Wladimir Ustinow / LinkedIn
KfW-Heizungsförderung: Ab heute (9.7) herrscht offizieller Antragsstopp!
Nichts geht mehr – zumindest für die nächsten 12 Tage. Seit heute (09.07.) hat die KfW die Schleusen geschlossen, um das Fördersystem komplett umzukrempeln. Ab dem 21.07.2026 gelten dann völlig neue Spielregeln
Das Problem dabei? Eine Investition von 30.000 € braucht Verlässlichkeit. Wer im Juni eine Wärmepumpe geplant hat, spielt ab August nach anderen Regeln. Eine Förderkulisse, die sich im Halbjahrestakt ändert, verunsichert den Markt massiv.
Die Gewinner und Verlierer der neuen Regeln:
Verlierer (Standard-Haushalte): Die förderfähigen Kosten sinken auf 28.000 € und schrumpfen danach alle 6 Monate weiter. Der Effizienzbonus fällt komplett weg. Unterm Strich gibt es für einen Standard-Haushalt oft nur noch 12.880 € statt bisher 16.500 €.
Gewinner (Familien): Durch den angehobenen maximalen Fördersatz von 80 % können Familien mit 2 Kindern in bestimmten Fällen bis zu 22.400 € herausholen.
Die bittere Wahrheit für alle, die noch abwarten: Zögern kostet ab jetzt jeden Monat bares Geld. Die Degression ist beschlossen, der Countdown läuft.
WICHTIG: Wer bereits eine gültige Bestätigung zum Antrag (BzA) hat, kann den Zeitraum bis zum 20.07. noch nutzen, um zu den ALTEN Konditionen zu beantragen. Danach ist die Tür endgültig zu.
▪ Zwei Wochen Schwebezustand bis zum neuen Portal (Start: 21. Juli). Tausende bereits kalkulierte Aufträge müssen neu gerechnet werden.▪ In fast allen Fällen wird die Wärmepumpe spürbar teurer – Experten rechnen im Schnitt mit +2000 Euro, einzelne Haushalte verlieren bis zu 4000 Euro Zuschuss.▪ Was stimmt: in Deutschland sind Wärmepumpen oft doppelt so teuer wie im EU-Ausland – auch wegen „zu üppiger“ Förderung. Das ist aber längst nicht der Hauptgrund, die neue Regel wird daran auch nichts ändern : Viele Kostentreiber liegen in der Installationspraxis (Altbau-Komplexität, Prozesseffizienz, Overengineering ("Angstprämie": Wärmepumpen werden im Zweifel zu gross ausgelegt und gehen dann viel zu oft in die Taktung > Ineffizienz > hoher Stromverbrauch).
▪ Gleichzeitig wie die BuReg einen EU-„Wertschöpfungsbonus“ einführen, auslädische Pumpen sollen 15% weniger Förderung bekommen – der aber ist so kryptisch formuliert, dass nicht einmal Hersteller sagen können, wie „Made in Europe“ künftig geprüft wird (Self-Declaration? Fertigungstiefe? Endmontage?).
Thomas Nowak / LinkedIn
Dieser Post braucht Reichweiter, weil er zeigt, was geht, wenn man mal macht.
Und er ist auch ein Hinweis an unsere Bundesministerin Katherina Reiche:
- Ihre Aufgabe ist es, Rahmenbedingungen zu setzen, die Unternehmensinhaber wie Bastian Elsner (siehe unten) und viele andere zum Handeln bringen.
- Ihre Aufgabe ist es, Rahmenbedingungen zu setzen, die normale Bürger über einfache Installation von Balkonsolar, der Teilnahme an Energiegemeinschaften und der Investition in erneuerbare Energien zu glücklichen Profiteuren der Energiewende macht.
- Ihre Aufgabe ist es, Deutschlands Wirtschaft fit und führend zu machen, für eine elektrische Zukunft. Es ist eigentlich sehr einfach. Warum fällt es Ihr so schwer?
Sichtbar wird das ebenfalls im Handeln um GmodG und BEG: hier wird an Symptomen herumgedoktert und dabei gerät das Ziel aus dem Blick.
600 000 Wärmepumpen wären absolut möglich, wenn man einfach das gegenwärtige Gesetz beibehalten hätte und die Förderung professionell abgeschmolzen hätte.
- Das bedeutet: Im Hintergrund vorbereiten, incl. neue Antragsmaske. Rechtssicher verabschieden und gleichzeitig auf der KfW Seite freischalten. Wenn man dann viele Wärmepumpen im Markt sehen will, dann muss man die Förderung an den KTF koppeln und damit sind die Mittel festgesetzt. Darüber wird kommuniziert.
- Es bedeutet nicht: eine Förderung kürzen, um Geld zu sparen.
- Es bedeutet nicht, den KTF "zu plündern", weil ja jetzt weniger Geld für Förderung gebraucht wird, und
- Es bedeutet sowieso nicht, fossile Energien immer weiter zu beschützen.
Bastian Elsner (oben erwähnt)
2019 ging unsere erste Photovoltaikanlage auf dem Firmendach in Betrieb. Kein Förderantrag, keine Subvention, keine Haltungsdebatte. Nur eine nüchterne betriebswirtschaftliche Rechnung.
Sieben Jahre später sieht das so aus:176 kWp auf dem eigenen Dach, 407 kWh Speicher, 815 Megawattstunden selbst erzeugter Strom. 2025 lag unser Autarkiegrad bei 75 Prozent. Ab 2027 rechnen wir mit über 90.
Das Prinzip dahinter ist simpel: Strom dort erzeugen, wo er gebraucht wird. Erst selbst verbrauchen, dann speichern, und erst einspeisen, wenn der Bedarf gedeckt und die Speicher voll sind. Ein Energiemanagementsystem kauft gezielt dann zu, wenn der Strom am Spotmarkt günstig ist.
Hinter dieser Entscheidung steht bei uns die ganze Familie. Meine Schwester Lina Elsner und ich führen das Unternehmen, aber alle Gesellschafter tragen den Weg gemeinsam mit. Elsner Elektronik GmbH ist seit 1990 ein Familienunternehmen, entwickelt und produziert in Ostelsheim im Nordschwarzwald.
Wer hier verwurzelt ist, denkt in Jahrzehnten, nicht in Quartalen. Eine Anlage, die sich erst über Jahre rechnet, passt genau in dieses Denken.
Das ist ausdrücklich kein Argument gegen Netzausbau oder Windkraft. Es ist ein Hinweis auf ein Potenzial, das längst da ist: die Dächer von Betrieben. Strom, der dort erzeugt und direkt verbraucht wird, muss gar nicht erst transportiert werden. Keine zusätzliche Fläche, kein Eingriff in die Landschaft.
Wir haben das nicht gemacht, um ein Zeichen zu setzen. Wir haben es gemacht, weil es sich rechnet. Dass es nebenbei Netze entlastet und uns unabhängiger macht, ist kein Widerspruch zur wirtschaftlichen Vernunft.
Es ist das Ergebnis davon.
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