Konkret: Die Studie wirkt wie ein Wolkenkuckucksheim für Atomiker.
Die stellen sich tatsächlich eine Welt vor, in der wir große Teile unserer erneuten Energieerzeugung abreißen, keine neuen Erneuerbaren bauen und stattdessen 96 GW Atomkraft hinstellen.
Man stelle sich das vor: Das sind ungefähr 60 große Reaktoren in einem Land, das gesellschaftlich im Konsens aus der Atomkraft ausgestiegen ist. 60 große Atomkraftwerke sollen dann offensichtlich in 20 Jahren gebaut werden.
Zum Vergleich: Die Franzosen wollen sechs neue Atomkraftwerke bis 2038 bauen, also in zwölf Jahren.
Ich habe es so beschrieben: Mir kommt es vor, als hätten die auf dem Boden so einen Kinderspielteppich ausgerollt. Am Anfang standen dort überall Windkraftanlagen und Solardächer. Sie schmeißen sie alle auf einen Haufen, und stattdessen setzen sie dort Atomkraftwerke rein. Dieses Zielbild hatten sie im Blick, als sie die Kriterien für die Studie gemacht haben.
Man merkt das bei Kosten, die sie ansetzen. Man merkt das dabei, wie sie Kosten den Erneuerbaren zuschustern, die aber im Kern mit Elektrifizierung zu tun haben und viel weniger mit zum Beispiel Solardächern. Das als kostenoptimale Lösung zu verkauften, ist schon wirklich abenteuerlich.
Gestern hat die AfD diese Studie aufgegriffen und betont, dass sie ja besondere Relevanz habe, weil sie ja so gut sei. Ich überspitze ein wenig: Es ist nicht im Kopf auszuhalten. In unserem Artikel haben wir übergreifend darüber geschrieben, was der Grund dafür sein könnte, warum es solche Studien derzeit in die Medien schaffen.
Es ist mal nicht Daniel Wetzel, der das gemacht hat, sondern es ist Christian Geinitz von der FAZ. Das macht es aber auch nur unwesentlich besser. Wir vermuten, die Konservativen sind komplett am Rudern. Sie sind in fossiler Panik und versuchen verzweifelt, neue Narrative zu finden, um in der Klimapolitik wieder sprechfähig zu werden.
Das könnte auch die Sprachlosigkeit des Friedrich Merz erklären.
Die Rechtsextremen wiederum, sowohl in Frankreich als auch in Deutschland, erklären dagegen Atomkraft und Klimaanlagen zu Wunderlösungen. Das ist die einzige Aussage, die man von denen zu erwarten hat.
Link zum Artikel: https://www.cleanthinking.de/ges-studie-wolkenkuckucksheim-atomiker/
nur ein Umwelt- oder Landwirtschaftsthema.
kritischsten Infrastrukturen Europas.
Daniel Mautz
1.000-mal teurer als Haushaltsstrom und die Atomindustrie redet über Versorgungssicherheit.
Ein Mikroreaktor in Utah hat erstmals einen KI-Rechner mit Strom versorgt. Zehn Kilowatt elektrische Leistung. Für einen Nvidia-Rechner. Nicht für ein Rechenzentrum, nicht für eine Stadt, nicht für ein Industriegelände. Für einen Rechner auf einem Schreibtisch. Das ist der Stand nach 130 Millionen Dollar Investitionsvolumen.
Eine Überschlagsrechnung ergibt rund 322 Euro pro Kilowattstunde. Der Haushaltsstrom kostet 2026 im deutschen Schnitt 37 Cent. Der Faktor liegt also zwischen 800 und 1.100. Valar Atomics nennt weder Baukosten noch einen Zielpreis pro Kilowattstunde. Aber eine Milliarde Dollar frische Finanzierung gibt es trotzdem.
Nun könnte man sagen, das sei ein früher Prototyp und natürlich teuer. Stimmt. Genau dasselbe galt für Windkraft und Photovoltaik vor zwanzig Jahren. Dort ist die Lernkurve nachgewiesen, die Kosten sind um über 90 Prozent gefallen. Der Strom fließt heute günstig ins Netz.
Die Nuklearlobby erzählt uns, kleine modulare Reaktoren seien die Antwort auf KI-Energiehunger und Klimakatastrophe. Jedes Jahr, das mit Warten auf SMR-Genehmigungen vergeht, ist aber ein Jahr, in dem keine neuen Kapazitäten für erneuerbare Energien gebaut werden.
Versorgungssicherheit als Framing für Technologieoffenheit als Framing für Vertagung.
Zehn Kilowatt. Für einen Rechner. Eine Milliarde Dollar. 2028 vielleicht kommerziell.
Wind und Solar liefern heute.
Link: https://lnkd.in/e25vd-4i
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