Donnerstag, 2. Juli 2026

Erneuerbare in USA: Ein strategischen Fehler kolossalen Ausmaßes

TAZ hier  15.6.2026  Aus Washington  Hansjürgen Mai

Erneuerbare Energien in den USA

Trump gibt sich vorerst im Kampf gegen Windräder geschlagen: In den USA scheint es doch eine Zukunft für Windenergie zu geben. Ein gerichtlicher Rückzug öffnet wieder die Tür für neue Genehmigungsverfahren.

Windparkprojektierer in den USA sehen wieder Chancen. Gleich am ersten Tag seiner zweiten Amtszeit hatte US-Präsident Donald Trump eine executive order erlassen, die Dutzende bereits geplante Windenergieprojekte ins Ungewisse stürzte: Er stoppte vorübergehend die Vergabe von Genehmigungen des Bundes für Offshore- und Onshore-Windkraftprojekte. Nun aber hat die US-Regierung unerwartet bei einem Gericht beantragt, ein Verfahren einzustellen, das dieses Dekret retten sollte.

Die Entscheidung des US-Justizministeriums erfolgte vergangene Woche. Die Kläger haben dem Antrag bereits zugestimmt, deshalb sollte das Verfahren in naher Zukunft offiziell abgeschlossen werden. Die Entscheidung darüber liegt jedoch beim zuständigen Berufungsgericht.

Siebzehn Bundesstaaten und eine New Yorker Organisation, die sich für erneuerbare Energien einsetzt, hatten im vergangenen Jahr Klage gegen die Trumpsche Verordnung eingereicht.
Im Dezember entschied eine Bezirksrichterin in Massachusetts, dass das Dekret „willkürlich, unbegründet und rechtswidrig“ sei und deshalb aufgehoben werden müsse.
Das US-Justizministerium ging daraufhin in Berufung, ließ dann aber mehrere Gerichtstermine verstreichen – und stellte nun den Antrag, das Verfahren einzustellen.

Die Branche feiert die Entscheidung des Justizministeriums als einen Erfolg für Windkraft in den USA. „Die Tür steht nun wieder offen, und jeder Projektentwickler kann auf der Basis von Fakten und Rechtslage für die Genehmigung seines jeweiligen Projekts eintreten“, sagte Kit Kennedy, die Geschäftsführerin für die Bereiche Strom, Klima und Energie beim Natural Resources Defense Council, den Heatmap News, die als Erste über die Entscheidung berichtet hatten.

„Hässlich, gefährlich, ineffizient“

Trump ist ein bekennender Windkraftgegner. Er beschreibt Windturbinen als hässlich, behauptet, dass die Anlagen Vögel und Wale gefährden – und dass das ganze Konzept der Windkraft obendrein ineffizient sei.

Brancheninsider gehen deshalb nicht davon aus, dass die Regierung Trumps ihren Kampf gegen die Windenergie komplett aufgeben wird. Neben dem vorübergehenden Genehmigungsstopp hat das Weiße Haus auch andere Taktiken eingesetzt, um den Bau von neuen Windkraftanlagen zu erschweren. So hat die Regierung unter anderem Steuergelder in Höhe von fast zwei Milliarden Dollar in die Hand genommen, um damit mindestens drei geplante Offshore-Windparks zu streichen und die Firmen zu entschädigen. Unter anderem bekam das französische Energieunternehmen TotalEnergies fast eine Milliarde US-Dollar, damit sie Offshore-Projekte vor der Küste New Yorks und New Jerseys aufgibt.

Auch gegen eine dieser Zahlungen haben wiederum sieben US-Bundesstaaten zuletzt juristische Schritte eingeleitet. Sie sei rechtswidrig, sagte etwa die Justizministerin des Staates New York, Letitia James, und sprach von einem „Schein-Deal“. Die Bundesstaaten wollen erzwingen, dass die Vereinbarung als aufgelöst und es der Regierung verboten wird, in Zukunft ähnliche Verträge einzufädeln.

In einer weiteren Anklage wird dem Pentagon vorgeworfen, dass es bei der Überprüfung der Sicherheit von neuen Windkraftanlagen bewusst langsam vorgegangen sei. Dieses Vorgehen soll Investitionen in Höhe von 47 Milliarden Dollar gefährden.

Die Regierung, die die Technologie ablehnt, ist nicht das einzige Problem der Windindustrie. Sie kämpfte zuletzt auch mit steigenden Preisen und Lieferschwierigkeiten.



Euronews  hier Von Liam Gilliver  28/06/2026

Trumps Krieg gegen Erneuerbare: kolossaler strategischer Fehler


Trumps Pro-Kohle-Kurs scheitert – immer mehr Haushalte setzen auf Solardächer.
Donald Trumps rücksichtsloser Feldzug gegen erneuerbare Energien stößt auf massiven Widerstand. Gleichzeitig wächst in den USA das Interesse an heimischer, sauberer Energie immer weiter.

Der US-Präsident erklärte im vergangenen Jahr einen nationalen Energie-Notstand, um die heimische Förderung fossiler Brennstoffe massiv auszuweiten und seine aggressive „drill, baby, drill“-Agenda durchzusetzen.

Im Februar unterzeichnete Trump eine Präsidentenverfügung, die das US-Verteidigungsministerium anweist, mehr aus Kohle erzeugten Strom zu kaufen – die gilt als schmutzigste und umweltschädlichste Form der Energieerzeugung.

Parallel dazu nutzt der Präsident öffentliche Auftritte, um erneuerbare Energien zu verächtlich zu machen oder falsche Behauptungen zu verbreiten. Beim Weltwirtschaftsforum in Davos im Januar behauptete Trump, China produziere „fast alle“ Windräder weltweit – nur um sie „an dumme Leute zu verkaufen“.

Außerdem sagte er, China nutze Windenergie selbst kaum oder gar nicht – obwohl dort der weltweit größte Windpark steht, der sogar aus dem Weltraum zu sehen ist.

Schon zuvor hatte Trump saubere Energien als „Betrug des Jahrhunderts“ bezeichnet und Länder wie Großbritannien unter Druck gesetzt, ihre Ausbauziele für Erneuerbare aufzugeben und wieder nach Öl zu bohren.

Trump gegen Offshore-Windparks: Kann er sie stoppen?

Im vergangenen Jahr versuchte die Regierung Trump, mehrere Offshore-Windprojekte zu stoppen. Sie erklärte, solche Anlagen seien ein Risiko für die nationale Sicherheit.

Mehrere Bundesrichter setzten das Verbot außer Kraft und machten den Weg für die Projektentwickler frei.

Das Innenministerium kaufte jedoch inzwischen Pachtverträge für Offshore-Flächen zurück. Unternehmen erhalten Entschädigungen, wenn sie das Geld stattdessen in Projekte mit fossilen Energien oder etwa in Geothermie stecken.

Bislang wurden acht Offshore-Windprojekte gestoppt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP summieren sich die Zahlungen dafür auf fast 2,6 Milliarden Dollar (rund 2,28 Milliarden Euro).

Schon im März bot die US-Regierung dem französischen Öl- und Gaskonzern TotalEnergies knapp 1 Milliarde Dollar (877 Millionen Euro), wenn er Gelder, die ursprünglich für Offshore-Pachten vor den Küsten von North Carolina und New York vorgesehen waren, stattdessen in fossile Projekte steckt.

Der Bundesstaat New York führt eine Klage gegen diese Vereinbarung an. In dieser Woche, am Donnerstag, dem 26. Juni, entschied zudem ein Gericht in Paris, dass TotalEnergies seine indirekten Emissionen und die Umweltrisiken durch den Verbrauch seiner Produkte nicht länger ignorieren darf.

Der Konzern hat nun sechs Monate Zeit, die Risiken, die beim Einsatz seiner Treibstoffe und seines Erdgases entstehen, offiziell zu bewerten und darüber Bericht zu erstatten.

Laut AP will nun auch Kalifornien gegen die Regierung klagen – wegen eines Deals, der ein vor der Zentralküste des Bundesstaats geplantes Offshore-Windprojekt beenden soll.
Kalifornien setzt stark auf Offshore-Wind. Vor der Küste wehen kräftige, gleichmäßige Winde, die große Mengen sauberen Strom liefern könnten.

Die Strategie des Bundesstaats sieht vor, bis 2045 Offshore-Windkraft mit einer Leistung von 25 Gigawatt aufzubauen. Das würde rechnerisch rund 25 Millionen Haushalte versorgen und etwa 13 Prozent des kalifornischen Strombedarfs decken.

David Hochschild, Chef der Energiekommission Kaliforniens, nannte die Taktik der Regierung einen „strategischen Fehler kolossalen Ausmaßes“ – zumal der Krieg gegen den Iran die Preise für fossile Energieträger weltweit in die Höhe treibt.

Trump stellt sich jedoch nicht nur gegen Windparks. Mit dem „Big Beautiful Bill“, das am 4. Juli vergangenen Jahres in Kraft trat, strich der Kongress die Steuervergünstigung von 30 Prozent für Solaranlagen auf Wohngebäudenfast ein Jahrzehnt früher als ursprünglich geplant.

Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer, die nun Solarmodule installieren wollen, zahlen im Schnitt 9.000 Dollar (7.900 Euro) mehr als vor dem Inkrafttreten des Gesetzes am 31. Dezember 2025, berichtet die Plattform Energy Sage (Quelle auf Englisch).

USA: Solar überholt Kohle

Trotz dieser herben Rückschläge überholte Solarenergie im Mai 2026 erstmals in einem Monat die Stromerzeugung aus Kohle im US-Strommix.

Nach Angaben des Energie-Thinktanks Ember (Quelle auf Englisch) deckte Solarstrom einen Rekordwert von 12,8 Prozent der US-Stromproduktion. Der Anteil der Kohle sank auf 12,2 Prozent – den viertniedrigsten Monatswert überhaupt.

„Solaranlagen erzeugten mit 45,5 Terawattstunden so viel Strom wie noch nie. Das sind 17 Prozent mehr als im Mai 2025 und übertrifft den bisherigen Rekord aus dem Juli des vergangenen Jahres“, heißt es bei Ember. „In den kommenden Sommermonaten könnte dieser Rekord erneut fallen.“

Die absolute Solarproduktion erreicht in der Regel im Juni oder Juli ihren Höhepunkt. Der Anteil am Strommix ist jedoch häufig im April oder Mai am größten, wenn hohe Solarerträge auf einen noch moderaten Strombedarf vor Beginn der Klimaanlagensaison treffen.

„Amerikanerinnen und Amerikaner wollen ihre Energie selbst besitzen“

Mehrere Solarunternehmen in den USA berichten Euronews Earth, dass die Nachfrage nach Solaranlagen auf Hausdächern trotz der finanziellen Hürden weiter steigt.

Das kalifornische Unternehmen SolarTech meldet, sein Umsatz sei 2025 im Vergleich zu 2024 mehr als doppelt so hoch gewesen. Exact Solar aus Pennsylvania verzeichnete ein Plus von 20 Prozent im Jahr 2024 und 60 Prozent im Jahr 2025.

Diese Verkaufszahlen ließen sich zwar teils mit einem Vorzieheffekt erklären, weil viele Anlagen noch vor dem Auslaufen der Steuervergünstigung installiert wurden. Dennoch sagt Solarpolitik- und Forschungsexperte Aaron Nichols Euronews Earth, Exact Solar sei nun auf Kurs, seinen Umsatz in diesem Jahr erneut zu verdoppeln – ein Wachstum von 100 Prozent.

„Selbst jetzt, wo die aktuelle Regierung Steueranreize für Solar streicht und die Kohle wiederbeleben will, entscheiden sich so viele Menschen wie nie zuvor dafür, ihre Energie selbst zu besitzen – statt sie von schwach regulierten, renditeorientierten Versorgern zu ‚mieten‘“, sagt Nichols.

„Exact Solar ist in den vergangenen zwei Jahren schneller gewachsen als jemals zuvor in unserer zwanzigjährigen Firmengeschichte. Es wird überdeutlich, dass Amerikanerinnen und Amerikaner die Eigentums- und Kontrollmöglichkeiten schätzen, die Solarenergie bietet.“

New York macht weiteren Schritt zur Solarwende

Im vergangenen Monat verabschiedete das Parlament des Bundesstaats das Gesetz „Solar Up Now New York“ (SUNNY Act). Es soll steckfertige Solarmodule legalisieren. Rund 30 Bundesstaaten haben solche Plug-in-Solaranlagen bereits erlaubt; in Europa, vor allem in Deutschland, sind sie längst verbreitet.

Plug-in-Solarsets sind für Haushalte gedacht, bei denen klassische Dachanlagen nicht infrage kommen. Dazu gehören Menschen in Wohngemeinschaften oder Mieterinnen und Mieter, die das Gebäude nicht besitzen.

Das Gesetz muss noch an Gouverneurin Kathy Hochul übermittelt und von ihr unterzeichnet werden. Sie hat bis zum Jahresende Zeit für ihre Entscheidung.

In den gesamten USA kann fast die Hälfte aller Haushalte keine Dachsolaranlagen nutzen – etwa weil sie zur Miete wohnen, in Mehrfamilienhäusern leben oder ungeeignete Dächer haben. In New York ist das besonders ausgeprägt, da die meisten Menschen in Gebäuden mit mehreren Wohneinheiten leben. Das begrenzt den Zugang zu klassischer Dachsolar-Technik.

Der New-York-Times-Autor Robinson Meyer meint, Plug-in-Solar könne „verändern, wie Amerikaner Energie verstehen und verbrauchen“ und „eine deutlich größere Gruppe von Menschen dazu bringen, ihren Treibhausgasausstoß zu senken – insbesondere Mieterinnen und Mieter“.

Doch mit Pro-Kopf-Emissionen aus der Stromerzeugung, die 2,8-mal so hoch sind wie der weltweite Durchschnitt, und dem zweithöchsten Stromverbrauch der Welt bleiben die USA noch weit von der Energiewende entfernt, die nötig wäre, um die Erderwärmung zu bremsen.



Rolling Stone hier  von  Thor Benson  29.06.2026

Solarenergie boomt – trotz aller Bemühungen Trumps

Der Präsident und seine Regierung wollen saubere Energie vernichten und fossile Brennstoffe befeuern – doch die Solarbranche lässt sich nicht aufhalten.

Donald Trump tut alles, um die Erneuerbare-Energien-Branche zu untergraben und fossile Brennstoffe zu stärken. Besonders aggressiv geht er gegen Windkraft vor – so aggressiv, dass die Regierung zuletzt fast 800 Millionen Dollar ausgegeben hat, um Windenergieprojekte zu kippen. Es ist bereits das dritte Mal, dass Steuergelder eingesetzt werden, um eine bereits laufende Initiative für saubere Energie zu beerdigen.

Solar hat Trump merklich weniger im Visier, doch auch diese Branche hat er angegriffen und ihr Wachstum zu bremsen versucht – gemeinsam mit anderen Quellen erneuerbarer Energie. Im vergangenen August schrieb der Präsident, Solarenergie sei zusammen mit Wind der „BETRUG DES JAHRHUNDERTS“, und seine Regierung werde kein „bauernvernichtendes Solar“ genehmigen.

Die Branche boomt trotzdem.

Solar überholt Kohle

Solarenergie beginnt Kohle bei der Stromerzeugung zu überholen, und laut dem Energie-Thinktank Ember deckte sie im vergangenen Jahr 61 Prozent des Wachstums der US-Stromnachfrage. Die USA installierten 2025 insgesamt 43 Gigawatt Solarleistung – weniger als die Rekordzahl von 50 Gigawatt im Vorjahr, aber immer noch eine beeindruckende Menge. Im gesamten letzten Jahr wurde alle 59 Sekunden eine neue Solaranlage in Betrieb genommen.

„Aus welchem Grund auch immer hat Trump eine viel stärkere Abneigung gegen Wind als gegen Solar“, sagt Ryan Kellogg, Professor für Klima- und Energiepolitik an der University of Chicago, gegenüber ROLLING STONE. „Besonders bei Offshore-Wind kommt man nicht daran vorbei, dass man eine ganze Reihe von Bundesgenehmigungen braucht. Das Verteidigungsministerium muss einbezogen werden.“

Bei Solar sei das deutlich unkomplizierter, erklärt Kellogg. Man kauft privates Land und errichtet dort eine Solaranlage – niemand wird behaupten, sie versperrt die Aussicht. Vielleicht stört sie, wenn sie sichtbar ist, aber sie ragt nicht wie ein Koloss in den Himmel und verändert das Landschaftsbild, was einer der vielen Kritikpunkte des Präsidenten an der Windkraft ist.

„Sie sind sicher nicht so auffällig wie die riesigen Megawatt-Windturbinen, die man meilenweit sehen kann“, sagt Kellogg. „Windturbinen erzeugen Lärm und Schattenwurf. Bei einer Solaranlage ist das kaum ein Thema.“

Rückenwind durch Privateigentum

Zudem gebe es weitaus mehr Land, das für Solarenergie genutzt werden könne, so Kellogg. Während Solarmodule überall dort Strom erzeugen, wo die Sonne scheint, müssen Windparks in windreichen Gebieten errichtet werden – hauptsächlich in der Mitte des Landes oder vor der Küste.

„Viele Menschen setzen sich sehr für private Eigentumsrechte ein, besonders in roten Bundesstaaten, wo diese Solarprojekte vorgeschlagen werden“, ergänzt Gilbert Michaud, Assistenzprofessor für Umweltpolitik an der Loyola University Chicago. „Theoretisch sollte es einem Bauern erlaubt sein, sein Land an einen privaten Entwickler erneuerbarer Energien zu verpachten oder zu verkaufen. Kurzum: Es ist deutlich einfacher als Offshore-Wind, wenn man einfach eine mittelgroße Solaranlage auf gepachtetem Agrarland baut.“

Solar punktet auch wirtschaftlich. Während die Kosten für den Bau von Windparks in den letzten Jahren gesunken sind, ist der Preis für Solar noch deutlich stärker gefallen. Und er wird weiter sinken, je mehr der Markt wächst und die Panels selbst effizienter werden.

Trumps Angriffe auf die Branche

Seit seiner Rückkehr ins Amt hat Trump Solar auf vielfältige Weise ins Visier genommen. Steuerliche Anreize haben historisch dazu beigetragen, Solarstrom günstig zu machen – einige davon werden nun abgebaut, weil die Trump-Regierung den Inflation Reduction Act demontiert. Im Juli des vergangenen Jahres unterzeichnete Trump eine Executive Order, die es Solarunternehmen noch schwerer macht, Steuergutschriften zu erhalten. Außerdem hat die Regierung der Branche die Zusammenarbeit mit Herstellern in China erschwert, wo die meisten Solarmodule produziert werden. Diese Maßnahmen haben die Branche spürbar getroffen, wie der Rückgang der Neuinstallationen von 2024 auf 2025 zeigt.

„Ohne die Steuergutschriften werden wir sehen, wie erneuerbare Energien auf eigenen Beinen stehen“, sagt Michaud. „Solar wird weiter wachsen, aber langsamer – die Kurve wird nicht mehr so steil ansteigen wie unter den Biden-Förderungen.“

Dennoch expandiert die Solarbranche. Nicht nur durch große Solarparks – mittlerweile sind Millionen von Häusern mit Dachsolaranlagen ausgestattet. Zunehmend interessiert sich die Öffentlichkeit auch für sogenannte „Balkonsolar“-Lösungen, die es Menschen ohne eigenes Dach ermöglichen, zuhause Solarstrom zu erzeugen.

Datenzentren als Wachstumstreiber

Der Energiebedarf wird weiter steigen, da immer mehr KI-Unternehmen energiehungrige Rechenzentren im ganzen Land errichten. Die Solarbranche könnte einen Großteil dieser Nachfrage decken.

„Der Energiebedarf wächst, und viele KI- und Rechenzentrumsbetreiber siedeln sich in roten Bundesstaaten an“, sagt Michaud. „Wenn ein Bundesstaat diese Unternehmen mit dem Versprechen von 100 Prozent erneuerbarer Energie anlocken kann, wird das Teil einer umfassenderen Wirtschaftsentwicklungsstrategie.“

Die Zukunft der Solarenergie ist strahlend – und selbst die Vendetta der Trump-Regierung gegen saubere Energie kann daran nichts ändern. Es mag einfach sein, Amerikanern zu verbieten, riesige Windturbinen aufzustellen. Ihnen zu sagen, sie dürften keine Solarmodule installieren und damit Strom erzeugen, ist eine andere Sache – erst recht, wenn sie ohnehin schon über hohe Energiekosten verärgert sind.

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