Sonntag, 23. August 2026

Was ich nicht verstehe: Warum setzen wir nicht mit aller Konsequenz auf Elektrifizierung, Digitalisierung und Flexibilität?

 



Dr. Richard Lucht / LinkedIn

In den vergangenen Wochen über das Für und Wider der Energiewende in Deutschland zu streiten, war besonders mühsam. 

Angesichts einiger Größenordnungen gar absurd:

💶 984 Mio. € kostet die deutsche Wirtschaft ein einziger extremer Hitzetag über 35 °C.

🥵 Mindestens 14.000 Hitzetote gab es in Deutschland allein 2026 bereits.

🛢️ Rund 80 Mrd. € pro Jahr fließen für fossile Energieimporte ins Ausland.

🔋 Bis zu 255 Mrd. € Wertschöpfung könnten dezentrale Energielösungen bis 2045 für Deutschland schaffen.

📱 Noch immer sind über 90 % unserer Strommessstellen nicht mit einem intelligenten Messsystem ausgestattet.

⚡️ Knapp 30 % der weltweiten Neuwagenverkäufe werden 2026 bereits elektrisch sein.

🚗 Und Deutschlands heutige E-Autos könnten bei flächendeckendem bidirektionalem Laden schon heute rund 10 GW regelbare Leistung bereitstellen – ungefähr die Leistung von sieben großen Kernkraftwerksblöcken.

🔋 Gleichzeitig sind Lithium-Ionen-Batteriezellen in gut drei Jahrzehnten um mehr als 99 % billiger geworden.

Die Liste ließe sich fortsetzen.

Die Probleme eines Weiter-so sind bekannt. Die Technologien sind da. Und sie werden jedes Jahr besser und günstiger.

Was ich deshalb nicht verstehe:
Warum setzen wir nicht mit aller Konsequenz auf Elektrifizierung, Digitalisierung und Flexibilität?

Und warum gewinnen gleichzeitig politische Kräfte an Zustimmung, deren Antwort auf diesen technologischen Wandel im Wesentlichen lautet: zurück?

Und ja - die Zahlen sind alle mit Quellen belegbar.

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