Montag, 20. Juli 2026

Brüssel sagt den eigenen Mitgliedstaaten, dass Speicher Voraussetzung für Elektrifizierung und industrielle Wettbewerbsfähigkeit sind

Marco Scholz LinkedIn

Die EU hat eine Zahl genannt: 200 GW

Manchmal sagt eine einzige Zahl mehr als zehn Absätze Politprosa: 200 Gigawatt Speicherkapazität bis 2030. Das ist die Zielmarke der EU-Kommission im neuen Tripartite Agreement for Energy Storage.

Für 2026 bis 2028 allein sollen 45 GW zusätzliche Speicherleistung ans Netz. 

Und zum ersten Mal wird auch das C&I-Segment explizit adressiert: mehr PPAs mit Speicheranlagen, mehr Co-Location mit Erneuerbaren, mehr industrielle thermische Speicher. Das Abkommen bringt Mitgliedstaaten, Industrie, Projektentwickler und Finanzierer an einen Tisch – mit dem klaren Auftrag an die Staaten, regulatorische Hürden abzubauen und Flexibilität endlich wirtschaftlich nutzbar zu machen.

Man kann das als nettes Positionspapier abtun. Kann man aber auch als das lesen, was es ist:
Brüssel sagt den eigenen Mitgliedstaaten unverblümt, dass Speicher keine Randnotiz der Energiewende mehr sind, sondern Voraussetzung für Elektrifizierung und industrielle Wettbewerbsfähigkeit.

Die spannende Frage wird sein, wie schnell aus dem Bekenntnis auf EU-Ebene konkrete Verbesserungen in der deutschen Umsetzung werden. Bekenntnisse gab's in der Vergangenheit schon einige – beim Tempo der nationalen Übersetzung hakt es meistens.

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