Donnerstag, 2. Juli 2026

Wenn dein Plan ist, die Welt so schnell wie möglich abzufackeln, wäre es nur konsequent, den größtmöglichen Hebel anzusetzen ....

Table.Briefings hier 30.6.26  Manuel Berkel, Till Hoppe

Methanverordnung: Reiche hatte Rückendeckung von Merz

Gegen die persönliche Initiative von Umweltminister Carsten Schneider forderte Katherina Reiche im Rat der EU eine Verschiebung der Methanverordnung. Nun erfuhr Table.Briefings: Die Wirtschaftsministerin handelte mit Zustimmung des Bundeskanzlers.


Mario Sixtus

Methan ist 28-mal schädlicher für das Klima als CO2. Wenn dein Plan also ist, die Welt so schnell wie möglich abzufackeln, wäre es nur konsequent, den größtmöglichen Hebel anzusetzen und die Methan-Regelungen der EU zu durchlöchern.


NTV hier  26.06.2026,

Vor Treffen der EU-Energieminister

Wirtschaftsministerin Reiche fordert Überarbeitung der EU-Methanverordnung

Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche hat "dringend" für eine Überarbeitung der EU-Methanverordnung geworben.

"Wir brauchen mindestens eine Verschiebung oder eine Aussetzung der Methanverordnung, dass sich die Bundesrepublik Deutschland sicher mit Gasimporten, aber auch mit Mineralölprodukten wie Kerosin versorgen kann", forderte Reiche am Freitag vor einem Treffen der EU-Energieminister in Luxemburg. "Wir werden mit der Kommission sehr ernsthaft darüber sprechen müssen, dass wir unsere Versorgungssicherheit auf gar keinen Fall aufs Spiel setzen können."

In ihrer derzeitigen Form würde die Verordnung dazu führen, dass Gasimporte und Mineralölprodukte ab 2027 nicht mehr eingeführt werden könnten, wenn sie die Vorgaben nicht erfüllen, argumentierte Reiche.

Vergangene Woche hatten mehrere Mitgliedstaaten zu einer Verschiebung der Umsetzung der Methanverordnung um mindestens drei Jahre aufgerufen. Zu den elf Unterzeichnern gehörten unter anderem Italien, die Niederlande und Tschechien.

Bei der Gas- und Ölförderung wird häufig das Treibhausgas Methan freigesetzt. Gemäß der EU-Methanverordnung aus dem Jahr 2024 muss beim Gasimport auf die Methanemissionen entlang der Lieferkette geachtet werden. Sie ist Teil der Bemühungen der EU, die Treibhausgasemissionen der Mitgliedstaaten bis 2030 um mindestens 55 Prozent zu senken.

Ab 2027 sollen die Regeln auch für importiertes Gas und Öl gelten. Die Verordnung sieht allerdings kein Einfuhrverbot vor, sollten die Anforderungen nicht erfüllt werden. Stattdessen sollen die Mitgliedstaaten Verstöße beispielsweise mit Geldbußen ahnden.

EU-Energiekommissar Dan Jörgensen sprach sich angesichts der Erderwärmung für eine Beibehaltung der Methanverordnung aus. Es handele sich um eine "wichtige Verordnung für die Europäische Union", die von den Mitgliedstaaten angenommen worden sei. "Es ist meine Aufgabe, dazu beizutragen, dass sie nun umgesetzt wird", sagte Jörgensen.

Quelle: ntv.de, AFP


Marina Falke / LinkedIN

*Peinlich, Frau Reiche. Einfach nur peinlich.* 

Europa erlebt gerade die krasseste Hitzewelle aller Zeiten – und im klimatisierten Brüssel blockiert Deutschland mal wieder den Klimaschutz. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche betreibt mal wieder fossilen Lobbyismus. Gemeinsam mit einer Handvoll anderer EU-Staaten fordert sie ernsthaft, die längst überfällige EU-Methanverordnung um drei Jahre zu verschieben oder ganz auszusetzen.

Ihr Vorwand: Der Krieg und die Sperrung der Straße von Hormus würden die Energieversorgung belasten, und die Methanregeln würden ab 2027 den Import von LNG und Kerosin blockieren. Der Luftverkehr stünde vor dem Kollaps.

Sorry, aber billiger kann man fossile Scheinargumente kaum verpacken. 

❌ Mythos: Uns geht der Treibstoff aus

Bis 2027 wird weltweit doppelt so viel Gas und Öl verfügbar sein, das die strengen EU-Methan-Standards erfüllt, wie die gesamte EU überhaupt verbraucht. Über 60 der größten Energiekonzerne weltweit haben sich längst auf diese Standards verpflichtet. Wer an die EU liefern will, der liefert auch mit Methan Verordnung. 

❌ Mythos: Die Kosten ruinieren die Wirtschaft

Wir reden hier nicht von unbezahlbaren Technologien. Die lückenlose Messung und das Stopfen von Methan-Lecks erhöht den Gaspreis um lächerliche 1 bis 2 Cent pro Energieeinheit (MMBtu). Das gefährdet keine Versorgungssicherheit, das verlangt von den Konzernen lediglich ein Mindestmaß an Transparenz und Verantwortung. 

Vor allem ist das absolut gar nichts im Vergleich zu den Preissprüngen der letzten Monate. Durch unsere Abhängigkeit von Öl und Gas stecken sich eben diese Konzerne riesige Mengen an Übergewinnen in die eigene Tasche – und wehren sich jetzt gegen Cent-Beträge für den Klimaschutz.

✅ Fakt: Methan ist kein harmloses Nebenprodukt. 

Methan ist in den ersten 10 Jahren in der Atmosphäre 100-mal klimaschädlicher als CO₂  (siehe dazu Kommentar von Hr. Klaue) und verantwortlich für mehr als ein Viertel der globalen Erderwärmung. Jeder Aufschub der Methan Verordnung bedeutet: Noch mehr extreme Hitzewellen, noch mehr Dürren, noch mehr unbewohnbare Regionen.

👏 Mitten in einer Hitzewelle den Rückwärtsgang beim Klimaschutz einzulegen ist einfach peinlich.


Kommentar dazu: Matthias Schütte 

Frau Reiche ist gar nichts peinlich. Sie WILL das, weil sie für die fossile Industrie in der Regierung sitzt. Nicht für die Menschen in unserem Land.

 Und Merz WILL, dass sie in der Regierung sitzt. Weil es ihm auch nicht um die Menschen geht. 

Und das Verrückte: die CDU gilt als Partei der Wirtschaftskompetenz und ruiniert (Altmeier) die Zukunftsindustrie im Solarbereich, Frau Reiche im Windbereich und zerstört damit DIE Industrien, die helfen würden, die Folgen und auch die zukünftigen Kosten des Klimawandels abzumildern (Sturm- und Flutschäden; Klimaanlagen usw. in Altenheimen; Erdrutsche in den Bergen,durch Hitze zerstörte Straßen, Überlastung des Rettungssystems durch Hitzeopfer,um nur ein paar - auch wirtschaftlich relevante - Folgen zu nennen, ganz zu schweigen jedoch von Menschen und Natur, die zu Opfern werden). 

Wirtschaftskompetenz würde mutig & innovativ Zukunftsperspektiven entwickeln und nicht die Rückkehr zur Technik des letzten Jahrhunderts fördern. Vielleicht sollte man Frau Reiche die Rückkehr zu Dampfloks nahelegen. Das würde ihrem (CDU-?)Niveau entsprechen. 

Und man fühlt sich ohnmächtig gegenüber diesem Lobbyismus, dieser europäisch-amerikanischen Form der Korruption - diese Ohnmacht ist zutiefst demokratiegefährdend.


Kommentar dazu Dr. Thomas Klaue 

Populistische Fakes: warum bleiben Sie nicht bei den Fakten - Methan ist langfristig 28 mal so schädlich wie Co2, nicht 100 mal. Warum die unnötige Übertreibung? Die Wirklichkeit ist doch schon dramatisch genug 

Antwort Marina Falke

 Das kommt auf den Zeitraum an den man betrachtet. Die Wirkung von Methan lässt exponentiell nach. Betrachtet man einen 100 Jahres Zeitraum ist Methan 28-mal so schädlich. Betrachtet man einen 20 Jahres Zeitraum ca. 80 mal. Aber in den ersten 10 Jahren ist Methan tatsächlich ca. 100-mal so schädlich. 

Hier ein Factsheet vom Helmholtz Zentrum zu Methan

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