Joachim Plesch
In der politischen und auch landläufigen Diskussion um die Energiewende sprechen viele davon, wieviel denn das alles kosten würden.Auch unsere Wirtschaftsministerin spricht ständig von Kosten und Kosteneffizienz ...
und nach meiner Lesart wird das oft auch ganz gezielt gemacht, um Investitionen in ein erneuerbares Stromsystem zu diskreditieren.
⚡ Denn Investitionen sind KEINE Kosten ⚡
Als Ökonom ärgert mich diese Vermischung immer wieder, v.a. wenn Sie ganz bewusst gemacht wird. Daher hier die Erklärung des Kostenbegriffs:
- Kosten entsprechen einem Verbrauch. Ich habe etwas gekauft, benutze es und danach ist VERBRAUCHT, also weg. Ganz konkret zum Beispiel bei fossilen Energieträgern:
Ich kaufe Benzin, Öl, Gas, verbrenne es und dann ist es weg.
Um nächstes Jahr wieder Heizen oder Autofahren zu können, muss ich das wieder kaufen und es ist wieder weg.
Fun Fact: Im Jahr 2025 hat Deutschland für 69 Mrd Euro fossile Energieträger importiert (2022 sogar 135 Mrd EUR)
- Und nun zu den Dingen, die gerne als Kosten diffamiert werden: Die Investitionen in ein Stromnetz, die Investitionen in PV und Wind, die Investitionen in Speicher.
Hier ist der Unterschied ganz offensichtlich: Eine Investition wie bspw. Eine PV-Anlage oder das Stromnetz steht mir über Jahrzehnte zur Verfügung und liefert Nutzen, erzeugt also Strom oder stellt sicher, dass Strom dort ankommt, wo er gebraucht wird. D.h. dieser Geldsumme der Investition steht ein Wert gegenüber, der sich jahrzehntelang nur langsam abnutzt (das sind dann die jährlichen dazugehörigen Kosten, die Abnutzung oder Abschreibung).
Und dennoch wird dieser Wert oft als Kosten tituliert, um Leute, die nicht tiefer im Thema sind, zu verängstigen.
Die Investition in den Netzausbau wird je nach Quelle mit ca. 600 Mrd Euro bis 2045 beziffert, das kann durch intelligente Maßnahmen deutlich gesenkt werden (siehe unser Papier im Kommentar). PV-Anlagen, Speicher und Windräder werden weiterhin von privaten Investoren gebaut, da sie hoch wirtschaftlich sind. Wenn man dann sieht, dass wir durch diese Investitionen in 10-20 Jahren den größten Teil der 69 Mrd. Euro Kosten für fossile Brennstoffe einsparen können. Dann ist das doch eine lohnenswerte Sache.
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