Montag, 10. August 2026

Wenn über Wasser verhandelt werden muss

Peter Magyar kündigt eine Kehrtwende in der Energiepolitik an: "Diese Situation hat die Vorgängerregierung durch Vernachlässigung und absichtlich schlechte Entscheidungen herbeigeführt" sagt er und will Batteriespeicher schnellstmöglich voranbringen.

Kann Frau Reiche, unsere Fossillobbyistin, die wesentlich lieber Treffen der Atomfreunde als die der Erneuerbaren Branche besucht, bitte etwas daraus lernen? Es wäre ja nur im Sinne der Bürger, die sie bezahlen...

ARD hier  08.08.2026 Von Mathias von Lieben,

Wenn über Wasser verhandelt wird Niedrigwasser in der Donau 

Welche Rolle die Slowakei für Ungarns Atomkraftwerk spielt

Wer bekommt wie viel Wasser? Zukünftig dürfte immer häufiger über die Verteilung knapper Mengen verhandelt werden. Wie komplex das sein kann, zeigen die aktuellen Gespräche zwischen Ungarn und der Slowakei.

Die Hitzewelle beherrscht auch in der Slowakei die Nachrichtensendungen. Am Donnerstag hatte der Slowakische Wetterdienst mit 42,2 Grad Celsius einen neuen Temperaturrekord gemessen.

Besonders deutlich zeigen sich die Folgen der Dürre am Donaukraftwerk Gabčíkovo, rund 60 Kilometer südlich von Bratislava. Hier wird die Donau aufgestaut. Ein Teil bleibt im alten Flussbett, der größere fließt durch einen Kanal zu den Kraftwerksturbinen. Normalerweise produzieren hier acht Turbinen fast zehn Prozent des slowakischen Stroms.

Wegen des Niedrigwassers laufe zurzeit nur aber noch eine, sagt Peter Molda, Chef des staatlichen Kraftwerksbetreibers. "Sollte sich die Situation noch weiter verschlechtern und die Durchflussmenge sinken, würde das zum Stillstand der Turbine führen. Dann würde das Wasser nicht mehr abfließen." Dies hätte erhebliche Einschränkungen für die Wasserzufuhr in das rechte Seitenarmsystem zur Folge.

Ungarn bittet die Slowakei um Hilfe

Das Kraftwerk liefert nicht nur Strom. Es regelt auch, wie schnell wie viel Donauwasser nach Ungarn weiterfließt. Dort bekommt das Atomkraftwerk Paks die Folgen des Niedrigwassers seit einigen Tagen zu spüren. Weil es Donauwasser zur Kühlung braucht, musste seine Leistung zuletzt deutlich gedrosselt werden. Ungarn hatte die Slowakei deshalb gebeten, mehr Wasser durchzuleiten.

Der slowakische Umweltminister Tomáš Taraba musste jedoch passen: "Das werden wir wohl nicht machen können, denn andernfalls würde auch uns schon zwei Tage später Wasser fehlen. Und weder sie noch wir hätten mehr davon. Das würde also das Grundsatzproblem nicht lösen."

Taraba telefonierte mit der ungarischen Außenministerin. Und auch Péter Magyar, der ungarische Ministerpräsident, schaltete sich ein: "Wir stehen in ständigem Kontakt mit der Slowakei. Sie hat öffentlich bestätigt, dass sie ihren internationalen Verpflichtungen nachkommt und die Ungarn zustehende Wassermenge ungehindert weiterleitet."

Die Hitzewelle beherrscht auch in der Slowakei die Nachrichtensendungen. Am Donnerstag hatte der Slowakische Wetterdienst mit 42,2 Grad Celsius einen neuen Temperaturrekord gemessen.Besonders deutlich zeigen sich die Folgen der Dürre am Donaukraftwerk Gabčíkovo, rund 60 Kilometer südlich von Bratislava. Hier wird die Donau aufgestaut. Ein Teil bleibt im alten Flussbett, der größere fließt durch einen Kanal zu den Kraftwerksturbinen. Normalerweise produzieren hier acht Turbinen fast zehn Prozent des slowakischen Stroms.

Wegen des Niedrigwassers laufe zurzeit nur aber noch eine, sagt Peter Molda, Chef des staatlichen Kraftwerksbetreibers. "Sollte sich die Situation noch weiter verschlechtern und die Durchflussmenge sinken, würde das zum Stillstand der Turbine führen. Dann würde das Wasser nicht mehr abfließen." Dies hätte erhebliche Einschränkungen für die Wasserzufuhr in das rechte Seitenarmsystem zur Folge.

Lage auf ungarischer Seite stabilisiert sich

In den 1980er-Jahren hatten Ungarn und die damalige Tschechoslowakei ein gemeinsames Donau-Staustufenprojekt geplant. Als Ungarn ausstieg und nur noch auf der heute slowakischen Seite weitergebaut wurde, klagte Budapest aus Sorge dagegen, flussabwärts komme zu wenig Donauwasser an. 

1997 verpflichtete ein Gerichtsurteil beide Länder dazu, die Wasserverteilung gemeinsam zu regeln.
Die Slowakei halte sich an die Vereinbarungen, betont Umweltminister Taraba: Aktuell würden rund 400 Kubikmeter Wasser pro Sekunde Richtung Ungarn fließen. Und er versichert, man wolle dem Nachbarn helfen. Sollte es bald regnen und deshalb mehr Donauwasser vorhanden sein, werde man das bevorzugt weitergegeben. "Aber wir müssen andererseits Wasser-Management so betreiben, dass wir nicht selbst in eine kritische Situation geraten", sagt Tabara.

Am Donnerstagabend meldete die ungarische Außenministerin schließlich Entspannung. Die Wassermenge auf ungarischer Donauseite habe sich stabilisiert. Man danke der Slowakei und den Fachleuten beider Länder für die Zusammenarbeit.

Wasser wird zur Verhandlungsmasse

Für Susanne Schmeier, Professorin für Wasserdiplomatie, Wasserrecht und Wasserkooperation an der Universität Utrecht, zeigt der Fall einen grundlegenden Wandel: Lange ging es bei grenzüberschreitenden Flüssen vor allem um Wasserqualität. Zukünftig werde immer häufiger über die Verteilung knapper Wassermengen verhandelt.

"Das ist definitiv eine neue Entwicklung, die wir in Europa sehen. Dass es Aushandlungsprozesse geben muss: Wer bekommt wann wie viel Wasser in Zeiten von Niedrigwasser und von Dürre, wie wir sie jetzt eben sehen. Aber es funktioniert und es passiert. Und das ist eigentlich eine gute Nachricht."

Mit dem Klimawandel werde Wasser zum Thema politischer Verhandlungen, sagt Schmeier. Entscheidend sei, dass Staaten kooperieren. Geeignete Plattformen dafür gebe es bereits: etwa die grenzübergreifend aktive Donauschutzkommission.




t-online hier  Amy Walker  06.08.2026

Energienot in Ungarn

Magyar kippt Orbáns Energiepolitik

Die Lage in Südosteuropa bleibt angespannt, weitere Kraftwerke mussten vom Netz genommen werden.

In Südosteuropa dauert die Hitzewelle ungebrochen an, in Ungarn wurde am Mittwoch mit 43 Grad ein neuer Temperaturrekord gemessen. In den nächsten Tagen soll es zwar etwas weniger heiß werden – doch ein Ende der Temperaturen über 30 Grad ist in der gesamten Region Osteuropa zunächst nicht in Sicht. Auch die ersehnten Niederschläge, die die Pegelstände in der Donau spürbar erhöhen könnten, bleiben noch aus.

Damit bleibt auch die Stromversorgung in der Region angespannt. Ungarn, Rumänien, Serbien und Moldau haben Krisenstäbe aktiviert und Notstände ausgerufen. Das Atomkraftwerk Paks in Ungarn, das 40 Prozent der ungarischen Stromversorgung abdeckt, hat nur noch 240 Megawatt der insgesamt zwei Gigawatt Gesamtleistung am Netz. Das Kraftwerk benötigt das Donauwasser zur Kühlung der Reaktoren. Die Gesamtabschaltung konnte durch leicht steigende Pegelstände am Montagabend in der Donau verhindert werden. Trotzdem warnte Ministerpräsident Péter Magyar am Mittwochabend, dass "die nächsten Stunden und Tage kritisch bleiben".

Gaskraftwerk kollabiert in der Hitze

Die Lage hat sich in Ungarn auch deshalb noch weiter verschärft, weil am Mittwochabend ein Gaskraftwerk unter der Extremhitze kollabiert ist. Wie das Energiefachportal "Montel News" berichtet, fiel das 400-MW-Kraftwerk um 17.44 Uhr am Mittwochnachmittag aus und konnte erst um 21 Uhr wieder ans Netz gebracht werden. Damit fehlte eine weitere Stromquelle in den Spitzenlastzeiten. Dem Portal zufolge importierte Ungarn in den Abendstunden mehr als die Hälfte seines benötigten Stroms, das meiste davon aus der Slowakei und den dort ansässigen Kernkraftwerken.

Slowenien und Kroatien reihen sich derweil in die Liste der Länder ein, die die Leistung eines Atomkraftwerks aufgrund der Hitze drosseln müssen. Das von beiden Ländern genutzte Kraftwerk bei Krško muss wegen der hohen Temperaturen im angrenzenden Sava Fluss teilweise heruntergefahren werden. Die Leistung wird um 20 Prozent gedrosselt, so der Betreiber Hrvatska elektroprivreda (HEP). Medienberichten zufolge ist es das erste Mal seit 2003, dass ein Atomkraftwerk in dieser Region aufgrund von Hitze gedrosselt werden muss.

Ungarischer Ministerpräsident kündigt Energiepaket an

Auch in Frankreich und der Schweiz müssen Kraftwerke während Hitzewellen regelmäßig gedrosselt werden, da die Temperaturen in den Flüssen sonst zu hoch werden. Bei drohenden Versorgungsengpässen können diese Umweltauflagen jedoch gelockert werden. Forscher und Experten warnen jedoch, dass bei fortschreitendem Klimawandel die Flüsse gänzlich austrocknen könnten und dadurch diese Option entfallen würde. Diese Lage ist jetzt in Ungarn und Rumänien zu beobachten.


Der ungarische Ministerpräsident Péter Magyar verkündete am Mittwochabend eine Kehrtwende in der Energiepolitik. 

"Diese Situation hat die Vorgängerregierung
durch Vernachlässigung und
absichtlich schlechte Entscheidungen herbeigeführt",

sagte er. 

Seine Regierung will 2,2 Milliarden Euro investieren,
um schnell Batteriespeicher zu errichten,
Stromnetze zu modernisieren und die Windkraft auszubauen.
 


Die Vorgängerregierung unter Viktor Orbán hatte den Ausbau von Windenergie im Land verboten. Dieses Verbot hat Magyar nun gekippt, Ende August sollen erste neue Windparks ausgeschrieben werden.

Sowohl Ungarn als auch Rumänien gehören zu den Ländern mit viel Solarenergie. Doch es fehlen die Batteriespeicher, um diese Energie in den Abendstunden nutzen zu können, weshalb die Zeit zwischen 17 und 22 Uhr in der aktuellen Notlage besonders kritisch ist.


Simone Peter • 2. „100 Prozent Erneuerbare sind das Ziel - für Klimaschutz, Bezahlbarkeit, Resilienz und heimische Wertschöpfung.“ Dr. rer.-nat., Ministerin a.D., seit 25 Jahren Energiewende-Macherin in Politik, Verbänden, Unternehmen. ☀️ 19 Std. • Folgen Wow! Jedes vierte #AKW in Europa war dieses Jahr wegen #Hitze im Betrieb eingeschränkt! Wie gut, dass wir die #Erneuerbaren Energien haben. Günstiger, resilienter und sauberer sind Sonne, Wind und Co. zudem. 🥳 ☀️🔋 Simone Peter • 2. „100 Prozent Erneuerbare sind das Ziel - für Klimaschutz, Bezahlbarkeit, Resilienz und heimische Wertschöpfung.“ Dr. rer.-nat., Ministerin a.D., seit 25 Jahren Energiewende-Macherin in Politik, Verbänden, Unternehmen. ☀️ 19 Std. • Folgen Wow! Jedes vierte #AKW in Europa war dieses Jahr wegen #Hitze im Betrieb eingeschränkt! Wie gut, dass wir die #Erneuerbaren Energien haben. Günstiger, resilienter und sauberer sind Sonne, Wind und Co. zudem. 🥳 ☀️🔋 Quelle: Monitor Simone Peter • 2. „100 Prozent Erneuerbare sind das Ziel - für Klimaschutz, Bezahlbarkeit, Resilienz und heimische Wertschöpfung.“ Dr. rer.-nat., Ministerin a.D., seit 25 Jahren Energiewende-Macherin in Politik, Verbänden, Unternehmen. ☀️ 19 Std. • Folgen Wow! Jedes vierte #AKW in Europa war dieses Jahr wegen #Hitze im Betrieb eingeschränkt! Wie gut, dass wir die #Erneuerbaren Energien haben. Günstiger, resilienter und sauberer sind Sonne, Wind und Co. zudem. 🥳 ☀️🔋 Quelle: Monitor

Simone Peter

Wow! Jedes vierte #AKW in Europa war dieses Jahr wegen #Hitze im Betrieb eingeschränkt! Wie gut, dass wir die #Erneuerbaren Energien haben. Günstiger, resilienter und sauberer sind Sonne, Wind und Co. zudem. 

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