Update: "Als mögliches Motiv für solche Aktionen nennt er die Destabilisierung der EU"
Hat ja super geklappt, jetzt können alle mal genüsslich auf dem spanischen Regierungschef rumhacken.....So als Sozialist ist er manch einem ein Dorn im Auge, speziell Donald Trump hasst ihn. Und Putin hasst die EU - passt doch perfekt zusammen! Und die doofen Europäer laufen in die vorbereitete Falle....
Die europäischen Regierungschefs haben angesichts einer Krise nicht gemeinsam reagiert, sondern sind übereinander hergefallen. Das ist ein desaströses Signal.
Dabei gibt es keinerlei Indiz dafür, dass die spanische Regierung "die Grenzen geöffnet" hat, wie es unsinnigerweise unterstellt wurde.
Im Gegenteil: Sanchez mag im Ton zurückhaltender sein, gemessen an den Migrationsdaten von Frontex schützt Spanien seinen Teil der europäischen Außengrenze aber deutlich effektiver als etwa Italien oder Griechenland.
Ob der schnellen Eindämmung der Lage in Ceuta müssten sich einige entschuldigen, allen voran die Regierungen Italiens, Dänemarks und Finnlands. Bei Friedrich Merz kann man hingegen positiv konstatieren, dass er trotz innerparteilichem Druck nicht in das weitgehend faktenbefreite Bashing eingestimmt hat.
Wer Solidarität einfordert, der sollte in einer Krise einen anderen Umgang pflegen:
- Will Meloni zukünftig auf die Unterstützung Madrids beim Aussetzen der EU-Schuldenregeln für Italien verzichten?
- Wie würde die dänische Ministerpräsidentin reagieren, wenn Sanchez sich bei der nächsten diplomatischen Attacke auf Grönland mit Trump solidarisiert?
- Und hat in Helsinki jemand bedacht, dass im Konfliktfall auch spanische Soldaten die finnische Grenze sichern?
Das Muster weist über den Einzelfall hinaus: Extremistische Kräfte im Inneren, Russland und China von außen, aber auch die USA unter Trump versuchen von jeder Spaltung zu profitieren und diese nach Kräften zu befördern. Die Feinde eines handlungsfähigen und souveränen Europa sitzen nicht in Madrid. Das sollte allen politisch Handelnden klar sein.
Thorsten Siem
Das soll die Situation nicht verharmlosen, aber logistisch erklären weshalb so viele über den Seeweg nach Spanien gekommen sind.
Auf dem afrikanischen Kontinent liegen spanische Gebiete direkt an Marokko. Es handelt sich vor allem um die beiden Städte Ceuta und Melilla.
Sie gehören politisch und staatsrechtlich zu Spanien, obwohl sie geografisch in Nordafrika liegen:
* Ceuta liegt gegenüber von Gibraltar an der Straße von Gibraltar.
* Melilla liegt weiter östlich an der marokkanischen Mittelmeerküste.
* Zusätzlich besitzt Spanien mehrere kleine Inseln und Felsen vor der nordafrikanischen Küste.
Man kann also nicht ganz korrekt sagen, dass „ein Teil Marokkos spanisch“ sei.
Treffender ist: Spanien besitzt Gebiete auf dem afrikanischen Festland, die unmittelbar von Marokko umgeben sind.
Ceuta und Melilla sind spanische autonome Städte. Ihre Landgrenzen zu Marokko sind zugleich Außengrenzen Spaniens und des Schengenraums.
Warum gehören sie zu Spanien?
Ceuta kam im 15. Jahrhundert zunächst unter portugiesische und später unter spanische Herrschaft. Melilla wurde 1497 von Spanien eingenommen. Beide Städte gehörten somit bereits lange zu Spanien, bevor das moderne Königreich Marokko 1956 seine Unabhängigkeit von Frankreich und Spanien erhielt.
Marokko sieht das anders
Marokko erhebt Anspruch auf Ceuta und Melilla und betrachtet sie als noch nicht zurückgegebene koloniale Gebiete. Spanien weist diesen Vergleich zurück und argumentiert, beide Städte seien seit Jahrhunderten integrale Bestandteile Spaniens – ähnlich wie andere spanische Städte und Provinzen.
Die Lage erinnert ein wenig an Gibraltar, nur umgekehrt:
* Gibraltar liegt geografisch in Spanien, gehört aber zu Großbritannien.
* Ceuta und Melilla liegen geografisch an Marokko, gehören aber zu Spanien.
Damit besitzt Spanien sogar die einzigen Landgrenzen eines europäischen Staates mit Afrika.
Der Ausdruck „überlaufen“ beschreibt die Überforderung der kleinen Stadt durchaus, sollte aber nicht so verstanden werden, als hätten die Menschen Ceuta dauerhaft besetzt. Nach Angaben Spaniens sind fast alle der geschätzt 50.000 bis 60.000 Eingereisten bereits wieder nach Marokko zurückgekehrt, vielfach freiwillig, weil sie in Ceuta weder weiterreisen noch Unterkunft oder Arbeit finden konnten.
Besonders auffällig ist die Geschwindigkeit und Größenordnung. Es wird deshalb diskutiert, ob die marokkanischen Grenzbehörden den Zustrom zeitweise bewusst laufen ließen. Einige Migranten behaupteten sogar, sie seien von marokkanischen Kräften in Richtung Ceuta gewiesen worden. Bewiesen ist eine staatlich organisierte Aktion bislang jedoch nicht; auch Falschmeldungen in sozialen Netzwerken über eine angeblich offene Grenze scheinen eine Rolle gespielt zu haben.
Bei dem Ansturm starben nach dem derzeitigen Stand mindestens 67 Menschen durch Ertrinken oder Gedränge. Spanien errichtet nun zusätzlich eine schwimmende Barriere an der Küstengrenze Ceutas.
Stefan Krauter
Die Zehntausenden Marokkaner in Ceuta wurden wahrscheinlich von Facebook getäuscht.
Facebook gehört Zuckerberg, einem überzeugten Trump-Anhänger, der die spanische Regierung stürzen will. Er hatte keine Probleme, die entsprechenden Beiträge ("letzte Chance eines Lebens in Europa") im Nachrichtenfeed der Zielgruppe zu multiplizieren und kritische Kommentare zu verbergen.
Gibt es hier Journalisten, die in diese Richtung Untersuchungen durchführen?
Originalbericht von Der Spiegel hier 4. Aug. 2026
Ceuta: CDU-Geheimdienstexperte schließt hybriden Angriff auf EU nicht aus
Der CDU-Geheimdienstexperte Marc Henrichmann schließt einen hybriden Angriff auf die EU nicht aus und zieht Parallelen zum Geschehen in Ceuta. Die Idee, Migranten als Instrument für politische Zwecke einzusetzen, ist nicht neu.
Detaillierte Zusammenfassung
Wichtige Fakten: Die aktuelle Situation in Ceuta, wo eine ungewöhnlich hohe Zahl von Migranten die spanische Exklave erreichte, wirft Fragen auf.
Henrichmann äußert die Vermutung, dass hier möglicherweise ein hybrider Angriff stattgefunden haben könnte.
Als mögliches Motiv für solche Aktionen nennt er die Destabilisierung der EU.
Er deutet an, dass Russland als Akteur in Betracht gezogen werden könnte, der solche Taktiken anwendet, um europäische Staaten unter Druck zu setzen. Die Nutzung von Migrationsströmen als politisches Druckmittel ist eine bekannte Methode im Bereich der hybriden Kriegsführung.
Henrichmanns Einschätzung basiert auf seiner Expertise im Bereich der Geheimdienste und internationaler Sicherheitspolitik. Er mahnt zur Wachsamkeit angesichts potenzieller externer Einflussnahme auf europäische Grenzregionen. Die Ereignisse in Ceuta könnten somit Teil einer größeren, orchestrierten Strategie sein, die darauf abzielt, die Union zu schwächen. Die genaue Urheberschaft bleibt dabei im Bereich der Spekulation, aber die Möglichkeit eines koordinierten Vorgehens wird betont.
Christoph Bautz / Campact
Das ist bezeichnend: Bei fast 10.000 Hitzetoten und extremen Waldbränden bleibt es still. Doch sobald mit Ceuta Rechtsaußen die Migrationspanik schürt, flippen Kanzler Merz und sein engster Kreis aus – und noch schlimmer: Kündigen die europäische Solidarität auf.
"Ich werde selbstverständlich auch in den nächsten Tagen und Wochen, wenn sich diese Wetterentwicklungen fortsetzen, die Lage weiter beobachten und gegebenenfalls dazu auch öffentlich etwas sagen." Das waren die Worte Friedrich Merz vom 15 Juli. Seitdem erlebten wir weitere Hitzewellen und laut Schätzungen des RKI Tausende Tote durch die enormen Hitzerekorde von bis zu 41 Grad.
Die Stille ist bezeichnend für einen Kanzler, dessen engsten Kreise und Minister*innen, ob in Brüssel oder dem Berliner Wirtschaftsministerium, seit Monaten Schritt für Schritt Klimamaßnahmen zu Kleinholz verarbeiten.
Die Warnzeichen – Hitzetote, kaum noch schiffbare Flüsse oder der Strom-Notstand in Rumänien, weil die Donau den Atomreaktor Reaktor nicht mehr kühlen kann – flattern jeden Tag ins Kanzleramt. Was genau der Kanzler hier noch beobachten will, bis er sich äußert? Das weiß nur er, aber hier gilt wohl: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Eine tödliche Taktik und zugleich ein durchschaubares Spiel.
Denn kaum kamen die ersten Nachrichten aus der spanischen Enklave Ceuta und dem Zustrom von Menschen aus Marokko ins Haus, legten der Kanzler und seine Union Hand in Hand mit der rechtsextremen AfD, neuen rechten Medien und Plattformen wie die von Elon Musk so richtig los.
Aus rechtsextremen Kreisen hieß es, Europa stünde eine Invasion vor. Elon Musk verglich die Bilder aus Ceuta mit Zombies aus dem Horrorfilm World War Z, bei denen nur noch das Sturmgewehr helfen könne. Italiens rechte Ministerpräsidentin Giorgia Meloni forderte den unmittelbaren Ausschluss Spaniens aus dem Schengen-Raum, obwohl Ceuta gar nicht dem Schengen-Raum angehört.
Anschließend öffneten 48 Stunden später 22 von 27 EU-Staats- und Regierungschefs - darunter auch Friedrich Merz - die Tür für die politische Erpressung der Europäischen Union.
Statt Marokko hart zu kritisieren, werfen sie der spanischen Regierung indirekt vor, mit jüngsten Entscheidungen zur Legalisierung von Menschen ohne Aufenthaltsstatus unerwünschte Signale ausgesendet zu haben. Eine Aussage, die von rechtsextremen Kreisen seit Jahren wiederholt wird.
Man kann es nicht anders sagen, aber der extremen Rechten ist es gelungen, Europas Wertekompass schwer zu beschädigen. Sie sind mit ihren Forderungen tief in die Mitte der demokratischen Gesellschaft eingedrungen.
Für vermeintlich kurzfristige politische Gewinne werden Europas Werte, Errungenschaften und die Solidarität über Bord geworfen. Wie schon beim Nichtstun angesichts der Hitzewellen ist dieser Schritt tödlich. Über 70 Menschen starben im Meer. Europas Feinde, von Putin bis Trump zu Xi Jinping, werden diese Stunden genau beobachtet haben und wir können ahnen, welche Schlüsse sie daraus ziehen werden.
Steckt Marokko hinter dem Ceuta-Ansturm? Oder die USA?
https://www.n-tv.de/politik/Steckt-Marokko-hinter-dem-Ceuta-Ansturm-Oder-die-USA-id31150713.html?utm_source=flipboard&utm_content=topic%2Fde-weltnachrichten
Flüchtlingssturm
auf Ceuta: Grüne und SPD sprechen von gesteuerter Aktion
https://www.stern.de/politik/ausland/fluechtlingssturm-auf-ceuta--gruene-und-spd-sprechen-von-gesteuerter-aktion-38048106.html?utm_campaign=politik&utm_medium=rssfeed&utm_source=flipboard
Ceuta-Migrationskrise mutwillig zugelassen? Bitterer Verdacht in Spanien
https://www.merkur.de/politik/absichtliche-eskalation-bitterer-verdacht-zum-migrantenanstrum-in-ceuta-zr-94425111.html?utm_source=flipboard&utm_content=topic%2Fde-politik
„Die
spanische Grenze ist offen“: Was 60.000 Afrikaner dazu brachte, nach Ceuta zu
schwimmen
https://www.tagesspiegel.de/internationales/die-spanische-grenze-ist-offen-was-60000-afrikaner-dazu-brachte-nach-ceuta-zu-schwimmen-15906349.html?utm_source=flipboard&utm_content=topic%2Fde-weltnachrichten
Alle gegen Spanien
http://www.taz.de/EU-Reaktion-auf-Ceuta/!6201165/
Unsolidarisch und anmaßend
http://www.taz.de/Europaeische-Reaktionen-auf-Ceuta/!6201088/
Sánchez
zu kritisieren, ist mehr als nur Populismus
https://www.sueddeutsche.de/meinung/pedro-sanchez-eu-migrationskrise-spannungen-europa-li.3525116
Marokko
macht Falschinformationen für Krise in Ceuta verantwortlich
https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-08/ceuta-marokko-spanien-migration-grenze-tote?utm_source=flipboard&utm_content=topic%2Fde-nachrichten
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