Sonntag, 23. April 2023

Video in "Koschaks Klima-Kosmos": Trinkwasser wird bald eine Herausforderung für Deutschland

t-online  hier Von Michaela Koschak /  Lara Schlick  22.04.2023

Neue Daten zum Klima geben Anlass zur Sorge. Warum jetzt sogar das Trinkwasser zum Problem wird, erklärt unsere t-online-Klimaexpertin.

2022 war ein extremes Jahr – zumindest was das Wetter betrifft. Das zeigen jetzt die globalen Klimaberichte der WMO (Weltorganisation der Meteorologie), der EU-Institution Kopernikus und des Deutschen Wetterdienstes auf.

Schon bald könnte es keine Gletscher mehr in Europa geben – und das wird hierzulande dazu führen, dass Trinkwasser zur Herausforderung wird. Doch auch ein anderer Trend gibt Anlass zur Sorge, erklärt t-online-Klimaexpertin Michaela Koschak im Video.

Venedigs Kanäle trocknen aus, Sandstürme nehmen Menschen die Luft zum Atmen, in Touristengebieten tauchen blutrote Seen auf, die Hitze nimmt zu und beherrscht uns. Ist das noch Wetter oder schon Klima? Welche Phänomene stecken dahinter? Müssen wir uns jedes Mal Sorgen machen – und was kann der Mensch tun? t-online-Kolumnistin Michaela Koschak nimmt aktuelle Nachrichten und Bilder sowie generelle Phänomene zum Anlass, um zu erklären, was hinter ihnen steckt – in "Koschaks Klima-Kosmos".

Michaela Koschak hat an der FU Berlin Meteorologie studiert und ist vielen Menschen aus dem Fernsehen bekannt. Die 45-Jährige hat unter anderem für Sat.1, MDR und NDR das Wetter präsentiert. Außerdem ist sie Buchautorin. Seit 2019 arbeitet Michaela Koschak auch als Kolumnistin für t-online, kommentiert und erklärt bei uns regelmäßig Wetter- und Klimaphänomene.

Update “Atomkraft: Nein danke! Oui merci?” - Webinar von Europe Calling e.V.

 


Das Webinar wurde aufgezeichnet und ist unter Youtube eingestellt hier

Es lohnt sich auf jeden Fall das Webinar zu verfolgen, auch wenn es mit der 2-Sprachigkeit ziemliche Schwierigkeiten gab. Ich habe deshalb die Zeitdaten hinter die Beiträge geschrieben , die ich hörenswert finde.

Wußten Sie das schon: das Dt. Bundesumweltministerium muss die Hälfte seines Budgets (1 Milliarde/Jahr) für Zwischenlagerung, Rückbau, Endlager etc. finanzieren.

Mitschrieb der wichtigen Infos

Die Zerstörer

Deutsche Bahn  hier  in der Süddeutschen Zeitung  Von Holger Gertz  21. April 2023

Nein, die Deutsche Bahn hat sich nicht selbst ins Desaster manövriert. Dieses historische Versagen besorgte wesentlich eine einzige Partei: die CSU. Eine Abrechnung.

Samstag, 22. April 2023

"Kommunen plädieren für flächendeckendes Tempo 30" - Wissing verweigert

 Film von NTV hier 30.01.2023 

Städtetag will Verkehrsrecht ändern

Bislang ist Tempo 30 auf Hauptstraßen nur bei Gefahrensituationen möglich. Doch einige Kommunen würden gern städteweit die Geschwindigkeit auf den Straßen drosseln. Nach dem Willen des Städtetages soll Tempo 30 von den Kommunen künftig eigenmächtig eingeführt werden können.


Zeit hier  30. Januar 2023

Städtetag fordert Autonomie bei Entscheidung über Tempo 30

Kommunen sollen eigenmächtig Tempo 30 stadtweit einführen können, fordert der Städtetag. Das sei "sicherer, klimaschonender und gesünder" als Tempo 50.

Der Deutsche Städtetag will, dass Kommunen künftig eigenmächtig stadtweit Tempo 30 einführen können. "Städte, die dies wollen, sollten auch ein generelles Tempolimit von 30 Kilometer pro Stunde anordnen können und nur auf ausgewählten Hauptverkehrsstraßen Tempo 50 oder eine andere Geschwindigkeit zulassen", sagte der Hauptgeschäftsführer, Helmut Dedy, der Rheinischen Post.
Er forderte Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) auf, das Verkehrsrecht entsprechend anzupassen.

"Fast 1 Milliarde Euro pro Jahr - Studie sieht hohen ökonomischen Nutzen eines Tempolimits"

links: Proteste gegen Wissings Verweigerungshaltung beim Tempolimit

NTV hier  21.04.2023

Die Studie widerlegt Behauptungen, wonach ein Tempolimit wirtschaftlich schädlich sei.

Laut einer neuen Studie ist ein Tempolimit von 130 Kilometern pro Stunde nicht nur gut fürs Klima, sondern spart jährlich auch Hunderte Millionen Euro ein. Selbst Autofahrer sollen von einer Geschwindigkeitsbegrenzung profitieren. Experten halten die Zahlen für plausibel, kritisieren aber den Rechenweg.

Quiz zur Erderwärmung: Kennen Sie alle Fakten zum Klimawandel?

 


Ein Quiz bei NTV - Wo stehen Sie?  hier

Initiative „Rettet das Reicher Moos“

Klimaschützer wollen Torfabbau in Moor
bei Ravensburg stoppen

Anzuhören  im SWR  hier  29.3.2023, Miriam Plappert 





Liebe Unterstützenden und Interessierten unserer Initiative „Rettet das Reicher Moos“,

Dienstagabend fand unsere zunächst letzte Informationsveranstaltung im Vogter Bio-Adler statt.

Hubert Wegele begrüßte erfreut unsere Bürgermeister der Gemeinden Vogt und Waldburg, Pressevertreter der BLIX+Bildschirmzeitung und Stuttgarter Zeitung, sowie  90 Interessierte im vollen Saal.

Der Eröffnungsfilm zu einer Moorrenaturierung führte dann ins Reicher Moos über und veranschaulichte den aktuellen Zustand. Herr Peter Sonntag als Jagdpächter zog die Anwesenden mit anschaulichen Bildern in den Bann der dort vorhandenen einmaligen Fauna und Flora. Es wurde wohl allen klar, warum es das Reicher Moos zu schützen und wiederbeleben gilt!

Herr Dr. Hermann Schad als Hydrogeologe nahm uns die Angst um das Grundwasser und die dortigen Quellen. Er plädiert aber auch den Torfabbau schon allein wegen der Biodiversität einzustellen. Vehement appelliert er den Kiesabbau im wertvollen Einzugsgebiet des Altdorfer Waldes zu beenden. Dieser nicht industriell oder landwirtschaftlich genutzte Bereich sichert vielen umliegenden Gemeinden eine einmalige natürliche Wasserqualität, die erhalten werden muss!

Nach einer kurzen Pause erläuterte Dr. Ulrich Walz (Grüne) und Walter Widler (ÖDP), als Mitglieder der Regionalversammlung den langen Kampf gegen den aktuell beschlossenen Regionalplan. Trotz Widerspruch der Umweltorganisationen (Anlage) und Gegenanträgen, wurde dieser mit großer Mehrheit der CDU und freien Wählern sowie SPD durchgesetzt.  

Dass die Moorbäder eine Kreislaufwirtschaft mit Recycling des Badetorfs nicht einmal in Erwägung ziehen, stößt auf vollkommenes Unverständnis. Alle Teilnehmenden haben sicher bleibende Eindrücke mit nach Hause genommen.


Was uns wichtig war und ist:

wir wollen durch Informationen und Fakten alle politischen und kommunalen Gremien und Parteien aufrufen ihre Positionen zu überdenken. Sehen Sie von weiterem Torf- und Kiesabbau im Altdorfer Wald ab!

Es ist unsere gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe unseren Nachkommen wenigstens in Teilbereichen noch etwas ursprüngliche Natur zu hinterlassen.

Verteilt unser Anliegen im Schneeballsystem. Schreibt an die regionalen Entscheidungsträger, Leserbriefe…

 

„Den Amazonas vor der Haustür erhalten“

Ortsverband Bad Wurzach – Kißlegg von Bündnis 90/Die Grünen spricht sich gegen eine
Verlängerung zum Torfabbau im Reicher Moos bei Vogt aus

In Kißlegg verhinderte in den 70er Jahren eine Bürgerinitiative die Zerstörung des Arrisrieder
Moos’
, dessen Torf in Blumenkübeln oder Gartenbeeten landen sollte. Inzwischen greifen
Wiedervernässungsmaßnahmen, damit das Moor wieder wachsen kann. Ebensolche Maßnahmen
fanden unter Einbeziehung des BUND auch im Burgermoos und im Gründlenried statt. Das
Wurzacher Ried schließlich schmückt sich mit einem Europadiplom. 

Und das Reicher Moos? Das soll nach dem noch nicht genehmigten neuen Regionalplan auch für weitere 40 Jahre abgetorft werden, damit die Bäderkurorte Wurzach und Waldsee auch weiterhin Moorpackungen verabreichen können. 

Update Schafswiese in Weingarten: Kunst-Schaf-Malerei vor dem Rathaus – Gegen die Bebauung der Schafsweide

Pressemitteilung

Am Nachmittag des 21.4.2023 wurde ein ,Schaf und der Spruch "Die Schafswiese soll grüne Wiese bleiben" auf den Vorplatz des Rathauses in Weingarten gemalt. Die Gruppe aus Künstler*innen  und Aktivist*innen macht mit ihrer Aktion gegen die aus ihrer Sicht "unnötige Bebauung" der sogenannten "Schafswiese", einer Wiese bei Weingarten, mobil.  

"Es darf nicht sein, dass wir immer neue Flächen versiegeln und immer weiter neue Wohnhäuser bauen, obwohl wir genügend Wohnraum haben. Kein Mensch braucht 130qm Wohnfläche, wir möchten eine sinnvolle Umorganisierung des bestehenden Wohnraums." [1] so Samuel Bosch (20) zu den Plänen der Stadtverwaltung.  

Anlass der Aktion ist die von Grünen und SPD initiierte Abstimmung über das Projekt im Gemeinderat in Weingarten. Das Prokjekt sieht vor 1,7 ha Wiese zu versiegeln. [2] Durch Gespräche und das Verteilen von Flyern im Anschluss, informieren die Beteiligten Passant*innen vor Ort über das Projekt und ihren alternativen Vorschlag. Die Gruppe hofft durch ihre Aktion eine starke öffentlcihe Beteiligung an der Gemeinderatssitzung am kommenden Montag zu bewirken.

"Wir wissen, dass viele Bürger*nnen auf unserer Seite sind und von der Politik mehr erwarten als ein phantasieloses und klimaschädliches Bauprojekt nach dem anderen " so Rosmarie Vogt  aus Weingarten (70)

QUELLEN: 

[1] Umweltbundesamt hier

[2] Schwäbische Zeitung hier



Text der verteilten Flyer 22.4.23:  Warum die Bebauung der Schafswiese doof ist

Die sogenannte "Schafswiese" ist eine Wiese in der Nähe von Weingarten (Zwischen Weingarten und Baienfurt an der Baienfurter Straße) 

Die Stadtverwaltung und die Gemeinderatsfraktionen CDU und Freie Wähler planen die Wiese mit Hilfe des Paragrafen 13b Baugesetzbuch mit Wohnungen zu bebauen. Durch das Projetkt würden 1,7 ha wertvoller Grünläche versiegelt werden. [1] 

In der Region sind Freiflächen Mangelware und es darf nicht sein, dass immer mehr davon mit zusätzlichen Wohnhäusern versiegelt wird, ohne zuvor bestehende Möglichkeiten in der Stadt zu nutzen. Hier gäbe es genug Wohnraum, wenn dieser intelligenter genutzt werden würde.

Kein mensch braucht zudem 130qm Wohnfläche und wir erwarten eine sinnvolle Umorganisierung des bestehenden Wohnraums. [2]

Allein in dem Neuen geplanten Quartieren 14 Nothelfer und den Martinshöfen entstehen Wohnungen für 1.600 Einwohner. Der aktuelle Regionalplanentwurf geht für Weingarten von einem Bevölkerungswachstum von 893 Einwohnern bis zum Jahr 2038 aus. 

Die Fraktionen der Grünen und SPD in Weingarten bringen nun die Entscheidung über Zukunft der Schafswiese nochmals auf den Tisch. Am Montag, 24.04. um 16 Uhr (2. OG, Schussenstraße /Kantinen-Gebäude Schuler) findet eine öffentliche Abstimmung über das Projekt im Gemeinderat in Weingarten statt. Wir hoffen, dass es eine starke öffentliche Beteiligung an der Gemeinderatssitzung gibt. Wir wissen, dass viele Bürger*nnen auf unserer Seite sind. Das muss jetzt endlich in die Öffentlichkeit kommen. Es muss signalisiert werden dass viele Menschen solche Projekte nicht zeitgemäß finden. Die CDU und die Freien Wähler in Weingarten sollen ihre rückwärts gewandte Haltung bei diesem Vorhaben ein für alle mal aufgeben.

Wir laden Sie ein sich die Sitzung am Montag, 24.4.  anzuschauen und bei der Bürgerfragestunde dem Gemeinderat Ihre Meinung zu sagen.

Freitag, 21. April 2023

Position der Naturschutzverbände zur Windenergie im Altdorfer Wald

Pressemitteilung vom 12. April 2023 von NABU, AGF, BUND und LNV

Der Altdorfer Wald ist der größte zusammenhängende Wald Oberschwabens und von zentraler Bedeutung als Erholungsgebiet. Er ist ein Refugium für waldbewohnende Tierarten der Region, denn er umfasst eine hohe Vielfalt verschiedenster Lebensräume mit unterschiedlich strukturierten Waldbereichen, Mooren, Gewässern und Wiesen. Damit stellt er einen sehr wertvollen ”Hotspot” der Biodiversität von überregionaler Bedeutung dar. Weiterhin ist er durch seine Wasservorkommen bester Qualität für die Trinkwasserversorgung der Region unverzichtbar. Das sind drei wichtige Gründe neben weiteren, warum wir sehr sorgsam mit dem Altdorfer Wald umgehen und jeglichen Eingriff sehr sorgfältig abwägen müssen.

Aufgrund der Windhöffigkeit, der Eigentumsverhältnisse, sowie einzuhaltender Siedlungsabstände ist der Altdorfer Wald in den Fokus der Windenergieplanungen in Baden-Württemberg gerückt.
Die aktuellen Planungen für den Windpark Altdorfer Wald (WAW) stellen selbstverständlich einen erheblichen Eingriff in den Lebensraum dar.

Die Auswirkungen des WAW für Bevölkerung, Umwelt und Natur werden durch die bereits begonnene immissionsschutzrechtliche Umweltverträglichkeitsprüfung erfasst. Hierbei spielen Arten-, Boden- und Grundwasserschutz wie auch die zu erwartende Geräuschbelastung im Betrieb eine wesentliche Rolle. Bei ausreichender Berücksichtigung dieser Belange in Verbindung mit einem wegweisenden lokalen Ausgleichskonzept schließen BUND, NABU, LNV und die Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz BW eine Windenergienutzung im Altdorfer Wald nicht grundsätzlich aus.

Genialer Artikel zum Zivilen Ungehorsam: "Protestieren erlaubt, Selbstjustiz noch nicht"

Süddeutsche Zeitung hier  19. April 2023, Von Ronen Steinke

rechts: Demo im Altdorfer Wald

Die Klimaziele, die Deutschland verfehlen wird, sind geltendes Recht - doch die Bundesregierung ignoriert ihre Verpflichtungen. Rechtsbrüche aus Protest sind aber nicht gestattet. Bislang.

Die Klima-Aktivisten aus ganz Deutschland, die in diesen Tagen Berlin "lahmlegen" wollen, unterscheiden sich von vielen anderen Demonstrierenden auf eine für den Rechtsstaat sehr interessante Weise. Sie protestieren nicht einfach dagegen, dass sie mit ihrer politischen Meinung nicht gehört werden. Oder dass die Bundesregierung aus ihrer Sicht schlecht regiert oder schlechte Gesetze produziert, was ja immer Ansichtssache ist. Das wäre alltäglich. Sondern: Diese Aktivisten protestieren dagegen, dass die Regierung gegen Recht verstößt, dessen Verbindlichkeit man kaum wegdiskutieren kann.

Das Klima-Abkommen von Paris, wonach die Erderwärmung auf deutlich unter zwei und möglichst auf 1,5 Grad begrenzt werden soll, ist nach seiner Ratifizierung durch den Bundestag gemäß Artikel 59 des Grundgesetzes unmittelbar geltendes Bundesrecht. Und die Richterinnen und Richter des Bundesverfassungsgerichts haben der Regierung, die dies nicht ganz ernst zu nehmen schien, in ihrem Klimabeschluss von März 2021 die Lage auch noch einmal deutlich auseinandergesetzt - Verfassungsrecht für Dummies, quasi: Das Abkommen ist verbindlich; dagegen zu verstoßen, ist verboten. Die Bundesregierung, die sogar laut ihrem eigenen Expertenrat für Klimafragen ihre bescheidenen, selbstgesteckten Ziele laufend verfehlt, bricht Recht.

"Machtloser deutscher Klimarat: Macht's besser – wie die Briten"

 Ein Kommentar von Susanne Götze im Spiegel hier  19.04.2023

Die deutsche Regierung düpiert ihren eigenen Expertenrat. Jedes Jahr aufs Neue. Wo es besser läuft? In Großbritannien. Das dortige Climate Change Committee hat tatsächlich was zu melden.

Der Expertenrat für Klimafragen ist ein ehrenhaftes Gremium. Seine fünf Mitglieder sind versierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Mit Sachverstand erklären sie der Regierung seit 2021 wiederholt: Deutschland tut nicht genug, um das Klima zu schützen.

Die Mahnungen aber gehen im Grundrauschen des Politikbetriebs unter. Zwar gab es Sofortprogramme bei Gebäuden und Verkehr. Doch sie sind unzureichend, einzelne Sektoren überziehen ihre Emissionsbudgets weiterhin. Die fünf Experten erklärten daher bereits im November 2022: Deutschlands Klimaziele 2030 sind kaum noch zu erreichen. Mit ihrem aktuellen Bericht bescheinigt das Gremium der Politik erneut, versagt zu haben. Es hätte manche Politiker nicht weniger interessieren können.

Wie machtlos der Rat ist, wurde diese Woche offensichtlich. Mancher Journalist fragte auf der Pressekonferenz schon, ob man sich nicht – Pardon – »verarscht« vorkomme, weil die Ratschläge jedes Jahr ignoriert würden. Dann kam die Klatsche: Vier Stunden nach der Konferenz erklärt das FDP-geführte Verkehrsministerium sinngemäß, es habe nicht vor, ein Sofortprogramm aufzulegen, das Klimagesetz werde ja ohnehin reformiert. Das Kanzleramt pflichtete bei.

Kabinett will Energieeffizienzgesetz: Deutschland muss Energie sparen

hier  in der TAZ

Bild links von einer Demo in Friedrichshafen

Die Bundesregierung hat sich auf ihr schon lange erwartetes Effizienzgesetz geeinigt. Im Vergleich zu Erstentwürfen hat sie es allerdings verwässert.

Ohne massives Einsparen von Energie klappt die Energiewende nicht. Die Bundesregierung will deshalb ein Energieeffizienzgesetz auf den Weg bringen. Am Mittwoch hat sich das Kabinett auf einen Entwurf geeinigt, zusammen mit einem Gesetz zum klimafreundlichen Heizen.

Angeschoben hat das Energieeffizienzgesetz Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne). „Klimaschutz und Energiewende können nur erfolgreich umgesetzt werden, wenn wir auch die Verbrauchsseite stärker in den Blick nehmen“, sagte er nach dem Kabinettsbeschluss am Mittwoch. „Es muss uns gemeinsam gelingen, den Energieverbrauch in Deutschland deutlich und dauerhaft zu reduzieren. Mit dem neuen Gesetz schaffen wir jetzt einen klaren Rahmen.“

"Nicht auf Kosten des Waldes"

Frankfurter Rundschau hier  19.04.2023  Damir Fras

Das EU-Parlament billigt den Importstopp für Produkte wie Kakao, Kaffee und Soja aus Abholzungsgebieten.

Palmöl, Soja, Kakao, Rindfleisch – für diese Produkte werden weltweit Wälder abgeholzt, um Platz für Anbau und Weideflächen zu schaffen. Dieses umweltschädliche Verhalten will die EU nun einschränken. Das Europaparlament billigte am Mittwoch in Straßburg ein Importverbot für zahlreiche Waren, bei deren Herstellung Wälder zerstört werden.

„Das Gesetz für entwaldungsfreie Lieferketten ist ein dringend notwendiger Schritt im weltweiten Kampf gegen Entwaldung“, sagte Anna Cavazzini, Vorsitzende des Binnenmarktausschusses im EU-Parlament, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND): „Europa kann so neue Maßstäbe für den globalen Waldschutz setzen.“

Klimawandel: Studie beschreibt umfassenden Schwund von Pflanzen und Tieren

 Zeit hier   20. April 2023

Eine neue Untersuchung gibt einen Überblick über die Folgen von Klimakrise und Umweltzerstörung. Die Autoren liefern Zahlen zum Artenschwund – dieser sei rasant.

Die Menschheit hat einer Studie zufolge durch ihre Aktivitäten inzwischen bereits rund drei Viertel der globalen Landoberfläche und zwei Drittel der Ozeane verändert – und das nicht zum Besseren. Inzwischen seien bezogen auf die jeweilige Biomasse etwa 80 Prozent der natürlich vorkommenden Säugetiere und 50 Prozent der Pflanzen weltweit verschwunden, heißt es nach Angaben des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts (AWI) in einer Gesamtdarstellung, die in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht wurde.

Die Übersichtsstudie wurde demnach unter Federführung des AWI-Experten Hans-Otto Pörtner erstellt und soll einen systemischen Gesamtüberblick über die Folgen der Klimakrise und des durch Umweltzerstörung ausgelösten rasanten Artenschwunds liefern. Insbesondere das letztgenannte Problem werde angesichts des Klimawandels zwar häufig vergessen, sei aber ebenso bedrohlich, schrieben die Autoren der Studie.

Pörtner bezeichnete Klimakrise und Biodiversitätskrise als zwei Katastrophen, die sich gegenseitig bedingten und verschärften. Der Klimawandel verstärke einen dramatischen Artenschwund, was wiederum auch die Kohlenstoffspeicherkapazität der natürlichen Systeme reduziere. In der Folge verschärfe sich wiederum die Klimakrise, warnte Pörtner.

An der Studie arbeiteten den Angaben nach 18 internationale Expertinnen und Experten. Sie fußt auf einem Workshop, den der Weltklimarat IPCC und der Weltbiodiversitätsrat IPBES der Vereinten Nationen veranstalteten. Die Kernschlussfolgerung ist ein Appell für einen integrierten Ansatz in der Umweltpolitik. Demnach sollten neben einer massiven Senkung des Kohlendioxidausstoßes mindestens 30 Prozent der globalen Land- und Wasserflächen unter Schutz gestellt sowie Landwirtschaft und Fischerei nachhaltiger betrieben werden. 

Mooser Weg in Langenargen : Gegner der Bebauung fordern Sachlichkeit und Fairness

Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, für mich ist dieses Vorgehen in der Kommune fast nicht auszuhalten: 

Natürlich aus Sicht des Naturschutzes - es geht schließlich um 5,6 ha des in Baden-Württemberg ausdrücklich  geschützten  Streuobstbestandes !

Und aus Sicht des  Flächenfraßes : ein beschleunigtes Verfahren, sprich  unter bewusster Auskoppelung der Naturschutzverbände. (§13b) Auf den aller letzten Drücker verabschiedet, kurz vor Auslaufen des unseligen Gesetzes-§ Ende 2022. 

Und dann bleibt da auch noch der kaum fassbare Schaden beim Demokratie-Verständnis der Bevölkerung: sofort nach der gesetzlichen Frist wird ein Ergebnis der Bürgerbeteiligung salopp unterlaufen. 

Kein Ruhmesblatt für Langenargen, möchte ich behaupten.


Reaktion auf Kritik  hier in der Schwäbischen Zeitung  19.04.2023  Tanja Poimer

Was mit der Streuobstwiese am Mooser Weg geschieht, entscheiden am 9. Juli die Bürger. Dafür müssen sie „umfassend und wahrheitsgemäß“ informiert werden, fordern die Vertrauenspersonen des Bürgerbegehrens. 

Es geht um die Zukunft einer Streuobstwiese. Jetzt reagieren die Vertrauenspersonen des Bürgerbegehrens auf Kritik der Befürworter einer Bebauung.

Die einen sind gegen eine Bebauung, die anderen dafür: Was die Streuobstwiese am Mooser Weg betrifft, liegen die Meinungen naturgemäß weit auseinander.

Donnerstag, 20. April 2023

Kohleausstieg bis 2030 ist möglich

Liebe Leser*innen,

ich freue mich sehr, dass wir diesen Dienstag im Europäischen Parlament final das größte Klimapaket jemals beschließen konnten, dessen Kern die Reform des Emissionshandelssystems (ETS) ist. Das Europaparlament macht so den Weg für einen schnelleren Kohleausstieg frei. Jetzt gibt es noch mehr Anreize, in saubere Technologien zu investieren!

Das sind gute Nachrichten – auch für meinen Wahlkreis Sachsen! Warum ein schnellerer Kohleausstieg hier kommen wird und wie dieser zur Chance für die Wirtschaft vor Ort wird, habe ich gemeinsam mit meinem Kollegen Michael Bloss in der Sächsischen Zeitung erklärt.  hier

Auch eine neue Studie des unabhängigen Forschungsinstituts Energy Brainpool im Auftrag des BUND Sachsen bestätigt: Ein gesamtdeutscher Kohleausstieg bis 2030 bei sinkenden Strompreisen und gleichbleibender Versorgungssicherheit ist möglich! 



Energieversorgung ohne Atomkraft: Wie Deutschland aktuell Strom erzeugt

NTV  hier  Von Martin Morcinek und Laura Stresing 20.04.2023

Die letzten deutschen Atomkraftwerke sind vom Netz: Seit Mitte April muss die deutsche Energieversorgung ohne Atomstrom auskommen. Welche Energieträger füllen die entstandene Lücke? Ein Blick auf die tagesaktuellen Daten der Bundesnetzagentur.

Die Nutzung der Kernenergie zur Erzeugung von Elektrizität in Deutschland ist Geschichte. Am Abend des 15. April 2023 koppelten Techniker die Atomkraftwerke Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 ab. Nach 63 Jahren fiel der Atomstromanteil im deutschen Energienetz auf null. Die übrigen Energiequellen - darunter vor allem Kohle, Windkraft, Öl, Erdgas, Solar und Biomasse - müssen einspringen, um den deutschen Strombedarf lückenlos zu decken.

links  Wie sich der Strommix in Deutschland durch den historischen Atomausstieg verändert, lässt sich anhand tagesaktueller Daten der Bundesnetzagentur beobachten:

Die offiziellen Zahlen zeigen die tatsächlich ins Netz eingespeiste Stromproduktion nach Tagen. Die Aufschlüsselung nach Tageszeitstunden ermöglicht Einblicke in den Leistungsbeitrag stark schwankender Energiequellen wie zum Beispiel Windstärken und Sonneneinstrahlung. Um die schwer planbaren Erträge von Wind- und Solarkraftwerken zu ergänzen, springen derzeit vor allem fossil befeuerte Kraftwerke ein.

Erhöhten Strombedarf in den Morgen- und Abendstunden decken die Energieversorger vor allem mithilfe der Pumpspeicherkraftwerke ab. Auf Knopfdruck lässt sich dort gespeicherte Lageenergie aus Speicherseen auf die Turbinen der Generatoren lenken. Die Speichertechnik trägt dazu bei, kurzfristige Anforderungsspitzen zu bedienen. Die Abschaltung der letzten deutschen Atomkraftwerke führte bisher weder zu Problemen noch zu den teils befürchteten Stromausfällen.

Groß ist die Lücke, die der Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland hinterlässt, ohnehin nicht. Zuletzt speisten die letzten drei AKWs nur noch rund 2700 Megawatt pro Stunde ins deutsche Stromnetz ein. Das ist deutlich weniger, als die deutschen Energieerzeuger allein mit ihren ebenfalls grundlastfähigen Biomassekraftwerken beisteuern konnten.

Experten sehen durch das AKW-Aus auch für den kommenden Winter, wenn saisonale Dunkelflauten drohen, keine größeren Schwierigkeiten heraufziehen. "Technisch und ökonomisch ist die Versorgung auch einer großen Volkswirtschaft wie Deutschland mit ausschließlich erneuerbaren Quellen gelöst", meinte zum Beispiel Strommarktbeobachter Fabian Huneke im Interview. "Sie ist nur auf der regulativen Seite noch nicht gelöst, und sie ist in der gesellschaftlichen Akzeptanz noch nicht gelöst."

Europäischer Klimabericht: Temperaturen in Europa steigen doppelt so schnell wie im globalen Durchschnitt

Standard hier David Rennert  20. April 2023

Der Sommer 2022 war in Europa der heißeste seit Messbeginn. Rekordverdächtig war auch die Trockenheit, wie ein Bericht des EU-Erdbeobachtungsprogramms Copernicus zeigt

Das vergangene Jahr war mit Blick auf den Klimawandel voller negativer Rekorde. 2022 erreichten die menschengemachten Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre neue Höchststände, die globale Durchschnittstemperatur lag nach Angaben der Weltwetterorganisation (WMO) 1,15 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau. Anhaltende Dürreperioden, ausgedehnte Waldbrände und die höchsten jemals gemessenen Meerestemperaturen waren zu verzeichnen. Mit Blick auf Europa war die Situation noch dramatischer, wie jetzt ein neuer Bericht des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus (hier) detailliert zeigt.

"Von Menschen, die auf Bäume steigen" in Bad Saulgau

Schwäbische Zeitung hier

Der Dokumentarfilm „Von Menschen, die auf Bäume steigen“ ist demnächst in Bad Saulgau zu sehen. Der eineinhalbstündge Film von Christian Fussenegger und Bernadette Hauke handelt von den Aktivisten im Altdorfer Wald.

Premiere des Films in Bad Saulgau ist am
Freitag, 28. April, um 19 Uhr
 im Evangelischen Gemeindehaus, Gutenbergstraße.

Auf die Filmvorführung folgt ein Gespräch in Anwesenheit der Regisseure und der Protagonisten des Films, und Aktivisten aus und um den Altdorfer Wald. 

Der Filmabend findet in Kooperation zwischen der Evangelischen Erwachsenenbildung, der Klimaschutzkoordinatorin mit Team der DAV Sektion Bad Saulgau und dem Kreisverband der Bündnis90/Die Grünen Sigmaringen, initiiert von Karl Boos und Eugen Stehle, statt.

Die Filmemacher begleiteten über 18 Monate lang Aktivistinnen und Aktivisten rund um das „KlimaCamp“ im Altdorfer Wald. „Protest und ziviler Ungehorsam stoßen in Oberschwaben bei den meisten Bürgern auf Unverständnis und offene Ablehnung, auch wenn es um den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen wie Natur, Wasser und Boden geht“, heißt es in der Pressemitteilung. 

Der Widerstand gegen Abholzung und Kiesgewinnung in Teilen des Altdorfer Waldes und die Untätigkeit von Gemeinden und Politikern in Sachen Klimaschutz bekommt durch den Kletteraktivismus neuen Schwung, schreibt Karl Boos weiter. Der Film ist eine Hommage an den größten Wald Oberschwabens und die Menschen, die ihn bewahren wollen, so Boos. Der Eintritt ist frei, um Spenden für die Aktivisten wird gebeten.

Agri-Photovoltaik in Baden-Württemberg

 


Behörden wegen Bodensee alarmiert: „Weit weniger als die Hälfte“

 hier  Artikel von Patrick Mayer • 19.4.23

Die baden-württembergischen Behörden erwarten mit Blick auf den Bodensee im Sommer teils wieder sehr niedrige Pegelstände. Abhilfe könnte nur ein Szenario schaffen.

Freigelegte Kiesbänke; Boote, die in Häfen auf Grund liegen; Strandbäder, in denen man weit in den See hineinlaufen kann: Der Bodensee zeigte sich im Hochsommer 2022 mit Blick auf die Wasserstände teils in höchst bedenklichem Zustand. Und auch mit Blick auf den Sommer 2023 sind die baden-württembergischen Behörden schon jetzt alarmiert.

Bodensee: Zwischen Lindau, Friedrichshafen und Konstanz droht drastisches Niedrigwasser

Novelle des Gebäudeenergiegesetzes: Förderkonzept mit 3 x Klimabonus

Tagesschau hier  Stand: 19.04.2023 

Kabinett beschließt Pläne zum Heizungstausch

Die Bundesregierung hat sich auf eine Novelle des Gebäudeenergiegesetzes geeinigt. In einer Pressekonferenz stellten Wirtschaftsminister Habeck und Bauministerin Geywitz auch ein begleitendes Förderkonzept vor.

Das Bundeskabinett hat in Berlin den Gesetzentwurf für die Umstellung von Heizungen auf Erneuerbare Energien gebilligt. Danach sollen vom kommenden Jahr an alle neu eingebauten Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden.

Die Vorschriften werden zur Vermeidung sozialer Härten von Ausnahmen, Übergangsregelungen und Förderungsmöglichkeiten flankiert. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck und Bundesbauministerin Klara Geywitz stellten die Gesetzesnovelle auf einer Pressekonferenz vor.

Zweigeteiltes Förderkonzept

Novelle des Gebäudeenergiegesetzes: "Wenn wir 2045 klimaneutral sein wollen, müssen wir natürlich den Einstieg in den Ausstieg schaffen", sagt Bauministerin Klara Geywitz

Die Bundesregierung hat den Gesetzentwurf für neue Vorgaben für Heizungen auf den Weg gebracht.

Deutschlandfunk 19.04.2023  hier

Demnach soll von 2024 an möglichst jede neu eingebaute Heizung zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien laufen. Der ursprüngliche Entwurf wurde an einigen Stellen entschärft. So gilt die Regel nur für Neubauten und beim Ersatz defekter Heizungen im Altbau. Bestehende Öl- und Gasheizungen können weiter genutzt, kaputte Heizungen weiter repariert werden. Erst im Jahr 2044 soll der Einsatz von Heizkesseln mit fossilen Brennstoffen untersagt sein. Zudem soll es ein zusätzliches Förderprogramm geben....


Habeck stellt höhere Förderungen für Heizungstausch in Aussicht

Deutschlandfunk hier 19.04.2023

Bundeswirtschaftsminister Habeck hat eine höhere Förderung bei der freiwilligen klimafreundlichen Umrüstung von Heizungsanlagen in Aussicht gestellt. Habeck sagte, künftig werde es neben einer Grundförderung von 30 Prozent beim Heizungstausch für bestimmte Bevölkerungsgruppen auch zusätzliche sogenannte „Klimaboni“ geben. Die Förderung könne dann in einigen Fällen auf bis zu 50 Prozent steigen.    

Die Bundesregierung verabschiedete die umstrittene Novellierung des Gebäude-Energiegesetzes heute in Berlin. Vorgesehen ist, dass der Einbau von Öl- und Gasheizungen ab dem kommendem Jahr nur noch in Ausnahmefällen möglich ist. Diese Ausnahmen gelten etwa für Empfänger von Sozialhilfe und für Menschen über 80 Jahren. Sollten sie sich dennoch für eine klimafreundlichere Heizung entscheiden, können sie die „Klimboni“ erhalten. Einen anderen Zusatzbonus in Höhe von zehn Prozent können Personen beantragen, die die Umstellungen auf klimafreundlichere Heizungen schneller als im vorgeschriebenen Zeitraum von drei Jahren unternehmen.

Bundesbauministerin Geywitz betonte, durch die großzügigen Übergangsfristen und Ausnahmen sei niemand gezwungen, sein Haus zu verkaufen, weil er den Anforderungen nicht gerecht werden könne. Erste Berichte über das geplante Gesetz hatten bei vielen Bürgern zu Verunsicherung geführt.

Greenpeace spricht von gewaltigem Fortschritt – Union kündigt Widerstand an

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace begrüßte den Beschluss des Bundeskabinetts. Energieexperte Andree Böhling sprach von einem gewaltigen Fortschritt. Das Gesetz sei ein Meilenstein für den Klimaschutz in Deutschland. Für 41 Millionen Haushalte, die überwiegend noch Erdöl und Erdgas nutzten, gebe es jetzt eine klare Richtung für einen sozialverträglichen Weg zum klimafreundlicheren Heizen.

Aus für Öl- und Gasheizungen ab 2024: Haben Sie noch Fragen?

Inzwischen wurde das Gesetz bestätigt. Dieser Text bezieht sich auf die Vorplanung Stand Ende März, meines Erachtens ist er dadurch auf dem aktuellen Stand.
Hier werden viele Fragen ganz konkret beantwortet.

hier  im WDR  31.03.2023  Von Claudia Wiggenbröker 

Wann Sie Ihre Heizung wirklich ersetzen müssen

Die Bundesregierung hat sich auf ein Verbot für Öl- und Gasheizungen ab 2024 geeinigt. Das bedeutet aber nicht, dass funktionierende Heizungen ausgebaut werden müssen.

Nach langen Diskussionen hat sich die Bundesregierung darauf geeinigt, dass der Einbau von neuen Gas- und Ölheizungen ab 2024 verboten wird. Stattdessen sollen neue Heizungen zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Wie geplant soll es Ausnahmen, Übergangsfristen und Förderungen geben.

Aus dem Bundeswirtschafts- und dem Bundesbauministerium hieß es, es liege ein fertiger und von allen drei Regierungsparteien getragener Gesetzesentwurf vor. Er soll zeitnah in die Länder- und Verbändeanhörung und anschließend ins Kabinett gehen.

Generell war das vieldiskutierte Vorhaben gar nicht neu, es stand ganz ähnlich schon im Koalitionsvertrag. Darin hatten SPD, Grüne und FDP vereinbart, dass fossilbetriebene Heizungen ersetzt werden sollen. ...

Friedrichshafen: erster Investor Summit der Zeppelin-Universität - Start-ups werben um Geldgeber

 18.04.2023  hier im Südkurier

Sieben Start-ups, zahlreiche Geldgeber: Der erste Investor Summit der Zeppelin-Universität orientierte sich an der Sendung „Die Höhle der Löwen“. Ziel ist es, junge Unternehmen der Region mit Geldgebern zusammenzubringen. ...

Mittwoch, 19. April 2023

Naturschutzverbände fordern weniger Windräder im Altdorfer Wald und weniger Eingriff in den Naturraum durch Kies- und Torfabbau


Wissings Antiklimakurs stößt auf Gegenwehr von Umweltschützerinnen und ‑schützern

RND hier Frank-Thomas Wenzel  18.04.2023

links: Unterschriftenaktion der Fridays for future  hier

Bundesverkehrsminister Volker Wissing.

Der Verkehrsminister will den Autobahnbau beschleunigen, aber beim Klimaschutz bremsen. Die Umwelthilfe setzt auf ein Gerichtsverfahren, das die Bundesregierung in Zugzwang bringen könnte. Ein Tempolimit auf Autobahnen und Landstraßen könnte massive CO₂‑Einsparungen bringen.

„Unverschämtheit“: Länder verärgert wegen Wissings Frist für Autobahnausbau

 RND hier  Alisha Mendgen  18.04.2023

Projekte in sieben Bundesländern

Verkehrsminister Volker Wissing hat den Ländern eine Frist gesetzt: Nächste Woche sollen die Landesregierungen erklären, ob sie mit dem Plan zum Autobahnausbau einverstanden sind. Doch die fühlen sich überrumpelt.

Meilenstein für Fit for 55: EU-Parlament beschließt Ausweitung des Emissionshandels

 Zeit hier  18. April 2023

Künftig soll die Pflicht zum Kauf von Verschmutzungsrechten für mehr Branchen gelten, Gratisrechte sollen entfallen. Ursula von der Leyen spricht von einem "Meilenstein".

Das EU-Parlament hat eine Reform für die Emissionshandel-Regeln beschlossen, die den Mechanismus zum Kauf von Verschmutzungsrechten ausweitet. Die Pflicht dazu soll künftig auch für den Schiffsverkehr und den Gebäudesektor gelten. Das Reformprojekt, dem noch die Mitgliedsländer zustimmen müssen, ist Teil des Klimaplans Fit for 55. Damit will die EU ihren Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen bis 2030 um mindestens 55 Prozent im Vergleich zu 1990 senken. 

Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bezeichnete das Parlamentsvotum auf Twitter als "Meilenstein". Der CDU-Europaabgeordnete Peter Liese, der die Ausweitung des Mechanismus mitverhandelt hat, bezeichnete sie gar als "größtes Klimaschutzgesetz aller Zeiten".

Herzstück des Europäischen Green Deals beschlossen - auch Gebäude und Verkehr sind jetzt dabei

Von Sven Giegold: 

nach dem Rat der Mitgliedsländer hat soeben auch das Europäische Parlament das Herzstück des Europäischen Green Deals beschlossen. Das Paket enthält:

• Die Verschärfung des EU-Emissionshandels für Energieproduktion und Industrie (ETS1)

• Reform zur Einbeziehung des Flugverkehrs in den Emissionshandel

• Die Absicherung für die energieintensive Industrie durch einen Grenzausgleichsmechanismus       
         (“CBAM”)

• Die Einführung eines zweiten Emissionshandels für die Bereiche Gebäude und Verkehr (ETS2)

• Die Einführung eines EU-Klimasozialfonds

Zweifel am neuen Mobilitätsgesetz ohne eigene Ideen

 17.04.2023  hier im Südkurier

Verwirrung um CDU-Brief

Winfried Hermann (Grüne) ist derzeit für zwei Tage in den Niederlanden unterwegs. Der baden-württembergische Verkehrsminister schaut sich innovative Verkehrswege an, die auch dem Klima helfen. In Stuttgart muss er dafür sorgen, dass die Treibhausgasemissionen im Verkehr drastisch sinken. Helfen soll dabei das Landesmobilitätsgesetz, auf das sich die grün-schwarze Landesregierung schon im Sondierungspapier zum Koalitionsvertrag 2021 verständigt hatte. Die erste Mitzeichnungsrunde dieses Gesetzentwurfes war am vergangenen Wochenende abgelaufen, als ein Brief des CDU-Fraktionschefs Manuel Hagel und seines verkehrspolitischen Sprechers Thomas Dörflinger an den Verkehrsminister öffentlich wurde.

Die CDU-Politiker würden beim neuen Mobilitätsgesetz „keine geeignete Grundlage“ für weitere Gespräche sehen. Im Verkehrsministerium war man darüber erstaunt, weil keine konstruktiven Vorschläge zur Verbesserung gemacht würden. Ein Spitzentreffen zwischen Hagel, Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz, und dem Chef der Staatskanzlei, Florian Stegmann, führte nach Informationen dieser Zeitung dazu, dass die Mitzeichnungsrunde wie vorgesehen weitergeführt wird.


Dienstag, 18. April 2023

Bauen neu denken - ein Vortrag mit anschließender Fragerunde


"Immer mehr heimisches Holz landet einfach im Ofen"

"Wir können es uns nicht mehr leisten unsere Wälder zu verbrennen..." und machen fleißig weiter damit (hier). Erst vor Kurzem hatten die Länder für die vermehrte Nutzung des  Baustoffes  Holz plädiert (hier), so wie das die Bauwende auch erforderlich macht.

Auch bei uns merkt man den vermehrten Einschlag deutlich, manche sprechen schon vom  Kahlschlag... Und erzählen von Abtransporten nachts....

14.04.2023  hier im Südkurier

Holz aus deutschen Wäldern ist begehrt. Bauherren wie auch die immer zahlreicheren privaten Kaminbesitzer haben im vergangenen Jahr deutliche Preissprünge erlebt, der Rohstoff war auch wegen des Kriegs in der Ukraine nicht mehr allseits zu günstigen Preisen verfügbar. Da ist es nicht erstaunlich, dass 2022 in deutschen Wäldern so viel Holz zur Energiegewinnung geschlagen worden ist wie noch nie seit der deutschen Wiedervereinigung. Umweltschützer wie Holzwirtschaft sehen die Entwicklung kritisch, wenn auch aus unterschiedlichen Beweggründen. 13,8 Millionen Kubikmeter „Energieholz“ bedeuteten eine Steigerung um 17,3 Prozent im Vergleich zu 2021 und einen absoluten Höchstwert, wie das Statistische Bundesamt am Freitag berichtete. An der leicht gesunkenen Gesamt-Einschlagmenge von 78,7 Millionen Kubikmetern war das ein Anteil von 17,6 Prozent. Anders gesagt: Von sechs gefällten Bäumen wurde einer verfeuert. Beim Laubholz endete wie in den Vorjahren mehr als die Hälfte der geschlagenen Menge in den Flammen. Holzexperten gehen von noch höheren Zahlen aus, weil in den amtlichen Statistiken die Privatwälder nicht vollständig abgebildet seien.

"Umweltpolitik: Grüne drohen mit Blockade von Änderung des Klimaschutzgesetzes"

 Zeit hier  18. April 2023,

Erst im März hatten sich die Koalitionsspitzen darauf geeinigt, das Klimaschutzgesetz aufzuweichen. Nun könnten grüne Abgeordnete das Vorhaben im Bundestag stoppen.

Nachdem der Expertenrat für Klimafragen die Ampel-Koalition vor einer Aufweichung des Klimaschutzgesetzes gewarnt hat, drohen die Grünen mit einer Blockade des Vorhabens im Bundestag. "Der Expertenrat verweist zu Recht darauf, dass bei der im Koalitionsausschuss vereinbarten Änderung des Klimaschutzgesetzes strikte Vorgaben einzuhalten sind", sagte der verkehrspolitische Sprecher der Grünen, Stefan Gelbhaar, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Deutschland dürfe nicht "sehenden Auges die gesetzlich verbindlichen Pariser Klimavorgaben verletzen oder sogar das Grundgesetz brechen", fügte der Grünenpolitiker hinzu.

Die Koalitionsspitzen von SPD, Grüne und FDP hatten sich Ende März in einer Marathonsitzung auf eine Änderung des Klimaschutzgesetzes geeinigt. Demnach sollen die strikten jährlichen Sektorziele zum Treibhausgasausstoß etwa für den Verkehr und den Gebäudesektor aufgeweicht werden. Künftig soll es möglich sein, Zielverfehlungen durch Übererfüllung in einem Sektor in einem anderen auszugleichen.

"Das Bundesverfassungsgericht hat sehr deutlich gemacht, dass zu vage Sektorziele oder unklare CO₂-Reduktionsvorgaben verfassungswidrig sind", betonte Gelbhaar nun. Einer Reform des Klimaschutzgesetzes, "die gleich wieder in Karlsruhe kassiert wird", werde seine Partei nicht zustimmen.

Der Vorsitzende des Klimaexpertenrats, Hans-Martin Henning, hatte am Montag ausdrücklich dafür plädiert, wie bisher "jahresscharfe Ziele für jeden Sektor" für die erlaubte Menge an Emissionen festzulegen. Die Vizevorsitzende Brigitte Knopf sagte, ohne konkrete Ziele habe die Politik ein "Glaubwürdigkeitsproblem". Eine Änderung verstieße aus Expertensicht wohl auch gegen das wegweisende Klimaschutzurteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2021.

"Vorwurf des "Greenwashing" - Umweltorganisationen klagen gegen EU-Taxonomie"

Stand: 18.04.2023  in der Tagesschau  hier

Greenpeace, der BUND, der WWF und weitere Umweltschützer haben beim Europäischen Gerichtshof gegen die EU-Kommission geklagt. Grund ist die Einstufung von Atomenergie und Erdgas als nachhaltig.

Mehrere Umweltorganisationen ziehen gegen die europaweite Einstufung von Erdgas und Atomenergie als "nachhaltig" vor Gericht. Greenpeace, der BUND, der WWF und andere reichten beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg Klagen gegen die EU-Kommission ein, wie die Organisationen mitteilten. Sie werfen der Behörde von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen "Greenwashing" vor. Die Umweltorganisationen hatten im vergangenen September mit einer solchen Klage gedroht.

Deutliche Ohrfeige für die Klimapolitik der Bundesregierung: „Dann ist die Frage, wie glaubwürdig das ist“


Podcast im NDR  hier

Brigitte Knopf:

"Da sagen wir schon dass das die Glaubwürdigkeit des Klimaschutzgesetzes unterhöhlt"

"Wir sehen dass wir in keinem Sektor auf einem wirklich guten Weg sind, und das heißt:
Es ist nicht so dass ein Sektor einem anderen was ausleihen könnte....."


"Auf den Punkt" - der Nachrichtenpodcast der Süddeutschen Zeitung.: 17. April 2023, 
Von Michael Bauchmüller und Vinzent-Vitus Leitgeb

Der Expertenrat für Klimafragen formuliert in seinem aktuellen Bericht eine klare Botschaft: Nach aktuellem Stand werden die Ziele für das Jahr 2030 um 40 Prozent verfehlt. Auch das Klimaschutzgesetz kritisiert er.

Montag, 17. April 2023

Länder sollen sich äußern: Wissing hat es bei Autobahnprojekten eilig

 hier NTV  18.04.2023, 

Das schnelle Vorankommen der Autobahnprojekte liegt Wissing am Herzen.

Nach dem Koalitionsbeschluss zum teils beschleunigten Autobahnausbau will sich der Bundesverkehrsminister schleunigst an die Umsetzung machen. Noch in diesem Monat sollen die Länder sich zu den Plänen positionieren. Bei einigen Landesregierungen könnte das Interesse allerdings zurückhaltend sein.

Erfolgreiche Balkonsolar-Petition an den Bundestag mit über 70.000 Unterschriften

Schon über 70.000 Menschen haben die Petition für Erleichterungen bei der Nutzung von Balkonsolaranlagen an den Bundestag unterschrieben. Die Petition ist damit erfolgreich und wird im Bundestag besonders verfolgt. Herzlichen Glückwunsch an die Initiator*innen!

Versprochen: Unabhängig von der Behandlung im Bundestag werden wir im Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz die Vorschläge im Rahmen der Solarstrategie gründlich prüfen (lest hier selbst, was schon im Entwurf steckt).

In Frankreich ist die Wassermangel-Realität bereits im Frühjahr angekommen: Vier Kommunen untersagen Entnahme von Trinkwasser aus dem Hahn

Zeit  hier  Von Ivana Sokola 15. April 2023, 

In vier südfranzösischen Dörfern dürfen die Einwohner kein Leitungswasser mehr konsumieren – der Grundwasserspiegel ist zu niedrig. Sie erhalten wöchentlich Wasserpakete.

Die Behörden vier südwestfranzösischer Kommunen haben ihren Einwohnerinnen und Einwohnern den Konsum von Leitungswasser untersagt. Die Regel für die Gemeinden Corbère, Corbère-les-Cabanes, Saint-Michel-de-Llotes und Bouleternère im Departement Pyrénées-Orientales westlich von Perpignan gilt seit dem gestrigen Freitag, wie der Radiosender France Bleu Roussillon berichtete.

Die Entscheidung wurde vor dem Hintergrund des niedrigen Grundwasserspiegels getroffen. Der Nationale Geologische Dienst (BRGM) meldete, dass rund 75 Prozent des Grundwasservorkommens als zu niedrig eingestuft wurden – im Vergleich zu rund 58 Prozent vor einem Jahr.

Bei der Entnahmeschwelle der Bohrung gelte das Wasser nicht mehr als trinkbar, hieß es in einer SMS, die an Anwohner verschickt wurde – zudem als nicht geeignet "für die Zubereitung von roh gegessenen Lebensmitteln sowie für die Zahnhygiene". Das schreibt L'Indépendant. Der BRGM schätzt das Dürrerisiko für die Region Pyrénées-Orientales als sehr hoch ein.

Überlingen wirbt bei Pendlern für den Umstieg auf den Stadtbus

 hier  Stefan Hilser

Testbetrieb auf Linie 6: Die Stadt will, dass mehr Pendler mit dem Bus zur Arbeit fahren. Gleichzeitig mietet sie einen neuartigen Blitzer, mit dem Villingen-Schwenningen die Million Euro an Bußgeldern knackte.

Auf Antrag der CDU und nach einer Prüfung durch die Stadtwerke startet Überlingen einen Testbetrieb im Stadtbusverkehr. Wie Oberbürgermeister Jan Zeitler mitteilte, gebe es in der bis zum nächsten Fahrplanwechsel laufenden Testphase täglich drei zusätzliche Fahrten der Linie 6.

Mit ihr kommen Pendler ins Gewerbegebiet Langäcker, beziehungsweise zu den Firmen Matrium und Rafi. Die Stadt tritt in Vorleistung und investiert 19.000 Euro in den Testbetrieb. Zeitler: „Wenn wir damit erreichen, dass der eine oder andere auf den ÖPNV umsteigt, dann ist es gut investiertes Geld. Es wäre schön, wenn sich ein Dauerbetrieb rechtfertigen ließe.“