Watson hier Artikel von Lena Breuer 24.8.26
Wegen Dürre: Bauern greifen zu drastischen Maßnahmen
Weil es zu wenig Futter gibt, werden einige Tiere frühzeitig geschlachtet. Für Bio-Lebensmittel gibt es neue Vorgaben.
Die Landwirtschaft leidet unter den Hitzewellen und der anhaltenden Dürre. Es gab bereits Ernteausfälle und die Lebensmittel könnten bald teurer werden, wie Giga berichtete. Vor allem im Süden des Landes sehen sich Bäuer:innen nun gezwungen, zu drastischen Maßnahmen überzugehen.
Futter fehlt: Kühe werden geschlachtet
Wie die "Lebensmittelzeitung" berichtet, sehen einige Landwirt:innen den Schlachthof als einzigen Ausweg aus der "absoluten Ausnahmesituation", wie Jens Müller, Geschäftsleiter Vertrieb/Marketing der Schwarzwaldmilch-Gruppe, die aktuellen Umstände beschreibt.
Obwohl es teilweise wieder geregnet hat, gibt es auf den Wiesen zu wenig Futter für die Tiere, laut Landesbauernverband in Baden-Württemberg sind es 30 bis 40 Prozent weniger Futter als üblich. Roderik Wickert, Pressesprecher des Milchindustrie-Verbandes, betont allerdings, dass es sich um ein regionales Problem handelt.
Da für viele Landwirte der Zukauf von Futter zu teuer sei, sehen sie sich gezwungen, einige Tiere zu schlachten. Der Baden-Württemberger Landesbauernverband sieht darin vor allem ein Problem für die zukünftigen Monate: "Fakt ist, dass viele Betriebe nicht wissen, wie sie ihre Tierbestände durch den Winter bringen sollen."
Bio-Futter muss nicht mehr Bio sein
Bei der Bio-Milch gibt es Lockerungen zu den Vorgaben. Wie die "Verbraucherzentrale" erklärt, steckt hinter dem Bio-Label unter anderem, dass Milchkühe mindestens sechs Quadratmeter Stallfläche und viereinhalb Quadratmeter Außenfläche bekommen müssen, außerdem ist der Einsatz von Gentechnik verboten.
Doch zumindest bei der Fütterung gibt es nun Lockerungen. Wie die "Lebensmittelzeitung" berichtet, haben die Landesregierungen in Stuttgart und München den Katastrophenfall im Sinne des EU-Ökorechts ausgerufen.
Bio-Landwirt:innen dürfen also konventionelles Futter zukaufen, wenn Verbände und Molkereien einverstanden sind. Ein Hinweis auf der Verpackung ist nicht notwendig.
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