Catiana Krapp / Handelsblatt
Kann Trump Europa im Winter den Gashahn zudrehen?
Unser Rechercheergebnis lautet: Ja.
Ich hatte mich das gefragt, seit Klaus Müller im DIE ZEIT-Interview mit Marlies Uken sagte: "In allen Szenarien sind Gashändler Stand heute auf amerikanisches Flüssiggas angewiesen."
Haben wir also faktisch doch wieder eine Abhängigkeit wie damals von Russland?
Natürlich sind einige Dinge anders. Trump verfügt - anders als Putin - nicht über ein einzelnes Staatsunternehmen, dem er einfach den Befehl geben kann, die Lieferungen einzustellen.
Aber: Alle amerikanischen LNG-Händler brauchen für Europa eine Exportgenehmigung des amerikanischen Energieministeriums. Und diese Genehmigung kann der amerikanische Staat wiederrufen.
Einfach wäre das sicher nicht, und zudem mit politischen Widerständen in den USA verbunden. Aber es ist nicht undenkbar. Und daraus entsteht die zweite - meines Erachtens noch viel größere - Gefahr.
Trump könnte einfach damit DROHEN, einen Exportstopp zu verhängen. Und schon bricht das Chaos in Europa aus. Andreas C. Goldthau sagte mir, der US-Präsident könne den europäischen Gasmarkt bewegen, „ohne, dass ein einziges Gasmolekül tatsächlich fehlt“.
Es käme zu starken Preisspitzen im Winter, womöglich zu Produktionseinstellungen bei einigen Unternehmen und zu Panik unter Verbrauchern.
Das gibt Trump ein enormes Erpressungspotenzial, denn mit dieser Angst lässt sich wunderbar spielen und lassen sich wunderbar politische Forderungen durchdrücken. Methangasregeln lockern. Libertären mehr Gehör geben. Und wie war das nochmal mit Grönland?
Hier geht's zum Artikel hinter Bezahlschranke:
https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/energieversorgung-so-gefaehrlich-ist-deutschlands-abhaengigkeit-von-lng-aus-den-usa/100249382.html
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