Gavin Mooney
Australien durchläuft eine der schnellsten Stromumstellungen in der entwickelten Welt, aber die nächste Phase wird schwieriger sein als die letzte.
Vor nur zehn Jahren stammten fast 90 % des australischen Stroms aus fossilen Brennstoffen. Heute stammt fast die Hälfte aus erneuerbaren Energien.
Das ist eine schnelle Veränderung, und sie ist viel schneller geschehen, als in Regionen wie der EU oder Nordamerika.
Einige Faktoren haben den Übergang in diesem Tempo vorangetrieben:
✅ Solaranlagen auf Dächern in großem Maßstab. Mehr als vier Millionen Haushalte verfügen mittlerweile über Solarmodule.
✅ Weltklasse-Wind- und Solarressourcen. In Kombination mit sinkenden Technologiekosten hat dies sauberen Strom zunehmend wettbewerbsfähig gemacht.
✅ Eine alternde Kohleflotte. Viele Kohlekraftwerke sind inzwischen 40 bis 50 Jahre alt, was den Bedarf an Ersatzkapazität zunehmend dringlich macht.
Aber in der nächsten Phase wird es schwieriger.
Australien fügt weiterhin viel Solaranlage und Batteriespeicher auf Dächern hinzu. Die schwierigere Aufgabe besteht darin, genügend großflächige erneuerbare Energien zu bauen, insbesondere Windenergie, da alternde Kohlekraftwerke weniger zuverlässig werden und sich dem Ruhestand nähern.
Das ist nicht nur ein technisches Problem. Es ist ein Lieferproblem.
Projekte benötigen eine Baugenehmigung, Netzanschlüsse, Übertragungszugang, Unterstützung der Gemeinschaft und Finanzierung. Und derzeit bewegen sich großflächige Investitionen in erneuerbare Energien immer noch langsamer als nötig.
Das Capacity Investment Scheme ist darauf ausgelegt, das Umsatzrisiko für neue saubere Erzeugung und Speicherung zu reduzieren. Aber eine Auktion zu gewinnen ist nicht dasselbe wie finanzielle Schließung zu erreichen, und finanzielle Schließung ist nicht dasselbe wie Strom ins Netz zu liefern.
Die Herausforderung hat sich also verschoben.
Australien hat bereits gezeigt, wie schnell sich der Strommix verändern kann, sobald Solaranlagen auf Dächern, erneuerbare Energien im Versorgungsmaßstab und alternde Kohle in dieselbe Richtung ziehen.
Der nächste Test ist, ob die nächste Welle groß angelegter Projekte schnell genug gebaut werden kann, damit die Kohle rechtzeitig das System verlassen kann.
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