Thünen-Institut
Lässt man den Forstbetrieb in Buchenwäldern ruhen, können die Buchen enorme Mengen an Kohlenstoff speichern.
Die Einnahmeverluste aus dem Holzverkauf könnten Waldbewirtschaftende kompensieren, indem sie CO₂-Zertifikate verkaufen.
Das zeigt eine neue Studie der Thünen-Fachinstitute für Waldwirtschaft und für Waldökosysteme. Sie gibt Waldbesitzenden und politischen Entscheidungsträger*innen erstmals konkrete Zahlen an die Hand.
In der Studie haben die Forschenden berechnet, welche Speichermengen bei der Stilllegung zusätzlich zu erwarten sind. Ihre Modellierung zeigt: Ein stillgelegter Forstbetrieb kann in den ersten Jahrzehnten besonders viel Kohlenstoffdioxid aufnehmen – im Durchschnitt bis zu 11 Tonnen pro Hektar und Jahr. Diese jährliche Aufnahme geht allerdings langfristig nahezu auf null zurück.
Gleichzeitig hat das Forschungsteam untersucht, ob es für Waldbesitzende wirtschaftlich wäre, den Betrieb zugunsten dieser sogenannten Carbon-Farming-Maßnahme stillzulegen. In diesem Fall könnten die Waldbesitzenden für jede zusätzlich im Wald gespeicherte Tonne Kohlenstoff ein CO₂-Zertifikat verkaufen. Die Berechnungen der Wissenschaftler*innen zeigen: Langfristig können die Einnahmen aus Zertifikaten genauso hoch sein wie aus der Holzproduktion. Dazu müsste der Preis für eine Tonne CO₂ zwischen 25 und 33 Euro liegen.
Trotz vergleichbarer Gesamterlöse unterscheiden sich die Einnahmen im Zeitverlauf deutlich.
- Während der Bewirtschaftung erzielen die Waldbesitzenden langfristig konstante Einnahmen aus dem Holzverkauf.
- Wird der Betrieb stillgelegt, erwarten sie in der ersten Zeit ein hohes Einkommen durch die zusätzliche Kohlenstoffspeicherung. Jedoch speichert der Wald im Verlauf der Zeit immer weniger zusätzliches CO₂, sodass die Erlöse sinken.
Cornelius Regelmann, Erstautor der Studie sagt: „Carbon Farming durch dauerhaften Nutzungsverzicht kann relevante CO₂-Speicherleistungen ermöglichen – für viele Buchenbetriebe ist es bislang jedoch vor allem unter günstigen Rahmenbedingungen wirtschaftlich tragfähig.“
So sind die Forschenden vorgegangen:
- Sie haben die CO₂-Speicherraten der Wälder in zwei verschiedenen Szenarien modelliert: Eines unter mittleren und eines unter stärkeren Einflüssen durch den Klimawandel.
- Als Grundlage dienten Betriebsstrukturen und Ausgangssituation von 23 Forstbetrieben, deren Wälder aus mindestens 75 Prozent Buchen bestehen.
Zur Studie: https://lnkd.in/ehk7D-_Z
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