Das Höfe-Sterben in Deutschland hält an. Betriebe,
die bleiben, werden immer größer. Investoren haben Ackerland als
Finanzanlage entdeckt. Die Kauf- und Pachtpreise sind enorm gestiegen
und für viele Landwirte schlicht nicht mehr bezahlbar. Der Film
begleitet Bio- und konventionelle Bauern und Bäuerinnen in ganz
Deutschland, erklärt Fehler im System und zeigt Lösungswege auf.
Die europäischen
Agrarsubventionen sind mit rund 55 Milliarden Euro pro Jahr der größte
Einzelposten des EU-Haushalts. Und dennoch, ein Trend hält an: das
Höfe-Sterben. Die Betriebe, die bleiben, werden immer größer. Der
Strukturwandel nach dem Prinzip "Wachse oder weiche" schreitet voran.
Seit der Finanzkrise ist Ackerland auch eine attraktive Kapitalanlage
für überregionale Investoren. Die Kauf- und Pachtpreise sind in den
vergangenen 15 Jahren enorm gestiegen. Ein Problem für ökologische sowie
konventionelle Betriebe, denn für viele von ihnen ist Boden schlicht
nicht mehr bezahlbar.
Viele Landwirte kämpfen um ihre wirtschaftliche Existenz
In
Brandenburg gehört schon die Hälfte der Flächen großen
Agrar-Unternehmensgruppen. Das bekommt auch Biobauer Carlo Horn zu
spüren. Er kommt nicht mehr an Land. Sein Betrieb ist umgeben von
Agrarholdings, hinter denen finanzstarke Investoren stecken. Einige von
ihnen haben – auch wegen Regulierungslücken – ganze Betriebe übernommen.
Sie bewirtschaften bis zu 20.000 Hektar. Und je mehr Hektar Land, desto
mehr Geld. Ein Großteil der EU-Subventionen, die als
Einkommensunterstützung für Landwirte gedacht sind, wird nach Fläche
verteilt. Eine verpflichtende Obergrenze für Direktzahlungen, wie sie
die EU-Kommission und viele Parlamentarier wollten, ist vor kurzem
gescheitert. Die europäischen Staats- und Regierungschefs hatten sich
dagegen ausgesprochen. Carlo Horn war auf vielen Bauerndemos, ist
Aktivist. Doch eine Veränderung sieht er nicht. Er kämpft um seine
wirtschaftliche Existenz.
Der Film zeigt auch Wege aus dem
Strukturwandel auf. Inzwischen gründen sich bundesweit Initiativen und
genossenschaftliche Projekte. In Oberfranken zum Beispiel produziert
Christian Jundt auf dem Patersberghof landwirtschaftliche Bioprodukte.
Mit einer Aktiengesellschaft versucht er, weiter in den Hof zu
investieren und hofft so, auch irgendwann an teures Ackerland zu kommen.
Die AG sucht Bürger vor Ort, die sich finanziell beteiligen, um damit
eine soziale, lokal verankerte bäuerliche Landwirtschaft zu fördern.
Ein Film von Boris Quatram und Marie von Mallinckrodt hier
auch bei uns gibt es eine Regionalwert-AG hier