Dienstag, 4. August 2026

Österreich: Wasserkraftwerke produzieren weniger Strom

ORF  29. Juli 2026 Niklas Varga, noe.ORF.at

Die Trockenheit sorgt derzeit dafür, dass die Pegelstände der niederösterreichischen Flüsse sinken. Das hat auch Auswirkungen auf die Wasserkraft. An den Donau-Kraftwerken des Verbunds wird derzeit etwa 30 Prozent weniger Strom produziert als im langjährigen Schnitt.

Erst diese Woche wurde an der Donau bei Kienstock erneut ein historischer Tiefstand gemessen, das hat nun auch Auswirkungen auf die Stromproduktion durch Wasserkraft in Niederösterreich. Im Verbund-Kraftwerk in Greifenstein wurden etwa bereits ganze Turbinen abgeschaltet.


„In Summe haben wir eine Erzeugung,
die um 30 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt liegt. 

Eigentlich sollten wir jetzt
das Wasser aus der Schneeschmelze abarbeiten,
aber aufgrund der Erderwärmung fällt immer weniger Schnee“
,

 sagt Florian Seidl, Sprecher des Verbunds.


Alle Wasserkraftwerke im Waldviertel abgeschaltet

Auch die EVN betreibt mehr als 60 kleinere Wasserkraftwerke in Niederösterreich. Im Waldviertel wurden mittlerweile alle Wasserkraftwerke abgeschaltet, im Mostviertel sind zehn Prozent wegen Wassermangels nicht mehr in Betrieb. Im Industrieviertel steht derzeit jedes vierte Kraftwerk still. Im Weinviertel hat die EVN grundsätzlich keine Wasserkraftwerke.

Die Donau-Kraftwerke produzieren derzeit deutlich weniger Strom

„In einem normalen Jahr erzeugen wir etwa acht Prozent unseres Stroms für unsere Kundinnen und Kunden aus Wasserkraftwerken in Niederösterreich. Derzeit liefert die Wasserkraft knapp zwei bis drei Prozent. Wir können das aber sehr gut abpuffern mit anderen erneuerbaren Energieformen wie etwa PV (Photovoltaik, Anm.) oder auch Windkraft“, sagt EVN-Sprecher Stefan Zach.

Strompreise steigen am Abend

Der Rückgang bei der Erzeugung durch Wasserkraft kann auch Auswirkungen auf Kundinnen und Kunden haben. Vor allem in den Stunden, in denen keine Energie durch die Sonne produziert werden kann.

„Zu Mittag ist der Preis ungefähr ein bis zwei Cent pro Kilowattstunde auf dem Großhandelsmarkt, am Abend dann 20 Cent. Da merkt man, dann wird importiert. Da fangen dann Gaskraftwerke zu produzieren an in ganz Europa. Und das wird teuer“, sagt Johannes Mayer von der E-Control.

Die niedrigen Pegelstände wirken sich auch auf die Kraftwerke aus

Haushalte mit Fixtarifen sind davon nicht betroffen, jene mit variablen Tarifen jedoch schon. Einen Wechsel empfiehlt der Experte aber nur unter gewissen Bedingungen. „Wenn man seinen Verbrauch steuern kann, große Teile eben in die Mittagsstunden verschieben kann, dann bringt das sehr viel. Wenn man ohnehin nur am Abend zu Hause ist, sollte man das lieber lassen“, sagt Mayer.

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