Jedes Zögern in der EU bedeutet für die deutschen Hersteller geringere Skaleneffekte, den Verlust von Exportchancen und eine wachsende Abhängigkeit von denjenigen, die entschlossener handeln.
Die 3 Kreise Ravensburg, Sigmaringen und Bodenseekreis haben trotz lauter Proteste keinen zukunftsfähigen Regionalplan bekommen. Wo steht Deutschland, Baden-Württemberg und seine Kommunen aktuell beim Klimaschutz? Welche Möglichkeiten gibt es und wo gibt es Anregungen, die übernommen werden könnten?
WWF Deutschland LinkedIn
Die Einigung im #Koalitionsausschuss zum Verbrenner-Aus ist ein herber Rückschlag für den Klimaschutz und die Wettbewerbsfähigkeit unserer Automobilindustrie!
Schwarz-Rot hat sich darauf geeinigt, sich bei der EU-Kommission für eine Zulassung neuer fossiler Verbrenner auch nach 2035 einzusetzen. Demnach sollen auch Übergangstechnologien wie „hocheffiziente Verbrenner“ neu auf die Straße kommen.
ZDF hier
Eine Abrechnung mit den Klimamaßnahmen der Regierung im Heute-Journal von Harald Lesch:
ab 17:48.
Ingwar Perowanowitsch LinkedIn
Ich glaube nur in Deutschland ist es möglich, dass eine solche Wundertechnologie wie die Wärmepumpe, die aus 1 kWh Strom bis zu 4,5 kWh Wärme erzeugt, Energie aus der Luft gewinnt, bei -20°C noch funktioniert und sich in vielen Ländern längst bewährt hat, als grüne Ideologie bezeichnet wird und eine Regierungspartei weiter lautstark Technologieoffenheit fordert, weil man ja nicht wisse, was sich am Ende durchsetzen werde.
Wie sagt Harald Lesch: „Die Wärmepumpe ist das Beste was die Physik anzubieten hat“. Zum Glück erkennen das immer mehr Menschen und bauen sich in Rekordtempo Wärmepumpen ein, womit sie 2025 erstmals die beliebteste Heizung der Deutschen sein wird. Das sind tolle Nachrichten, fürs Klima und einfach dafür, dass sich am Ende die Vernunft immer durchsetzen wird.
Technologieoffenheit war das Kampfwort schlechthin gegen die Ampelregierung - obwohl Technologieoffenheit stets gegeben war. So ähnlich ging das mit dem - nicht vorhandenen- "Heizungsverbot", dem -nicht vorhandenen- "Verbrennerverbot" und dem -nicht vorhandenen Söder`schen- "Fleischverbot".
Doch nun müssen deutsche Firmen sich bei der EU beschweren, weil Technologieoffenheit für milliardenschwere Subventionen in eben den Koalitionsplänen nicht gegeben ist. Und die Gaslobby läuft auch schon Sturm gegen das Technologieoffene Gebäudeenergiegesetz - Na sowas!
photovoltaik.eu auf LinkedIn
Green Planet Energy legt Beschwerde gegen Subventionen für Gaskraftwerke ein. Die Subventionen für fossile Gaskraftwerke verstoßen nach Ansicht der Energiegenossenschaft gegen europäisches Wettbewerbsrecht und geltende EU-Leitlinien. Zudem werden sie zur Belastung für die deutschen Stromverbraucher.
Sönke Tangermann, Green Planet Energy eG
Foto: © Trianel
hier Handelsblatt Markus Fasse 08.01.2025
Neue E-Autos: Die deutsche Autoindustrie hofft auf die Wende
Investitionen in neue Elektrofahrzeuge, Konjunkturflaute, Zölle: 2025 wird das nächste Schicksalsjahr für die deutsche Autoindustrie. Wo es einen Hoffnungsschimmer gibt.
Spiegel / Der Rationalist Eine Kolumne von Christian Stöcker 07.07.2024 hier
Innovationsdilemma: Ein 27 Jahre altes Buch erklärt, was bei uns schiefläuftEuropas Konservative überbieten einander mit Liebeserklärungen an sterbende Technologien. Ein Wirtschaftsbestseller aus den Neunzigerjahren verrät, was da vor sich geht. Es verheißt nichts Gutes.
Spiegel hier Eine Kolumne von Christian Stöcker 01.04.2023
Hunderte Fachleute und Elon Musk fordern eine Entwicklungspause für künstliche Intelligenz. Einige davon fürchten ein negatives Wunder, das die Menschheit ausrotten könnte. Viel gefährlicher aber ist ein anderer Glaube.
....Yudkowsky und Gleichgesinnte – von denen es mehr gibt, als man denken würde – glauben also daran, dass wir versehentlich einen Gott erschaffen werden, der uns anschließend auslöscht. Man muss an dieses Szenario nicht glauben, um den Unterzeichnern des offenen Briefs in der Sache dennoch zuzustimmen: Die unkontrollierte, unregulierte und rasante Entwicklung von KI-Systemen bräuchte dringend demokratische Kontrolle. Und zwar schnell, denn die Entwicklung ist nun einmal exponentiell. Dazu muss man nicht an Wunder glauben.
Der andere Wunderglaube ist gefährlicher
Der andere Bereich, in dem im Moment ständig Wunder herbeigeredet werden, ist die Bekämpfung der Klimakrise. Hier allerdings mit anderen Vorzeichen. Gerade hierzulande werden derzeit ständig Luftschlösser gebaut, mit dem durchsichtigen Ziel, möglichst wenig gegen die Klimakrise zu unternehmen.
Zur Liste dieser Wunder gehören:
Die magische Vermehrung des grünen Wasserstoffs
Die magische Vermehrung von E-Fuels
Die magische Entfernung von CO₂ aus der Luft
Die magische Energiequelle Kernfusion
Dieser – anders als beim Thema KI – rückhaltlos technikoptimistische Wunderglaube ist viel gefährlicher als »Erwachende, strafende Götter«-Szenarien. Er dient nämlich dem Zweck, echtes Handeln zu verhindern zu verzögern, die Bevölkerung zum Wohle der Fossilbranchen in falscher Sicherheit zu wiegen.
Focus hier 02.03.2023
Jetzt zieht die
Fünf-bis-sieben-Prozent-Partei FDP blank. In ihrer Profilierungsnot nach der
Serie von Wahlniederlagen marschiert sie sogar gegen Europa, genauer gegen die
EU. Der massive Schaden fürs Klima, das auf der Kippe steht, scheint ihr egal.
Erst kommt die Partei, dann der Rest, und sei der noch so groß.
Schon kommenden Dienstag sollen die EU-Mitgliedsstaaten über die neuen
strengen Klimaauflagen für neue Autos abstimmen. Die Regeln waren zwischen den
Staaten längst verhandelt. Die Zustimmung schien nur noch Formsache: Nach 2035
dürfen keine neuen Autos mit Verbrennungsmotor verkauft werden.
Jetzt will die FDP als mit
Abstand kleinste Ampelpartei die Bundesregierung zwingen, am Dienstag in Brüssel dieser – noch einmal: längst
ausgehandelten – Neuregelung doch nicht zuzustimmen. Damit wäre das
Verbrenner-Aus möglicherweise gescheitert.
Die FDP als politische Geisterfahrer
hier in der Zeit Von Nils Markwardt 3. Februar 2023
Ihre Hoffnung auf eine bessere Zukunft legen viele Menschen nur noch in technische Erfindungen. Dabei schaffen die oft keine neue Welt, sondern erhalten die alte.
In der Serie "Politisch motiviert" ergründen unsere Autorinnen und Autoren politische Themen der Woche. Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 05/2023.
Dass die Welt absehbar zu einem angenehmeren Ort wird, mag kaum noch jemand glauben. Dafür läuft das Klima zu heiß, kommen die Kriege zu nah, drehen sich die alltäglichen Hamsterräder zu schnell. Nur in einem gesellschaftlichen Bereich hat sich die utopische Energie gehalten: Technologie. Ob Kernfusion, Elektromobilität oder künstliche Intelligenz – hier ist das Neue für viele noch Verheißung, eine potenzielle Lösung zivilisatorischer Probleme.
Technologie ist seit je der Dynamo moderner Fortschrittsversprechen. Von Henry Fords Traum des totalen Individualverkehrs über Lenins Diktum vom Kommunismus als "Sowjetmacht plus Elektrifizierung" bis zu Elon Musks Vision eines dekarbonisierten Kapitalismus. Auf den zweiten Blick allerdings erstaunt diese technologische Erlösungssehnsucht. Denn in Wahrheit schaffen bahnbrechende Erfindungen oft gerade keine neue Welt, sondern erhalten die alte.
Zugespitzter: Technologie ist konservativ.
WiWo hier Kommentar von Stefan Hajek 06. Februar 2023
Hinter dem Ruf nach „Technologieoffenheit“ steckt etwas ganz anderes
Politiker missbrauchen den Begriff Technologieoffenheit. Was eigentlich eine Tugend ist, wird zur Nebelkerze und torpediert so nötige Veränderungen. Ein Kommentar.
Technologieoffenheit, ein sperriger Begriff, den bis vor Kurzem fast nur Ingenieure und Forscher kannten, fällt zurzeit in jeder Talk Show. Am Sonntag zieh Markus Söder (CSU) Kanzler Olaf Scholz der mangelnden Technologieoffenheit und „puren Ideologie“, weil dieser am Atomausstieg festhält. CDU-Chef Friedrich Merz kommt in keiner Rede mehr ohne den Begriff aus. Und was soll auch falsch sein daran, in Zeiten rascher technischer Umbrüche ideologiefrei und offen nach allen Seiten zu blicken?
Politiker nutzen die Forderung meist, um einen aktuellen politischen Beschluss oder technischen Konsens anzugreifen, etwa den Ausbau der erneuerbaren Energien. Sie unterstellen, bald gebe es etwas viel Besseres; das bekomme aber keine echte Chance, weil „Ideologen“ es blockierten. Synthetische Kraftstoffe etwa, die besser seien als E-Autos, und neue Atomkraftwerke, die viel stabiler liefen als der Zappelstrom aus Wind und Solar. In zehn Jahren habe man Kernfusion, meint Forschungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP). Eine tolle Technologie, mit billigem Strom im Überfluss, ohne Atommüll, GAU-Gefahr und CO2.
Das Problem: Sobald es konkret wird, entpuppt sich diese Darstellung fast immer als unseriös oder naiv.
In der Nutzung zukunftsfähiger Energietechnologien steckt ein riesiges wirtschaftliches Potenzial. Die Ökonomin Veronika Grimm ist der Meinung: Deutschland kann und sollte das nutzen. Und zwar möglichst schnell.
"Man darf nicht verschweigen, dass die Industrie teilweise versucht hat, diesen Strukturwandel aufzuhalten. Das kann sich nun rächen, wenn entscheidende Komponenten für eine klimafreundlichere Wirtschaft nicht aus Europa kommen", sagte Grimm der Deutschen Presse-Agentur.
Auch die Politik habe ihren Anteil an diesem Problem. "Die Strukturen haben dies begünstigt. Die Politik hat zum Beispiel bereitwillig immer wieder die Produktion von Verbrennermotoren gestützt und dadurch den Druck, Veränderungen anzustoßen, gering gehalten", sagte Grimm. "Man hat zu kurzfristig gedacht und Bestandserhaltung betrieben. Das hat sich ex post als nicht klug herausgestellt", betonte die Wirtschaftsweise.
Im Verkehr sei es bisher nicht gelungen, seit 1990 die CO2-Emissionen zu reduzieren. Durch die Verschärfung der Klimaziele in der EU und in Deutschland entstehe nun ein erheblicher Handlungsdruck, schon mit Blick auf das Jahr 2030. "Gerade im Verkehr stehen wir vor großen Herausforderungen, zehn Jahre sind bezogen auf die Fahrzeugflotte eigentlich gar nichts", betonte Grimm.
Man müsse aber auch immer bedenken, dass politische Entscheidungen eine gesellschaftliche Akzeptanz erfahren müssen. Nicht zuletzt die Klimabewegung der vergangenen Jahre habe einen Paradigmenwechsel möglich gemacht. Der Klimaschutz biete große industriepolitische Chancen und berge erhebliches Wachstumspotenzial.
"Das bedeutet, dass wir uns nun auch wirklich konsequent in Richtung Zukunftstechnologien bewegen müssen", sagte Grimm. Besonders erfreulich sei, dass die Bundesregierung in ihren Corona-Hilfspaketen Investitionen für den Klimaschutz auch in der Krise möglich gemacht habe. "Das Geld, das auf dem Tisch liegt, müssen wir jetzt nutzen, um den Wandel hin zu klimaneutralen Technologien stark zu beschleunigen und insbesondere privates Kapital zu mobilisieren", sagte die Wirtschaftswissenschaftlerin. Sie gehört seit April dem Sachverständigenrat Wirtschaft an, dem wichtigsten wirtschaftspolitischen Beratergremium der Bundesregierung.