Christoph Bautz / Campact
Ein einzelner Hitzetag kostet uns über 430 Millionen Euro. Diese Botschaft scheint nun auch bei der Merz-Regierung angekommen zu sein - zumindest in Teilen
Überfüllte Ambulanzen, Notaufnahmen und dramatische Szenen in Pflegeeinrichtungen: Das war das Ergebnis vor wenigen Wochen, als die Temperaturen in Teilen des Landes auf über 40 Grad schossen.
Die Rekordhitze führte laut aktuellen Schätzwerten des RKIs zu einer Sterberate ungeahnten Ausmaßes. Fast 10.000 Hitzetote und der Sommer geht gnadenlos weiter.
Der Wissenschaftliche Beirat Globale Umweltveränderungen (WBGU) der Bundesregierung hat bereits vor einiger Zeit in einem Gutachten herausgearbeitet, wie massiv die Herausforderungen für die Gesundheit sind und besonders sichtbar wird dies bei Hitze. Eine Analyse zeigt, dass ein einzelner Hitzetag die deutsche Wirtschaft über 430 Millionen Euro kostet. Ein Großteil davon durch sinkende Produktivität.
Die Botschaft scheint sich eingebrannt zu haben. “Ich glaube, die Lektion, die wir aus diesem Sommer gelernt haben, ist: Nächsten Sommer brauchen wir auch einen nationalen Aktionsplan, der dann alles aus den Ländern zusammen bündelt”, sagte kürzlich der Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth.
Gut so, wenn auch längst überfällig. Doch wie immer geht es im Kern um Geld und die Frage, wer das zahlt. Bislang liegt der Hitzeschutz bei den Ländern und Kommunen, die chronisch unterfinanziert sind. Der Vorstoß sieht jetzt vor, dass Hitzeschutz Bundessache werden soll. Auch hier sind die Gelder eng bemessen, aber der Spielraum dafür ist deutlich größer – über Steuern, Umschichtung oder den Abbau von fossilen Subventionen.
Nur stellt sich die Frage: Wie glaubwürdig ist das? Denn wer wie derzeit den Klima- und Transformationsfonds für das Stopfen für Haushaltslöcher nutzt statt der Transformation der Wirtschaft, verspielt enormes Vertrauen. Und hier sind wir beim Kern des Problems angekommen: Die Klimafolgen sind unübersehbar – für Mensch wie Wirtschaft zugleich. Doch parallel scheint in der Merz-Regierung das Motto zu herrschen, wenn ich nicht hinsehe, gibt es das Problem nicht. Und noch schlimmer: Klimamaßnahmen werden in Berlin und Brüssel zu Kleinholz verarbeitet.
Es muss also ein generelles Umdenken stattfinden. Eine kluge Kombination aus Klimaschutz und Klimaanpassung sind keine Optionen, sondern die Grundlage für alles.
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