicher durchgewinkt wurden ! Auch mit der Verkehrswende hat man es bisher  nicht so ernst genommen, Kritiker bemängelten stets, dass zwar groß Mundig davon geredet wurde, die beantragten Straßen weiterhin aber eindeutig im Vordergrund standen. Der Verdacht liegt nahe: jetzt wo das aus konservativer  Regionalverbands-Sicht vermeintlich  "Wichtigste" durch ist, jetzt kann man sich noch bisschen mit dem Klima beschäftigen......
Und man kann sogar an die äußerst wichtigen Frischluftschneisen denken -  in der Fortschreibung war man  an verschiedenen Stellen nicht so zimperlich, solange es um Baugebiete ging.

Am Freitag beschloss der RVBO zudem einstimmig, dass die Region beim von der EU geförderten Projekt „LIFE Regional C³“ teilnimmt. Das Projekt ist an der Universität Freiburg angesiedelt und soll die Auswirkungen des Klimawandels auf die Kommunen in der Region analysieren.

Das Projekt wird zu 60 Prozent von der EU finanziert. Den Rest trägt die Region mit 28 000 Euro pro Jahr. Der Projektzeitraum erstreckt sich von 2023 bis 2027.