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Freitag, 11. Februar 2022

Ravensburg: Umstrittener Neubau auf dem Coswiger Platz soll 2024 fertig sein

Schwäbische Zeitung hier Von Ruth Auchter-Stellmann

Entwurf für Digitalwerkstatt liegt vor

Die Grünen-Fraktion hat den Standort scharf kritisiert. Trotzdem entschied der Ravensburger Gemeinderat im Sommer vergangenen Jahres: Auf dem Coswiger Platz zwischen Realschule und Parkhaus Rauenegg wird eine Digitalwerkstatt gebaut, in der sich Jugendliche abseits des Unterrichts praxisnah in die digitale Welt einfinden und darin experimentieren können. Nun ist raus, wo genau das neue Gebäude hinkommt. 2024 soll der Betrieb dort anlaufen.

Mittwoch, 18. August 2021

„Stadträte bekommen glänzende Augen“

Leserbrief Schwäbische Zeitung

Zum Artikel „Industrie soll Digitalwerkstatt unterstützen“ (SZ vom 16. Juli):

Stellen Sie sich vor, Sie hätten in dunklen pandemischen Zeiten ein paar Zusatzmillionen mit der segensreichen Digitalisierung der Gesellschaft verdient. Würden Sie da nicht auch darüber nachsinnen, wie sie der aus der Krise taumelnden Jugend eine „Digitalwerkstatt“ („Digitallabor“, der erste Arbeitstitel, klang zu steril) schenken könnten? Denn nichts brauchen sie jetzt mehr! Und sich selbst könnten Sie ein dauerhaftes Denkmal schaffen an Ravensburgs Prachtstraße gleich beim Spohnschen Konzerthaus.

Was macht's, dass zukünftig die Alten aus dem Gustav-Werner-Stift im Schatten eines Betonklotzes leben, dass die Schüler der Realschule in der Pause nicht mehr über den Coswiger Platz (korrekter: „Park“) toben können. In ihren Hinterzimmern bekommen die Stadträte bei „Digital...“ glänzende Augen. Je weniger Ahnung, je glänzender die Augen.

Und ans Gustav-Werner-Stift denkt man noch nicht. Der Gemeinderat ist begeistert, auch wenn da eine der letzten größeren Grünflächen im Stadtgebiet verschwände. Und die Kosten? Die kann man durch die Abschaffung der Baumschutzsatzung reinspielen. Die Bäume kommen ja eh weg. Klimakrise und Flutkatastrophen gibt es nur anderswo!

Klaus Schulz, Ravensburg

Samstag, 31. Juli 2021

Wenig Verständnis für solche Entscheidungen

Leserbrief zu „Streit um geschenkte 1,8 Millionen Euro“ (SZ vom 21. Juli):

Der Artikel zur Bebauung des Coswiger Platzes durch eine Digitalwerkstatt stößt bei mir auf größtes Unverständnis und Verärgerung - eine Verantwortungslosigkeit durch diejenigen, die eine solche Entscheidung treffen. Die wenigen Grünflächen in Ravensburg verschwinden durch solche Maßnahmen.
Es ist von 'monotoner Grünfläche' die Rede. Wer solche Behauptung aufstellt, sollte sich vielleicht einmal die Zeit nehmen und sich in diesem Park aufhalten. Regelmäßig, je nach Jahreszeit, wird diese Grünfläche mit einer abwechslungsreichen Blütenvielfalt bepflanzt - eine reiche Nahrungsquelle und Lebensraum für Insekten in Stadtnähe. Durch den mit Nistkästen bestückten altgewachsenen Baumbestand wird zudem Wohnraum für eine Vielzahl an Vögeln garantiert.
Das angrenzende Altenheim bietet den Bewohnern die einzige Möglichkeit, entweder noch autark oder mit ihren Angehörigen eine Grünfläche zu Fuß erreichen zu können. Eltern verbringen hier täglich viel Zeit mit ihren Kindern (es gibt Klettergerüste, einen großen Sandkasten, Spielgeräte - die Kinder können sich geschützt und frei bewegen und spielen). Wer denkt an diese Menschen, an den Treffpunkt für Jung und Alt? Wie wichtig erscheint es noch in unserer heutigen Zeit, solche Oasen mit Leben zu füllen?
Noch mehr Unverständnis herrscht über den Standort, da die Grünen über einen Alternativstandort diskutieren wollten. Wo bleibt die Auseinandersetzung unter dem Aspekt der Umweltverträglichkeit und Lebensqualität für Mensch und Tier? Offensichtlich scheint geschenktes Geld über all diesem zu stehen. Dies ist unbegreiflich und inakzeptabel.
Wenn über ein globales Anliegen wie dem Umgang mit dem Klimawandel auf lokaler Ebene (und auf die konkrete Umsetzung vereinbarter Ziele auf dieser Ebene kommt es ja an) derart reduziert und einseitig berichtet wird, ist das mehr als ärgerlich. Zumal, wie wir im letzten Abschnitt erfahren, es einen möglichen alternativen Standort geben könnte. Über den wird dann aber - offenbar aus Bequemlichkeit - gar nicht mehr verhandelt.
Ulrike Schocker, Schlier

Dienstag, 27. Juli 2021

„Kein Verständnis für die Erfordernisse unserer Stadt“

 Leserbrief zum Bericht „Streit um geschenkte 1,8 Millionen Euro“ (SZ vom 21. Juli):

Ich bin fassungslos! Eine der schönsten städtischen Parkanlagen mit Sicht auf die Türme, Stadtmauer, beliebter Nutzung der Senioren im angrenzenden Seniorenheim samt deren Besuchern, Spaziergängen der Schüler in Pausen, Familien an den Spielgeräten, angrenzender Ein- und Ausstiegsstation der Touristenbusse soll jetzt für ein digitales Projekt analog zugebaut werden? Hat unser Gemeinderat in Zeiten der Flutkatastrophe von Ahrweiler nichts verstanden? Könnte das Stiftungsgeld nicht als Mittel für den Ausbau digitaler Infrastrukturen (Kauf von Hard-ware/Laptops, Einrichtung/Ausbau WLAN samt Kauf von Software und Lizenzen) in den Schulen verwendet werden, die es nötig haben?

Wie sieht es denn mit den Folgekosten dieser „digitalen Werkstatt“ für Unterhalt der Räumlichkeiten und der betreffenden Stellen aus, wenn das Stiftungsbudget aufgebraucht ist? Wir haben bereits eine Umgestaltung eines Gespinstmarkts in eine graue Steinwüste mit Platz für ein paar Bäumchen, aber offenbar kein Verständnis einer Stadtverwaltung und eines Gemeinderats für die aktuellen dringenden Klimaschutzerfordernisse unserer Stadt.

Cornelia Pabst, Ravensburg

Sonntag, 18. Juli 2021

BUND nimmt Stellung zur Digitalwerkstatt

Kurznachricht in der Schwäbischen Zeitung

Zur Diskussion über den Bau einer Digitalwerkstatt auf dem Coswiger Platz hat der BUND Ravensburg Stellung bezogen.
„Mit einigem Entsetzen mussten wir lesen und hören, dass innerhalb einer relativ kurzen Zeitspanne die zweite innerstädtische Grünfläche in Ravensburg überbaut werden soll. Nach dem Varadziner Platz soll es jetzt auch den Coswiger Platz treffen. Auch die Art der Planung ist unsäglich“, teilt Geschäftsführer Ulfried Miller mit. Es gebe einen enormen Zeitdruck und keinerlei Beteiligung der Öffentlichkeit. Noch nicht einmal eine „Stadt-Diskussion“ sei ausreichend möglich. „Es wurden weder mit der Wilhelmschule noch mit dem Seniorenzentrum das Gespräch gesucht. So plant man nicht!“

Ravensburg sei nicht gerade gesegnet mit innerstädtischen Grünflächen. Das zu ändern, sei schon lange ein Anliegen des Altstadtforums, das der BUND unterstützt. Statt ihn zu bebauen, sollte man den Coswiger Platz als bespielbare Grünfläche aufwerten. „In Zeiten des Klimawandels benötigen wir mehr nutzbare grüne Flächen im Siedlungsbereich, nicht weniger“, sagt Miller und ergänzt: „Liebe Stadtoberen, wenn die Stadtverwaltung nicht genug Fantasie und Vorstellungskraft aufbringt, alternative Standorte zu finden, dann befragt doch einfach die Bürgerinnen und Bürger. Wir sind uns sicher, dass dabei die eine oder andere gute Idee in die Diskussion kommt.“