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Donnerstag, 5. September 2024

Alte B 30 könnte doch noch zum Radschnellweg in Weingarten werden

Schwäbische Zeitung hier 04.09.2024, Von: Lea Dillmann

Die Trasse für den geplanten Radschnellweg ist in Weingarten sehr umstritten. Eigentlich hatte sich der Weingartener Gemeinderat bereits für eine andere Radschnellweg-Route durch die Stadt entschieden. Doch das Land möchte auch mitreden.

Die alte Bundesstraße 30, die mitten durch Weingarten führt, könnte doch noch zur Route des Radschnellwegs werden. Dieser soll Baindt mit Friedrichshafen verbinden. Die finale Entscheidung ist noch nicht gefallen, wie Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann bei seinem Besuch am Dienstag im Schussental deutlich machte.

Dabei hatte sich der Weingartener Gemeinderat in diesem Jahr ganz knapp für eine andere Variante entschieden und zwar die, die nicht mitten durch, sondern am Schulzentrum und westlich der Stadt entlang führt. Im Herbst soll in Gesprächen zwischen Stadtverwaltung und Regierungspräsidium nochmals abgewogen werden, welche Linie es am Ende werden soll.

Minister hält die Weingartener Etappe für einen Umweg

Freitag, 3. Mai 2024

Leserbrief: „Entsprach nicht meinem Verständnis von Demokratie“

Zu „Radweg sorgt bei Radlern für Entsetzen“:

Am internationalen Tag gegen Rassismus am 21. März war ich der Veranstalter der Großdemonstration „Das Schussental steht auf“, da unsere Demokratie derzeit von vielen Seiten angegriffen wird, vor allem von rechtsradikalen Kräften wie der AfD. Ich erhielt großflächige Unterstützung der Stadt Weingarten, Oberbürgermeister Moll sprach auf der Bühne von den Anstrengungen, die wir alle unternehmen müssen, um unsere freiheitliche Demokratie zu schützen und zu stärken.

Als ich gerade einen Monat später am 22. April die Gemeinderatssitzung besuchte, in der über die Trassenführung des Radschnellweges R S9 entschieden wurde, fiel ich aus allen Wolken. Was dort abging, entsprach nicht meinem Verständnis von Demokratie. OB Moll verhöhnte gleich zu Beginn das fachlich gut fundierte Forderungspapier der verfassten Studierendenschaft, er baute die ganze Sitzung massiv Druck auf, sodass letztlich die aus Sicht der Radfahrer*innen äußerst ungünstige Variante drei mehrheitlich, aber mit einer Stimme Unterschied denkbar knapp, beschlossen wurde.

Vorausgegangen war das „Abwürgen“ mindestens zweier Redebeiträge von Gemeinderäten durch einen sogenannten Schlussantrag, den Gemeinderat Pfau (CDU) gestellt hat und der auch ganz knapp angenommen wurde. Bei so einer knappen und wichtigen Entscheidung ein unvorstellbar undemokratisches Vorgehen. Dass der Jugendgemeinderat kurz angehört und dessen Argumente danach komplett ignoriert wurden, spricht weiterhin für das fehlende Demokratieverständnis einiger Gemeinderäte. So muss man sich nicht wundern, wenn letztlich Wähler*innen zur AfD oder anderen Protestparteien abwandern.

Achim Engert, Ravensburg


Samstag, 27. April 2024

Demo: SUV Attrappen kriechen über Hauptstraßen im Schussental

Pressemitteilung vom 25.4.2024

Als Reaktion auf den umstrittenen Vorstoß des Weingartner Gemeindrates für die abgelegene Version des viel diskutierten Radschnellwegs gibt es am Samstag, den 27.4. ab 15:00 Uhr eine Demonstration für eine sozial gerechte Verkehrswende im Schussental. 

Die Radfahrer*innen kritisieren, dass der Ausbau der "sicheren Radverkehrsachse fürs Schussental" damit blockiert werde, dass Weingarten die Streckenführung außerhalb der Hauptverkehrsachse bauen will. Kern der Demo sind fünf auffällig bebannerte "Gehzeuge" - das sind Holzgestelle, die von je einer Person getragen werden und etwa die Größe eines SUVs haben.


Freitag, 26. April 2024

Kritik an Entscheidung zu Radschnellweg in Weingarten

SWR  hier   26.4.2024  zum Anhören

Gemeinderat lehnte Strecke durch Stadt ab

Nach der knappen Entscheidung des Weingartener Gemeinderats, dass ein Radschnellweg nicht durch die Innenstadt sondern über einen Umweg führen soll, gibt es scharfe Kritik von Grünen und Klimaaktivisten.

Weingarten vergibt große Chance

Die grünen Fraktionen Weingarten, Baienfurt, Baindt und Ravensburg sind enttäuscht über die äußerst knappe Entscheidung des Gemeinderats in Weingarten, den Radschnellweg über einen Umweg auf der Variante 3 (L313 bis 14 Nothelfer, St Konrad-Straße, Brechenmacherstraße, Daimlerstraße, Lägerlestraße, Waldseer Straße bis Baienfurt) zu führen – anstatt durchgängig auf der B30 alt.

Ein Radschnellweg durch den urbanen Raum hat die Aufgabe, die Städte und Gemeinden entlang der Route von Baindt nach Friedrichshafen bestmöglich auf direktem Weg zu verbinden. 

Im Gemeindeverband Mittleres Schussental wurde der Klimamobilitätsplan mit großer Mehrheit aller Fraktionen verabschiedet mit der Zielsetzung, die Verkehrswende im Schussental zu gestalten. Der RS9 spielt hierbei die zentrale Rolle und soll die einzelnen Kommunen auf direktem Weg verbinden.

Dienstag, 23. April 2024

Update: Umstrittene Trasse des Radschnellweges


 Kommentar vom KlimaCamp nach der Entscheidung:

Gerade die Entscheidung von vergangenem Montag über den Radschnellweg in Weingarten, hat gezeigt: das Verlangen nach einer guten Verkehrswende, bei der die Alternativen zum Auto so attraktiv gemacht werden, dass das Auto keine Option mehr ist, sind noch nicht bei den entscheidenden Personen angekommen.

Es ist sehr bedauerlich, dass die älteren Freizeitradler, die in Weingarten im Gemeinderat sinnvolle Entscheidungen blockieren, nicht über ihre eigene Lebensrealität hinausschauen möchten. Sie planen einen von den Hauptvekehrsachsen abgelegenen Freizeit- und Tourismus-Radweg, statt einer Verkehrswende-Achse.

Freitag, 21. Juli 2023

Weingarten: Einige Räte lehnen den Klimamobilitätsplan ab

hier   Schwäbische Zeitung

Weingartener Stadträte kritisieren Radschnellweg und Konzeptlosigkeit am gemeindeübergreifenden Projekt

Der Klimamobilitätsplan wird im Gemeinderat von Weingarten immer wieder kontrovers diskutiert. Zuletzt ging es darum, dem Entwurf zuzustimmen und den Plan öffentlich auszulegen.

14 Gemeinderäte - und damit die Mehrheit - stimmten dem zu, allerdings sprachen sich immerhin acht Stimmen dagegen aus. Es gab zwei Enthaltungen.

Montag, 24. April 2023

29 Kilometer Radschnellweg: Linienführung für den Bodenseekreis ist beschlossen

Schwäbische Zeitung hier  22.04.2023  Alexander Tutschner

Im Planungsprozess für die Radschnellverbindung zwischen Baindt und Friedrichshafen (RS9) hat der Bodenseekreis eine weitere Hürde genommen: Der Kreistagsausschuss für Umwelt und Technik (AUT) hat eine ausgearbeitete Linienführung für den eigenen Zuständigkeitsbereich einstimmig bestätigt.

Ob die 29 Kilometer lange Rad–Autobahn wirklich kommt, und wann sie realisiert wird, ist aber noch nicht klar.

Der Bodenseekreis ist in dem Projekt verantwortlich für den Abschnitt zwischen der Kreisgrenze nach Ravensburg und der Stadt Friedrichshafen im Bereich des Flughafens, wie Tobias Gähr, der Leiter des Straßenbauamtes erklärte.

Grundsätzlich gehe es bei dem Projekt darum, ein attraktives Angebot für Pendler zu schaffen in Form von Radwegen, die höhere Standards haben als gewöhnlich. Unter Federführung des Regionalverbands haben zwei Büros für die Strecke eine Linienführung ausgearbeitet.

Meckenbeuren stimmt zu

Vom Knotenpunkt B30/K7719 an der Kreisgrenze führt die Linie entlang der B30 bis Meckenbeuren über Kehlen weiter bis zum Dorniermuseum in Friedrichshafen.

Vor allem bei der Ortsdurchfahrt Meckenbeuren gestaltete sich der Prozess zwischenzeitlich schwierig. Mittlerweile hat laut Verwaltung auch der Gemeinderat von Meckenbeuren der Vorzugslinie zugestimmt. Diese soll jetzt Grundlage für die weiteren Planungen sein.....

Samstag, 24. Dezember 2022

Radschnellweg Weingarten: „Stadtplan statt Landkarte“

Leserbrief in der Schwäbischen Zeitung

Zu „Beim Radschnellweg gehen die Meinungen auseinander“ vom 14. Dezember:

Die meisten Wege, egal ob mit dem Auto, zu Fuß oder mit dem Fahrrad, werden im Alltag zurückgelegt, also ganz konkret, um zur Arbeit oder in die Schule und wieder nach Hause zu fahren oder um Einkäufe und andere Dinge zu erledigen. So sind laut MiD-Bericht 2017 (BMDV) fast die Hälfte aller Autofahrten kürzer als fünf Kilometer (sic!) - auch in den Mittelstädten.

Nach anderen Schätzungen (ADFC) - und auch aus meiner Erfahrung - ist das Fahrrad (auch ohne „E“) auf diesen Entfernungen im zeitlichen Vorteil, wenn man nicht nur die Fahrt, sondern fairerweise auch die Parkplatzsuche und die Fußwege vom Parkplatz zum Zielort berücksichtigt.

Was bedeuten diese Angaben für den Verlauf des sogenannten Radschnellwegs? Mit diesem Radweg müssen die Orte miteinander verbunden werden, an denen Menschen wohnen, arbeiten, einkaufen etc.! Oder wie der ADAC (sic!) es nennt: „Anzulegen sind sie […] in Ballungsräumen mit mehreren Oberzentren auch als Stadt-Stadt-Verbindung.“

Dazu reicht ein Blick auf den Stadtplan. Aus einer anderen Perspektive sind natürlich auch touristische Radstrecken zum Beispiel entlang der Schussen wünschenswert. Aber im Fall des Radschnellwegs vermisse ich die Anwohnerinnen und Anwohner und Unternehmen, aber vor allem die Einzelhändler, die mit lauter Stimme einen wohnortnahen Verlauf einfordern.

Nur so können Fahrten mit dem Auto vermieden werden! Im Hinblick auf lebendige und lebenswerte Ortschaften im Schussental!

Markus Klauser, Weingarten

Montag, 25. Oktober 2021

"Stadt will Verkehrskonzept auf Kopf stellen"

Schwäbische Zeitung  hier   Von Annette Vincenz, Auszüge in blau

Vision: Ravensburger Altstadt und Bahnstadt sollen zusammenwachsen

Umweltausschuss billigt weitere Verkehrsplanung - Gemeinderat berät am Montag

Die Stadt Ravensburg will den innerstädtischen Verkehr völlig umkrempeln. Ziel ist eine klimafreundlichere Stadt, in der Fußgänger, Radfahrer und ÖPNV-Nutzer gleichberechtigt mit Autofahrern sind. Der Umweltausschuss teilt diese Vision im Grundsatz und beauftragte die Verwaltung, weitere Planungen inklusive eines Modellversuchs in Angriff zu nehmen. Allerdings muss am Montag auch noch der Gemeinderat grünes Licht geben.

Unter dem Oberbegriff „Klima Mobil“ sind zahlreiche Maßnahmen geplant. Die Verlegung der Buslinie 3 weg vom südlichen Marienplatz hin in den Hirschgraben ist bereits durch - sie hat allerdings gerade bei älteren und gehbehinderten Menschen keine Begeisterungsstürme ausgelöst. Weitere, teils gravierende Änderungen stehen an. So soll beispielsweise die Einbahnstraßenregelung in Karlstraße und Georgstraße aufgehoben werden. Ursprünglich, so erläuterte Baubürgermeister Dirk Bastin im Gemeinderat, war diese Regelung Ersatz für den Durchgangsverkehr auf dem Marienplatz.

Mit der Fertigstellung der Umgehungsstraße B 30 könne diese Einbahnregelung aber zurückgenommen werden, in beiden Straßen soll im Rahmen des Lärmaktionsplans ab Mitte kommenden Jahres ohnehin Tempo 30 auch tagsüber gelten, zudem ist die Karlstraße als Trasse für den geplanten Radschnellweg von Baindt nach Friedrichshafen im Gespräch.

Ein weiteres Ziel der Maßnahmen ist es, die Verbindung von Alt- und Bahnstadt durch eine Verkehrsberuhigung der Karlstraße und die Ausdehnung der Fußgängerzone auf den Marienplatz und die Bachstraße zu stärken. .....

Um die Aufenthaltsqualität der Altstadt zu stärken, soll die Fußgängerzone auf dem Marienplatz und in der Bachstraße ausgedehnt werden. Autos sind dort nicht mehr vorgesehen, mit Ausnahme des Anlieferverkehrs. Stattdessen gibt es mehr Platz zum ungestörten Flanieren. Das soll die Attraktivität des Einkaufsstandortes Ravensburg weiter erhöhen.

Sonntag, 25. Juli 2021

"Be­völ­ke­rung kann beim Rad­weg mit­re­den" - Onlinebeteiligung bei RS9

hier da kann jeder mitreden, der Ideen hat!
Die Weingarter Grünen betonen, dass sie für die Mitsprache gekämpft haben. Speziell Teile  der Freien Wähler versuchen zu blockieren. Daher die Bitte um rege Teilnahme!

Kurznotiz in der Schwäbischen Zeitung hier

In einem Gemeinschaftsprojekt planen die Städte Friedrichshafen, Ravensburg und Weingarten, die Gemeinden Meckenbeuren, Baienfurt und Baindt, der Bodenseekreis und der Landkreis Ravensburg die Umsetzung der Radschnellverbindung RS 9 von Friedrichshafen nach Baindt. Koordiniert wird das gemeinsame Vorhaben durch den Regionalverband Bodensee-Oberschwaben. Der Bund und das Land Baden-Württemberg unterstützen die Planung und die spätere Umsetzung der Radschnellverbindung finanziell, teilt der Regionalverband mit.

Wohnen und Arbeiten rücken für viele Menschen immer weiter auseinander, dabei entstehen längere Wege und insgesamt mehr Verkehr, so die Mitteilung weiter. Durch komfortable und sichere Radschnellverbindungen soll der Umstieg vom Auto auf das Fahrrad erleichtert werden. Die im März 2019 abgeschlossene Machbarkeitsstudie für die RS 9 bescheinigte neben der theoretischen Umsetzbarkeit und dem hohen Potenzial auch einen wirtschaftlichen Nutzen des Vorhabens. Nun möchten der Regionalverband gemeinsam mit der Bevölkerung die nächste Phase der Planung, die Linienbestimmung, voranbringen und lädt deshalb zu einer Online-Beteiligung zur RS 9 ein.

Unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Beteiligung sollen der Trassenverlauf und ein Maßnahmenkonzept festgelegt werden, damit anschließend die Ausschreibung für die konkrete Umsetzungsplanung beginnen kann.


hier geht`s zur Karte


Das meinen die Aktivisten dazu: Der alten B30 wird jeweils eine Autospur „geklaut“ für den Radverkehr. Umverteilung der Straße zugunsten Radverkehr! Wie es ausgestaltet wird ist offen.

Die Linienführung steht übrigens noch nicht fest. Siehe Umfrage: 

"Diese Linienführung ist jedoch noch nicht festgelegt. Zum aktuellen Zeitpunkt erfolgen abschnittsweise bereits erste Untersuchungen zu weiteren möglichen Trassen des RS 9. "

Die Art der Ausgestaltung ist ganz wichtig. Breiter Radweg und viel Abstand zwischen Radweg und Autostraße (mind. 5 Meter und mit Büschen).