Wie lange werden solche Meldungen überhaupt noch eine Nachricht wert sein?
Wann wird so eine Katastrophe ganz normal sein?
Wir müssen in den neuen Zeiten halt alle mit einem größeren Risiko leben, irgendein Ereignis kann es auch bei uns geben.
Daniel Mautz
Sölden versinkt im Schlamm. Wir diskutieren weiter über Technologieoffenheit.
In der Nacht auf den 30. Juli haben Murenabgänge und Überschwemmungen das Ötztal verwüstet.
In Vent schob sich eine großflächige Hangrutschung ins Tal. In Sölden liefen Tiefgaragen voll, eine Mure zerstörte die Brücke zum Klärwerk, 200 bis 300 Menschen wurden evakuiert. Feuerwehr, Bergrettung und Sanitäter:innen waren im Dauereinsatz. Verletzte gab es nach bisherigen Erkenntnissen keine. Das ist das Glück in dieser Geschichte. Alles andere ist Ergebnis verschleppter Klimapolitik.
Das als normales Alpenwetter abzutun, ignoriert die Datenlage mit beeindruckender Konsequenz.
Eine Studie der ZAMG und der Universität für Bodenkultur Wien hat rund 12.000 Murenereignisse zwischen 1962 und 2017 ausgewertet. Starkregenereignisse als Auslöser von Muren werden häufiger.
Das Bundesforschungszentrum für Wald prognostiziert zusätzlich eine jahreszeitliche Verschiebung dieser Extremereignisse als direkte Folge des Temperaturanstiegs im Alpenraum. Die Daten sind da. Sie waren es auch schon vor Sölden.
Die Klimakatastrophe materialisiert sich in Geröllmassen, zerstörter Infrastruktur und evakuierten Familien. Mitte Juli traf es Südtirol. Jetzt das Ötztal. Die Intervalle werden kürzer. Die Schäden größer.
Und die politische Antwort? Schein-Technologieoffenheit als Vertagungsstrategie, während die Berge buchstäblich abrutschen.
Die nächste Rechnung für verschleppten Klimaschutz liegt gerade in Sölden auf dem Tisch. Sie ist aus Schlamm.
Link: https://lnkd.in/eyEXK_jr
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen