Dienstag, 25. August 2026

Feuer, Fluten und Stürme in Serbien, Bosnien, Spanien, Polen und Nevada/USA

 Euronews  hier Von Sertac Aktan   am

Unwetter in Europa: Feuer, Fluten und Stürme zwingen Tausende zur Flucht

Extremes Wetter trifft Europa: Brände in Serbien und Bosnien, Fluten und Feuer in Spanien, Stürme in Polen. Tausende fliehen, Einsatzkräfte bekämpfen Brände, Fluten und Stromausfälle.
Europa kämpft weiter mit den Folgen von Extremwetter. In Serbien, Bosnien, Spanien und Polen herrschen teils drastische Bedingungen.

In Serbien hat die EU Hubschrauber und Feuerwehrkräfte geschickt, um lokale Teams zu unterstützen. Sie bekämpfen einen Brand, der im Naturschutzgebiet Deliblatska Pescara, rund 60 Kilometer östlich von Belgrad, bereits mehr als 1.600 Hektar Vegetation zerstört hat. Seit Donnerstag hilft außerdem ein russisches Löschflugzeug vom Typ Iljuschin Il-76, zusammen mit mehreren Hubschraubern der serbischen Armee.

„Die Lage ist äußerst schwierig“, sagte Innenminister Ivica Dacic und fügte hinzu: „Täglich sind dort mehr als 400 Menschen im Einsatz.“

Die Krise reicht weiter in die Region hinein. Am Samstag brach im Grenzgebiet zwischen Bosnien und Kroatien ein großer Brand aus. Die Polizei in Bosnien sperrte die wichtigste Fernstraße zwischen Trebinje und Dubrovnik. Tausende Touristinnen und Touristen mussten umkehren und ihre Urlaubspläne ändern.

Mehrere Dörfer rund um den kleinen Ort Ivanica wurden evakuiert, als die Flammen auf Wohnhäuser zusteuerten. Lokale Feuerwehren berichteten, dass auch Vieh in den Flammen ums Leben kam. Feuerwehrleute aus dem nahegelegenen Dubrovnik unterstützen die bosnischen Einsatzkräfte beim Kampf gegen den Waldbrand, der sich auf einer Fläche von mehr als 16 Kilometern Durchmesser in schmalem, schwer zugänglichem Gelände ausbreitet. Hubschrauber unterstützen die Teams weiter, doch anhaltende Hitze und starke Winde treiben das Feuer immer weiter ins Landesinnere. In der Region Trebinje hat es seit Monaten nicht geregnet. Die ausgedörrte Landschaft ist in einem der heißesten und trockensten Sommer der jüngeren Vergangenheit extrem anfällig.

Spanien zwischen Waldbränden und Überschwemmungen
Spanien erlebte am Wochenende gegensätzliche Wetterextreme. In Tarragona führten sintflutartige Regenfälle und Überschwemmungen zu Verletzungen bei elf Menschen und legten Straßen- und Bahnverbindungen lahm. In einigen Gebieten fielen mehr als 145 Millimeter Regen. Für den Osten und Nordosten Spaniens sind weitere kräftige Gewitter vorhergesagt, während ein ungewöhnlich starkes Atlantiktief in Galicien ergiebigen Regen bringt.

Andernorts im Land kämpften Einsatzkräfte in der Region Valencia weiter gegen heftige Waldbrände. In der Stadt Segorbe brach am späten Donnerstag nach einem Blitzeinschlag ein Feuer aus. Als am Freitagnachmittag der Wind drehte, breitete es sich rasch aus, sodass die Behörden den Waldbrandalarm auf Stufe 2 erhöhten.

Einheiten der Militärischen Notfalleinheit Spaniens und örtliche Feuerwehren verstärkten den Einsatz. Mehr als 1.000 Bewohnerinnen und Bewohner der nahegelegenen Gemeinde Gatova mussten aus Sorge um ihre Häuser in Sicherheit gebracht werden. Mit Unterstützung aus der Luft konnten die Teams den Brand inzwischen stabilisieren, nachdem er rund 630 Hektar Land verwüstet hatte. Zuvor hatte eine extreme Hitzeperiode das Gebiet getroffen, mit Temperaturen von bis zu 44°C.

Polen: Unwetter richten Schaden an, Lage entspannt sich
Weiter nördlich wurde Polen von schweren Unwettern getroffen. Seit Freitag wüteten Stürme im ganzen Land, die Feuerwehr rückte zu mehr als 6.500 Einsätzen aus.

Betroffen waren zahlreiche Regionen. Aus Vorsicht evakuierten die Behörden zwölf Pfadfinderlager, da Überschwemmungen und Stromausfälle drohten. Oberst Karol Kroć von der Staatlichen Feuerwehr sagte der polnischen Nachrichtenagentur PAP, bislang seien keine Verletzten gemeldet worden.

Auch am Sonntag werden im Norden Polens weitere Gewitter erwartet. Das Institut für Meteorologie und Wasserwirtschaft gab für zwei kleinere Regionen eine gelbe Wetterwarnung aus. Lokal können bis zu 30 Liter Regen pro Quadratmeter fallen, dazu werden Windböen von bis zu 70 Kilometern pro Stunde erwartet. Stellenweise ist auch Hagel möglich.




ARD Tagesschau hier 24.08.2026

Brände nähern sich Großstadt Reno

US-Bundesstaat Nevada: 
Die als "Hawk Fire" bezeichneten Brände im US-Bundesstaat Nevada haben die ersten Wohnviertel der Großstadt Reno erreicht. Die Behörden rufen Zehntausende Menschen dazu auf, ihre Häuser zu verlassen.

Wegen eines Vegetationsbrandes sind nach Behördenangaben fast 90.000 Menschen im US-Bundesstaat Nevada dazu aufgerufen worden, ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen. Sechs Menschen wurden bei dem Feuer bislang verletzt.Der als "Hawk Fire" bezeichnete Brand breitete sich in kurzer Zeit auf eine Fläche von mehr als 53 Quadratkilometern aus und näherte sich am Sonntag Wohnvierteln im Nordwesten der Großstadt Reno. Die Evakuierungszone grenzte auch an den Campus der University of Nevada.Nevadas Gouverneur Joe Lombardo rief den Notstand für den Bezirk Washoe County aus, in dem Reno liegt, und mobilisierte die Nationalgarde, um bei den Löscharbeiten aus der Luft und der Sicherung evakuierter Viertel zu helfen.

10.000 Haushalte ohne Strom
Der Brand sei offenbar am Samstag ausgebrochen und habe sich durch starke Windböen und die trockene Vegetation in einem unzugänglichen Teil des Humboldt-Toiyabe National Forests sehr rasch ausgebreitet, teilte die Feuerwehr mit. Das Feuer sei von Menschen verursacht worden, erklärten die Einsatzkräfte, ohne weitere Details zu nennen. Die Ermittlungen dauern demnach an.Das Feuer sei über Löschfahrzeuge übergesprungen und habe den Einsatzkräften den Zugang zu den Brandherden erschwert, sagte der Sheriff von Washoe County, Darin Balaam.

Am Sonntag waren im Washoe County fast 10.000 Haushalte und Unternehmen ohne Strom. Teile der Route 395, einer wichtigen Nord-Süd-Autobahn, wurden aufgrund des Brandes gesperrt. "Unsere Wetterbedingungen sind weiterhin schwierig", sagte Pete Bryant von der Feuerwehr Reno. "Heiß, trocken, windig - und ein Ende ist vorerst nicht in Sicht."

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