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Dienstag, 28. Januar 2025

Konflikte um Ressourcen sind vorprogrammiert

 Frankfurter Rundschau hier  Die Kolumne „Gastwirtschaft“ von Jan Dreier.

Dieser Planet reicht nicht aus: Ausbau der Biomasse wird uns ruinieren

Wie die industrielle Bioindustrie die Hungersnot intensiviert. Die Bioökonomie fördert großflächigen Landverbrauch, was zur Verdrängung lokaler Gemeinschaften, zur Abholzung von Wäldern und zum Verlust biologischer Vielfalt führen kann. Oftmals kommt es zu Landraub und Menschenrechtsverletzungen.

Bild: siehe hier

Die Bioökonomie wird dennoch als Allheilmittel für Landwirtschaft und Klimaschutz gehandelt: weg von fossilen Rohstoffen hin zu einer Wirtschaft, die auf biologischen Materialien beruht.

Mittwoch, 24. April 2024

Siegesmeldung: Boden darf kein Spekulations- und Anlageprojekt sein !

Update

Liebe Unterstützer:innen der WeAct-Petition
„Lindners Vertragsbruch: Ausverkauf öffentlichen Eigentums stoppen!“,

das ist ein historischer Moment: die Privatisierung von öffentlichem Ackerland in Ostdeutschland wurde nach über 30 Jahren endlich endgültig gestoppt. Stattdessen verpachtet die Bundesregierung das Land nun gemeinwohlorientiert! Das wäre ohne Ihre Unterstützung niemals möglich gewesen. Herzlichen Dank, dass Sie unsere Petition unterzeichnet haben und sich gemeinsam mit über 152.000 Menschen für eine gerechte Bodenpolitik in Ostdeutschland stark machen. 

Sonntag, 25. Juni 2023

Solarenergie und Landwirtschaft:Wenn der Acker Mangelware wird

 26. Mai 2023, 16:07 Uhr  hier in der Süddeutschen Zeitung Von Jan Heidtmann, Berlin

Konzerne und Investoren kaufen sich in Brandenburgs Landwirtschaft ein. Solaranlagen sind eben lukrativer als Rüben. Die Folgen des "Landraubs" bekommen nicht nur die Bauern zu spüren.

Einem Bauern in Brandenburg wird nichts geschenkt. Der Boden hier gehört zu den schlechtesten in Deutschland, "Streusandbüchse" heißt dieser Landstrich deshalb auch. Die Ackerkrume bietet weniger Nährstoffe als andernorts; um ihr trotzdem Kartoffeln oder Weizen abzutrotzen, dafür braucht es immer mehr Spritzmittel und Dünger. "Damit mache ich aus einer lebendigen Erde langfristig einen Wüstenboden", sagt Rudi Mixdorf.

Deshalb beschäftigt sich der Tierarzt seit nun sechs Jahren mit diesem Wunderwerk unter den Sohlen seiner Gummistiefel. Mit den Bakterien, den Pilzen, dem Humus und auch mit der Dürre der vergangenen Jahre. "Ich hab gesehen, wie der Boden hier zugrunde geht", sagt Mixdorf. Deshalb sei er Bauer geworden. Seit 2017 ist Mixdorf, 29, Landwirt im Nebenerwerb. Inzwischen bewirtschaftet er 36 Hektar, eine Fläche von gut 50 Fußballfeldern. "Ich will beweisen, dass es besser geht."

Leben könnten seine Frau, der Sohn und er noch nicht von der Landwirtschaft. Das Dorf aber, in dem sie wohnen, Lindow, 70 Kilometer nördlich vom Zentrum Berlins, "soll einmal zum Vorbild werden". Nur gibt es da noch ein anderes Problem mit dem Boden: Er wird knapp.

Dörfer veröden, weil Lohnarbeiter von Firmen fernab die Arbeit übernehmen

An die fünf Hektar werden in Brandenburg täglich für neue Straßen und Industrieansiedlungen zubetoniert.

Donnerstag, 4. Mai 2023

Wenn für Bauern das Land zu teuer wird

01.05.2023  hier im Südkurier

Bild links: "Ackerland in BäuerInnenHand"
das Problem herrscht nicht nur in Baden-Württemberg, noch gravierender ist es in den neuen Bundesländern

Für Landwirte ist es seit der Weltfinanzkrise 2008 immer teurer geworden, Land oder einen Hof zu pachten. Die Bodenpreise in Baden-Württemberg haben sich laut Experten seitdem verdoppelt. Daher stehen auch Bauern in der Region, die nicht über ausreichend große eigene Flächen oder einen eigenen Hof verfügen, vor einem Problem. 

Zu ihnen gehören Denis Hahn, der mit seiner Frau Kristin einen gepachteten Hof bei Stockach bewirtschaftet. Hahn spricht gegenüber dem SÜDKURIER von unbezahlbaren Preisen für Weideland, Ackerflächen und Stallungen. Aber es gibt Hoffnung: Das Modell der Kulturland-Genossenschaft greift dem Landwirt finanziell unter die Arme.

Freitag, 18. November 2022

Endlich: Bund will Verkauf von Agrarflächen im Osten weitgehend stoppen

 Spiegel  hier  17.11.2022  dpa

 Nach drei Jahrzehnten Privatisierung 

Hunderttausende Hektar Agrarflächen in Ostdeutschland machte der Staat nach der Wiedervereinigung zu Geld. Die verbliebenen Böden sollen nun nur noch verpachtet werden – vor allem an Ökobetriebe.

Mehr als drei Jahrzehnte nach der deutschen Vereinigung beendet der Bund den Verkauf seiner Agrarflächen in Ostdeutschland weitgehend. Der in Staatsbesitz verbliebene Boden soll zum allergrößten Teil nur noch verpachtet werden, und zwar vorrangig an ökologisch oder nachhaltig wirtschaftende Betriebe. Ein Gutteil soll dem Naturschutz gewidmet werden. Die Einigung verkündeten das Finanz- und das Agrarministerium nach monatelangem Streit gemeinsam in Berlin.

Es geht um Flächen der BVVG Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH. Diese hatte nach der deutschen Vereinigung die Aufgabe, Forst- und Ackerland der DDR-Staatsbetriebe zu privatisieren. Seit 1992 wurden nach Angaben der BVVG 893.300 Hektar landwirtschaftliche Fläche verkauft sowie 598.000 Hektar Wald. Rund 91.000 Hektar sind jetzt noch in Bundesbesitz. Stoßrichtung des weitgehenden Verkaufsstopps ist auch, Spekulation mit Ackerland und den Anstieg der Bodenpreise zu bremsen.

Sonntag, 5. Juni 2022

Land für alle

ZDF  hier in Plan B

Im Kampf gegen Spekulanten
Film von Jürgen Brügger und Jörg Haaßengier

Mehr Land, mehr Geld: Boden ist zum Spekulationsobjekt geworden. Für viele Landwirte ist das existenzbedrohend. Ganze Landstriche veröden, und Dörfer sterben aus.

Videolänge:
30 min
 
Datum:
04.06.2022
 
:
UT - DGS  / 
Video verfügbar bis 30.03.2024

Die Natur braucht in Deutschland rund 2000 Jahre, um zehn Zentimeter fruchtbaren Boden zu schaffen. Menschen überdüngen ihn, laugen ihn aus, fügen ihm Schadstoffe zu. Und sie besitzen ihn, verkaufen ihn teuer, verteilen ihn ungerecht – und kämpfen um ihn.
Große Konzerne und Investoren kaufen landwirtschaftlich genutzte Flächen auf und nutzen sie als lukratives Anlageprodukt. Die Gründe: niedrige Zinsen, der Boom von Energiepflanzen für Biogasanlagen und die fatale EU-Subventionspolitik, die ausschließlich nach Flächengröße ausschüttet. Die Konsequenz: Ein Bauer, der heute Land kauft, könnte in seinem ganzen Leben nicht mehr so viel erwirtschaften, wie das Land gekostet hat.

Der Markt bestimmt die Regeln, aus wachsendem Interesse ist ein harter Wettbewerb geworden. Wer da nicht mithalten kann, ist aus dem Spiel. Ist ganz Deutschland in der Hand gewinnfixierter Investoren, Spekulanten und Großunternehmer?
Nicht ganz: Der Film zeigt, wie es auch anders gehen kann. Da ist der Laakenhof im Münsterland, dem das Aus drohte, der aber durch die BioBoden-Genossenschaft an einen neuen Hof und Land kam. BioBoden kauft Land auf, um es für immer dem Zugriff von Spekulanten zu entziehen und es den Landwirten langfristig zur Verfügung zu stellen.
Da sind Anousha Zähringer und Dominik Löwe, die in Deutschland keinen bezahlbaren Hof fanden und mithilfe der französischen Landentwicklungsgesellschaft SAFER ihren Traum vom selbstbestimmten Leben als Bauern verwirklichen.
Auch auf politischer Ebene passiert inzwischen einiges in Deutschland. Etwa wenn sich Michael Grolm und seine Mitstreiter gegen ungerechte Landverteilung und Spekulantentum wehren und für eine bäuerlich geprägte Landwirtschaft kämpfen. Und was passiert eigentlich, wenn private Landbesitzer – und dazu zählen auch Kommunen und Kirchen – verstehen, welche positive Wirkung es hat, wenn Land gerecht verteilt wird?

Dieser Film soll Mut machen. Er zeigt den unmittelbaren Zusammenhang von Landbesitz und dessen Nutzung. Er lässt die Akteure zu Wort kommen: Eigentümer, Bewirtschafter und die ländliche Bevölkerung – und zeigt, wie sozial und ökologisch nachhaltige Entwicklung funktionieren kann.


Dienstag, 10. Mai 2022

Landraub in Deutschland

 

 04.05.2022  Lydia Jakobi und Tobias Barth

MDR KULTUR - Feature


hier zum anhören




Wem gehören die Felder und Wiesen in Deutschland? Jüngsten Schätzungen zufolge sind fast zwei Drittel der gesamten Agrarfläche in der Hand von Investoren, darunter Fondsgesellschaften, Möbelkonzerne und Reedereien.

Seit der Finanzkrise 2007 und durch die Niedrigzinspolitik ist Grund- und Boden eine attraktive Wertanlage, zu einem lukrativen Spekulationsobjekt geworden. Damit steigen die Bodenpreise.
Viele Bauern können als Pächter oder Käufer nicht mehr zahlen.
Gab es im Jahr 2000 noch fast 460.000 landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland, so waren es 2020 nur noch rund 260.000. Inzwischen sprechen Landwirtschaftspolitiker von einem "dramatischen Höfesterben" und vom "Ausbluten der ländlichen Räume".

"Wachse oder weiche, das will ich ändern", sagt der grüne Landwirtschaftsminister Cem Özdemir.
Im Koalitionsvertrag der Bunderegierung steht: "Unser Ziel ist eine nachhaltige, zukunftsfähige Landwirtschaft, in der die Bäuerinnen und Bauern ökonomisch tragfähig wirtschaften können und die Umwelt, Tieren und Klima gerecht wird. Wir stärken regionale Wertschöpfungsketten und tragen zum Erhalt ländlicher Strukturen bei."

Aber wie soll das gehen, angesichts der Bodenpreisentwicklung?

Lydia Jakobi ist Radiojournalistin und Moderatorin. Sie studierte Geschichte und Journalistik in Leipzig. Jakobi moderiert bei MDR KULTUR und ist als Beitrags- und Feature-Autorin auch für den Deutschlandfunk tätig. Für MDR AKTUELL produziert sie den gesellschaftskritischen Podcast "Das große Ganze".

Tobias Barth wurde 1970 in Halle (Saale) geboren, arbeitete nach dem Abitur als Industriekletterer und in Umweltprojekten, lernte Tischler und studierte Medienwissenschaft, Germanistik und Theaterwissenschaft in Leipzig und Basel. Seit 1997 publizistische Tätigkeit überwiegend für die ARD als Autor, Feature-Redakteur und Regisseur.

Samstag, 7. Mai 2022

Greenwashing: Die Sonne, der Wald und das große Geld

Industriell betriebene Landwirtschaft mit Massentierhaltung will keiner außer den Profiteuren. Doch noch weniger wollen wir die Rodung von Wädern zur Energiegewinnung. Nichts wurde verstanden von den Verantwortlichen, die sehen nur ihren Profit auf Kosten des Klimas, der Umwelt, der Menschen und Tiere. Es kann doch nicht sein, dass die einfach so weiter machen können!
Dieser Post hängt mit diesem vorigen  hier thematisch zusammen, falls man noch mehr lesen möchte.

Correctiv  hier   Von Gabriela Keller und Isabel Knippel  04.05.2022

So sieht Greenwashing aus: Die Lindhorst-Gruppe hat mit intensiver Landwirtschaft und Massentierhandel ein Vermögen gemacht. Recherchen von CORRECTIV und RBB zeigen auf, wie sie nun versucht, mit Solarparks Rendite und Image aufzupolieren. Aber dabei droht der Verlust von mehreren Hundert Hektar Wald.

Dienstag, 30. November 2021

"Die Story im Ersten: Kampf ums Ackerland"

Das Höfe-Sterben in Deutschland hält an. Betriebe, die bleiben, werden immer größer. Investoren haben Ackerland als Finanzanlage entdeckt. Die Kauf- und Pachtpreise sind enorm gestiegen und für viele Landwirte schlicht nicht mehr bezahlbar. Der Film begleitet Bio- und konventionelle Bauern und Bäuerinnen in ganz Deutschland, erklärt Fehler im System und zeigt Lösungswege auf.

Die europäischen Agrarsubventionen sind mit rund 55 Milliarden Euro pro Jahr der größte Einzelposten des EU-Haushalts. Und dennoch, ein Trend hält an: das Höfe-Sterben. Die Betriebe, die bleiben, werden immer größer. Der Strukturwandel nach dem Prinzip "Wachse oder weiche" schreitet voran. Seit der Finanzkrise ist Ackerland auch eine attraktive Kapitalanlage für überregionale Investoren. Die Kauf- und Pachtpreise sind in den vergangenen 15 Jahren enorm gestiegen. Ein Problem für ökologische sowie konventionelle Betriebe, denn für viele von ihnen ist Boden schlicht nicht mehr bezahlbar.

Viele Landwirte kämpfen um ihre wirtschaftliche Existenz

In Brandenburg gehört schon die Hälfte der Flächen großen Agrar-Unternehmensgruppen. Das bekommt auch Biobauer Carlo Horn zu spüren. Er kommt nicht mehr an Land. Sein Betrieb ist umgeben von Agrarholdings, hinter denen finanzstarke Investoren stecken. Einige von ihnen haben – auch wegen Regulierungslücken – ganze Betriebe übernommen. Sie bewirtschaften bis zu 20.000 Hektar. Und je mehr Hektar Land, desto mehr Geld. Ein Großteil der EU-Subventionen, die als Einkommensunterstützung für Landwirte gedacht sind, wird nach Fläche verteilt. Eine verpflichtende Obergrenze für Direktzahlungen, wie sie die EU-Kommission und viele Parlamentarier wollten, ist vor kurzem gescheitert. Die europäischen Staats- und Regierungschefs hatten sich dagegen ausgesprochen. Carlo Horn war auf vielen Bauerndemos, ist Aktivist. Doch eine Veränderung sieht er nicht. Er kämpft um seine wirtschaftliche Existenz.

Für Investoren sind Acker- und Grünland zur attraktiven Finanzanlagen geworden, denn in vielen Regionen haben sich in den vergangenen zehn Jahren die Preise für Agrarflächen verdoppelt. Auch die Pachtpreise steigen kräftig. Kleine und mittlere Landwirtschaftsbetriebe können da oft nicht mehr mithalten. Dabei können gerade sie nachhaltig und regional produzieren. Was führt aus dem Dilemma? - Auch in Oberfranken geben immer mehr Bauern auf. Christian Jundt hat Glück und kann mit der Regionalwert AG in den Ausbau seines Betriebes investieren.
Auch in Oberfranken geben immer mehr Bauern auf. Christian Jundt hat Glück und kann mit der Regionalwert AG in den Ausbau seines Betriebes investieren. | Bild: rbb / Boris Quatram

Der Film zeigt auch Wege aus dem Strukturwandel auf. Inzwischen gründen sich bundesweit Initiativen und genossenschaftliche Projekte. In Oberfranken zum Beispiel produziert Christian Jundt auf dem Patersberghof landwirtschaftliche Bioprodukte. Mit einer Aktiengesellschaft versucht er, weiter in den Hof zu investieren und hofft so, auch irgendwann an teures Ackerland zu kommen. Die AG sucht Bürger vor Ort, die sich finanziell beteiligen, um damit eine soziale, lokal verankerte bäuerliche Landwirtschaft zu fördern.

Ein Film von Boris Quatram und Marie von Mallinckrodt   hier

auch bei uns gibt es eine Regionalwert-AG  hier