Donnerstag, 23. Juli 2026

2,1 Milliarden Euro. Weg. In vier Wochen.

Sasja Beslik

Wie eine europäische Hitzewelle gerade die diesjährige Getreideernte beeinträchtigt hat 

-Weizen, Gerste, Mais – in ganz Frankreich, Ungarn, Spanien und Deutschland.
Ungefähr 5 % des gesamten Wertes der Ernte, ausgelöscht, solange sie noch im Boden war.

Allein Frankreich verlor fast 900 Millionen Euro, hauptsächlich an Mais, der mitten in der Bestäubung gefangen wurde – eine Ernte, die heute kleiner ist als die, die während der Dürre 2022 produziert wurde, die als einmaliges Ereignis in einer Generation galt. 

Ungarn verlor 444 Millionen Euro, und seine Bauern werden zweimal getroffen: fallende Preise durch billiges Schwarzmeergetreide bedeuten kein Polster, kein Potenzial, nur Verluste.

Ein französischer Landwirt investierte ein Jahrzehnt Arbeit, Zwischenfrüchte, Fruchtwechsel und hitzeangepasste Sorten, um seine Farm widerstandsfähig zu machen. Sein Urteil in diesem Jahr: Ertragsverluste von 50–70 % bei einigen Feldfrüchten. "Wir steuern nicht mehr auf einen Absturz zu", sagte er. "Wir sind schon da."

Hier ist also die Frage, die in Brüssel offenbar niemand laut beantworten will:

Wer bezahlt das eigentlich? 

  • Ist es der Bauer, der den Verlust auf einer ohnehin schon dünnen Marge hinnehmen musste?
  • Ist es der Verbraucher, wenn die Futtermittelkosten später in diesem Jahr auf die Fleisch- und Milchpreise übergehen? 
  • Sind es Steuerzahler, die durch Notfallsubventionen jede Hitzewelle wie eine einmalige Hitze behandeln, statt wie die neue Basis, die sie eindeutig ist?

Und unter all dem, was kommt eigentlich als Nächstes?
Ab wann hört die Agrarpolitik auf, auf Klimaschocks zu reagieren, und wird für ein bereits angekommenes Klima entwickelt?

Der Gesetzentwurf für diesen Sommer ist bereits geschrieben. Die einzige offene Frage ist, wer es noch hält.

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