Donnerstag, 6. August 2026

Hagel haut`s mal wieder raus: Ceuta

 

Angelika Böhm

„Ceuta ist ein Warnsignal für Europa! – Manuel Hagel

Es wirkt schon lange fatal, dass und wie sich die CDU Deutschlands und die CDU Baden-Württemberg reflexartig auf das Thema Migration stürzen. 

Sowohl Friedrich Merz als auch ManuelHagel verstehen sich darauf, „hartes Durchgreifen“, „härtere Maßnahmen“ etc. zu fordern und zwar vorschnell. Ohne die außenpolitischen bzw. innen- und gesellschaftspolitischen Folgen zu bedenken.

So wirkt die CDU massiv daran mit, in der Gesellschaft Verunsicherung und Angst zu verbreiten. Wie zuletzt im Fall der Vorkommnisse in Ceuta deutlich wurde.

Die unrühmliche Rolle, die der Bundeskanzler in dem Zusammenhang gespielt hat, ist weithin bekannt. Die des baden-württembergischen Innenministers dagegen vermutlich eher nicht.

Daher jetzt eine Info dazu. En détail.

🔹 Manuel Hagel prescht gleich nach Bekanntwerden der Ereignisse in Ceuta ohne Not vor und bietet der Bundesregierung Unterstützung bei Grenzkontrollen an. Die Nachrichten von massenhaften Grenzdurchbrüchen seien besorgniserregend, schreibt Hagel gemeinsam mit seinem für Migration zuständigen Ministerkollegen und engen Vertrauten Moritz Oppelt (CDU) in einem Brief an Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU).

🔹 Am 31. Juli 2026 geht die dpa-Meldung „Lage in Ceuta – Hagel bietet Unterstützung bei Kontrollen an“ über den Ticker. Diverse Medien übernehmen sie zeitnah, eins zu eins, das heißt unbearbeitet, darunter auch die Süddeutsche Zeitung, DIE ZEIT etc.

🔹  Eine offizielle Pressemitteilung findet sich nicht. Zumindest nicht online. Weder im Pressebereich des Ministeriums des Inneren, für Digitalisierung und Europa noch auf den Seiten des Staatsministerium Baden-Württemberg. Aber das nur nebenbei.

🔹 Ebenfalls am 31. Juli 2026 erscheint auf der Plattform X ein Hagel-Post. Er verlinkt auf die Veröffentlichung der oben genannten dpa-Meldung durch die Süddeutsche Zeitung.

 🔹 Der Post im Wortlaut: 

„Ceuta ist ein Warnsignal für Euopa 

Menschen sterben, Sicherheitskräfte werden überrannt, die Außengrenze gerät außer Kontrolle. Das darf sich nicht auf den Schengen-Raum ausweiten. 

Jetzt braucht es entschlossenes Handeln: Europas Außengrenzen sichern, den Migrationspakt konsequent anwenden und illegale Migration wirksam begrenzen. Baden-Württemberg ist bereit, seinen Beitrag zu leisten.“

🔹 Bemerkenswert: Weder auf Instagram noch auf LinkedIn lässt Manuel Hagel meines Wissens etwas Vergleichbares zu Ceuta und seinem „Engagement“ kommunizieren. Honi soit qui mal y pense.

🔹 Mein Eindruck: Der CDU-Mann stellt sich gern ins rechte Licht, wobei „rechte“ gerne doppeldeutig verstanden werden darf.

Eine offizielle Pressemitteilung als „Vorlage“ für die dpa-Meldung „Lage in Ceuta – Hagel bietet Unterstützung bei Kontrollen an“ gibt es, so weit ich sehen kann, nicht. Zumindest nicht online. Weder im Pressebereich des Ministeriums des Inneren, für Digitalisierung und Europa noch auf den entsprechenden Seiten des Staatsministerium Baden-Württemberg. Vgl. bitte:

➡️ https://im.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse-und-oeffentlichkeitsarbeit/pressemitteilungen


📖 Noch ein aktueller Lesetipp zum Thema Ceuta und Europa: „Armutszeugnis“ von Anna Hunger, erschienen heute in der neuen Ausgabe der KONTEXT:Wochenzeitung: ➡️ https://www.kontextwochenzeitung.de/debatte/801/armutszeugnis-1-11047.html


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