Donnerstag, 6. August 2026

Früher hieß es oft, ein bisschen Klimaschutz könnten wir uns schon leisten. Aber zu viel davon schade der Wirtschaft....

RND hier  Ein Kommentar von Markus Decker  04.08.2026,

Niedrigwasser, AKW-Probleme, Ernteausfälle -
Wir können mit dem Klimawandel auch wirtschaftlich nicht leben

Allein die Beeinträchtigung der Schifffahrt auf dem Rhein durch Niedrigwasser zeigt, dass der Klimawandel immer größere ökonomische Schäden hinterlässt. Trotzdem ist von Klimaschutz selten die Rede. Hitzeschutz klingt einfach verheißungsvoller.

Früher hieß es oft, ein bisschen Klimaschutz könnten wir uns schon leisten. Aber zu viel davon schade der Wirtschaft und der Wettbewerbsfähigkeit des Landes. Nicht allein das Niedrigwasser in zahlreichen Flüssen Europas, auch die Probleme mit Atomkraftwerken ohne Kühlung zeigen uns nun, wie diese Argumentation in sich zusammenbricht – von den Waldbränden, die Infrastruktur zerstören, ganz zu schweigen.

Es ist umgekehrt: Volkswirtschaftliche Kosten, die wir beim Klimaschutz vermeiden wollen, werden bei der Klimaanpassung umso unausweichlicher werden. 


Und sie werden höher sein. Selten wurde greifbarer, was die beiden Worte im Kern bedeuten: natürliche Lebensgrundlagen.

Natürliche Lebensgrundlagen

Politisch drückt sich diese Erkenntnis aber bisher kaum aus, im Gegenteil. Die AfD leugnet den Klimawandel. Die Union fährt den Klimaschutz eher zurück. Die SPD gibt sich dem hin.
Und selbst die Grünen sind von der Seite des Klimaschutzes heimlich, still und leise auf die Seite des Hitzeschutzes gewechselt. Klimaschutz klingt nach Zumutung, Hitzeschutz nach Verheißung – und die lässt sich in Wahlkämpfen besser verkaufen.


Das Muster setzt sich auf der Ebene der Interessenverbände fort. Bauernverbände klagen über
die klimawandelbedingte Dürre und
daraus resultierende Ernteausfälle. 

Über den Klimawandel klagen sie nicht. 

All das resultiert aus einer Mischung
von Realitätsflucht, Opportunismus und Fatalismus. 

Es ist aber auch nicht so, dass von der Mehrheit der Bürger etwas anderes eingefordert würde.


Kanzler Friedrich Merz hat noch im Juli gesagt, dass wir mit dem Klimawandel leben müssten, weil wir ihn in Europa allein nicht stoppen könnten. Was er nicht sagte: Dass wir mit einem in diesem Tempo voranschreitenden Klimawandel – auch ökonomisch – nicht leben können.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen