Donnerstag, 9. Juli 2026

Damit fällt übrigens auch die Argumentation für den Redispatch-Vorbehalt in sich zusammen.

 

Joachim Plesch / LinkedIn 9.7.26

Mit Pragmatismus den Netzausbau beschleunigen - Thüga Energie GmbH machts vor.

Die Energiewende steht vielerorts vor einem Nadelöhr: dem Verteilnetz. 

Allein im Netzgebiet der Thüringer Energienetze (TEN) sind aktuell 17 Mittelspannungsbereiche „voll“ – sie können vorerst keinen weiteren Solarstrom aufnehmen. Ein massives Problem, das Netzbetreiber in ganz Deutschland teilen.

Doch statt jahrelang auf langwierige Tiefbauarbeiten für den Netzausbau zu warten und dabei keine neuen Erzeuger ans Netz zu lassen, zeigt ein neues Pilotprojekt in Hopfgarten bei Weimar (Thüringen), wie smarte, pragmatische Technologie Abhilfe schaffen kann.

Hier kommt weltweit erstmals ein neuartiger Kompakt-Mittelspannungslängsregler (MSLR) zum Einsatz. Das von der Thüga-Gruppe initiierte und von Hitachi Energy entwickelte Gerät ist ein echter Gamechanger:

  • 260 % mehr Solarstrom: Berechnungen zeigen, dass durch den Einsatz des Reglers im Beispielnetz rund 260 Prozent mehr PV-Leistung integriert werden kann. 

  • Pragmatismus pur: Der MSLR ist standardisiert, kompakt (etwa so groß wie ein großer Ortsnetztrafo) und lässt sich ohne zusätzliche Bauarbeiten direkt in bestehende Trafostationen integrieren. 

  • Millionen-Einsparungen: Bis 2035 könnten einzelne Netzbetreiber durch den gezielten Einsatz dreistellige Millionenbeträge an Netzausbaukosten einsparen. 

  • Schnelle Skalierung: Hitachi Energy wird den Regler in Serie fertigen, womit kurzfristig große Stückzahlen bereitstehen.

Der MSLR versteht sich als schnelle Ergänzung zu Speichern, regelbaren Ortsnetztrafos oder Redispatch, wenn zügig Netzkapazität gebraucht wird. Ein starkes Beispiel dafür, wie wir mit praxisnahen Innovationen das Tempo der Energiewende spürbar anziehen können - und v.a. gleichzeitig die Netzenpässe lösen.

Damit fällt übrigens auch die Argumentation für den Redispatch-Vorbehalt in sich zusammen.

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