RND hier Markus Decker 06.08.2026,
Auen und Feuchtgebiete wiederherstellen
Ehemalige Bundesumweltministerin: „Deutschland wird systematisch entwässert“
Die Grünen-Politikerin Steffi Lemke nennt das extreme Niedrigwasser „gravierend“. Und sie fordert energische Gegenmaßnahmen: Das Wasser müsse in der Landschaft gehalten werden.
Die frühere Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Bündnis 90/Die Grünen) hat angesichts des extremen Niedrigwassers in vielen deutschen Flüssen vor einer anhaltenden Krise gewarnt. „Die Lage ist gravierend – wenn auch mit lokalen Unterschieden“, sagte sie dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).
„Deutschland wird systematisch entwässert – selbst in Zeiten von Dürre. Das geschieht durch Tausende Kilometer von Entwässerungsgräben beziehungsweise Rohren, das Trockenlegen von Feuchtgebieten aller Art und die teils jahrhundertealten Baumaßnahmen an Flüssen, um diese zu regulieren und nutzbar zu machen.“
„Politisches Großversagen“
Lemke mahnte Konsequenzen an: „Es muss darum gehen, das Wasser in der Landschaft zu halten und die natürliche Speicherfähigkeit zu erhöhen. Auen und Feuchtgebiete müssen wieder hergestellt sowie Entwässerungsgräben und Rohre zurückgebaut werden. Zudem müssen industrielle Wasserentnahmen reguliert und die Versiegelung in Städten zurückgedreht werden.“
„Die Rheinschifffahrt ist ein Spezialfall“, betonte Lemke. „Wenn der potenzielle Streit über kurzfristige Maßnahmen dort die von mir beschriebenen grundlegenden Aufgaben verdrängt, dann ist das politisches Großversagen.“
Die Verkehrsminister des Bundes und der Länder wollen sich am Donnerstag zu einer Sonderkonferenz treffen, um über Maßnahmen zu beraten. Die Schifffahrt ist vielerorts schwer beeinträchtigt.
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