Montag, 13. März 2023

Was steckt hinter dem 6. Sachstandbericht des Weltklimarats?

kurze Auszüge aus Riffreporter  hier  von Christiane Schulzki-Haddouti  13.03.2023


Einfach erklärt: Was steckt hinter dem 6. Sachstandbericht des Weltklimarats?

Wie zuverlässig und belastbar sind die Aussagen der Wissenschaft? Können Regierungen Einfluss auf die Ergebnisse des Sachstandberichts nehmen? Ein FAQ.


Am 20. März 2023 veröffentlicht der IPCC den Synthesebericht zum 6. Sachstandsbericht.
Daraus wird klar, wie Gesellschaft, Wirtschaft und Politik auf den Klimawandel reagieren müssen.
Wie zuverlässig und belastbar sind die Aussagen der Wissenschaft? Wie unabhängig ist der Synthesebericht von der Politik? ....

Am 9. August 2021 veröffentlichte der Weltklimarat den ersten der drei Einzelbände des Sechsten Sachstandsberichts (AR6). Er befasst sich mit dem Stand und der Entwicklung des Klimawandels weltweit sowie Regionen. Am 28. Februar 2022 folgten Teilband 2 zu Klimaanpassung und am 4. April 2022 Teilband 3 zu Klimaschutz.

Am 20. März 2023 wird schließlich eine Zusammenfassung veröffentlicht werden: der Synthesebericht (SYR), der alle Teil- und Sonderberichte zusammenfasst. Auch dieser Bericht wird eine Zusammenfassung für die Politik (SPM) enthalten. Der Termin für die Veröffentlichung wurde mehrfach verschoben, zum einen aufgrund der Corona-Pandemie, zum anderen aufgrund der extrem hohen Arbeitsbelastung in diesem Berichtszyklus.

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Die Berichte sind „relevant für Politik, empfehlen aber keine bestimmte Politik“, betont der IPCC. Das bedeutet, dass die Berichte entscheidungsrelevante Fakten vermitteln, aber keine bestimmten Handlungen vorgeben.

Wie unabhängig ist der Weltklimarat von der Politik?

Unter dem Vorstand und dem Exekutivkomitee befinden sich drei Arbeitsgruppen sowie eine Projektgruppe zu nationalen Treibhausgasinventaren. In diesen Gremien sitzen Fachexpert:innen und keine Vertreter:innen von Regierungen. Die Regierungen sprechen nur bei der sogenannten „Zusammenfassung für Entscheidungsträger“ (Summary for Policymakers, kurz: SPM) mit, aber auch hier haben die Fachexpert:innen das letzte Wort.

Wer bestimmt darüber, was der Weltklimarat in seiner „Zusammenfassung für die Politik“ empfiehlt?

Nach einem aufwändigen Schreib- und Prüfprozess werden zu jedem Teilband Zusammenfassungen erstellt: Eine „Technische Zusammenfassung“ (TS) und eine „Zusammenfassung für die Politik“ (SPM). Nur bei der SPM können Regierungen direkt Einfluss nehmen. Der Entwurf für das SPM wird in einer Plenarsitzung verabschiedet, in der die hauptverantwortlichen Wissenschaftler:innen mit den Delegierten der Mitgliedstaaten zusammensitzen. Die Regierungen können Änderungsvorschläge unterbreiten, doch die wissenschaftlichen Inhalte dürfen nicht verändert werden. Hier wird zäh um jede Formulierung gerungen, doch das letzte Wort haben die Leitautor:innen. Die Regierungen verabschieden den Bericht.


Lesetipp: Der IPCC – ein Kurzportrait, Teil 1 und Teil 2, klimafakten.de


Ka.at  hier

 Weltklimarat berät über Synthese-Bericht zum Klimawandel

In der Schweiz beginnen am Montag die Abschlussberatungen über den sogenannten Synthese-Bericht des Weltklimarats (IPCC). Er fasst die Ergebnisse von sechs Einzelberichten zusammen, die in den vergangenen Jahren veröffentlicht wurden und den Kenntnisstand der Wissenschaft über den Klimawandel zusammenfassen. Der Synthese-Bericht soll die Kernbotschaften noch einmal herausarbeiten. Er ist eine der Grundlagen für die nächsten Klimaverhandlungen.

Das Ergebnis wird am 20. März öffentlich vorgestellt. Rund 700 Vertreter der 195 Mitgliedsländer des Weltklimarates gehen den wissenschaftlichen Bericht in Interlaken im Laufe der Woche Zeile für Zeile durch und segnen das Gesamtergebnis ab. Damit hat das Dokument das Gütesiegel aller Länder, und keine Regierung kann die darin aufgeführten Erkenntnisse mehr in Frage stellen.


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