Samstag, 22. August 2026

Wer soll von dieser Politik eigentlich profitieren?

 Stefan Hennig

Helft mir mal: Für wen wird hier eigentlich Wirtschafts- und Energiepolitik gemacht? Ich versteh's nicht mehr...

Nicht für Privathaushalte. Nicht für eine Autoindustrie, die gerade ums Überleben kämpft und einen stabilen Rahmen für ihre Transformation braucht statt neuer Hürden.

Reiches neues EEG will die Einspeisung aus Solaranlagen, Speichern und E-Autos dauerhaft pauschal auf die Hälfte kappen – auch bei smart gesteuerten Anlagen, die längst netzdienlich am Markt agieren. Getroffen wird ausgerechnet die Vehicle-to-Grid-Technologie, in die die Autoindustrie seit Jahren Milliarden investiert hat.

Eigentlich sollte diese Regel doch netzdienlich sein: nur kappen, wenn das Netz tatsächlich an seine Grenzen kommt. Stattdessen eine feste Obergrenze, unabhängig vom realen Bedarf.
Das wirkt weniger nach technischer Notwendigkeit als nach ideologischer Grundsatzentscheidung gegen Markt und Flexibilität.

Wer soll von dieser Politik eigentlich profitieren?


Rolf-Dieter Beitz 

…sehr traurig, mMn. allerdings auch verfassungsrechtlich bedenklich (zumindest eindeutig dem Amtseid widersprechend „…Schaden vom Volk abwenden, Wohlstand mehren…“); aber nützt ja nix; zuversichtlich bleiben und hoffen, dass auch dort -wie bei den privaten EE-Investoren- die „Energiewende von unten“ kommt 👇🏻 …also bei den Stadtwerken und kommunalen Betreibern, die Chancen wären ja da -allen (lobby-) politischen Ausbremsversuchen zum Trotz! 




Harald M. Depta 

Halbieren, um zu retten – Wirtschaftsministerin Katherina Reiche hat für die Energiewende offenbar ein neues Motto gefunden.

Ihr Plan zur EEG-Reform: Die staatliche Förderung für Solaranlagen soll weg.
Grundsätzlich richtig, mehr Markt ist überfällig.

Aber im selben Zug will sie die Einspeisung von Strom aus Solaranlagen und Speichern pauschal auf die Hälfte kappen. Nicht als Ausnahme bei Netzengpässen, sondern als Regelfall.

Viele erwarten: weniger Subvention, mehr Marktlogik, mehr Anreiz für Flexibilität. Das Gegenteil passiert. Wer Speicher intelligent steuert, bei negativen Preisen lädt und zu Spitzenzeiten einspeist, wird künftig bei der Hälfte seiner möglichen Leistung gedeckelt. 

Genau die Flexibilität, die das Stromsystem am dringendsten braucht, wird per Gesetz ausgebremst.

Ich kenne den Unterschied aus erster Hand. Meine Anlage mit 17,2 kWp, Batteriespeicher und Direktvermarktung lebt genau von dieser Flexibilität. Jede Kilowattstunde, die ich gezielt zum richtigen Zeitpunkt einspeise oder lade, ist bares Geld und ein Beitrag zur Netzstabilität. Eine pauschale Kappung entwertet dieses Prinzip komplett, unabhängig davon, ob das Netz vor Ort überhaupt ein Problem hat.

Nicht nur die Energiebranche ist irritiert, auch die Autoindustrie. Denn dieselbe Logik trifft perspektivisch bidirektionales Laden und flexible Fuhrparks. Wer Flexibilität regulatorisch bestraft, braucht sich über ausbleibende Investitionen nicht zu wundern.

Ein Gesetz, das offiziell Marktwirtschaft verspricht und faktisch Flexibilität bestraft, ist kein Reformschritt. Es ist ein Widerspruch mit Gesetzeskraft.



Christian Stoecker


Katherina Reiche macht immer die gleiche, durchsichtige, schlechte Politik: gegen Elektrifizierung, gegen Dezentralität, gegen Flexibilisierung. Sie arbeitet FÜR das alte Großkraftwerksmodell. Als ob jemand 1995 Politik für Mainframes und gegen das Internet gemacht hätte. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen