Montag, 27. Juli 2026

Ein paar Meter Wildblumen beherbergen ein unbezahltes Schädlingsbekämpfungsteam

 

Jan Uwe Gösch / LinkedIn

»Die Schweizer Landwirte haben Blumen zwischen ihren Ernten gepflanzt und gesehen, dass die Schäden durch Schädlinge um mehr als die Hälfte gesunken sind. 

Das Vereinigte Königreich führt nun denselben Versuch auf 15 Farmen durch. Der Grund, warum das funktioniert, ist peinlich.

Eine Schweizer Studie zum Winterweizen ergab, dass Felder mit Streifen aus Wildblumen 40 bis 53 % weniger Blattwanzen-Schädlinge hatten. Die Ernteverluste sanken um 61 %.

Der Mechanismus ist einfach. Wildblumen ernähren Schwebfliegen, Florfliegen, parasitische Wespen, Marienkäfer und Käfer. Diese Insekten fressen Blattläuse, Käferlarven und Raupen, die die Landwirte sonst besprühen würden. Ein paar Meter Wildblumen beherbergen ein unbezahltes Schädlingsbekämpfungsteam, das nur allzu gern einem Blattlaus den Arsch versohlen würde.

In Apfelplantagen, in denen fünf Jahre lang keine Insektizide eingesetzt worden waren, wiesen Parzellen mit Blumenstreifen nur 9 % beschädigte Früchte auf. Die Kontrollparzellen ohne Blumen hatten 32,5 %.

Das Vereinigte Königreich führt nun einen Fünfjahresversuch auf 15 Farmen durch, bei dem Blumenstreifen von 6 Metern mitten in den Feldern angelegt werden, nicht nur am Rand, weil nützliche Insekten sonst das Zentrum eines großen Feldes nicht erreichen können.

Das funktioniert genauso im Hinterhof-Gemüsegarten wie auf einer kommerziellen Farm. Pflanzen Sie einheimische Blütenarten in der Nähe Ihrer Tomaten, Bohnen und Kürbisse. Schädlinge tauchen immer noch auf, aber die natürlichen Feinde tauchen auch auf.«

Quelle  https://lnkd.in/euBetDCZ



Rolf Bregg

Die Schweiz zeigt, wie Naturschutz und Landwirtschaft zusammengehen können.

Ein aktuelles Projekt zu Schweizer Mähwiesen macht Mut: Durch angepasste Bewirtschaftung, spätere Mahd und kleine Rückzugsflächen lässt sich die Artenvielfalt messbar erhöhen.

Genau solche Beispiele zeigen, dass Biodiversität nicht nur ein abstraktes Ziel ist, sondern ganz konkret auf der Fläche entschieden wird.

Was daran besonders spannend ist:  Nicht immer braucht es große technologische Sprünge. Manchmal sind es relativ einfache Maßnahmen, die einen spürbaren Effekt haben – für Pflanzen, Insekten und das gesamte Ökosystem.

Für mich steckt darin eine wichtige Botschaft: Nachhaltigkeit funktioniert dann am besten, wenn sie praktisch, umsetzbar und wirtschaftlich anschlussfähig ist. Schweizer Mähwiesen sind dafür ein starkes Beispiel.

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