Freitag, 11. September 2026

Not macht erfinderisch - auch in Kuba ändert sich so einiges...

Gavin Mooney

Kubas ikonische alte Benzinautos werden durch solarbetriebene elektrische Dreiräder ersetzt. 

Das passiert nicht, weil Kuba eine sauber geplante EV-Strategie hat. Das passiert, weil das Land mit einer langanhaltenden Kraftstoffkrise und wiederholten Stromausfällen zu kämpfen hat. 

Benzin ist knapp, der öffentliche Nahverkehr wurde gekürzt und das Stromnetz steht unter starker Belastung.

Und genau das macht die Solarpanels so interessant.

Viele Besitzer haben Paneele an den Markisen ihrer elektrischen Dreiräder angebracht. Der Wechsel auf Elektro verringert die Abhängigkeit von knappem Benzin. Die Solarpanels lösen dann das Problem, wie man lädt, wenn das Netz unzuverlässig ist. 

Laut AP kosten die Fahrzeuge etwa 2.000 bis 4.000 US-Dollar und werden nun zum Transport von Gütern, zum Befahren von früher von Bussen bedienten Strecken und sogar zur Abfuhr von Müll genutzt.

Dies ist keine geordnete, von oben gesteuerte Übergangsgeschichte. Es ist menschlicher als das. 

Es geht darum, dass Menschen sich mit den verfügbaren Werkzeugen anpassen: kleinen Elektrofahrzeugen, kleinen Batterien und kleinen Solarpanels. Diese werden Kubas Energiekrise nicht allein lösen, aber zusammen schaffen sie Widerstandsfähigkeiten in einem sehr schwierigen System.

Hier gibt es auch eine umfassendere Lehre.

Jahrzehntelang ging es bei Energiesicherheit vor allem darum, den Zugang zu fossilen Brennstoffen zu sichern. Heutzutage geht es zunehmend darum, den Bedarf daran zu verringern.

Solarbetriebene Dreiräder sind ein kleines Beispiel. Aber sie zeigen die Logik sehr deutlich: Wenn Kraftstoff knapp ist und das Netz unzuverlässig, wird die Möglichkeit, auch nur ein wenig Strom lokal zu erzeugen, sehr wertvoll.

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