Gesa Steeger
Deutschlands Flüsse trocknen nicht „plötzlich“ aus – wir sehen gerade das Ergebnis einer jahrelangen Entwicklung.
Für unsere aktuelle Recherche bei CORRECTIV haben wir356 Messstellen an deutschen Flüssen ausgewertet – auf Basis von Daten aus dem Niedrigwasser-Portal der Bundesregierung. Was mich dabei selbst überrascht hat: wie deutlich und flächendeckend der Rückgang bereits ist.
Das Ergebnis:
- An 60 Prozent der Messstellen sanken Wasserstände und Wassermengen bei Niedrigwasser in den vergangenen 34 Jahren signifikant.
- An knapp 70 Prozent der Messstellen führten die Flüsse in den Dürrejahren zwischen 2018 und 2025 so wenig Wasser wie seit 34 Jahren nicht mehr.
Rhein, Elbe und Donau mit historischen Tiefständen sind deshalb kein Ausreißer. Sie sind ein Warnsignal.
Die Folgen treffen nicht nur Ökosysteme. Sie betreffen auch Wirtschaft, Schifffahrt, Landwirtschaft - und unser Trinkwasser. Der Ökotoxikologe Werner Brack sagt dazu einen Satz, der hängen bleibt:
„
Im Grunde sind unsere Flüsse derzeit nur schwach verdünntes Abwasser.“Wer wissen will, wie stark die Flüsse in der eigenen Region betroffen sind, kann das in unserer Deutschlandkarte nachschauen
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