Schwäbische Zeitung hier von Philipp Richter
In der Region Bodensee-Oberschwaben wird es zwei Modellprojekte im
Klimaschutz geben. Im Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee (KOB) in Bavendorf und
dem Obsthof Bernhard in Kressbronn werden zwei sogenannte
Agriphotovolataikanlagen aufgebaut, die die Hagelnetze über
Obstplantagen ersetzen und gleichzeitig Strom produzieren sollen.
Erweist
sich der Versuch als erfolgreich, möchte der Regionalverband
Bodensee-Oberschwaben damit im neuen Teilregionalplan Erneuerbare
Energien fest planen. Der Regionalverband hat aber noch mehr vor in
Sachen Klimaschutz. Und es gibt noch einige offene Fragen.
Die
Sitzung der Regionalversammlung im Kultur- und Kongresszentrum in
Weingarten am Freitag war die letzte in diesem Jahr, sollte aber in
Sachen Klimaschutz Aufbruchstimmung erzeugen. Das machte der neue
Regionalverbandsdirektor Wolfgang Heine
klar, der im November die Nachfolge von Wilfried Franke angetreten hat.
Als die vier Hauptthemen im kommenden Jahr sieht Heine die
Energiewende, den Klimaschutz, die Biodiversität und die Verkehrswende.
Anmerkung: Wie schön, dass jetzt an diese Themen gedacht wird, nachdem die Baugebiete sicher durchgewinkt wurden ! Auch mit der Verkehrswende hat man es bisher nicht so ernst genommen, Kritiker bemängelten stets, dass zwar groß Mundig davon geredet wurde, die beantragten Straßen weiterhin aber eindeutig im Vordergrund standen. Der Verdacht liegt nahe: jetzt wo das aus konservativer Regionalverbands-Sicht vermeintlich "Wichtigste" durch ist, jetzt kann man sich noch bisschen mit dem Klima beschäftigen......
Und man kann sogar an die äußerst wichtigen Frischluftschneisen denken - in der Fortschreibung war man an verschiedenen Stellen nicht so zimperlich, solange es um Baugebiete ging.
Am Freitag beschloss der RVBO zudem einstimmig, dass die Region beim von
der EU geförderten Projekt „LIFE Regional C³“ teilnimmt. Das Projekt
ist an der Universität Freiburg angesiedelt und soll die Auswirkungen
des Klimawandels auf die Kommunen in der Region analysieren.
Das Projekt wird zu 60 Prozent von der EU finanziert. Den Rest trägt die
Region mit 28 000 Euro pro Jahr. Der Projektzeitraum erstreckt sich von
2023 bis 2027.