Utopia hier Von Benjamin Hecht 10. September 2026
EU: Erneuerbare Energien schaffen Hunderttausende Jobs – Bericht prognostiziert weiteren WachstumSolar, Wind, Wärmepumpen und Batterien schaffen in der EU Hunderttausende Jobs. Ein neuer Bericht zeigt, in welchen Sektoren die Beschäftigung wächst und welche Fachkräfte jetzt benötigt werden, um die Energiewende voranzubringen.
Die Energiewende schafft in der Europäischen Union bereits Hunderttausende Arbeitsplätze. Ein neuer Bericht der Europäischen Umweltagentur (EEA) untersucht die Beschäftigung in vier Bereichen: Windenergie, Solarstrom, Wärmepumpen und Batterien.
Windenergie ist dabei der größte Arbeitgeber. Im Jahr 2023 arbeiteten in der EU rund 273.500 Menschen direkt in diesem Bereich. Bei Solarstrom waren es mehr als 227.000.
Der Wärmepumpensektor beschäftigte rund 80.100 Menschen, die Batteriebranche etwa 33.000.
Gute Aussichten für Wind und Solar
Die EEA erwartet, dass die Beschäftigung weiter wächst. In den untersuchten Szenarien könnten bis 2030 sowohl die Windenergie als auch die Solarbranche jeweils mehr als 500.000 Beschäftigte zählen. Bei Wärmepumpen könnte die Beschäftigung laut Bericht auf 150.000 bis 250.000 Personen steigen.
Besonders dynamisch entwickelte sich zuletzt die Batteriebranche. Zwischen 2018 und 2023 wuchs die Beschäftigung dort schneller als in den drei anderen untersuchten Bereichen. Die meisten Stellen entstehen in der Produktion. Forschung und Entwicklung bleiben wichtig, damit Europa bei neuen Batterietechnologien mithalten kann.
Fachkräfte werden knapp
Der Aufschwung stößt jedoch auf ein praktisches Problem: In vielen EU-Ländern fehlen Fachkräfte. Besonders knapp sind Elektroinstallateur:innen im Bauwesen, 21 von 27 EU-Mitgliedstaaten (darunter Deutschland) berichten hier von einem Mangel. Aber auch Klempner:innen, Elektromechaniker:innen, Techniker:innen und Ingenieur:innen werden in vielen EU-Ländern stark nachgefragt.
Ohne zusätzliche Aus- und Weiterbildungen könnte sich der Ausbau von Windkraft, Solarstrom und Wärmepumpen deshalb verlangsamen. Die EEA nennt deshalb bessere Qualifizierung, Umschulung und leichter zugängliche Bildungsangebote als wichtige Voraussetzungen für weiteres Wachstum.
Frauen sind unterrepräsentiert
Frauen stellen derzeit je nach Bereich nur 14 bis 26 Prozent der Beschäftigten. Junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren machen in den Wertschöpfungsketten von Windenergie, Solarstrom und Wärmepumpen lediglich sechs bis sieben Prozent der Belegschaften aus.
Auch die Qualität der Arbeitsplätze unterscheidet sich. Tätigkeiten im Bausegment gehören laut EEA zu den am niedrigsten bezahlten Bereichen der untersuchten Wertschöpfungsketten. Bau- und Installationsarbeiten sind zudem häufiger körperlich belastend und bieten weniger Weiterbildungsmöglichkeiten. Der Bericht fordert deshalb nicht nur mehr Jobs, sondern faire Arbeitsbedingungen und sichere Beschäftigung.
Utopia.de meint: Die Energiewende sichert unseren Wohlstand
Fortschrittsgegner versuchen oft, Klimaschutz und Wirtschaftswachstum als Widerspruch zu deklarieren. Ganz nach dem Motto: Wer auf Erneuerbare Energien, Wärmepumpen und E-Autos setzt, riskiert seinen Wohlstand. Der neue EEA-Bericht belegt, dass dieses Argument nicht stimmt. Eher ist das Gegenteil der Fall: Wind, Solar und Co. sind echte Wachstumsbranchen und generieren Hunderttausende Jobs.
Wer jetzt als Fachkraft dort einsteigt, trägt dazu bei, dass die Energiewende an Tempo gewinnt: Eine Win-Win-Win-Situation für das Klima, die Wirtschaft Europas und Arbeitnehmer:innen, die in unsicheren Zeiten einen aussichtsreichen Jobmarkt vorfinden.
Verwendete Quellen: EEA-Pressemitteilung, EEA-Bericht
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