Der Kampf ums Wasser im Südwesten der USA wird immer härter.
Am Hoover Dam lässt sich die Dimension der Krise kaum übersehen: Der Stausee Lake Mead ist nur noch zu knapp 27 Prozent gefüllt, der Wasserspiegel liegt fast 70 Meter unter seinem historischen Höchststand. Die hellen „Bathtub Rings“ an den Felsen zeigen eindrucksvoll, wo das Wasser einmal gestanden ist.
Bei meinem Besuch hatte es mehr als 40 Grad. Hitze, Dürre, ausbleibender Schneefall im Winter und ein dramatisch gesunkener Wasserstand treffen hier auf eine Region, in der Millionen Menschen leben und Landwirtschaft in großem Maßstab betrieben wird.
Doch es geht längst nicht mehr nur um Klimawandel und Wassermangel.
Es geht um die Frage: Wer bekommt wie viel Wasser?
Die sieben Bundesstaaten des Colorado-River-Beckens – Colorado, Wyoming, Utah, New Mexico, Arizona, Nevada und Kalifornien – streiten seit Jahrzehnten über die Verteilung des Flusses. Das komplexe Regelwerk aus Gesetzen, Verträgen und Gerichtsurteilen wird inzwischen unter dem Begriff „Law of the River“ zusammengefasst.
Angesichts der anhaltenden Dürre müssen die Regeln neu verhandelt werden. Gleichzeitig werden Wasserrechte immer stärker zum juristischen Konfliktfeld. Die Auseinandersetzungen ist aktuell beim Supreme Court, während die Bundesstaaten um ihre Ansprüche und die künftige Verteilung des Colorado River kämpfen.
Das Problem: Es gibt immer weniger Wasser – aber nicht weniger Ansprüche darauf.
Und auch die Stromproduktion steht auf dem Spiel. Sinkt der Pegel von Lake Mead weiter, wird bald auch der Betrieb der Turbinen des Hoover Dam gefährdet.
Der Südwesten der USA steht damit vor einer historischen Herausforderung: Wie verteilt man eine Ressource, von der schlicht nicht mehr genug vorhanden ist?
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