Sonntag, 13. September 2026

Bei den Wahlmotiven und Gründen für die 44 % der AfD in #SachsenAnhalt geht viel durcheinander – räumen wir auf.

Dr. Hitzelsberger gibt eine Prognose ab, mit der er meines Erachtens gar nicht so falsch liegt. hier 
Schade eigentlich um das Land, das zukünftig wirtschaftlich ein Gewinner der Energiewende hätte sein können (na ja, die Frau Reiche bremst noch....)  hier.
Es hätte gute Chancen gehabt, neue Industriebranchen und Investitionen anzuziehen. Aber so?

Wir werden es erleben.

Dr. Franz Hitzelsberger

Mit 43,8 % Afd stirbt Sachsen-Anhalt aus. 

Weil die AfD-Wähler/-innen drei Bevölkerungsgruppen abschrecken, welche für das Überleben eines (Bundes-)Landes unersetzlich sind.


Nummer 3: Intellektuelle

Die AfD hasst links-grüne Intellektuelle / Akademiker. Je höher die Bildung, umso weltoffener, ökologischer und links-liberaler – was überhaupt nicht zur klimaleugnerisch-völkisch-rassistischen AfD passt. In Uni-Städten ist die AfD eine Randerscheinung.

Nur: jedes Land braucht Ärzte, Juristen, Ingenieure, Ökonomen, (Hochschul-)Lehrer etc.

Und diese meist links-grünen Typen  – besonders die richtig guten – können sich aussuchen, wo sie arbeiten. Warum sollte eine hochqualifizierte Professorin oder ein Chefarzt in ein Land kommen, in dem fast jeder Zweite AfD-Anhänger ist, wenn sie genauso in München oder Hamburg arbeiten können, oder in der EU oder der Welt?

Das ist schlecht für S-A. 

Noch nicht tödlich, aber richtig schlecht.

Nummer 2: Junge Frauen

Jetzt wird es biologisch: Das Überleben einer Säugetier-Population hängt von der Zahl und Fruchtbarkeit der Weibchen ab.

Wir Menschen sind Säugetiere. 

Will die Population S-A mit ihrer alternden Bevölkerung überleben, braucht sie viele jungen Frauen mit vielen Kindern. 

Junge Frauen sind meist links-ökologisch orientiert. Keine junge Frau, für die Klimawandel, Multikulti, globale Gerechtigkeit wichtige Themen sind, wird eine Familie mit einem AfD-Anhänger gründen, schon gar nicht in einem Umfeld mit 43,8 % AfD-Anhängern.

Jede künftige Mutter, die aus S-A wegzieht, damit ihre Kinder in einem Umfeld mit weniger AfD aufwachsen, ist ein Sargnagel. Für S-A.

Das ist tödlich.

 Nummer 1: Zuwanderer

Zuwanderer sind die wichtigste Bevölkerungsgruppe für jedes Land mit einer Geburtenrate unter 2,1 Kindern pro Frau. Sonst stirbt das Land aus. 

Deutschland hat eine Rate von 1,35. 

S-A 1,3.

Entnimmt man aus einem Glas jedes Jahr 21 Kugeln und gibt 13 neue hinein, ist das Glas irgendwann leer. Das ist Grundschulmathematik.

S-A braucht zum Überleben also Zuwanderer. Sehr viele.

Zuwanderer wissen sehr genau, dass für die AfD „Zuwanderungs-Stopp“ und „Remigrations- und Ausweisungskampagnen“ DIE Themen sind. 

Warum sollen Zuwanderer nach S-A mit 43,8 % AfD-Anhängern kommen und Anfeindungen und Ausweisung riskieren, wenn ihnen die westdt. Bundesländer offenstehen? 

Daher wird die Zuwanderung nach S-A aufhören. Sofort. 

Das ist ein Todesurteil. Für S-A.

Auch viele der in S-A lebenden Ausländer werden das Land verlassen. Beschleunigt wird das durch Headhunter/Anwerbe-Agenturen aus Westdtl., welche sie gezielt abwerben. Und von AfD-Anhängern, welche jetzt „mal richtig aufräumen“ möchten in S-A.

D.h. der Tod tritt noch schneller ein.

 

Trauriges Ergebnis:

Mit 43,8 % AfD-Wähler/innen stirbt Sachsen-Anhalt aus. Egal, wer Ministerpräsident wird.

Schade um das Land.

Aber wer die Demografie ignoriert, den bestraft das Leben.

Dabei: die Mehrheit in S-A hat die AfD NICHT gewählt. Trotzdem stirbt das Land.


aus dem vorhergehenden Post:

Ausländische Arbeitskräfte für andere Bundesländer

Viele ausländischen Arbeitskräfte, die bisher in Sachsen-Anhalt wohnen, werden bald die Koffer packen und in andere Bundesländer – insbesondere westdeutsche - umziehen. Wer will auch schon mit dunkler Hautfarbe in einem Land wohnen, das kurz vor der Machtergreifung durch eine Partei steht, welche sich ein ähnlich brutale Abschiebe-Polizei wie in den USA wünscht. Die Amerikaner haben dafür den Ausdruck „Trump’s Gestapo“. 

Die Abwanderung beschleunigen die Headhunter, welche jetzt gegen Honorar ausländische Fachkräfte aus Sachsen-Anhalt für Arbeitgeber in anderen Bundesländern abwerben – wo sie ungestört von der AfD arbeiten können. Die Direktansprachen über social media – auch Linkedin – laufen bereits. 

Dazu kommen die Anwerbe-Abteilungen von Bayern, Baden-Württemberg, München, Hamburg, Stuttgart usw. „Kommt zu uns, bei uns seid Ihr vor der AfD sicher, wir rollen Euch den roten Teppich aus“. Die freuen sich über das Wahlergebnis.

Betriebe in Sachsen-Anhalt brauchen sich um neue ausländische Fachkräfte gar nicht mehr erst zu bewerben. Auch in Afrika und Indien ist man gut über dieses Wahlergebnis informiert.

In den Krankenhäusern, Pflegeheimen, Arztpraxen, Restaurants, Handwerksbetrieben usw. in Sachsen-Anhalt wird es allmählich immer einsamer werden.

Investitionen für die anderen Bundesländer

Welcher Investor / Betrieb – egal ob aus dem Inland oder Ausland - wird jetzt noch in einem Bundesland investieren, welches keine ausländischen Fachkräfte mehr bekommen wird?

Wenn verschiedene deutsche Standorte um Investitionen konkurrieren, wird künftig ein entscheidender Standortfaktor das jüngste Wahlergebnis der AfD sein. Je weniger AfD-Anteil, umso größer die Chance des Standorts, den Zuschlag zu bekommen.



WiWo hier  Jannik Deters  13.09.2026

Wie ausländische Akademiker in Sachsen-Anhalt mit der AfD umgehen

In Sachsen-Anhalt arbeiten viele ausländische Studenten und Wissenschaftler an Zukunftstechnologien – und mindern den Fachkräftemangel. Doch wie lange noch?

Seit dem Ende der DDR ist Ayoub Al-Hamadi Magdeburger: 1989 kam er aus dem Jemen, machte einen Sprachkurs in Köthen. In Magdeburg, Hauptstadt Sachsen-Anhalts, studierte er anschließend Elektro- und Automatisierungstechnik, promovierte in technischer Informatik – und blieb. Heute leitet er das Institut für Neuro-Informationstechnik an der Otto-von-Guericke-Universität. Die Entwicklung Magdeburgs in diesen Jahrzehnten empfinde er „als äußerst beeindruckend“. Und er fügt direkt an, dass er seinen Teil dazu beigetragen habe: indem er ausländische Studenten und Wissenschaftlerinnen nach Magdeburg geholt habe. „Ich hoffe zutiefst, dass das, was wir bis heute gemeinsam aufgebaut haben, nicht aufs Spiel gesetzt wird.“

Diese Hoffnung richtet sich direkt an die AfD, die bei den Landtagswahlen am vergangenen Wochenende 43,8 Prozent der Stimmen holte – und mit weitem Abstand stärkste Kraft wurde. Noch ist unklar, ob die in Teilen als rechtsextrem eingestufte Partei Al-Hamadis Hoffnung erfüllt.

Schaut man ins AfD-Wahlprogramm und hört man die Forderungen nach Abschiebungen von Einwanderern und Einschränkungen für Hochschulen, ist es zumindest fraglich. So will die AfD die Bologna-Reform rückgängig machen, also Bachelor und Master abschaffen, englischsprachige Studiengänge verhindern und die Kontrolle internationaler Studierender verschärfen. 2025 erkundigte sich die Partei im Landtag per kleiner Anfrage nach Abschiebemöglichkeiten für Studenten aus dem Ausland.

Wie gehen ausländische Fachkräfte, Studentinnen und Forscher mit dieser Ungewissheit um? Was bedeutet der Sieg der AfD für ihre Karriere? Und was fürs Land?

Nasr Shaibani kommt ebenfalls aus dem Jemen, ist 24 Jahre alt und studiert in Halle an der Saale im sechsten Semester Jura. Er ist einer von 11.000 ausländischen Studenten in Sachsen-Anhalt – und einer jener Menschen, die Deutschland aufgrund des demografischen Wandels dringend braucht.

Gewollt, geduldet – oder abgeschoben?

Die Gesellschaft altert. In den kommenden zehn Jahren fehlen in Sachsen-Anhalt den Prognosen nach 20.000 Fachkräfte im Pflege- und Gesundheitsbereich – ähnliche Engpässe zeichnen sich in der Medizin und den Ingenieurwissenschaften ab. „Ohne internationale Studierende verspielen wir wichtige Chancen auf zukunftsfähige Lösungen für diese drängenden gesellschaftlichen Probleme sowie die Wettbewerbsfähigkeit der Industrienation Deutschland“, sagt Shaibani.

Als Referent für Internationales begleitet er ausländische Studierende bei Behördengängen oder wirkt an einer universitären Internationalisierungsstrategie mit. Er und seine Mitstreiter wollen ausländische Studierende Sachsen-Anhalt langfristig schmackhaft machen, sie vermitteln ihnen Treffen mit möglichen Arbeitgebern und Jobs und bieten Schulungen für Bewerbungen und in arbeitsrechtlichen Fragen an.

Rassismus, erzählt Shaibani am Telefon, sei in Sachsen-Anhalt alltäglich. Wenn nicht durch blöde Sprüche, dann zumindest durch abschätzige Blicke. Eine Deutsche, die seit zwei Jahren in Magdeburg studiert und fast ausschließlich ausländische Kommilitonen hat, berichtet, diese hätten in den vergangenen Wochen vermehrt Feindseligkeiten erlebt, würden angepöbelt, wechselten die Straßenseite. Was sie manchmal schütze: Sie verstehen die Beleidigungen nicht, weil sie kein Deutsch sprechen, auf Englisch studieren. Gerade in Magdeburg gibt es viele Studiengänge auf Englisch. Die Uni hat einen der wenigen Reinräume für die Arbeit mit Computerchips und einen der wenigen Studiengänge für Integrative Neurowissenschaft.

Shaibani sagt, er könne sich gegen Rassismus gut verteidigen. Viele zögen sich zurück, wenn sie merkten: Der kann Deutsch. Im Hotel auf der Arbeit, die er parallel zum Studium macht, höre er manchmal: Du bist einer von den Guten. „Das ist natürlich auch nicht besser.“

Seit fünf Jahren lebt der junge Mann in Halle. „Ich will hier nicht weg“, sagt er, „aber ich befürchte, dass ich irgendwann muss.“ Auch Shaibanis Landsmann Al-Hamadi lebt gerne in Magdeburg. Vor zwölf Jahren, kurz bevor seine Heimat in Bürgerkrieg und Armut versank, hatte er Ambitionen auf das Amt des jemenitischen Präsidenten. Doch daraus wurde nichts.

An Magdeburg schätze er die „beeindruckende Transformation“, kurze Wege, „hohe grüne Lebensqualität“ und das wissenschaftliche Potenzial der Hochschulen. 

Rassismus habe er persönlich nicht erlebt. Aber: „Wenn politische Fehlentscheidungen zu steigender Arbeitslosigkeit, hoher Inflation und schwindender Attraktivität des Standorts führen, wächst der gesellschaftliche Druck“, sagt er. Dann breitet „sich Rassismus oft schrittweise aus – vor allem durch eine Verunsicherung in der Bevölkerung, wenn fälschlicherweise die Wahrnehmung entsteht, dass ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger einem die Arbeitsplätze streitig machen würden“.

Der Professor will die AfD mit Zahlen überzeugen

Wie sich die Lage für die Forschungslandschaft entwickele, hänge „maßgeblich davon ab, welche Signale die künftige Landesregierung in den ersten Monaten aussendet“, sagt Ayoub Al-Hamadi. Zahlreiche Kollegen, vor allem solche mit Migrationshintergrund, beschäftigten sich „sehr konkret mit dem Gedanken, in ein anderes Bundesland zu wechseln“. Dieser Unklarheit müssten die Politiker entgegentreten, fordert er. „Wissenschaft, Forschung und Lehre müssen frei von politischen Vorgaben agieren können.“ Grenzenloser Austausch und gezielte Internationalisierung seien entscheidend, um Fachkräfte, Investoren und ausländische Studierende für Sachsen-Anhalt und Deutschland zu gewinnen.

In den deutschsprachigen Masterstudiengängen für Computerwissenschaft, Informatik oder IT, erzählt Al-Hamadi, sind in Ostdeutschland oft weniger als 25 Personen eingeschrieben. „Wir waren und sind daher darauf angewiesen, internationale Studierende zu gewinnen. Wenn die politische Stimmung Menschen abschreckt, denken folglich auch hervorragende Köpfe darüber nach, das Bundesland zu verlassen – ein Verlust, den wir uns schlichtweg nicht leisten können.“ Sollte die AfD tatsächlich die Ausbildung ausländischer Fachkräfte verhindern, würden sich die Probleme „von Monat zu Monat vergrößern – bis hin zu Unternehmensinsolvenzen und dem Verlust unserer Wettbewerbsfähigkeit“, so der Universitätsprofessor.

Dass dieser Befund so klar, so offensichtlich sei, stimme ihn optimistisch. Er nennt das die „Logik der Notwendigkeit“. Sie sei nicht wegzudiskutieren, auch nicht von einer AfD‑Regierung. Den Namen der Partei nennt Al-Hamadi kein einziges Mal. 

Wissenschaftler wie er werden mit den AfD-Vertretern übereinkommen müssen. Eine Abschottung  könnte eine nötige Zusammenarbeit ebenso erschweren wie eine  Konfrontation. Al-Hamadi wählt einen pragmatischen Weg – ohne zu verharmlosen. „Ein zentraler Schlüssel liegt in den Kindern und Jugendlichen mit Flucht- oder Migrationshintergrund, die bereits bei uns leben“, sagt er. „Anstatt sie in politischen Scheindebatten pauschal zu stigmatisieren, müssen wir vom ersten Tag an massiv in ihre Bildung investieren.“


Moritz Kraemer

Falls zukünftig die AfD in Sachsen-Anhalt regieren sollte, welche Anleger würden die €25 Mrd Schulden des Bundeslands halten wollen? 

Die Frage drängt sich um so mehr auf, wenn nach Schätzungen des Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle das Defizit bei der 1:1 Umsetzung des AfD-Regierungsprogramms signifikant steigen dürfte. 

Und falls eine AfD-Regierung in Magdeburg Gesetze erlassen sollte, die im Widerspruch zu Bundesrecht oder gar dem Grundgesetz stehen, könnte auch nicht ausgeschlossen werden, dass etwa Bundesergänzungszuweisungen oder Mittel aus dem Länderfinanzausgleich zeitweise eingefroren werden. Diese Transfers finanzieren etwa 15% aller Ausgaben der Landesregierung. 

Sachsen-Anhalt hat ein AAA-Rating von Fitch und Scope. Das basiert aber auf einem reibungslos funktionierenden Finanzföderalismus inkl. pünktlicher Transferzahlungen an Magdeburg. In der ganzen Nachkriegsgeschichte Deutschlands gab es auch nie wirklich Zweifel daran, dass das funktionieren wird. 

Ob das auch perspektivisch gilt für eine quasi-revolutionäre AfD-Regierung werden wir möglicherweise bald herausfinden. 

Danke für das Interview Hanno Mußler und FAZ. 




Rainer Faus / LinkedIn 

Bei den Wahlmotiven und Gründen für die 44 % der AfD in #SachsenAnhalt geht viel durcheinander – räumen wir auf.

❌ Es heißt, AfD-Wählende seien finanziell abgehängt. Objektive Daten zum Einkommen geben das nicht her, sie 'fühlen' sich lediglich abgehängt, das reicht aber.

✅ Ein Motiv für die AfD-Wahl liefert die 'Themen-Priorität' ihrer Wähler:innen: Migration und Sicherheit. Aber: Sachsen-Anhalt hat einen der niedrigsten Migrationshintergrund-Anteile bundesweit (12,0 %), Kriminalität ist am Sinken, Asylanträge bundesweit ebenfalls. Ein Migrations- oder Sicherheitsproblem gibt es in Sachsen-Anhalt schlicht nicht – es ist eher vorgestellt als real. Das reicht aber, um xenophobe Instinkte zu wecken. Die unter AfD-Wählenden uniform geteilte Sorge vor Überfremdung passt dazu.

AfD-Wählende sehen die AfD 'eher in der Mitte'. Die Partei ist allerdings in SAH gesichert rechtsextrem und bemüht sich nicht mal, das zu verbergen. Aber: AfD-Wählende sehen alles links der AfD als 'links', und wenn man rechts ist und alles glaubt, was die Partei sagt, kommt das auch ungefähr hin.

Warum das alles funktioniert?

➡️ Wir leben in gesellschaftlich konstruierten Parallelwelten. AfD-Wählende nehmen Realität völlig anders wahr, ihre Beliefs decken sich mit der Kommunikation der Partei und ihres Umfelds: Sie 'nehmen Euch das letzte Hemd', 'die kriegen alles, und wir kriegen nichts' und 'die Politik verschenkt lieber Geld in die Ukraine, statt uns zu helfen'. 

➡️ AfD-Kommunikation läuft stark über direkte Kanäle, vor allem in sozialen Medien. Seriösen Medien glauben sie kaum noch, Desinformation aus In- und Ausland tut ihr Übriges.

➡️ Und dann greift das Thomas-Theorem: "If men define situations as real, they are real in their consequences."

➡️ Wichtig zu verstehen bei 'Parteikompetenzen': Die AfD wird nicht gewählt, weil sie kompetent ist – vielmehr 'folgen' zugeschriebene Kompetenzen dem Wahlanteil. Lediglich bei Asyl und innerer Sicherheit liegen Kompetenzwerte über ihrem Wahlanteil und – siehe oben – genau darum geht's AfD-Wählenden: Remigration.

➡️ Wut und Frust über Bundesregierung und Kanzler tun ihr Übriges, und dazu ist AfD-Spitzenkandidat #Siegmund anschlussfähig und wählbar.

➡️ Klar, er hat die Wahl nicht allein gewonnen. Aber anders als Höcke (TH) oder Frohnmaier (BW) war Siegmund keine Hypothek, sondern ein Zugpferd für die Partei – und macht dann eben den Unterschied zwischen einem Wert in den hohen 30ern und den erzielten 44 %.

Nach wie vor fehlen den etablierten Parteien der Mitte sinnvolle Ansätze, wieder Zuspruch zu generieren. Ansätze, die über das Kopieren der AfD hinausgehen und eigene Zukunftsentwürfe liefern, die an die Lebenswelt der Menschen anknüpfen. Die Potenziale sind da, die Leute müssen aber – auch emotional – abgeholt werden. Bei den beschriebenen Parallelwelten bleibt das aber eine Mammutaufgabe.


Quellen:

https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Migration-Integration/Tabellen/migrationshintergrund-laender.html

https://www.bamf.de/SharedDocs/Meldungen/DE/2026/260703-asylzahlen-juni-2026.html

https://polizei.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/MI/Polizei/Praevention/Kriminalpraevention/PKS_und_PMK/2025_PKS-Jahresabschluss.pdf

https://www.kas.de/de/monitor-wahl-und-sozialforschung/detail/-/content/wahlanalyse-der-landtagswahl-sachsen-anhalt-am-6-september-2026

https://www.tagesschau.de/inland/landtagswahlen/sachsen-anhalt/2026/afd


 

Christian Siebert / LinkedIn

Die Menschen in diesem Land sind nicht blöd. Okay, die meisten sind nicht blöd. Selbst die, die die AfD wählen, haben dafür manchmal sogar Gründe.

Der Artikel ist auf welt.de nicht mehr verfügbar.

Es ist nicht immer Fremdenhass. Es ist nicht immer der blanke Selbstzerstörungstrieb, der die Menschen dazu bringt, ihr Kreuz bei einer rechtsextremen Partei zu machen.

Es ist auch die wachsende Ungleichheit und das Gefühl nicht gesehen zu werden von "denen da oben".

Denn offensichtlich wird schon seit Jahren eine Politik gegen 95% Prozent der Bevölkerung in diesem Land gemacht. 

Wenn es den gewählten Vorlksvertreter:innen wirklich um das Interesse aller Bürger:innen in diesem Land ginge, und nicht nur um die obersten Prozente, hätten wir längst wieder eine Vermögenssteuer (die derzeit nur ausgesetzt ist). Politik würde Millionen-Erbschaften konsequent besteuern und verhindern, dass sich Millionär:innen mit krummen Steuertricks, wie Cum-Ex noch mehr die Taschen voll machen. 

Während Menschen für eine Schwarzfahrt mit der Straßenbahn ins Gefängnis kommen können, dürfen Superreiche wie Mathias Döpfner 1 Mrd. Euro in Aktien geschenkt bekommen, ohne darauf einen einzigen Cent Steuern zahlen zu müssen. Wer gerade nicht genug Geld flüssig hat, weil er, wie Döpfner, vorher alles investiert hat, muss halt nichts zahlen, dank Verschonungsbedarfsprüfung. Zu verlangen, einen Teil der Aktien zu verkaufen wäre ja zu viel verlangt.

Marcel Fratzscher und das DIW kommen allein für eine Wiedereinführung der Vermögenssteuer auf bis zu ca.150 Mrd. zusätzliche Steuereinnahmen. Klar, das kann je nach Ausgestaltung auch weniger sein. Cum-Ex Deals haben schätzungsweise einen Schaden von über 30 Mrd. Euro in Deutschland verursacht. Bei Erbschaften im Millionenbereich entgehen dem Deutschen Staat laut DIW etwa 7,8 Mrd. Euro jährlich.  

Was wird dagegen getan? Nichts oder viel zu wenig.

Stattdessen heißt es, die Menschen im Land seien faul oder Nutznießer:innen, kleine Paschas oder Asyltourist:innen. Und das müssen sich Millionen fleißiger Menschen, die am Monatsende jeden Euro umdrehen müssen, von einer kleinen Elite von Mionnionär:innen anhören. Das hat leider keine Pointe.

Die Politik verteidigt die Privilegien der obersten Prozente, während sie dem Rest immer höhere Bürden auferlegt. Man muss kein Faschist sein, um sich zu denken, dass da irgend etwas gewaltig schief läuft.

Das ist kein Grund Faschisten zu wählen. Das macht nichts besser. Im Gegenteil. Die sorgen dafür, dass das alles noch schlimmer wird.Es braucht sich aber auch niemand aus der aktuellen Regierung hinzustellen und so tun, als hätte man mit der Unzufriedenheit nichts zu tun.

Die AfD hat keine Lösungen. Ihre Narrative zu übernehmen bedeutet sich selbst zu zerlegen. Und das demonstriert die CDU gerade auf ganzer Linie. Nur verstanden hat sie es nicht.


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