RND hier Tim Szent-Ivanyi 12.10.2023
Deutschland viertgrößter AnteilseignerDie Weltbank hat bisher den Auftrag, durch zinsgünstige Kredite die wirtschaftliche Entwicklung zu fördern, um die weltweite Armut zu bekämpfen. Klima- oder Gesundheitsschutz gehörten jedoch nicht zu ihrem Auftrag. Das soll sich nun ändern.
Die Weltbank hat die größte Reform in ihrer fast 80‑jährigen Geschichte beschlossen.
Die Gouverneure der Bank, die die knapp 190 Eignerstaaten vertreten, einigten sich am Donnerstag bei ihrer Sitzung in Marrakesch darauf, dass sich die Entwicklungsbank künftig nicht nur um die Armutsbekämpfung kümmern soll, sondern auch um den Klima- und Naturschutz oder die Pandemieprävention. „Damit kommt die Weltbank auf die Höhe der Zeit“, sagte die deutsche Gouverneurin, Entwicklungsministerin Svenja Schulze (SPD), im Anschluss. „Im 21. Jahrhundert kann man nur erfolgreich Armut bekämpfen, wenn man zugleich auch die natürlichen Lebensgrundlagen schützt“, betonte die SPD-Politikerin, die die Reform mit angestoßen hatte. Deutschland ist viertgrößter Anteilseigner der Entwicklungsbank.
Schulze sagte, die Bank sei bisher unter ihren Möglichkeiten geblieben. Die jetzt vereinbarte Reform sei dringend nötig, schließlich sei keines der von der internationalen Staatengemeinschaft vereinbarten Entwicklungsziele in Reichweite. Jetzt müsse es darum gehen, die Reform tatsächlich auch praktisch möglichst rasch in der Geschäftstätigkeit der Bank umzusetzen, so die SPD-Politikerin.
