Guenter "Ulv" Lintzen / LinkedIn
Wer schlau war, ist von Gas und Öl weg.
Die meisten Mieter hatten keine Wahl.
Da die korrupte deutsche Politik fossile Heizungen fördert und Vermieter nicht bestraft, die nicht sanieren. Ölheizungen wurden nun bis 2045 von der CDU/ SPD erlaubt. Unglaublich. Zahlen muss der Mieter diese Zeche. Der Vermieter hat sicher ne Wärmepumpe in seiner Villa. In Dänemark sind fossile Heizungen seit 15 Jahren verboten.
FAZ hier Von Patrick Welter 17.08.2026,
Der kommende Winter könnte den Euroraum härter treffen als Dürre und Hitze
Die Hitzewellen dürften das Wachstum nur bedingt belasten. Auch den Energiepreisschock im Zuge des Irankriegs hat die Wirtschaft im Euroraum gut verkraftet. Risiken konzentrieren sich zunehmend auf die Energie im kommenden Winter.
Malte Kreutzfeldt
Im letzten Jahr habe ich die Sorge vor Gasmangel im Winter noch für übertrieben gehalten.
Denn es ist ja zutreffend, dass durch die neuen LNG-Terminals und den Ausbau einiger Pipelines die Abhängigkeit von den Speichern geringer geworden ist: Damit wir sicher durch den Winter kommen, müssen sie im Herbst jetzt nicht mehr zu 95 Prozent gefüllt sein, sondern 80 Prozent reichen auch.
In diesem Jahr mache ich mir aber Sorgen.
Denn aktuell sind die Speicher zu weniger als 50 Prozent gefüllt, und wenn es beim aktuellen Speichertempo von etwa 0,15 Prozentpunkten pro Tag bleibt, stehen wir am 1. Oktober nur bei 57 Prozent. Das wären fast 20 Prozentpunkte weniger als ein Jahr zuvor - und am Ende des letzten Winters lag der Speicherstand bei 20 Prozent...
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bleibt trotzdem entspannt.
Dort setzt man zum einen darauf, dass das Tempo der Einspeicherung in den nächsten Wochen noch deutlich zunimmt. Zum anderen verweist man erneut auf die LNG-Terminals. Die allerdings gab es ja auch im letzten Winter schon, und auch da waren sie schon vergleichsweise hoch ausgelastet - die drei ind der Nordsee zu 65 Prozent, das in der Ostsee sogar zu 80 Prozent. Da gibt es also nicht mehr viel Luft nach oben, denn eine 100-Prozent-Auslastung ist nach Angaben der Betreiber nicht zu erreichen.
Was im kommenden Winter dagegen tatsächlich für etwas Entspannung sorgen könnte, ist ein weiteres LNG-Terminal, das im September in Stade den Betrieb aufnehmen soll.
Ob das alles planmäßig klappt, bleibt abzuwarten - und auch dann kann in diesem Winter nicht die volle Kapazität nicht genutzt werden, weil die dazugehörige Pipeline noch nicht fertig ist, so dass sich Stade und Brunsbüttel eine Pipeline teilen müssen. Wenn alles gut läuft, entspricht die Menge, die über das neue Terminal in vier Wintermonaten zusätzlich eingespeist werden kann, aber immerhin knapp 10 Prozent des Volumens der Gasspeicher.
Einen Winter wie den letzten würden wir demnach auch dann ohne Knappheit überstehen, wenn der Speicherstand zum Beginn der Heizperiode nicht bei 75 Prozent liegt, sondern nur bei 65 Prozent. Aber das gilt eben nur, wenn alles optimal läuft - der Winter darf nicht ungewöhnlich kalt werden und es darf keine Pipeline und kein Terminal ausfallen. Und auch Trump darf nicht plötzlich beschließen, aus irgendeinem Grund die LNG-Lieferungen nach Europa zu verringern.
Das kann gut gehen - aber riskant wäre es schon. Ich vermute, wenn im September absehbar ist, dass nicht mindestens ein Speicherstand von 70 Prozent erreicht wird, wird die Politik ihre Haltung, dass der Markt das allein regeln muss, noch einmal überdenken.
Eine gute Lösung wäre auch das nicht, weil eine vom Staat erzwungene Einspeicherung hohe Kosten verursacht. Aber solange wir noch in diesem Maß von fossilen Importen abhängig sind, sind gute Lösungen eben schwierig..
Catiana Krapp / Handelsblatt
Die Gasspeicher sind halb leer – und das Wirtschaftsministerium macht die Augen zu.
Die politischen Verantwortlichen in Deutschland, und ehrlicherweise auch in einigen anderen europäischen Ländern, pokern gerade. Der Einsatz ist die Energiesicherheit der Bürger.
Wenn es gut läuft, kommen wir problemlos durch den Winter. Dann können sich hinterher alle auf die Schultern klopfen, weil sie kein Geld für teure Gasvorräte verschwendet haben.
Aber wenn es schlecht läuft, wird der Winter kalt und wir sind auf maximale Gasimporte angewiesen. Wenn dann noch jemand eine norwegische Pipeline sprengt oder Trump sich überlegt, dass Gasexporte nach Europa gedrosselt gehören – dann ist hier Gaskrise.
Und das Ministerium? Appelliert an die Verantwortung der Gashändler. Das sind private Unternehmen, deren Rolle das Geldverdienen ist, und nicht der Schutz der Bürger. Die, deren Verantwortung das wäre, pfeifen auf Resilienz, und machen uns alle damit verwundbar.
Mein Kommentar und meine Analyse gibt's heute im Handelsblatt und unter den Links unten.
Euronews hier Piero Cingari 20/08/2026
Europas Gaspreise verdoppelt: das Schlimmste kommt erst noch
Die europäischen Gaspreise sind 2026 um 120 % explodiert; leere Speicher und unsichere Lieferungen machen Europa anfällig für einen teuren Winter.
Europa steckt mitten in einer weiteren sommerlichen Hitzewelle. Das ist ein Grund, warum der kommende Winter teuer werden dürfte.
Rekordtemperaturen treiben den Strombedarf in die Höhe. Gleichzeitig bremsen Dürre und Hitze die Produktion aus Wasser- und Atomkraftwerken. Dadurch springen Gaskraftwerke in die Bresche – ausgerechnet in dem Moment, in dem Europa eigentlich mehr Gas einlagern müsste.
Der Druck zeigt sich bereits an den Großhandelsmärkten für Gas.
Die Terminkontrakte auf niederländisches TTF-Gas, die wichtigste europäische Benchmark, sind seit Jahresbeginn 2026 um rund 120% gestiegen und lagen am 18. August bei etwa 63,70 Euro je Megawattstunde.
Die Gaspreise liegen damit noch klar unter dem Rekord von 350 Euro je Megawattstunde, der auf dem Höhepunkt der Energiekrise 2022 nach Russlands Angriff auf die Ukraine erreicht wurde. Doch Europa steuert mit ausgedünnten Lagern und wenig Puffer für einen weiteren Angebotsschock in den Winter.
Der größte Unsicherheitsfaktor ist nun das Wetter – eine Variable, die sich nicht steuern lässt.
Warum die Gaspreise in Europa wieder steigen
Der Preissprung hat sich ausgerechnet jetzt beschleunigt.
Normalerweise füllt Europa im Sommer seine Gasspeicher auf, bevor Haushalte sie in der Heizsaison wieder anzapfen.
In diesem Jahr stößt dieser Aufbau jedoch auf gleich mehrere Störungen.
Die Straße von Hormus ist de facto weiterhin blockiert, Norwegen hat Ausfälle auf seinen Gasfeldern verlängert, und die Dürre drückt die Stromproduktion aus Wasser- und Atomkraft.
Gaskraftwerke schließen einen Teil dieser Lücke, weil der Strombedarf in der Hitzewelle steigt. Das treibt die Nachfrage nach genau dem Brennstoff, den Europa für den Winter einlagern müsste.
Das Ergebnis ist ein Markt mit kaum Reserven.
„Mehrere negative Angebotsrisiken haben sich materialisiert, und die Füllstände der Gasspeicher sind vor Beginn der Heizsaison historisch niedrig“, schrieb der Ökonom Daniel Kral von Oxford Economics kürzlich.
Das Analysehaus rechnet damit, seine Prognose für die europäischen Gaspreise im September anzuheben – möglicherweise auf einen Durchschnitt nahe 60 Euro je Megawattstunde im vierten Quartal 2026 und im ersten Quartal 2027, nach derzeit 45 Euro.
Europa ist robuster geworden, aber nicht wetterfest
Europa hat seinen Gasverbrauch im Vergleich zu 2021 um rund 15% bis 20% gesenkt. Die Industrie nutzt weniger Gas, die erneuerbaren Energien wurden ausgebaut, und Wärmepumpen haben einen Teil der gasbetriebenen Heizungen ersetzt.
Auch das weltweite Angebot an Flüssigerdgas (LNG) ist gestiegen. Europa verfügt über mehr Importterminals und kann zusätzliche Ladungen anziehen, wenn die Preise klettern. Dadurch ist ein akuter physischer Mangel weit weniger wahrscheinlich als in der Krise 2021/2022.
Der geringere Verbrauch beseitigt Europas größte Schwachstelle jedoch nicht.
Nach Angaben von Oxford Economics bleibt der Zusammenhang zwischen Temperatur und Gasnachfrage nahezu linear. Im vergangenen Winter, als die Temperaturen vorübergehend unter den langjährigen Durchschnitt fielen, schrumpften die Einsparungen gegenüber der Zeit vor 2021 auf nur noch fünf bis zehn Prozent.
Europa hat seinen normalen Gasbedarf reduziert. Die Abhängigkeit vom Gas in ungewöhnlich kalten Wintern besteht aber weiter.
Deshalb sind gefüllte Speicher so wichtig.
Sie bilden den Puffer zwischen einem normalen Winter und einem Angebotsschock.
Sind die Lager gut gefüllt, können Händler eine Kältewelle abfedern, ohne aggressiv um neue Lieferungen zu bieten. Sind sie leer, wird jede kältere Woche als erwartet zum Wettlauf um verfügbares Gas.
Die entscheidende Kennzahl
Anfang August waren die europäischen Gasspeicher erst zu rund 57% gefüllt.
Daten des Branchenverbands Gas Infrastructure Europe bezifferten den Füllstand am ersten August auf 57,1% – der niedrigste Wert für diesen Zeitpunkt im Jahr in der verfügbaren Statistik.
Die EU schreibt weiterhin einen Zielwert von 90% vor, gibt den Mitgliedstaaten aber mehr Spielraum, wann sie ihn erreichen. Sie können die Marke zwischen dem ersten Oktober und dem ersten Dezember anpeilen; bei schwierigen Marktbedingungen gilt zusätzliche Flexibilität.
Brüssel hat die Staaten zudem ermutigt, diese Flexibilität zu nutzen und das Ziel bei schwierigen Marktbedingungen auf 80% zu senken.
Die Speicher sind Europas Energievorratskammer.
Steigende Gaspreise werden zum Problem für die EZB
An diesem Punkt ist die Gasrallye nicht mehr nur ein Thema für die Energiebranche.
Sie wird zu einer Inflationsgeschichte – und damit zu einem Problem für die Europäische Zentralbank (EZB).
Großhandelspreise für Gas reagieren viel schneller als Haushaltsrechnungen, weil Versorger ihre Einkäufe oft Monate im Voraus absichern. Nach Berechnungen von Oxford Economics erreicht die durchschnittliche Weitergabe an die Verbraucher ihren Höhepunkt etwa sechs Monate nach dem ersten Preissprung.
Dieser Schutz nimmt jedoch ab, wenn die Preise längere Zeit hoch bleiben. Läuft ein Vertrag aus und wird neu verhandelt, rücken die Endkundenpreise schrittweise näher an das Großmarktniveau.
Die Auswirkungen werden in Europa sehr unterschiedlich ausfallen.
Deutschland und Österreich haben tendenziell länger laufende Festpreisverträge, was die Preisdurchleitung bremst. In Frankreich, Italien und Spanien reagieren die Tarife schneller. In den Niederlanden erfolgt die Weitergabe nahezu unmittelbar.
Italien fällt besonders auf, weil sich dort eine relativ schnelle Preisdurchleitung mit einer hohen Gasabhängigkeit verbindet. Oxford Economics sieht das Land deshalb als die am stärksten gefährdete große Volkswirtschaft Europas bei einem Gasschock.
Damit ist die Gasrallye mehr als eine Rohstoffgeschichte. Sie könnte zu einem Thema für die Geldpolitik werden.
Oxford Economics schätzt, dass die Gesamtinflation im Euroraum in der zweiten Hälfte 2026 bei den aktuellen Großhandelspreisen für Gas eher Richtung drei Komma fünf Prozent tendieren könnte, statt knapp über drei Prozent, wie in der jüngsten Basisprognose.
Die EZB hat ihre Zinsen bereits als Reaktion auf einen energiegetriebenen Inflationsschub erhöht.
Die Finanzmärkte rechnen mehrheitlich mit einer weiteren Anhebung um 25 Basispunkte im September.
In ihren eigenen Juni-Projektionen geht die EZB bereits davon aus, dass die Gesamtinflation wegen höherer Energiepreise erhöht bleibt und im dritten und vierten Quartal 2026 bei drei Komma vier Prozent liegt.
Ein kälterer Winter könnte daher eine unangenehme Kombination bringen: eine geschwächte Kaufkraft der Haushalte und zugleich höhere Zinsen.
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