Baggern für das Klima
Wir brauchen mehr Wasserrückhalt in der Fläche - sei es über Humusaufbau in landwirtschaftlich genutzten Böden sowie im Wald, über Rückstau von Drainagen und Gräben, über Agroforst und Keyline Design, Wiedervernässung von Mooren und auch Auen, oder über neue Retentionsflächen.
Ein faszinierendes Beispiel ist das von Wolfgang Schleich: »Er legt mit seinem Bagger riesige Biotope im Vogelsbergkreis an. „Klimaanlagen für Wald und Flur“, sagt er dazu. Er will der Natur etwas zurückgeben und seinen Enkeln zeigen, dass man die Welt verändern kann.«
Von diesen Projekten zum Wasserrückhalt brauchen wir gaaaaanz viele in Deutschland! Unser Landschaftswasserhaushalt ist gravierend gestört - degradierte Böden, Drainagen, Gräben Kanalisation. Überall führen wir Wasser auf schnellstem Wege gen Nordsee oder Schwarzem Meer! Da braucht es nicht weniger als ein Paradigmen-Wechsel!
Artikel FAZ: hier MARIE LISA KEHLER 28. Juli 2026 Bezahlschranke
Baggern fürs Klima: „Meine Enkeltöchter sind mein Antrieb“
Wolfgang Schleich legt mit seinem Bagger riesige Biotope im Vogelsbergkreis an. „Klimaanlagen für Wald und Flur“, sagt er dazu. Er will der Natur etwas zurückgeben und seinen Enkeln zeigen, dass man die Welt verändern kann
Und schon wieder ist ein Damm gebrochen. Es ist nicht das erste Mal an diesem Tag. Wolfgang Schleich nimmt es gelassen. Solange es nur seine Emotionen sind, die sich da ihren Weg bahnen, lohnt sich das Wegwischen der Tränen nicht. Die weit mehr als 1000 Dämme, die er in den vergangenen 25 Jahren errichtet hat, um den Starkregen aufzuhalten und Wassermassen kontrolliert umzuleiten, die halten. Nur sein Gefühlsdamm bröckelt. Er gibt sich keine Mühen, ihn abzudichten. Denn es sind genau diese Emotionen, die ihn antreiben.
Wolfgang Schleich, 68 Jahre alt, hat längst verstanden, dass er seinen beiden Enkeltöchtern keine heile Welt hinterlassen wird. Akzeptieren will er das aber nicht. Deshalb setzt er all seine Energie ein, um ihnen vorzuleben, dass man vielleicht nicht die ganze Welt, aber sein Umfeld durch das eigene Tun verändern kann. Schleich baggert Teiche. Er will in seiner Heimat, dem Vogelsberg, dafür sorgen, dass das Regenwasser nicht sofort davonrauscht, sondern in den Boden einziehen kann. Er will die Wassermassen, die besonders bei Starkregen sturzbachartig die Hänge herunterrauschen, manchmal ganze Dörfer zu überfluten drohen, kontrollieren und den Boden langfristig so aufbereiten, dass er in der Lage ist, das Wasser wieder besser aufzunehmen. Wie ein Schwamm, aus dem die Natur Kraft saugen kann. „Meine Enkeltöchter sind mein Antrieb“, sagt er – und da bricht sein Damm......
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