Samstag, 26. September 2026

Das einzige Wasser weit und breit findet sich noch in mehreren Biberteichen....

Christof Angst

Leiter Nationale Biberfachstelle des Bundesamtes für Umwelt bei info fauna

Heute bin ich einem Biber-Bauwerk begegnet, das mich einmal mehr staunen lässt.

Parallel zu einem Bachlauf, den die Biber aufgestaut haben, hat sich durch Grundwasseraufstoss in einer Senke ein Teich gebildet: 20 m lang, 2–3 m breit, am Waldrand gelegen, 2 m tiefer als die angrenzende Landwirtschaftsfläche. Die Biber nutzen ihn als sicheren Zwischenhalt auf dem Weg zum Mais.

Der Bach ist seit 2 Monaten ausgetrocknet. Das einzige Wasser weit und breit findet sich noch in mehreren Biberteichen – und deren Wasserstand war bei jedem meiner Besuche ein Stück tiefer. 

Also haben die Biber kurzerhand den Grundwasseraufstoss „ausgebaggert“ und den Schlamm am Ufer aufgetürmt (siehe auch https://lnkd.in/eQ2sqJtq).

Ich folge dem Teich in Richtung Bach. Er verengt sich – und plötzlich stehe ich vor einem geometrisch angelegten Kanal: 50 cm breit, 60 cm tief, 18 m lang. Das macht 5,4 m³ lehmhaltigen Boden. Bei rund 2 Tonnen pro m³ sind das über 10 Tonnen Aushub – für diesen einen Kanal!

Er verbindet den Biberteich mit dem Grundwasseraufstoss und lässt die Biber schwimmend und in Sicherheit zwischen den beiden Gewässern wechseln.

Unglaublich, was Biber auf sich nehmen, um nicht über Land gehen zu müssen.


Film https://youtu.be/-LGRFfb8pjc?is=AyScdWJte8GpEFkT

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen