Dienstag, 11. August 2026

In Deutschland sieht es nicht besser aus als in Ungarn. 64 Prozent aller Pegel melden extrem niedrige Wasserstände

Daniel Mautz LinkedIn

Ungarn schaltet sein einziges Atomkraftwerk ab, weil die Donau kein Kühlwasser mehr liefert

Das AKW Paks versorgt die Hälfte des Landes mit Strom. Jetzt steht es still, zum ersten Mal in 44 Jahren, weil der Fluss zu wenig Wasser führt. Wer bis hierhin noch glaubte, die Klimakatastrophe sei ein Problem für übermorgen, bekommt gerade eine sehr konkrete Rechnung serviert.

In Deutschland sieht es nicht besser aus. 64 Prozent aller Pegel melden extrem niedrige Wasserstände. Der Bodensee liegt bei 285 Zentimetern, das historische Mittel für diese Jahreszeit beträgt 412 Zentimeter. 

Am Rheinpegel Kaub wurde der bisherige Allzeit-Rekordtiefstand von 2018 unterschritten. Am Pegel Bonn fiel der Wert auf ein Niveau, das seit 1882 nur zweimal unterboten wurde. Die Donau ist extrem niedrig. Die Elbe auch. 

Alle großen Flüsse gleichzeitig, mitten im Hochsommer, Wochen bevor die übliche Niedrigwassersaison überhaupt beginnt.

Das Niedrigwasser-Informationszentrum Baden-Württemberg formuliert nüchtern, was in Klartext übersetzt heißt: Es wird schlimmer. Kurzfristige Schauer ändern daran nichts. 

Die Grundwasserspeicher sind leer, weil das Frühjahr zu trocken war. Die alpine Schneeschmelze, die Bodensee und Rhein normalerweise über den Sommer trägt, fällt zunehmend aus, weil es im Winter kaum noch schneit.

Schiffe auf dem Rhein fahren mit einem Drittel Ladung. BASF stellt auf Lkw um. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft rechnet mit bis zu zwei Milliarden Euro Wertschöpfungsverlust allein im dritten Quartal. 

Und während die Pegelstände Rekorde brechen, diskutiert Berlin über Technologieoffenheit beim Antrieb und neue Gasinfrastruktur.

Die Klimakatastrophe fragt nicht mehr nach Einladungen. Sie kommt einfach.


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