- 500 Millionen Euro fordert der Bayerischer Bauernverband für die Unfallversicherung.
- Die volle Agrardiesel-Rückvergütung – 21 statt 6 Cent.
- Vorgezogene EU-Direktzahlungen im Oktober.
- Eine rückwirkende, steuerfreie Risikorücklage bis 2024.
- Zinslose Steuerstundung.
Ihre Begründung: Dürre und Ernteausfälle bringen Betriebe an den Rand der Existenz
Fangen wir mit dem ernsten Teil an: Das stimmt. Wenn Höfe wegen eines trockenen Sommers vor dem Aus stehen, ist das eine Bedrohung für die Ernährungssicherheit, kein Randproblem.
Nur: Dieser Sommer war nicht der letzte trockene, und er wird nicht der schlimmste bleiben. Dürre, Hitze, Starkregen kommen künftiger häufiger und intensiver vor. Und die Forderungsliste des BBV hat darauf genau eine Antwort: mehr Geld, schneller, rückwirkend.
Kein einziger Punkt macht auch nur einen Hof widerstandsfähiger gegen den nächsten trockenen Sommer. Das ist eine Wiederholungsschleife – denn nach der nächsten Hitzewelle, der nächsten Dürre, dem nächsten Hochwasser kommt exakt dieselbe Liste wieder, nur mit einer neuen Zahl vorneweg.
Ebenso läuft es beim Iran-Krieg, den der BBV ebenfalls als Kostentreiber anführt – zu Recht, Ölpreise schlagen direkt auf Agrardiesel durch. Nur zeigt genau das schonungslos, wie verwundbar eine Landwirtschaft ist, die an fossilen Betriebsmitteln wie Diesel und Mineraldünger hängt: Sie zittert bei jeder Dürre in Bayern genauso wie bei jedem Krieg am Golf. Diese Abhängigkeit bekommt man mit einem Geldzuschuss nicht weg. Man bekommt sie nur gelöst, indem man sie abbaut.
Genau da würde eine Interessenvertretung ansetzen, die es ernst meint ud langfristig denkt:
Konservierende und regenerative Anbaumethoden brauchen weniger Diesel, weniger Dünger und speichern mehr Wasser im Boden. Das ist kein Öko-Traum, sondern Risikomanagement – die einzige Versicherung, die man einmal aufbaut, statt sie jedes Jahr neu beim Staat zu beantragen.
Stattdessen greift der BBV wieder zur Gießkanne. Verständlich, kurzfristig sogar nötig.
Als Antwort auf ein Problem, das sich jedes Jahr wiederholt, ist sie aber keine Lösung.
Sie ist sogar eher die Weigerung, eine zu suchen.
Bild: Symbolbild, Quelle: UFZ
Kommentar Heiko Wolgast
Ich habe vor 40 Jahren meinen elterlichen Bauernhof nicht weitergeführt, weil 25 ha Eigenland für nicht überlebensfähig eingestuft wurde. Betriebe mit der 10-fachen Größe mussten es schon sein. Innerhalb einer Generation ist diese Blase geplatzt und als Rentner werde ich nun unser Land wieder in die Hand nehmen und kleinbäuerlich für Lebensmittel sorgen, damit meine Kinder und Enkel noch eine Chance zum Überleben haben. Ich hoffe ich bin nicht der einzige, der so denkt.
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