Die 3 Kreise Ravensburg, Sigmaringen und Bodenseekreis haben trotz lauter Proteste keinen zukunftsfähigen Regionalplan bekommen. Wo steht Deutschland, Baden-Württemberg und seine Kommunen aktuell beim Klimaschutz? Welche Möglichkeiten gibt es und wo gibt es Anregungen, die übernommen werden könnten?
Mittwoch, 16. Juli 2025
„Unsere Städte bekommen jetzt ein Verfallsdatum“
Freitag, 17. Januar 2025
Ein bisschen unverhofft gewonnene Zeit - nutzen wir sie!
Standard hier 15. Jänner 2025
Der Golfstrom ist stabiler als geglaubtMittwoch, 21. Juni 2023
Vortrag: Prof. Dr. H.J. Schellnhuber am 14.06.2023 für die letzte Generation
YouTube hier
United Nations: Der Begriff „Klimawandel“ bezeichnet langfristige Temperatur- und Wetterveränderungen, die hauptsächlich durch menschliche Aktivitäten verursacht sind, insbesondere durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe.Wir haben noch ein bis zwei Jahre, in denen wir den fossilen Pfad der Vernichtung verlassen können. Finde deine Rolle. Komm in einen Vortrag und werde aktiv 🧡
Montag, 2. Januar 2023
Zeitenwende in Brasilien?
Handelsblatt hier 02.01.2023 dpa
Lemke: Abholzung des Regenwaldes hat Folgen für ganzen Planeten
Ein weiteres Abholzen des Amazonas-Regenwaldes hätte nach Darstellung von Bundesumweltministerin Steffi Lemke auch negative Folgen für das Klima in Deutschland. "Wir müssen den Amazonas retten, wenn wir die Klimakrise stoppen wollen, wenn wir das Artenaussterben stoppen wollen", sagte die Grünen-Politikerin während ihrer Brasilien-Reise mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
Mit der neuen brasilianischen Regierung erhalte die internationale Staatengemeinschaft die Chance, einen der wichtigsten Kipppunkte bei der Klimakatastrophe aufzuhalten. "Wenn der Kipppunkt Amazonas erreicht wird, würde einer der wichtigsten Klimaregulatoren für unseren Globus, für unseren Planeten ausfallen", warnte Lemke. "Das würde schwere Störungen im Klimasystem nach sich ziehen, die wir zwar nicht genau prognostizieren können, aber die den gesamten Planeten betreffen würden."
Montag, 15. November 2021
Wenn das System kippt
TAZ hier
Klimapolitik nach der COP26
Glasgow markiert das Ende der bisherigen Klimapolitik. Das heißt: hin zu nicht-staatlichen Akteuren, weg von staatlichen Nicht-Akteuren.
Die Konferenz COP26 hat gezeigt: Zumindest die Sprache der Fridays for Future ist bei den Mächtigen angekommen. Großbritanniens Premierminister Boris Johnson nahm in seiner Eröffnungsrede den Vorwurf von Greta Thunberg auf, das alles sei nur „Blablabla“. Der Ausdruck war überall präsent. Und der US-Gesandte John Kerry gestand: „Auch ich bin frustriert“.
Vieles davon ist durchsichtiges Manöver, um den Protesten, vor allem der Jugend, die Spitze zu nehmen. Aber es zeigt auch, dass in und um Glasgow tatsächlich eine Machtverschiebung deutlich wird, die das ganze Klimaregime der nächsten Jahre und Jahrzehnte dominieren wird: Hin zu Wirtschaft, Wissenschaft und Protestbewegungen, den „nicht-staatlichen Akteuren“, wie sie im UN-Jargon heißen. Und weg von den staatlichen Nicht-Akteuren, wie sie seit einem Vierteljahrhundert die UN-Realität dominieren.
Glasgow dürfte für lange Zeit die letzte COP sein, in der umfassende völkerrechtliche Regeln beschlossen wurden. Das „Regelbuch“ des Pariser Abkommens ist jetzt fertig. „Nach den Konferenzen für Regelsetzung müssen jetzt die Konferenzen zur Umsetzung folgen“, sagt Christoph Bals, Chef der Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch und ein Vordenker globaler Klimapolitik. Zum ersten Mal habe es auch direkten Druck auf einen Energieträger, nämlich die Kohle, gegeben. Das könne sich demnächst beim Öl wiederholen. Und die Klimakonferenz, eine eingeführte internationale „Marke“ werde sich umgestalten zu einem Forum, wo etwa die Finanzierung der Klimahilfen gefordert und kontrolliert werde und wo sich internationale AkteurInnen vernetzen. „Man könnte hier zum Beispiel nur noch Unternehmen zulassen, die sich ernsthaft für Klimaneutralität einsetzen“, schlägt Bals vor.
Wie bei einem tauenden Gletscher ist beim Klima vieles ins Rutschen geraten und kaum noch aufzuhalten: Im Erdsystem rücken physikalische „Kipppunkte“ immer näher, hinter die es keinZurück mehr ins Vorher gibt, etwa ein Abschwächen der Meeresströmungen. OptimistInnen sehen auch den gesellschaftlichen Druck für ehrgeizige Klimapolitik zumindest in manchen Industrieländern kurz vor dem Durchbruch – was sich allerdings derzeit in den Koalitionsverhandlungen der deutschen Ampel kaum widerspiegelt. Im Kernbereich der Glasgow-Verhandlungen jedenfalls hat es kleine und hart erkämpfte Fortschritte gegeben. Die reichen Länder versprechen mehr Hilfe für die Klima-Anpassung.
Zwar versagten sie bei der Überlebensfrage von Schadenersatz für die armen Länder bei Klimaschäden. Aber groß waren parallel dazu – und von der britischen Präsidentschaft clever und bewusst als Kontrast aufgebaut – die greifbaren Fortschritte von Glasgow: Vereinbarungen zur Reduktion des Klimakillers Methan, zum Schutz der Wälder, zum Ausstieg aus der Kohle, zum Ende des Verbrennungsmotors, zur Umschichtung der Finanzströme.
Und dann kippt noch ein anderes System: Statt globaler Klimapolitik durch Allianzen von UN-Staaten gibt inzwischen eine Mischung aus ökologisch und ökonomisch engagierten Gruppen den Ton an: Umweltgruppen, die weltweit protestierende Jugend, aber auch globale Unternehmen, die kühl mit Zukunftsmärkten und technologischen Durchbrüchen kalkulieren und naturgerechten Wohlstand versprechen.
Glasgow hat diese Verschiebung deutlicher gemacht als je zuvor. Da die Beschlüsse unverbindlich sind, liegt vieles in den Händen der Bewegungen und Unternehmen. Eine solche „Privatisierung“ der Klimapolitik wäre bis vor Kurzem undenkbar gewesen. Sie zeigt: Die Klimapolitik der letzten Jahrzehnte ist am Ende. Was jetzt kommt, ist anders, neu, dynamisch. Und es wird ganz neue GewinnerInnen schaffen. Und wenn die Politik nicht sehr aufpasst, die gleichen alten VerliererInnen.
Begonnen hat der Niedergang der staatlichen Klimapolitik bei der gescheiterten Klimakonferenz in Kopenhagen 2009. .... Als Konsequenz daraus wurde das Pariser Abkommen 2015 ganz anders angelegt: Alle verpflichten sich auf ein gemeinsames Ziel. Aber jedes Land tut nur das, was es freiwillig in seinen Klimaplänen definiert. Juristische Konsequenz bei Nichteinhaltung: keine. Nur ein schlechter Ruf.
Gleichzeitig wurde in und um Paris aber die Zivilgesellschaft zur Aufpasserin. Eine globale Landschaft aus Thinktanks, Unternehmensberatungen, Analystenbüros, Rechenzentren, Forschungsinstituten, Stiftungen und Umweltorganisationen misst inzwischen den Anspruch der Klimapolitik in den Ländern an der Wirklichkeit. Gegen die mediale Macht der Gütesiegel wie Climate Action Tracker oder Climate Change Performance Index kommen Regierungen kaum an. ......
Dienstag, 20. Juli 2021
„Das war eine Katastrophe mit Ansage“
Politik in der Schwäbischen Zeitung, Seite 3, hier
Frank Schätzing bezeichnet Flut als „Katastrophe mit Ansage“
Hier brechen sich jahrzehntelange Versäumnisse im Klimaschutz Bahn, gerade auch in Deutschland. Wir haben es uns zu lange in unserer vermeintlichen Komfortzone bequem gemacht und uns vorgemacht, bei uns könne es keine Extremwetterlagen geben wie andernorts auf der Welt.
Frage: Die Wetter-Annalen verzeichnen aber solche „Jahrhundert-Katastrophen“ auch in früheren Zeiten.
Sicher hat es Wetterextreme durch alle Jahrhunderte hindurch gegeben. Auch in der jüngeren Vergangenheit kam es zu Flutkatastrophen: etwa die Hochwasser-Jahre 1993 und 1995 oder 2001 bis 2003 in Köln. Nur muss man unterscheiden, was sie auslöst, und sein Verhalten anpassen.
Damals wurde festgestellt, dass man zu viele Flächen versiegelt und zu viele Wasserläufe in künstliche Betten geleitet hatte, in denen das Wasser weder versickern noch seitlich abfließen kann. Danach wurden munter weiter Flächen versiegelt. Das ist eine Ursache im Kleinen.
Frage: Die Menschen dort waren besonders entsetzt über die Geschwindigkeit, mit der das passierte. Wie erklärt sich das?
Natürliche Systeme unterliegen der sogenannten Kipppunkt-Dynamik: Sie können ein System relativ lange stressen. Es kann viele Belastungen wegstecken. Lange Zeit spüren wir kaum, wie es sich verändert, also denken wir, das System sei unverändert stabil. Tatsächlich gerät es mehr und mehr an den Rand der Instabilität. Und plötzlich kippt es.
Es gibt auch ähnliche Artikel in anderen Medien, die frei verfügbar sind
hier in RND: Frank Schätzing über Unwetter: „Das war eine Katastrophe mit Ansage“
Es gehört zu den unausrottbaren Ammenmärchen, wir hätten mit unseren 2 Prozent Emissionsausstoß kaum Einfluss auf die Klimaveränderung. Offenkundig hat sie aber sehr viel Einfluss auf uns. Fakt ist, Deutschlands politisches Gewicht in der Welt wiegt weit schwerer als 2 Prozent. Wir können Einfluss nehmen auf Großmächte wie die USA oder China, wo der Klimaschutz übrigens gerade besser in die Gänge kommt als hier. Als Innovations- und Technologieführer – würden wir uns dieser Rolle wieder besinnen – ist unser Einfluss gewaltig, wir können die Welt mit grünen Technologien versorgen, gerade auch arme Länder. Was uns hingegen gar nicht weiterhilft, ist die großspurige Zufriedenheit der Politik, den Zeitpunkt der Klimaneutralitätsziel auf 2045 vorgezogen zu haben. Wir müssen klimaneutral sein, wenn wir unser Emissionsbudget aufgezehrt haben. Das wird auch nach der Reformierung des Klimaschutzgesetzes in der ersten Hälfte der 2030er-Jahre der Fall sein. Bis dahin müssen wir die Vollversorgung mit erneuerbaren Energien erreicht haben. Danach sieht es derzeit nicht aus.
Mittwoch, 23. Juni 2021
Artikel in der TAZ hier
Studie zu Klima-Kippelementen: Domino-Effekt beim Klima?
Eine Analyse zeigt, dass Klima-Kippelemente sich durch die Erderhitzung gegenseitig auslösen könnten. Und das schon bei weniger als +2 Grad.
Montag, 7. Juni 2021
Domino der Kippelemente
Tagesspiegel hier
Zerfall des Grönlandeises könnte weitere Bestandteile des Erdsystems kippen
Eisschilde, Regenwälder und Meeresströmungen können sich im Klimawandel grundlegend verändern – und andere Kippelemente mitreißen.
Der Vergleich trägt, wenn auch nur begrenzt: Wer auf einem Stuhl kippelt, kann sich entspannt recht weit zurücklehnen. Größere Stabilität ist mit vier Stuhlbeinen auf dem Boden gegeben, aber auch mit nur zweien kann man noch sitzen. Doch wer sich noch weiter nach hinten lehnt, gelangt in eine Lage, in der schon ein kleiner Schubser ausreicht, das Stuhl-Mensch-System in einen neuen Zustand zu überführen: wieder sehr stabil, aber mit dem Rücken auf dem Boden.
Im Klimasystem der Erde, zusammengesetzt aus Wasser, Luft, Land und nicht zuletzt Leben, gibt es Bestandteile, die sich ähnlich verhalten können – wie neue Berechnungen zeigen sogar wie eine ganze Stuhlreihe. Ein Forschungsteam um Nico Wunderling und Ricarda Winkelmann vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) hat Wechselwirkungen zwischen vier Kippelementen untersucht: dem grönländischen und dem westantarktischen Eisschild, dem Regenwald am Amazonas und dem System von Meeresströmungen im Atlantik.
Freitag, 4. Juni 2021
"Schäuble und der Klimawandel"
Spiegel hier Warum es kein Problem wie jedes andere ist
Um zu verstehen, wieso, hilft es, einmal schematisch zu formulieren, wie politische Problemlösung funktioniert: Politik erkennt Handlungsnot, formuliert neue Ziele, nimmt diese Ziele ernst und bringt zielführende Maßnahmen auf den Weg.
Auf die Klimapolitik übertragen, sieht die Lage so aus:Bis vor etwa drei Jahren hatten Politik und Gesellschaft noch nicht einmal grundsätzliche Handlungsnot erkannt, auch wenn es internationale Abkommen und unzureichende nationale Ziele gab.....
Die Klimaziele wurden, wie beschrieben, mehrmals angepasst und nähern sich jetzt dem Notwendigen an. Der entscheidende letzte Schritt, die Umsetzung in Maßnahmen, steht noch aus. Wie sie aussieht, hängt maßgeblich davon ab, wie ernst die Politik das Problem nimmt.
- Erstens ist sie allgegenwärtig. Sie steht nicht neben allen anderen Politikfeldern, sie beeinflusst sie alle: Außenpolitik, Sicherheit, Wirtschaft, Soziales, Migration, Verkehr, Landwirtschaft, Wohnen. Es gibt keinen Ort und keine Zeit außerhalb der Klimakrise. ...
- Zweitens schafft sie, wenn sie ungebremst weiterläuft, eine neue Welt. Selbst wenn alle Staaten der Erde nur auf ihrem aktuellen politischen Kurs bleiben, könnten Kinder, die heute auf die Welt kommen, in Schäubles Alter eine Erde erleben, die heißer ist, als sie jemals ein Homo Sapiens erfahren hat...
- Drittens wird die Klimakrise entweder in den nächsten Jahren eingedämmt, oder sie wird nicht eingedämmt. Sie verstärkt sich selbst, wenn sogenannte Kipppunkte überschritten werden: wenn das Eis schmilzt, der Permafrost taut, der Amazonas abstirbt. Nichts, was die Menschen dann noch tun, wird den Prozess aufhalten. Es wäre der komplette Kontrollverlust.
Wann genau diese Kipppunkte erreicht sein werden, lässt sich mit Sicherheit nicht sagen. - Viertens kann die Klimakrise nicht mit den üblichen Methoden bekämpft werden, weil so großer Zeitdruck besteht und zu allem Überfluss mit fossilen Energieträgern die Grundlage moderner Gesellschaften aus unseren Leben verschwinden müssen.


