Dienstag, 29. September 2026

Wirtschaftlich gedacht: Wir leisten uns gerade das Falsche.

Daniel Mautz

Für jeden investierten Dollar in Klimaschutz kommen 15 zurück. Trotzdem gilt Klimaschutz weltweit als Kostenfaktor.

Ein neuer Bericht von UNEP und der Climate and Clean Air Coalition rechnet erstmals umfassend durch, was koordinierte Maßnahmen gegen Luftverschmutzung und Klimakatastrophe wirtschaftlich bringen. 

Jeder investierte Dollar generiert einen wirtschaftlichen Nutzen von rund 15 Dollar. Die Umsetzung von 25 konkreten Maßnahmen würde bis 2035 Vorteile von 2,8 Prozent des globalen BIP bringen, bis 2050 wären es 4,5 Prozent und bis 2100 sogar 11,4 Prozent.

Im Jahr 2022 lagen explizite Subventionen für fossile Brennstoffe bei 2,18 Prozent des globalen BIP. Die Welt zahlt also aktiv dafür, das Problem zu vergrößern. 

Im Jahr 2025 starben weltweit 6,4 Millionen Menschen vorzeitig an Luftverschmutzung im Freien. Zwei Millionen weitere durch Innenraumverschmutzung, darunter 300.000 Kinder. Wer bei diesen Zahlen noch Technologieoffenheit predigt und auf künftige Wunderlösungen wartet, erklärt diese Toten zu akzeptablen Kollateralschäden.

Der Bericht macht etwas Grundlegendes sichtbar. Klimawandel und Luftverschmutzung entstehen aus denselben Quellen, vor allem der Verbrennung fossiler Brennstoffe und bestimmten Landwirtschaftspraktiken. Wer eine Ursache bekämpft, gewinnt bei der anderen. Koordiniertes Handeln ist nicht der teure Sonderweg, sondern die kosteneffizienteste Investition, die Regierungen heute treffen können.

Wir leisten uns gerade das Falsche.

Link: https://lnkd.in/eDuBq6Zq

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