Dienstag, 17. November 2020

Friedrichshafen lehnt dankend ab - und bekommt Hirschlatt trotzdem

Natur statt Flächenfraß: Häfler Gemeinderat schmettert Option auf ein Gewerbegebiet in Hirschlatt ab


Ein 30 Hektar großes Areal sollte im neuen Regionalplan als Optionsfläche eingetragen werden. Mit neuen Mehrheiten stimmten die Stadträte nun aber gegen die Beschlussempfehlung der Stadtverwaltung und brüskieren damit die Regionalversammlung. Auch die Industrie- und Handelskammer zeigt sich nicht amüsiert.


Friedrichshafen aus der Schwäbischen Zeitung


Es bleibt dabei: 30 Hektar in Hirschlatt könnten Gewerbefläche werden

Stadt Friedrichshafen gegen Regionalverband: Die Verbandsversammlung hat am Freitag auch im zweiten Anlauf dafür gestimmt, nahe der Messe auf der grünen Wiese Platz für die regionale Gewerbeentwicklung zu ermöglichen – obwohl der Gemeinderat dagegen ist.
 

Aus einem Schriftverkehr mit Herrn Regionaldirektor Franke:

Anfrage von P.Karg:
In der letzten öffentlichen Regionalversammlung hat Hr. Zeller bezüglich des Baugebietes Hirschlatt gesagt:  "Für die Stadt Friedrichshafen heißt das nicht, dass sie Hirschlatt bebauen müssen, sondern es ist eine Option". Sie haben dem an keiner Stelle widersprochen.

Wobei sich mir die Frage aufdrängt , weshalb eine Option, die die Stadt selbst mehrheitlich ablehnt hat, in die Planung aufgenommen wird?
(ein Vertreter der CDU hat  über das Demokratieverständnis der Mehrheitspartei  im Regionalverband gesprochen und wurde von FW und SPD beklatscht: wenn die Mehrheit so abgestimmt hat, dann gilt das unverrückbar)

 Antwort von Hr. Franke: Im Falle Hirschlatt geht es darum, die regionalen Interessen in Abhängigkeit der Stellung und Bedeutung einer Kommune im räumlichen Gefüge zu definieren, in diesem Fall von Friedrichshafen als Teil des gemeinsamen Oberzentrums mit den entsprechenden Aufgabenzuweisungen.

Petition auf der Campact-Plattform "We act!" Vom Aktionsbündnis Grünzug Salem mit 2.171 Unterschriften

 Flächenfraß stoppen - Kulturlandschaft bewahren

 

 

 

 

 

 

 

 Das "Aktionsbündnis Grünzug Salem" ist ein Zusammenschluss von verschiedenen Vereinen, Verbänden und Einzelpersonen, die sich für den Erhalt des geschützten Grünzugs in Salem einsetzen. Salem ist überregional und international bekannt für seine einmalige Kultur- und Naturlandschaft.

Der Regionalplan für Bodensee-Oberschwaben sieht für Salem vor, dass
- 27,1 Hektar für ein neues Gewerbegebiet im geschützten Grünzug ausgewiesen werden - das ist die zweitgrößte Zuweisung im Bodenseekreis und bedeutet einen Anstieg der Gewerbeflächen um über 60 %.
- Salem ein Vorranggebiet für Industrie und Gewerbe wird und
- zum Unterzentrum aufgestuft wird.

Dies hat wegen der dadurch steigenden Belastung vor allem mit Schwerlastverkehr auch erhebliche Auswirkungen auf die umliegenden Gemeinden und Salem als Erholungsort für Touristen aus der ganzen Welt

Wir fordern den Erhalt des geschützten Grünzugs in Salem, den Erhalt Salems als kulturelles Kleinod und als anerkannten Erholungsort.


Petition "Hilf mit, den Altdorfer Wald zu schützen!"

Wir fordern das Landratsamt Ravensburg auf, den Altdorfer Wald in seiner Gesamtfläche von ca. 9.000 ha als Landschaftsschutzgebiet nach § 26 Naturschutzgesetz auszuweisen!

 

 

P.S.: Das Bild zeigt das geplante Kiesabbaugebiet Vogt-Grund als Panorama mit Skizzierung des Waldburger Rückens, Wasserschutzgebieten gem. Gutachten und Kiesgrubenneuerschließung

Der Altdorfer Wald ist mit einer Fläche von ca. 9.000 ha das größte zusammenhängende Waldgebiet Oberschwabens.

a) Etwa 1/3 der Fläche des Altdorfer Waldes steht bereits unter besonderem Schutz. Diese Schutzflächen bestehen aus einzelnen, bisher nicht zusammenhängenden Flächen. Dies sind verschiedene nicht zusammenhängende FFH-Gebiete (FFH-Gebiete sind spezielle europäische Schutzgebiete in Natur- und Landschaftsschutz, welche nach Fauna – Flora –Habitat – Richtlinie ausgewiesen werden), Naturschutzflächen, Landschafts- und Waldschutzgebiete und mehrere kleine Biotopflächen. Die bisher festgesetzten Wasserschutzgebiete bei Vogt und Weissenbronnen kommen noch dazu.

b) Der neu zu erstellende Regionalplan des RVBO (Regionalverband Bodensee-Oberschwaben) sieht vor, im Altdorfer Wald in Vogt – Grund auf einer Fläche von ca. 11 ha und bei Oberankenreute von ca.16 ha als weitere Kiesabbaugebiete auszuweisen. Alternativen für Standorte sowie Maßnahmen zur Reduzierung von Kiesabbau und Kiesexport wurden vom Regionalverband und den zuständigen Landesbehörden nicht ausreichend geprüft.

Begründung

a) Die ökologische Verknüpfung dieser vielen, kleinen und verstreuten Schutzgebiete ( hoher Anteil an FFH-Gebieten ) wird durch die Schaffung von großräumigen, verbindenden Landschaftselementen in Form eines gesamtheitlichen Landschaftsschutzgebietes „Altdorfer Wald“ erhalten, aufgewertet und wesentlich verbessert.

b) Eine Durchführung der Kiesabbaupläne im Altdorfer Wald würde bedeuten:

  • Abholzung von mind. 27 ha Wald (entspricht der Größe von über 50 Fußballfeldern) und Beseitigung von Waldboden, der ein unverzichtbarer Speicher für Wasser, Schadstoffe und CO² ist
  • Gefährdung der einmalig reinen Quellwasservorkommen in Vogt und Weissenbronnen für die mögliche Versorgung von bis zu rund 100.000 Menschen.
  • Zerstörung der durch Eiszeiten geschaffenen Geoformationen und Moränenlandschaft (Waldburger Rücken); Höhenzüge von bis zu 50 m werden unwiederbringlich verschwinden und Abbaugruben von 40 m Tiefe (= Gebäude mit 12 Stockwerken) entstehen
  • brachiale Einschnitte in Pflanzen- und Tierwelt
  • Wegfall des für die seelische und körperliche Gesundheit so wichtigen Naherholungsgebietes
  • weitere Zunahme des unzumutbaren Schwerlastverkehrs in den angrenzenden Gemeinden durch Zu- und Abtransport auf unzureichenden Verkehrswegen

Lasst uns das Naturjuwel „Altdorfer Wald“ - die grüne Lunge Oberschwabens - gemeinsam für unsere Kinder und Enkel erhalten !

Um unsere Forderung durchsetzen zu können, benötigen wir Ihre Mithilfe für diese Petition. Vielen Dank für Ihre Unterstützung.

Natur- und Kulturlandschaft Altdorfer Wald e.V.

Großen Auftrieb hat uns und unserer Petition die Unterstützung durch den Gemeinderatsbeschluss der Gemeinde Bergatreute am 23.4.2020 gegeben, ebenfalls beim Landratsamt den Antrag zu stellen, den Altdorfer Wald unter Landschaftsschutz zu stellen. Wir hoffen natürlich, dass sich jetzt noch weitere Gemeinden unserer Petition anschließen. Auch beim Landratsamt Ravensburg scheint nun Bewegung in die Angelegenheit zu kommen. Plötzlich erscheinen auf der Webseite des Landkreises längst bekannte Karten mit Ausweisung der Schutzgebiete im Kreis Ravensburg und im Altdorfer Wald (Link zu diesen Karten: www.rv.de/Umwelt_+Landwirtschaft+_+Forst/gebietsschutzkategorien+_+altdorfer+wald )

Aus diesen Schutzkarten ist einer unserer Gründe für die Petition deutlich erkennbar: Die ökologische Verknüpfung von vielen kleinen und verstreuten Schutzgebiete ( hoher Anteil an FFH-Gebieten ) soll durch die Schaffung von großräumigen, verbindenden Landschaftselementen in Form eines gesamtheitlichen Landschaftsschutzgebietes „Altdorfer Wald“ erhalten, aufgewertet und wesentlich verbessert werden. Kiesgrubenneuerschließungen wie z.B. in Vogt-Grund, Schlier und Baindt bewirken genau das Gegenteil und beeinflussen diese Schutzgebiete negativ.

Unser Filmemacher Alex Knor hat einen neuen Video zusammengestellt, der uns von der Notwendigkeit des Schutzes des Altdorfer Waldes überzeugt. Vielen Dank an Alex. Hier der Link zum Video: youtu.be/Mmp8FEuKCsc . Lassen Sie sich von den Eindrücken des Waldes und von den Gründen zu dessen Schutz überzeugen.

Schauen Sie doch mal auf unsere Webseite altdorferwald.org/ . Hier finden Sie aktuelle Informationen zum Thema Altdorfer Wald, Petitionsunterlagen und Unterschriftenlisten.

Bündnis90/Die Grünen und ÖDP untersuchen die Schwerpunkte für Industrie und Gewerbe am 23.10.20





 

Der Entwurf des Regionalplanes reagiert nicht auf Zukunftsfragen und Herausforderungen - Landesnaturschutzverband vom 7.11.2019


Für Wohnen, Arbeiten und Infrastruktur sollen bis zum Jahr 2035 mehr als 2.500 Hektar ausgewiesen und ein großer Teil davon letztendlich versiegelt werden. 
Das entspricht der Fläche von etwa 80 Landwirtschaftsbetrieben (Durchschnittsgröße im Kreis RV: 36 ha, im Bodenseekreis 22 ha im Kreis Sigmaringen 47 ha ) . Auch beim Ressourcenverbrauch wird von einer linearen Entwicklung ausgegangen. 500 Hektar Abbauflächen sollen gesichert werden.

 Diese Fortschreibungen erfolgen, obwohl auch in unserer Region die Grenzen des Verträglichen für Mensch und Umwelt längst überschritten sind. 
3.000 ha für Wohnen, Arbeiten, Verkehr und Rohstoffabbau 

-entzieht 100 Landwirtschaftsbetrieben die Existenzgrundlage, 
-nimmt 3.000 ha aus der Lebensmittel- und Holzproduktion, 
-vernichtet 3.000 Hektar Böden 
mit ihren vielfältigen Schutzfunktionen (Lebensraum, Luftfilter, Wasserschutz).

Aussage von Ulfried Miller, Regionalgeschäftsführer BUND



Hier sind die ersten 3 Seiten mit der Zusammenfassung der Stellungnahme vom 7.11.2019 zu finden








Flächenberechnungen und Bevölkerungsprognose - ganz schön überzogen!

 



Politische Mahnung: Positionspapier der Fraktion Bündnis90/ Die Grünen und ÖDP im RVBO vom 23.4.2020

Stellungnahmen der Fraktion Bündnis90/Die Grünen und ÖDP im RVBO zur Fortschreibung Regionalplan Bodensee-Oberschwaben 2020 bis 2035

Der seit 1996 gültige Regionalplan soll mit der sich im Verfahren befindlichen Fortschreibung 2020 bis zum Jahr 2035 abgelöst werden. Der bisher vorliegende Entwurf hat nach der 1. Offenlegung im Jahr 2019 zu mehreren Tausend Stellungnahmen und Einwendungen geführt. Er enthält also erhebliches Konfliktpotential, das mit Respekt und Verantwortung für den Planungszeitraum behandelt werden muss.

Auf Grund der Tragweite dieser Planung, die den aktuellen Zielen der Landesplanung Rechnung tragen muss, haben wir uns sehr intensiv nach der letzten konstituierenden Sitzung des Gremiums Ende 2019 mit den Inhalten beschäftigt. Wir haben auch die wichtigsten Stellungnahmen angefordert und vor wenigen Tagen erhalten.

Die neugebildete Fraktion Bündnis 90/Die Grünen-ÖDP schließt sich der massiven Kritik der uns vorliegenden Stellungnahmen, insbesondere der Landesnaturschutzverbände und des RP Tübingen  am zu hohen Flächenverbrauch der Planung an, welcher im klaren Widerspruch zu den im LEP und im Koalitionsvertrag postulierten Zielen steht. Des Weiteren teilen wir die hier formulierte kritische Bewertung der angewandten Methodik zur Ermittlung der Flächenbedarfswerten für Siedlung und Gewerbe/Industrie.

 

Nach eingehendem Studium der Fortschreibungsunterlagen kommen wir zu vorläufigem Ergebnis

Zusammenfassung:

·         Der momentan vorliegende Entwurf der Fortschreibung des Regionalplans 2020 bis 2035 ist für uns nicht genehmigungsfähig.

·         Er widerspricht eigenen Zielen und Grundsätzen und verwirklicht nicht die vorgegebenen Ziele der Raumordnungsbehörden (LEG,ROG,LPlG).

·         Es sind vielseitige Einwendungen und Bedenken eingegangen, die wir für sehr berechtigt halten.

·         Wir fordern die konsequente und konkrete Umsetzung aller geltenden gesetzlichen Bestimmungen des LEP, des ROG und des LplG, sowie des im Mai 2016 vereinbarten Koalitionsvertrags.

·         Es fehlt der Landschaftsrahmenplan und damit die Formulierung und Konkretisierung der Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege für die Gesamtfortschreibung.

·         Es sollte sichergestellt werden, dass die nach Verabschiedung geltenden Vorgaben des Regionalplans 2020 bis 2035 von allen Kommunen der Region verbindlich in deren Bauleitplanungen aufgenommen und beachtet werden müssen

·         Wir fordern ein permanentes Monitoring, das die Aktivitäten der Kommunen erfasst, deren Kompensationsmaßnahmen einfordert und die Verbandsversammlung regelmäßig darüber informiert wird.


Grüne Fraktion kritisiert fehlende Nachhaltigkeit in der derzeit vorgelegten Fortschreibung des Regionalplans

Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen und ödp im Regionalverband Bodensee-Oberschwaben und ihre neugewählte Fraktionsspitze (Ulrike Lenski aus Salem und Dr. Ulrich Walz aus Bad Wurzach) üben massive Kritik am Entwurf zur Fortschreibung des Regionalplans 2020.


Pressemitteilung hierzu

Schreiben an den Regionalverband


BüB+ aus Überlingen sieht Licht bei der Abstimmung im Gemeinderat

Am 8.7.2020 erschien im BLOG des BüB+ aus Überlingen folgender Artikel:

http://bueb-ueberlingen.blogspot.com


Licht und Schatten

Licht

Die vergangene Gemeinderatssitzung hatte es in sich: Auf der Tagesordnung standen diverse Punkte, die viele Bürger direkt betreffen.

Wenigstens die Andelshofer Einwohner werden zufrieden sein, denn die ohnehin eher ungeliebte Fortschreibung des Regionalplans wurde nicht noch zusätzlich zu Lasten der Anwohner erweitert. So wurde mit 15:10 Stimmen ein von der Verwaltung angestrebter Flächentausch abgelehnt. Dieser hätte das mögliche Gewerbegebiet dann bis zum unteren Bereich der Postbühlstraße ausgedehnt, inklusive einer von der Verwaltung dort gewünschten Zufahrt zum Gewerbegebiet. Der Abstand zu den ersten Dorfgebäuden wäre nochmals geringer geworden, dafür der zu erwartende Lastwagenverkehr samt Lärmbelästigung deutlich größer.

Eine landschaftliche Katastrophe wäre die vom Regionalverband vorgeschlagene und von der Verwaltung gewünschte Erweiterung des zukünftig potentiell möglichen Gewerbegebiets um etwa 10 ha (100.000qm) nach Norden, über den Reuteweg hinweg Richtung Auenbachtal, geworden.
Undenkbar: Wer diese idyllische Fläche jemals gesehen hat, kann sich dort eigentlich keine Gewerbeansiedlung vorstellen. Zum Glück sahen das 20 Stadträte genauso und lehnten gegen fünf Gegenstimmen die Verwaltungsvorlage ab. Es liegt nun in der Hand des Gemeinderates, zu gegebener Zeit die beschlossenen 20 ha Gewerbefläche so zu gestalten, dass auch die Interessen des Reitvereins berücksichtigt werden. Deren Koppelfläche liegt zu etwa 50% im Bereich der Gewerbeflächen, bei einem Verlust droht dem Verein die Aufgabe: Ohne Koppelfläche wird die Pferdehaltung unzulässig.

Massive Verkehrsproblematik in Salem und Umgebung wird erwartet durch Schwerpunkt für Industrie und Gewerbe

Der Südkurier hat dem Antrag der GOL (Grüne offene Liste) im Gemeinderat Salem  einen Artikel gewidmet. 

Die Presseerklärung der GOL dazu in voller Länge:

 Die GOL sieht die Lebensqualität vieler Bürger Salems durch den massiv zunehmenden Verkehr gefährdet.
Aus dieser Sorge heraus hat die GOL einen Antrag auf ein Verkehrsgutachten eingereicht, welches die verkehrlichen Auswirkungen der geplanten Entwicklungen, insbesondere des geplanten Schwerpunktes für Gewerbe und Industrie, ermitteln soll.

Bereits 2008 sollte das Logistik-Zentrum der MTU im Gewerbegebiet entstehen. Die Bürger entschieden sich damals per Bürgerentscheid dagegen. Es gab heftige und die Bevölkerung spaltende Diskussionen um dieses Thema. Das Hauptargument gegen die Ansiedlung war- neben der Flächenversieglung - die drohende Verkehrsbelastung.
Heute im Jahr 2020 ist die Fläche des geplanten Logistik-Zentrums vollständig mit Gewerbegebiet überzogen. Der hierdurch entstandene Verkehr rollt bereits seit Jahren über unsere Straßen. Ein Blick auf die Karte zeigt, dass sich das Gewerbegebiet in 20 Jahren vervierfacht hat.

2019 stimmte der Gemeinderat in einer äußerst aufgeheizten Abstimmung für die vorgelegte Fortschreibung des Regionalplans. Bemerkenswert war, dass sich in der Abstimmung eine Patt-Situation ergeben hatte und infolge dessen die Abstimmung durch die Bürgermeisterstimme entschieden wurde.

Die Zustimmung zu der Planung bis 2035 umfasste für Salem vier wesentliche Punkte, die zusammen verkehrstechnisch massiv ins Gewicht fallen.
· Ausweisung eines Schwerpunktes für Industrie und Gewerbe mit fast 30 ha Fläche
bedingt zusätzlichen Berufs- und vor allem Schwerlastverkehr. Es entspricht de facto einer Verdopplung der Gewerbegebietsfläche bei zunehmender Intensität der Bebauung.
· Aufstufung zum „Unterzentrum Salem“
bedingt mehr Verkehr aus den Nachbargemeinden, da Salem zentrale Funktionen für das Umland wahrnehmen soll
· Ausweisung von Flächen für den Wohnbau in verstärktem (überproportionalen) Umfang bei mit Sicherheit höherer Intensität bedingt eine massive Zunahme des PKW- Verkehrs vor allem in den großen Ortsteilen Mimmenhausen , Neufrach und Stefansfeld , da dort der Schwerpunkt der künftigen Wohnbebauung liegen soll (laut Leitbild Salem 2020)
· Führung der Landesentwicklungsachse über Salem

Herr Direktor Franke vom Regionalverband verwies darauf, dass die Landesentwicklungsachse deshalb über Salem geführt werden solle, weil da nun mal die Schiene liege, die in Zukunft stark gefördert werde (im Gegensatz zum Straßenbau). Ein vorbildlicher Ansatz, der jedoch im Zeitraum der Fortschreibung keinerlei praktische Auswirkung haben dürfte.

Laut SK-Artikel vom November 2019 soll die Vorplanung der Bodenseegürtelbahn 2020 abgeschlossen werden. Mit dieser könne dann in die Verhandlungen gegangen werden. Erst danach würde mit der zeitintensiven Entwurfs- und Genehmigungsplanung begonnen werden und inwieweit dabei der Güterverkehr eine Rolle spielt, wurde überhaupt nicht erwähnt.
Sprich: die Flächen sollen schnell verfügbar sein, um der zügigen Bebauung in der Fortschreibungsphase bis 2035 zur Verfügung zu stehen. Die Aussage von Bürgermeister Härle dazu war: "Wir stehen in der Pflicht, das Gewerbe aus der Region aufzunehmen", das hört sich nicht nach behutsamer Flächeninanspruchnahme an.  

Die verkehrstechnische Lösung hinkt hier dem entstehenden Verkehr zeitlich hinterher, da sie zunächst entwickelt werden muss und ihre Umsetzung erst irgendwann in der nicht allzunahen Zukunft liegt, falls dann noch genügend Mittel zur Verfügung stehen.

Dass unsere Bürger, ebenso wie die unserer Nachbargemeinden, in der langen Zwischenphase den massiven Verkehrsanstieg in den Ortsdurchfahrten verkraften müssen, kam nie zur Sprache. Die Bebauung - und damit die Verkehrsbelastung - wuchs schon in den letzten Jahrzehnten massiv und stetig, während sich die Infrastruktur nicht wesentlich veränderte. Schon heute klagen viele Mitbürger über den Verkehrslärm und auch über Engstellen. Wer in einer der Ortsdurchfahrten die Straße überqueren oder aus einer Einfahrt auf die Straße fahren möchte, merkt, wie massiv der Verkehr während der letzten Jahre geworden ist.
 
 

Hintergrundwissen: Dürre in Deutschland

Im August erschien in der Zeit ein interessanter Artikel:

"Der Blick auf den Dürremonitor des Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) zeigt den Mangel: Fast in ganz Deutschland stehen die Pflanzen unter Trockenstress, wäre Bewässerung nötig. Eine weitere UFZ-Karte zeigt die Langzeitfolgen des seit einigen Jahren ausbleibenden Regens: Sie misst die Trockenheit des Bodens auch in größerer Tiefe – und ist in einigen Regionen dunkelrot gefärbt, vor allem im Südosten, in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Thüringen und Teilen von Niedersachsen. 
Die Farbe steht für eine außergewöhnliche Dürre. Sie bedeutet: Selbst wenn es nun außergewöhnlich viel und über einen längeren Zeitraum hinweg regnen würde, bräuchte der Boden dort sehr lange, um sich zu erholen. Wo aber soll – angesichts des Klimawandels – das Wasser künftig herkommen? Viel Regen im Winter, oder auch zwischendurch, hilft nicht, denn die Bauern brauchen Wasser zum richtigen Zeitpunkt. Für Kopfsalat beispielsweise können einige Stunden Wassermangel entscheidend sein, dann wird er braun. Getreide braucht Regen, wenn es Blüten bildet oder Korn. Und fast alle Gemüsearten werden bereits jetzt beregnet, weil Gemüse grundsätzlich viel Wasser braucht .

....Die zunehmende Trockenheit wird von mehreren Bundesländern aufmerksam beobachtet. Mittlerweile haben auch Bayern und Hessen das Thünen-Institut um regionale Analysen gebeten. Darüber wollen sie mehr Informationen für ihr künftiges Wassermanagement – etwa durch Rückhaltebecken für den Winterregen oder zusätzliche Wasserspeicher – erhalten.
In Braunschweig arbeitet man derzeit an einem eigenen Modell: Dort werden 3.000 Hektar landwirtschaftliche Fläche, auf der unter anderem Braugerste wächst, mit gereinigtem Abwasser aus einer Kläranlage beregnet. Das Interesse sei international groß und wachse auch in Deutschland, sagt die Geschäftsführerin des Abwasserverbandes Franziska Gromadecki. "Hier klatscht jeder Landwirt in die Hände, weil seine Wasserversorgung sichergestellt ist." Gemeinsam mit Partnerorganisationen, darunter Forschungseinrichtungen und Ingenieurbüros, will der Abwasserverband das Verfahren ausweiten: Auch Salat und Gurken sollen bald mithilfe von recyceltem Abwasser gedeihen."

https://www.zeit.de/wirtschaft/2020-08/duerre-sommer-hitze-bewaesserung-regen-landwirtschaft-klimawandel

Dürremonitor Deutschland am 6.8.20: Mehr als 90% der Fläche Deutschlands leiden unter extremer Dürre


Wer sich noch intensiver mit dem Thema Wasser auseinandersetzen möchte: N
och mehr spannende Grafiken dazu gibt es auf der Seite   https://www.ufz.de/index.php

 

Sehr spannend ist die  Übersicht der Vegetationsperioden von 1952 bis heute




Eine Übersicht über Europa`s Dürreprognosen bei verschiedenen Klimazielen - auch wir werden nicht verschont



Montag, 16. November 2020

Die Naturschutzverbände (ver)zweifeln am neuen Regionalplan

Das ist der Flyer der Umweltverbände zum Thema "Fortschreibung des Regionalplans Bodensee-Oberschwaben".

Barbara Herzig vom BUND Saulgau, schreibt dazu:
"Die globalen Umwelt-, Klima- und Biodiversitätskrisen erfordern unser konsequentes, tatkräftiges Handeln. Leider scheint dies bei vielen EntscheidungsträgerInnen in der Politik, gerade auch in der Kommunalpolitik, noch nicht ausreichend angekommen zu sein.. ..
Grüne Lippenbekenntnisse hören wir oft, tatsächliche Umsetzung von nachhaltigen Lösungen sehen wir noch viel zu selten.
"



 



SatireSenf berichtet !

Karin Burger hat sich in ihrem Blog SatireSenf 2019 mit dem Überlinger Abstimmungsergebnis zur Regionalplan-Fortschreibung beschäftigt: "Überlingen: Gemeinderatsbeschluss auf der Grundlage falscher Informationen?"  Im Artikel geht es auch um den Anteil Owingens am Interkommunalen Gewerbegebiet in Überlingen

Frau Burger kommt zum Schluß: "Der Beobachter solcher Schachzüge der Bürgermeister und Verwaltungen erhält zunehmend den Eindruck, dass in der entscheidenden Endphase zum Regionalplan Bodensee-Oberschwaben mit wirklich allen Tricks gearbeitet wird, um maximal viel Fläche vormaliger Grünzüge in potentielle Gewerbeflächen umwidmen zu lassen. Oder sollen die Bürger etwa glauben, dass die Stadt Überlingen und die Gemeinde Owingen vorher nicht miteinander gesprochen haben?"

Der Originaltext ist hier zu finden:
https://satiresenf.de/ts107219-ueberlingen-gemeinderatsbeschluss-auf-der-grundlage-falscher-informationen/#more-11648

 

Im Februar 2020 schrieb Frau Burger:

Es sind wenige Gemeinden, die sich NICHT an der vermutlich letzten Schlacht am Flächenbüfett beteiligen, wie sie aktuell durch die Fortschreibung des Regionalplan Bodensee-Oberschwaben (RP BO) ausgefochten wird. Zu den wenigen kommunalen Flächenasketen gehören zum Beispiel Uhldingen-Mühlhofen und – hier schon berichtet – Ettenkirch, ein Ortsteil von Friedrichshafen......

Die Gemeinderäte in Ettenkirch  haben sich allerdings von diesem Kein-Wachstum-Horrorszenario mit „Global Playern“, die nach China (man wünscht ihnen gute Gesundheit!) auswandern, nicht einschüchtern lassen. Und so titelt die SchwäZ wenige Tage später: „Antrag abgelehnt: Kein neues Gewerbegebiet bei Hirschlatt“.

Mit 21 zu 16 Stimmen habe sich der Gemeinderat in seiner Sitzung am 17. Februar 2020 gegen eine solche Optionsfläche im neuen Regionalplan ausgesprochen. 

Der Text in voller Länge:
https://satiresenf.de/ts2720-regionalplan-bodensee-oberschwaben-ettenkirch-verzichtet/#more-12425