Tim Meyer / LinkedIn
Und wieder „Zahlen wie Donnerhall“:
die Bundesnetzagentur hat bekanntgegeben, wie viel Anschlusszusagen für Großbatteriespeicher bislang von den Netzbetreibern gegeben wurden.
Ende 2025 waren es insgesamt 54,2 GW bei VNB und ÜNB, davon knapp 34 GW im Jahr 2025.
Der Rest stammt aus den Vorjahren.
Und im ersten Quartal 2026 haben alleine die Übertragungsnetzbetreiber weitere 24,7 GW Anschlusszusagen erteilt.
Mit einer zugesagten Gesamtkapazität von 142,4 GWh Ende 2025 und den Zusagen der ÜNB aus Q1/2026 von weiteren 55,4 GWh macht das in Summe knapp 200 GWh Anschlusszusagen für Großbatterien bis 31.03.2026.
Wohlgemerkt: trotz all der Hürden und Steine,
die Großbatterien bis zur Anschlusszusage
aus dem Weg räumen müssen.
Das sagt auch etwas darüber, wie riesig der Marktdruck ist: Ende 2025 meldeten VNB und ÜNB
über 575 GW Anschlussanfragen
Auch die Zahlen der Anschlusszusagen muss man natürlich relativieren: eine Anschlusszusage ist noch kein finanziertes oder gar realisiertes Projekt. Der Vergleich mit der bisherigen IST-Entwicklung und der in den „Langfristszenarien“ der Bundesregierung von 2024 hinterlegten Höchstwerten von Batteriespeichern im Stromsystem 205 zeigt dennoch, wie unglaublich falsch unser Bild vom Energiesystem der Zukunft immer noch ist (Grafik4). Klar: in vielen Szenarien wurden die Annahmen für Batteriespeicher mittlerweile angehoben. Die Zukunft der Batterietechnik, -kosten und Einsatzgebiete dürften sie dennoch bei Weitem nicht abbilden.
Und wir reden hier gerade nur von Großbatterien. Die Millionen kleinen Systeme in Haushalt und Gewerbe, hunderte GWh aus vehicle2grid und was auch immer noch dem Markt so einfällt, sind da nicht eingerechnet.
Ceterum Censeo:
Batteriespeicher sind DER Game Changer im Energiesektor
Aber nicht nur im Sinne einer großartigen, einfachen und kostengünstigen Energiewende.
Sondern auch als gewaltige, dringend anzupackende Herausforderung zur Reform des Regulierungsrahmens und der technischen Spielregeln im Netz.
Ich habe großen Respekt davor, dass die Netzbetreiber sich zutrauen, 80 GW Großbatterien in ein stabiles Stromsystem zu integrieren, das bisher „nur“ grob 75 GW Gesamtlast kennt. Aber die aktuelle Batterierevolution braucht mehr als das: einen einheitlichen und chancenorientiert (!!!) gedachten Rahmen auch für Planung, Betrieb und Stabilität unseres Stromnetzes. Nicht, dass bei aller Freude über die Dynamik dieser Revolution tatsächlich Schädliches entsteht.
Jedenfalls werden wir mit immer günstigeren Batterien und immer leistungsfähigerer Elektronik unser Energiesystem bald nicht wiedererkennen. Gute Nachricht eigentlich.
P.S.: interessantes Detail: während sich die zugesagte Anschlussleistung grob Hälftig auf Übertragungs- und Verteilnetze verteilt, unterscheiden sich deren Auslegungsparameter deutlich:
- 2,1 Stunden Speichertiefe bei ÜNB (bei durchschnittlich über 380 MW Leistung)
- 3,1 Stunden Speichertiefe bei VNB (bei durchschnittlich 14,4 MW Leistung)
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