Montag, 27. Juli 2026

Der Markt für Elektro-Lkw beschleunigt sich

Maximilian BossM

Das BMV hat diese Woche 1 Mrd. € Förderung für eLKW-Ladeinfrastruktur angekündigt — 

förderfähig sind Ladesäulen, Batteriespeicher und Netzanschluss. Antragsstart: 26. Mai 2026.

eLKWs rechnen sich — in der Anschaffung durch die Förderung, im Betrieb aber nur, wenn Ladeinfrastruktur und Energiebezug gemeinsam geplant werden. Wer nur die Ladesäule sieht, übersieht die Kostenfalle.

Bild : So kann das in der Praxis aussehen:

Neue eLKW-Ladeinfrastruktur bei IDS Logistik GmbH — mit Batteriespeicher.

- 2 × 400 kW DC-Schnelllader (Alpitronic)

- 600 kWh Batteriespeicher (Pixii AS)

- Routen- und Lastmanagement: Avalon Solutions

Das Ziel war nicht maximale Ladeleistung, sondern smarter Energiebezug. Der Speicher puffert — so bleibt die Netzspitze bei 200 kW, die Lader können aber im Notfall mit bis zu 400 kW laden. Über 2.500 Volllaststunden pro Jahr — das bringt den überproportional günstigeren Arbeitspreistarif der Netze. 



Maximilian Boss

Wo früher Diesel floss, fließt heute Strom

Die GC Gruppe beweist damit, was sich gerade branchenweit zeigt: Nachhaltigkeit in der Logistik ist längst eine wirtschaftliche Entscheidung – keine ideologische.

Am Standort der GC Gruppe haben wir eine bestehende Diesel-Tankstelle in eine DC-Ladeinfrastruktur für eLKW umgebaut. Die Zulieferer – darunter Penzkofer Logistik mit ihrem 100 % elektrischen MAN – laden jetzt dort, wo bis vor Kurzem noch getankt wurde.
Gienger Logistik KG Gienger München KG 

Der Umbau war technisch fordernd: bestehende Leerrohre, alte Leitungen, enge Platzverhältnisse. Unsere Monteure haben alles gegeben – das Ergebnis spricht für sich.


 Thorsten Sobe

In nur sechs Stunden war die ganze Förderung für eLKW Ladeinfrastruktur ausgeschöpft. Wer darin nur einen Förderboom sieht, verpasst die eigentliche Entwicklung.

Denn die Geschwindigkeit, mit der die Mittel vergriffen waren, zeigt vor allem eines. Die Nachfrage nach elektrifiziertem Schwerlasttransport steigt deutlich an.

Gleichzeitig sollte man die Zahl richtig einordnen. Mit 500 €/kW war die Förderung sehr attraktiv. In vielen Fällen lässt sich damit ein erheblicher Teil der Investitionskosten für Ladeinfrastruktur decken. Dass die Mittel innerhalb weniger Stunden vergriffen waren, überrascht daher wenig.

Spannend wird jetzt der Blick auf die Förderaufrufe B und C. Dort entscheidet nicht mehr das Windhundprinzip, sondern ein wettbewerbliches Auswahlverfahren.

Und genau hier wird Effizienz zum entscheidenden Faktor.

Wer heute Ladeinfrastruktur und eLKW Flotten intelligent plant, erhöht nicht nur seine Chancen auf Förderung. Die richtige Dimensionierung, Lastmanagement und Netzanbindung werden langfristig darüber entscheiden, wie wirtschaftlich die Elektrifizierung tatsächlich wird.

Der Blick nach vorne ist dabei eindeutig. Die Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs steht erst am Anfang. Diesel wird perspektivisch kaum günstiger werden. Gleichzeitig entstehen neue Möglichkeiten durch intelligente Ladestrategien, dynamische Strompreise und perspektivisch auch bidirektionales Laden.

Für alle, die beim ersten Förderaufruf leer ausgegangen sind, ist das aus meiner Sicht deshalb kein Grund, das Thema zurückzustellen. Im Gegenteil.

Die Frage ist nicht mehr, ob elektrifiziert wird. Sondern wie effizient.

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