Montag, 17. August 2026

Äußerst erfolgreicher Vorläufer der Agroforst-Bewegung

Stefan Schwarzer / LinkedIn

Landschaften gegen die Dürre - Stalins „Großer Plan zur Umwandlung der Natur“ und seine Lehren für heute

Ich habe immer wieder Geschichten und Zahlen zu Stalin's großen Wiederaufforstungsprojekten in der UdSSR bzw. in der Ukraine gehört, und wie dies beigetragen hat u.a. den Grundwasserspiegel wieder anzuheben.

 Ich habe nun mal versucht, Informationen und Daten zusammen zu tragen. Diese sind aus heutiger Perspektive - Stichwort Dürre und fallende Grundwasserstände - sehr interessant. Auch hier könnten - wir mal wieder - aus der Geschichte lernen, wenn wir den wollten.

In diesem Dokument hier habe ich die Informationen in detaillierter Form zusammen getragen. Es lohnt sich - wirklich !! - diese zu lesen.

Für die, die nicht so viel Zeit investieren wollen, hier eine Zusammenfassung:

Der sogenannte „Große Plan zur Umwandlung der Natur“, den die Sowjetunion 1948 unter Josef Stalin beschloss, knüpfte an eine deutlich ältere Tradition des Schutzwaldbaus in den Steppen- und Waldsteppengebieten an. 

Bereits im 19. Jahrhundert hatten Forscher wie Vasyl Dokutschaev und Yurii Wyssozkyj untersucht, wie Baum- und Heckenstreifen Wind bremsen, Erosion vermindern, Schnee zurückhalten und den Bodenwasserhaushalt verbessern können. In den 1930er Jahren wurden diese Ansätze angesichts wiederkehrender Dürren, Staubstürme und Ernteausfälle staatlich ausgeweitet. 

Zwischen 1931 und 1941 entstanden in der Sowjetunion Hunderttausende Hektar Schutzpflanzungen. Der Zweite Weltkrieg unterbrach diese Entwicklung; die schwere Dürre von 1946 und die anschließende Hungersnot verstärkten jedoch den politischen Druck, die Landwirtschaft widerstandsfähiger gegen Trockenheit zu machen.

Der 1948 verabschiedete „Große Plan zur Umwandlung der Natur“ war dabei weit mehr als ein Aufforstungsprogramm. 

Vorgesehen war ein integriertes Landschaftssystem aus 

  • acht großen staatlichen Schutzwaldgürteln,
  • einem wesentlich dichteren Netz von Feldschutzstreifen auf Kolchos- und Sowchosflächen, 
  • Gras-Feld-Fruchtfolgen sowie 
  • rund 44.000 Teichen und kleineren Wasserspeichern. 
Die Schutzpflanzungen sollten heiße, trockene Winde abschwächen, Schnee auf den Feldern halten, Erosion reduzieren und die Wasserversorgung der Kulturen verbessern. Für die acht großen staatlichen Waldgürtel waren rund 117.900 Hektar vorgesehen; wesentlich umfangreicher waren die geplanten Feldschutzpflanzungen auf mehreren Millionen Hektar landwirtschaftlicher Fläche.

Historische Berichte beschrieben teils sehr hohe Ertragssteigerungen auf geschützten Feldern, besonders in Dürrejahren. Neuere Untersuchungen bestätigen positive Effekte von Schutzwaldsystemen, allerdings meist in moderateren Größenordnungen. Gut belegt sind vor allem geringere Windgeschwindigkeit, weniger Erosion, veränderte Schneeverteilung, geringerer Oberflächenabfluss und eine günstigere Bodenfeuchte.


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